Mittenwald am Karwendel
| Mittenwald vor dem Karwendelgebirge |
04.06.2025 - Genuss-Radtour zur Auhütte
Heute Morgen gab es handgemachte Brötchen. Tanja radelte dafür extra in das Ortszentrum und es hat sich gelohnt. Die Brötchen schmeckten dreimal so gut wie Industriebrötchen.
Nach dem Frühstück starteten wir unsere Genuss-Radtour, die auf der Website von Mittenwald beworben wurde. Zuerst fanden den Einstieg zum Isar-Radweg nicht, doch dann ging es über die Brücke auf das andere Isar-Ufer. An den Kasernen des Gebirgsbataillons vorbei fuhren wir nordwärts Richtung Krün. Wir kamen sogar an dem Aldi vorbei, bei dem wir auf dem Hinweg eingekauft hatten.
Von dort radelten wir zum Stausee in ein Naturschutzgebiet. Ein wunderschöner Schotterweg führte weiter an der Isar entlang. Irgendwann wurden wir durch einen Nebenarm der Isar gestoppt und mussten etwas oberhalb den flachen Fluss durchradeln. Unser Ziel war die Auhütte, die nur noch wenige Kilometer entfernt war. Dort rasteten wir gemeinsam mit etlichen Wanderern.
Stausee an der Isar Zwischenstopp an der Auhütte
Von dort ging es später zum Barmsee, einem sehr idyllischen Badesee mit glasklarem Wasser. Die Kulisse auf der einen Seite von gesunden Kiefern und auf der anderen Seite das Karwendelgebirge hatte etwas von Kanada.
Der Barmsee ... so'n bisschen stellen wir uns Kanada vor ...
Jetzt sollten zum Abschluss noch die Buckelwiesen folgen, doch irgendwie fehlten die Buckel, die wir auf der Hinfahrt von der Straße aus gesehen hatten. Zurück ließen wir uns dann überwiegend auf der Straße zurückrollen.
Beim Metzger kauften wir Grillfleisch ein. Der Bäcker hatte noch ein Dinkel-Baguette für uns. Und bei Rewe besorgten wir ein Salat-Dressing. Es war bedeckt, aber recht warm. Und vor allem nicht mehr so windig. Die Unwetter-Warnungen hatten sich zum Glück nicht bewahrheitet.
… es kam ein bisschen Wehmut auf, denn heute war schon Mittwoch und wir hatten bisher so tolle Tage hier in Bayern …
03.06.2025 - Leutascher Geisterklamm
Morgens gegen 6 Uhr hörte es auf zu regnen. Gutes Timing! Trotz erholter Muskeln hatte ich unruhig geschlafen. Wir stärkten uns mit einem Milchshake-Drink, ich warf meine täglichen Medikamente ein, und dann ging es mit den Fahrrädern los zur Geisterklamm.
Der Weg führte sehenswert an der Leutasch entlang, die irgendwann aus den Bergen kam. An dieser Stelle war ein Kiosk mit Biergarten neben einer beeindruckenden Felswand eingerichtet. Hier war sowohl der Einstieg zum Klettersteig, der leider gerade gesperrt war als auch der Zuweg zur Klamm.
Trotzdem fuhren wir erstmal geradeaus den steilen Berg hoch, doch plötzlich schliff mein Schutzblech am Vorderrad, so dass ich zum Absteigen gezwungen wurde. Das konnte auch nicht der richtige Weg sein, also drehten wir um. Auf der anderen Uferseite ging es nach 300 m auch nicht weiter. Zurück an der Straße schickten uns die Einheimischen auch wieder zurück. Verflixt wo war denn jetzt der Haupteingang zur Klamm? Unser letzter Versuch, 4 km über die Bergstraße nach Leutasch zu fahren endete nach nur 200 m, weil meine Kette beim Schalten vom Ritzel sprang und sich böse verklemmte.
So ein Scheiß! Tanja musste mich zur Fahrrad-Werkstatt am Bahnhof abschleppen. Dort sollte ich mein Fahrrad in einer Stunde wieder abholen. Welch ein Glück, dass uns so schnell geholfen werden konnte?
Anschließend sind wir wieder zum ersten Punkt zurück. Fahrräder angeschlossen und los geht’s. Diesmal hatten wir auch Wanderstöcke dabei. Der Aufstieg zur Klamm dauerte ca. 20 Minuten. Die Geisterklamm war total beeindruckend. In einer Höhe von ca. 30 Metern führte eine Stahlkonstruktion als Weg durch die schmale Schlucht. Unten wütete die Leutasch und im Hintergrund ragte das Karwendelgebirge empor. Das war schon unglaublich sehenswert. Allerdings brauchte man schon ein bisschen Mut, um über die offenen Gitter dieses Weges zu gehen, denn schließlich konnte man natürlich in die Tiefe durch die Stahlgitter hindurchgucken. Insbesondere die Brücken über der Schlucht waren sehr imposant und schwindelerregend. Nach ca. 2 Stunden führte uns der Rundweg wieder zu unseren Fahrrädern zurück.
| Die österreichische Antwort auf Stonehenge |
Und dann freuten wir uns auf ein Backhendl vom örtlichen Metzger, der im Ortskern eine Gastwirtschaft betrieb. Leider fing es ausgerechnet beim Essen wieder an zu regnen.
02.06.2025 - Mittenwald mit Lautersee
Früh morgens packten wir alles zusammen, gingen noch duschen, und entsorgten dann Karlchen. Gegen 7.45 Uhr verließen wir schon Garmisch in Richtung Mittenwald. Unterwegs kauften wir in Krün frische Lebensmittel ein.
Der Stellplatz in Mittenwald befindet sich direkt neben dem Bahnhof an den Gleisen. Trotzdem ist es hier ruhig und die elektrifizierten Regionalzüge hört man kaum. Wir frühstückten bei Sonnenschein draußen und machten eine Lagebesprechung. Direkt hinter den Bahnschienen schoss ein Berg in die Wolken. Die westliche Karwendelspitze ist 2.385 m hoch und kann mit der Karwendelbahn von Mittenwald hochgefahren werden.
Wir machten uns zu Fuß auf in den Ort. Im Ortszentrum fand ich endlich meinen Metzger, bei dem ich ein Leberkäs-Semmel bekam. Neben netten Gasthäusern zeichnet sich der Ort durch die Fassadenmalereien und den Geigenbauern aus. Die Kulisse mit der Karwendelspitze im Hintergrund ist schon etwas ganz besonderes.
Das Café am Obermarkt war gleichzeitig eine Brauerei und das hübscheste Haus in der Straße. Dort tranken wir noch etwas, kauften für mich noch Sneakersocken in der Drogerie Müller, und schlenderten dann zum WoMo zurück. Und dann kam der Regen.
In der Regenpause von 17-19 Uhr stiegen wir auf die Räder, um uns den nahegelegenen Lautersee anzusehen. Ein glasklarer See umgeben von einem bildschönen Bergpanorama. Die Wege dahin waren Wanderwege und keine Radwege. Zurück ging es so steil hinab, dass Tanja sogar absteigen musste. Und kurz nachdem wir wieder zurück waren ging der Regen wieder los! Die ganze Nacht schiffte es. Die Tropfen hören sich auf der Aluminium-Haut von Karlchen auch nochmal doppelt so laut an.
Lautersee bei Mittenwald Im Hintergrund die westliche Karwendelspitze
Kommentare
Kommentar veröffentlichen