Südamerika 2024

Fotogalerie Südamerika 2024

 

 



Reisetagebuch

29.12.2023 - 28.03.2024

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Packliste
Wir haben am Ende einmal haarklein aufgeschrieben, was wir alles mitgenommen hatten und daneben vermerkt, was wir eigentlich nur nutzten:
 

Beschreibung

Tanja

Martin


mitgenommen

optimiert

mitgenommen

optimiert

Wanderstiefel

1

1

1

1

Turnschuhe

1

1

1

1

Flip Flops

1

1

1

1

Bikini/Badehose

1

1

1

1

Handtuch groß

1

1

1

1

Nierengurt

1

1

1

1

Daunen-/Softshell-Jacke

1

0

1

0

Regenjacke

1

1

1

1

T-Shirts

5

4

7

5

Sportshirts

7

6

3

4

Langarm-Shirts

1

1

2

0

Fleece-Jacken

1

1

1

1

Fleece-Pullover

1

0

1

0

Sweatshirts

1

1

1

1

Wanderhosen

2

1

2

1

Lange Hosen

0

0

1

1

Jogginghosen

0

0

1

0

Sport-Leggings

1

1

1

0

Unterhosen

8

8

7

7

Wandersocken

4

3

5

3

Strümpfe lang

0

0

2

2

Strümpfe kurz

3

3

3

3

Strümpfe (Thrombose)

1

1

1

1

Kurze Hosen

3

2

3

2

Kopftücher

2

2

1

1

Mütze/Handschuhe

0

0

1

0

BH’s

3

2

0

0

Unterhemden

4

3

0

0

Kulturtasche

1

1

1

1

Handy Samsung S10

1

1



Handy alt Samsung S7

1

0



Handy iPhone 13



1

1

Packsafe

1

1



Kamera Lumix TZ82

1

1



Taschenlampen

2

1



Samsung Galaxy Tablet

1

1



Wanderstöcke

2

2

2

2

Brustbeutel Packsafe

1

1



Sonnencreme LSF 50

2

3



Sonnencreme LSF 30

1

0



Aprés-Lotion

0

1



Mückenspray

1

1



Fenistil Gel

0

1



Reiseadapter

1

1



Ladekabel

3

3



Powerbank

2

2



Taschenmesser

1

1



Tupperdose

1

1



Kleine Schere

0

1



Löffel (Besteck)

0

1



Salz/Pfeffer

0

1



Seidenschlafsack

0

1



 

Was haben wir vergessen? 
  • Schere
  • Aprés-Lotion
  • Fenistil Gel
  • Löffel
  • Salz/Pfeffer
  • Seidenschlafsack
Das meiste davon konnte man natürlich vor Ort kaufen, Fenistil allerdings wirklich nicht.

 

 

 

28.03.2024 - Rückreise in den Alltag
Wir suchten an diesem Morgen händeringend nach einem Grund, nicht nach Hause zu fliegen. Plötzlich hatten wir Dengue-Fieber, die Busfahrer streikten, der Flug wurde abgesagt, aber dann verdrängten wir das Gefühl und taten so, als ob wir einfach weiterreisen würden.

Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus nach Santa Marta. Hier sprangen wir nochmal in den Olympic-Supermarkt. Dann nahmen wir ein Taxi zum Flughafen, der ungefähr 17 km vom Stadtzentrum entfernt liegt.

Ganz entspannt checkten wir am LATAM-Schalter ein. Wir waren viel zu früh am Flughafen. Eigentlich hätten wir hier noch beachen können, denn der Flughafen von Santa Marta liegt direkt am Strand. Aber wir entschieden uns für einen Hot Dog mit Jalapeños. Der Flug dauerte nur knapp über eine Stunde, so dass wir gegen 14 Uhr in Bogota ankamen.

Hier ging es Tanja plötzlich nicht mehr gut. Ihr war schwindelig und übel. Wir konnten problemlos ausreisen. Das restliche Desinfektionsmittel bestand die Sicherheitskontrolle nicht und musste dort bleiben. Dahinter suchten wir einen Burger King oder McDonald’s für eine kleine Zwischenmahlzeit. Wir fanden nur einen teuren Burgerladen. Tanja ging es immer schlechter. Dann fanden wir in der anderen Richtung Burger King. Erst hier machten wir uns bewusst, dass wir ja wieder auf einer Höhe von über 2.600 m waren. Tanja hatte sich einen Junior Burger bestellt und musste zwischendurch urplötzlich aufs Klo. Nunja, das war leider noch nicht das Ende dieser Leidensgeschichte.

Wir verschwanden beide nochmal auf Toilette, bevor es in den Flieger ging. Wir bezogen unsere frisch gereinigten Plätze im Economy Plus Bereich des Airbus A350. Die Maschine startete pünktlich um 18.20 Uhr und es waren noch nicht einmal die Anschnallzeichen ausgegangen, als Tini plötzlich ihre Kotztüte vor das Gesicht hielt und hineinbrüllte. Die Strahl traf leider nicht nur die Tüte. Shit happens, kann ja mal passieren! Hauptsache ihr ging es danach besser. 



Ansonsten gab es keine weiteren besonderen Vorkommnisse. Erfreulich war die Flugzeit von nur 9 Stunden. Schlafen konnten wir beide nicht. Alles in allem war es ein sehr angenehmer Flug mit einem sehr modernen und leisen Flugzeug.

In Madrid hatten wir zwei Stunden Aufenthalt, bevor es weiter nach Hamburg ging. Dann hieß es nochmal drei Stunden Flug als Endspurt durchzuhalten. Wir sind schon echt kaputt und die drei Flüge plus Jetlag stecken uns ganz schön in den Knochen, aber es hat alles super geklappt und wir sind gut in Hamburg angekommen.




27.03.2024 - 2.Tag im Tayrona Nationalpark

Das war ein wunderschöner Abschluss, darüber waren wir uns einig. Ehrlich gesagt hatte ich beschissen im Zelt geschlafen. Es war viel zu heiß und es kam keine Frischluft ins Zelt. Aber irgendwann bin ich dann auch eingeschlafen. 


Trotzdem war es genial mit den vielen Tiergeräuschen aufzuwachen. Es brach unser letzter Tag in Kolumbien an. Wir packten unsere wenigen Sachen zusammen und gingen frühstücken. Der Fruchtteller war super, das Rührei ging so. 


Dann marschierten wir zum Playa Piscina, wo wir gestern schon kurz vorbeigeschaut hatten. Hier verbrachten wir den ganzen Vormittag. Es war ein Traum, hier zu baden. Einfach herrlich. Das war total schön hier. Eigentlich wollten wir den Strand mittags nochmal wechseln, aber weil es uns so super gefiel blieben wir hier. Überwiegend waren wir die meiste Zeit im Wasser. Der Strand war gut besucht, aber nicht zu voll. Und dann war es irgendwann soweit, wir mussten Abschied nehmen, schlurz: traurig, wehmütig, dankbar, stolz, gespannt … 



Auf dem Rückweg durch den Dschungel sagten uns gleich zwei Affenbanden nochmal Tschüss. Die Brüllaffen gaben richtig Gas und waren total laut. Und die anderen Äffchen wollten gleich Chips klauen. Es war deren Wohnzimmer, nicht unser. 


Unsere Beine waren heute schwer nach der gestrigen Wanderung. Doch wir hielten nach Einnahme von ein paar Dopingmitteln (Cola, Eis, Bier) durch. Trotzdem waren wir beide froh als wir die Collectivo Haltestelle erreichten.


Wir teilten uns eine mittelmäßige Pizza und gingen dann zu unserer Unterkunft.,




26.03.2024 - Tayrona Nationalpark 

Um 7 Uhr verließen wir schon unser Hostal, um den Bus zum Tayrona Nationalpark zu nehmen. Dafür mussten wir einen Kilometer mit schwerem Gepäck zur Hauptstraße gehen. Innerhalb von 5 Minuten kam der Bus dann auch. 


Vor dem Eingang sprach uns gleich eine Agentin an, ob sie eine Unterkunft im Park für uns buchen könne. Es gibt im Park selber nur mietbare Hängematten, ganz teure Bungalows oder eben Zelte. Und dafür entschieden wir uns. Wir wählten den mittleren Campingplatz aus. 


Wir machten den Fehler, dass wir nicht gleich die Eintrittskarten kauften, sondern erst unsere großen Rucksäcke in die Unterkunft für Mittwoch brachten. So mussten wir später ungefähr 1,5 Stunden in der Schlange anstehen. Aber dann ging’s los! 


Die ersten 6 km kann man sich noch per Collectivo fahren lassen. Dann führte ein ganz schöner Weg durch den Dschungel, häufig auf Holzstegen. Plötzlich saßen zwei Affen direkt am Wegesrand. Man hatte fast schon das Gefühl, dass sie fürs Fotografieren Geld haben wollten. Doch die hier waren frei und chillten einfach. 


Nach zwei Stunden erreichten wir unseren Campingplatz und checkten ein. Dann wanderten wir noch eine weitere Stunde zum Cabo San Juan, dem berühmtesten Strand des Parkes. Hier waren viele Menschen, aber zum Nachmittag packten die meisten Tagestouristen rechtzeitig vor Schließung um 17 Uhr zusammen. Und dann wurde es angenehmer. 




Ich beobachtete wie sich eine kleine Menschentraube am Tümpel hinter dem Strand bildete. Zwei Hunde bellten fürchterlich aufgeregt. Ich ging dorthin und die Kolumbianer zeigten mir einen sage und schreibe ca. 2,50 m langen Kayman, der dort in Ufernähe in einer Höhle lebt. Ich rief sofort Tanja, denn wir beide hatten noch nie einen solchen Koloss freilebend gesehen. Meist waren nur seine Augen und Schnauze zu erkennen, aber einmal zeigte er sich in voller Länge.


Wir badeten hier traumhaft schön. Das Wasser war seicht und wurde flach abfallend tiefer. Genau unser Ding und zum Plantschen ein echtes Paradies. Am liebsten wäre ich gar nicht mehr aus dem Wasser raus gekommen. Gegen 16 Uhr fuhren die paar Boote wieder los. Danach kam unsere Zeit für Fotos. 



Da wir noch einen einstündigen Marsch zu unserem Campingplatz vor uns hatten, gingen wir gegen 17.45 Uhr zurück. Es wurde langsam dunkel und wir mussten unsere Handy-Taschenlampen aktivieren, damit wir durch den Dschungel fanden. Unterwegs kam uns ein unbeleuchtetes Pferd mit Reiter entgegen, der sich erst auf unserer Höhe per Taschenlampe zu erkennen gab. Der Schreck war groß. Noch mehr erschreckten wir uns aber bei den Männern, die ihre Pferde auf unserem Weg im Dunklen wuschen. Die mussten wir sogar noch nach dem richtigen Weg fragen. 


Um 19 Uhr saßen wir im Restaurant des Campingplatzes und bestellten etwas zu essen. Wir waren froh, dass das Restaurant geöffnet hatte. Das Essen war okay. Der Stromgenerator läuft auf Hochtouren. Das Wasser war eine zeitlang ausgefallen, aber wir konnten nach dem Essen wieder duschen. Unser Igluzelt war nur mit einer Matratze und Bettlaken ausgestattet. Es war heiß und klamm. Ich bin sehr gespannt wie wir schlafen werden. Ein ganz toller Tag geht langsam zu Ende … 





25.03.2024 - Abhängen am Costeño Beach

Heute war Montag und es stand keine Wanderung auf dem Programm. Das Meer war seicht und es durfte wieder gebadet werden. Die Sonne kämpfte sich so langsam durch die Wolken. 


Direkt vor unserer Haustür badeten wir bis wir gleich morgens ein paar Meter weiter eine Sandbank entdeckten, wo man noch viel besser baden konnte. Es ging hier nämlich tief ins Wasser und dort konnte man noch länger stehen. Hier badeten auch die Einheimischen mit ihren Kindern. 




Ich verfasste noch einen FB-Post über unsere wunderschöne Reise und hatte Probleme beim Beschriften der Fotos. Das war auch sehr schwierig, unsere Erlebnisse in 80 Fotos zusammen zu fassen. Doch irgendwie habe ich es geschafft und hochgeladen. 


Abends waren wir noch lecker am Strand essen und Tanja hat endlich mal zwei Aperol Spritz verhaftet. Das war schon der ganze Tag zusammengefasst




24.03.2024 - Strandwanderung nach Guachaca

Heute ging es nach dem Frühstück in die andere Richtung am Strand. Erstmals wurden heute die gelben Flaggen gehisst (statt der roten) und Tanja war mit mir im Meer baden, weil die Wellen nicht ganz so hoch waren. 


Wir marschierten am Strand und es wurde immer einsamer. Wir begegneten kaum einem Menschen bis auf die drei Hostels, die wir passieren. Dort waren ein paar Touristen, die auf Liegen im Schatten lagen. An der netten Bar des Glamping-Hostels tranken wir eine Coke Zero bzw. Tanja einen Cocos-Limon-Shake. Köstlich. 





Die Flussmündung vor Guachaca erreichten wir ohne Probleme, auch wenn es wirklich anstrengend war, im Sand zu gehen. Durch die Flussmündung konnten wir, wie bei uns, durchgehen. Dort badeten wir mit zwei kolumbianischen Pärchen. Als wir unsere Shirts nach dem Baden wieder anzogen flog direkt über uns eine Formation von 22 Pelikanen. Das war total schön mitanzusehen. Hinter dem Fluss sollte eigentlich der Ort ziemlich schnell kommen. Denkste. Einen Weg fanden wir gleich, aber der führte endlos an Bananenplantagen vorbei. Dort warteten diese brutalen, mörderischen Biester auf uns und schlugen gnadenlos zu. Ich weiß nicht mit wie vielen neuen Mückenstichen ich motzend und durstig die Hauptstraße erreichte. Hochspannung lag zwischen uns und die Stimmung war am Explodieren. Dann kam ein Bus und hielt sogar auf unser Handzeichen. Die Rettung.


An der Zufahrt zum Costeño Beach wurden wir wieder rausgelassen. Den Getränkestand bei der Motorbike-Zentrale kannten wir schon. Hier gab es zwei Coke Zero und ein Aguila zur Erholung. 


Den letzten Kilometer schaffen wir auch noch. So ging es dann weiter. Plötzlich hörten wir laute Tiergeräusche aus einem Busch. So laut, dass wir es etwas mit der Angst bekamen. Gefühlt sprang da gleich ein riesiger Gorilla aus dem Busch.,Tini guckte dann in die Bäume und entdeckte Affen dort oben. Es müssen Brüllaffen oder ähnliches gewesen sein, die wirklich so laute Geräusche von sich gaben. Es waren sieben Affen mit Jungen auf der einen und zwei weitere auf der anderen Straßenseite. Sie waren sitzend ungefähr 30 cm groß und hatten braunes Fell. Das war noch eine tolle Begegnung. 


Abends verlängerten wir unsere Unterkunft um eine Nacht. Wir bleiben jetzt morgen noch hier und fahren dann erst am Dienstag zum Tayrona Nationalpark. Darauf mussten wir mit einem kühlen Bier anstoßen. Und jetzt lassen wir den Abend in unseren Hängematten ausklingen. 


Hier am Strand nehmen sie alle eine 5-7% Gebühr bei Kartenzahlung. Wir hatten uns deshalb extra noch genug Bargeld aus dem Automaten in Santa Marta gezogen. Trotzdem mussten wir jetzt mal hin und her rechnen, damit wir möglichst wenig Pesos mit nach Hause nehmen. 




23.03.2024 - Strandwanderung zum Cocos Beach

Die Wellen waren laut und heftig, trotzdem konnte ich bis 6 Uhr schlafen. Tanja schlummerte sogar noch etwas länger. Frühstück bekamen wir auf Bestellung in unserem Hostel. Wir wählten uns ein Omelett mit Schinken und einen Fruchtsalat aus. 


Danach packten wir unsere Strandsachen und machten uns auf den Weg zu unserer Strandwanderung zum Cocos Beach. Unterwegs kamen wir noch an einem Campingplatz vorbei, wo zahlreiche Zelte in Strandnähe aufgebaut waren. Dort stand sogar ein Wohnwagen, der auf dem ersten Blick wie ein Wohnmobil aussah. 


Und dann sind wir zur Erkenntnis gekommen, dass man entgegen aller Kommentare bei Facebook am Cocos Besch nicht besser baden kann. Hier wüten die Wellen genauso wie bei uns am Costeño Beach. 





Auf dem Rückweg badeten wir im Fluss und aßen zu Mittag in der Cactus Bar „Arroz Thai“ und das war ausgesprochen lecker. Wir chillten ein bisschen abends kehrten wir in dem Restaurant mit den bunten Regenschirmen ein. Dort teilten wir uns eine Portion Spaghetti Bolognese. Auch sehr lecker. Wir überlegten die ganze Zeit wie wir es mit dem Besuch des Tayrona Nationalparks machen. Das sollte unsere letzte Station hier sein. Verlängern können wir unsere jetzige Unterkunft nicht, denn es ist alles ausgebucht! Das hätten wir auch nicht erwartet. 




22.03.2024 - Costeño Beach 

Nur 200 km von der venezuelanischen Grenze und 36 km vor Palomino befindet sich der Costeño Beach, ein langgezogener Sandstrand an der Mündung des Flusses Rio Mendiguaca. Der Strand ist vor allem bei Surfern sehr beliebt. Die Wellen rauschen hier ziemlich stark heran und machen es hier leider nicht zu einem Badeparadies. 


Unser Zimmer liegt im ersten Stock direkt am Wasser, vielleicht 15 m entfernt, hat keine Türen, sondern nur Vorhänge zum Meer, zwei chillige Hängematten, ein großes Bad und ein Doppelbett mit Moskitonetz. Das ist natürlich etwas ganz Besonderes für unsere letzten Tage in Kolumbien. Beach-Feeling pur wollten wir nochmal haben, bevor es nächste Woche zurück nach Deutschland geht. 



Hier sollte man keine Lebensmittel und Getränke mit aufs Zimmer nehmen. Nach Ankunft packten wir erstmal unser Baguette aus und machten eine Brotzeit mit Oliven und Serrano-Schinken. Und einem schlechten Gewissen. 


Hier sind alle entspannt, gechillt, entschleunigt. Keine laute Musik, keine Party, keine Kiffer, nur ab und an ein paar Reggae-Klänge. Um 22 Uhr ist hier Nachtruhe. 


In der Flussmündung kann man sogar im seichten Wasser baden. Vor der bewaldeten Bergkulisse ist das ein filmreifer Anblick, insbesondere wenn die Hügel so leicht im Nebel liegen. Ein paar Surfer versuchen sich más o menos erfolgreich an den Wellen. Wir verweilten noch ein bisschen am Strand, bevor wir uns in unsere Hängematten legten. Das war auch mal schön. 




Abends hatten wir die Wahl zwischen sechs Restaurants. Einen Minimarket gibt es hier nicht. Wir entschieden uns für das letzte Restaurant vor der Flussmündung. Die Bedienung war nicht sehr motiviert. Das Essen war auch nur mittelmäßig. Nur das Bier für 4.000 COP hat richtig gut geschmeckt (bei uns kostet das gleiche Bier 7.000 COP). 




21.03.2024 - Chili Mili in Minca

Der Rückflug kommt immer näher und wir werden immer wehmütiger. Die ganzen Erlebnisse müssen wir mit den Fotos zusammen erst noch verarbeiten. 


Heute Morgen begann der Tag mit einer außergewöhnlichen Tierbeobachtung. Durch unseren „Garten“ schlenderte ein Tier, das so groß war wie ein mittelgroßer Hund, vermutlich war es ein Wasserschwein oder ähnliches. Um uns herum zischten weitere Colibris, viele Eichhörnchen kletterten in den Bäumen. 


Nachdem wir kurz in dem Café „Musetto“ unseres Vermieters einen Kaffee tranken (hier findet heute Nachmittag noch ein spirituelles Seminar der besonderen Art statt), begaben wir uns auf die Suche nach schönen Mitbringseln. Doch diesen China-Kitsch wollten wir nicht kaufen. Mit einem Baguette unterm Arm und Serrano-Schinken ging es zurück auf unsere Dachterrasse. Das war hier mal wieder spannender als Fernsehen gucken. 





Nach einem kleinen Mittagsschläfchen besuchten wir zur Abwechslung mal ein anderes Restaurant. Wir waren eines der ersten Gäste und danach füllte sich der Laden rasant. Das Essen war auch sehr gut und lecker. Wir nahmen noch ein zweites Bier/Glas Wein und planten die letzten Tage … schlurz, heul. Das war ein sehr gelungener Abschied aus Minca. Dieses kleine Hippie-Dorf hat uns super gefallen




20.03.2024 - Pazo Azul

Das ist schon echt spannend, wenn man Colibris vom eigenen Balkon aus beobachten kann. Hier in Minca ist das möglich und dazu gibt es noch eine total verschmuste weiß-schwarze Hauskatze. Tanja beschwert sich immer, dass sie ständig jammert, dabei will sie nur gestreichelt werden. Da ist sie bei mir als Katzenversteher an der richtigen Adresse. Einen Namen hat die Kleine von uns auch bekommen „Minca“. Seit gestern Abend haben wir Nachbarn bekommen. Ein nettes Pärchen aus Kanada, die in Kolumbien zwei Wochen Urlaub machen. Während wir frühstückten hatten wir uns kurz unterhalten. Die Sierra Nevada gilt als höchstes Küstengebirge der Welt. In den 70- und 80-iger Jahren wurde hier viel Mariuana und Kokain angebaut und es galt als Rückzugsgebiet für die Guerillas. Nur 45 km von der Karibikküste entfernt liegen hier auch die beiden höchsten Gipfel Kolumbiens, der Pico Cristobal Colón und der Pico Simon Bolivar (beide 5.775 m). Der Ort Minca erinnert mich ein wenig an Rincon del Mar. Alles ganz gechillt und ein bisschen hippie-mäßig. Ein paar Läden mit Taschen, Armbändern und Strohhüten gibt es hier auch. Jeder kleine Minimarket hat hier große Cola Zero-Flaschen. Das ist der große Unterschied.


Heute ging es zum zweiten Wasserfall Pazo Azul. Der Weg dorthin sollte einfacher sein als gestern, doch es ging an der Hauptstraße nur bergauf. Wir waren kurz davor, umzudrehen weil wir keinen Bock mehr hatten. Um die eine Kurve gingen wir dann doch noch und plötzlich war hier der Eingang zum Pazo Azul. Der untere Wasserfall war eher unspektakulär, der obere war schon ganz sehenswert. Unten badeten wir im 17°C kalten Wasser. Oben schauten wir uns nur kurz an. Dann ging es auch wieder zurück.



Im Dorf kehrten wir noch in eine coole Bar mit einem Tresen und Hochstühlen zur Straße hin ein. Dort gab es ein leckeres Baguette-Sandwich mit frisch gepressten Mango-Ananas-Saft. Tanja probierte Lulo-Maracuja. Das war mir viel zu sauer. Dann ging es wieder an den bellenden und knurrenden Hunden vorbei nach Hause. Die Hunde gehören dem Nachbarn und sind auf der Terrasse eingesperrt. Zwei Katzen gehören auch noch dazu, eine davon ist Minca




19.03.2024 - Cascadas de Marinka 

In unserer ersten Nacht in Minca konnten wir trotz Mücken und wenig Abdunklungsmöglichkeiten ganz gut schlafen. Gegen 7:00 Uhr morgens war für uns die Nacht vorbei. Wir kamen aus unserem Moskito-Netz hervorgekrochen und mussten morgens erst mal duschen. Die Dusche war wie zu erwarten kalt, diesmal allerdings kälter als in den Unterkünften zuvor. Nach der Dusche wuschen wir ein paar T-Shirts per Hand aus. Tanja hatte ein pinkfarbenes T-Shirt ausgewaschen und auf einem Bügel auf den Balkon gehängt. Plötzlich kam ein Colibri herangerauscht und verwechselte ihr T-Shirt mit einer Pflanze. Kann ja mal passieren! 


Nach einem Frühstück in unserer offenen Küche im ersten Obergeschoss machten wir uns auf den Weg zu den Cascadas de Marinka. Die Wanderung sollte ungefähr ein bis zwei Stunden dauern. Erst mussten wir ein wenig durch das Dorf Minca  gehen. Dann wurden es immer weniger Häuser und der Weg führte am Fluss entlang durch Urwald. Faszinierend waren die riesigen Bambussträucher, die eine Höhe von bis zu 30 m erreichen konnten. Angeblich braucht der Bambus kein Jahr, um diese Höhe zu erreichen. 




Es ging überwiegend hoch und wir wurden immer wieder von Motorbikes mit Touristen überholt. Kurz vor dem Ziel gönnten wir uns noch ein Erfrischungsgetränk. Dann mussten wir links abbiegen, um zum Eingang des Wasserfalls zu gelangen. Insgesamt waren zwei Kaskaden zu bestaunen. Der obere Wasserfall hatte nur ein kleines Becken, wo man nur seine Füße hineinstecken konnte. Dieser Wasserfall war allerdings viel fotogener  und wir machten einige Fotos hier. Der untere Wasserfall hatte ein Becken, wo man richtig baden konnte und zwischen den beiden Wasserfällen war ein Restaurant gelegen Dort gab es für uns auch noch eine Pommes mit zwei Bier. Das Wetter hier war sehr wechselhaft. Wir hatten zwar 28°C, aber es schien nicht durchweg die Sonne, sondern es fing sogar auch mal ein wenig an zu regnen. Das war eine sehr schöne und gelungene Wanderung zu diesem Wasserfall.




Auf dem Rückweg entdeckten wir am Ortseingang ein sehr nettes Café, wo wir noch einen Eiscafe und eine Eis Schokolade mit einem Stück Kuchen aßen. Die Eis Schoki stand nicht auf der Karte und in Peru hätten die auch gleich abgelehnt, aber hier hörten wir nur „Si, claro“. Die Kolumbianer sind eben spürbar flexibler. 




Und wir konnten es nicht glauben, aber die Bäckerei nebenan hatte sogar ein frisches Baguette für uns parat. Wo ich immer noch nicht weiß, ob das Show oder Ernst ist, es flog plötzlich ein grüner Papagei durch die Straßen und landete direkt auf dem Schild eines Touren-Veranstalters wo drauf stand „Bird Watching“. Als wir uns dem Papagei näherten flog dieser weg. Oder Versteckte Kamera? 


Und im Supermarkt bekamen wir sogar noch Serrano-Schinken und Oliven. Wir machten es uns nett auf unserer Dachterrasse, holten unser Olivenöl heraus und speisten köstlich das Baguette mit Serrano-Schinken. Einfach lecker. 


Am Abend spazierten wir die Straße an der Polizeistation hoch. Da kamen noch ein paar ganz nette Restaurants und ein etwas größerer Supermarkt. Dann war Schluss. Wir drehten um und teilten uns eine Pizza mit Serrano-Schinken und Rucola. Die war ganz lecker. Glücklich gingen wir dann nach Hause. 




18.03.2024 - Abschied von San Andres

Heute in zehn Tagen fliegen wir schon wieder nach Hause. Die Zeit rennt so sehr. Gestern Abend hatten wir versucht, aus dem Kopf chronologisch alle Stationen unserer Reise aufzuzählen. Das war schon verdammt schwierig. So wahnsinnig viele Erlebnisse haben wir gesammelt. 


An diesem Morgen mussten wir wieder packen. Unsere beiden Damen waren nicht zu Hause, deshalb sollten wir den Haustürschlüssel in einem kleinen Beutel von außen auf den Balkon im ersten Stock werfen. Danach ging es mit einem Taxi zum Flughafen. Hier stapelten sich die Triathlon-Fahrräder in den Sperrgepäcktaschen. 


Um 13.20 Uhr landeten wir, schnappten uns unsere Rucksäcke, sprangen in ein Taxi, und saßen kurz vor 14 Uhr schon wieder im Minivan nach Santa Marta. Das nenne ich mal perfektes Timing! 


Die Fahrt nach Barranquilla dauert etwa zwei Stunden. Es geht über flaches, dürres Land auf einer gut ausgebauten Straße ungefähr 90 km an der Küste entlang Richtung Norden. Die Stadt Barranquilla ist modern und von fürchterlich häßlichen Hochhäusern geprägt. Und trotzdem warnen gelbe Schilder an der Straße vor Gürteltieren, Schlangen, Kaymanen und Füchsen. 


Hinter der Stadt wird es grüner. Jetzt sind es bis Santa Marta noch 82 km. Von dort wollen wir noch ins höchstgelegene Küstengebirge der Welt nach Minca. Die Straße führt einspurig direkt am Meer entlang. Inzwischen sind viele schwere LKWs unterwegs.Vor der Stadt staut es sich zur Rush Hour. In Santa Marta hält der Minivan dann an, ein anderer Mann steigt ein und fragt wer alles weiter nach Minca will. Perfekt. Zu viert geht’s mit einem anderen Minivan ins 17 km entfernte Minca. Und wieder ging es Serpentinen nach oben. 


Tanja hatte uns aus dem Bus heraus bereits eine Unterkunft gebucht. Nach fünf Minuten erreichen wir diese auch schon. Tief im Wald liegt sie. Wir waren dann noch etwas sehr leckeres essen. Tanja hatte Ravioli mit Spinat gefüllt in Gorgonzola und ich hatte Hähnchenbrust in Pfeffersoße. Morgen werden wir hier mal alles erkunden. Es ist unsere vorletzte Station in Kolumbien. 




16.03.2024 - Algenpest am Rocky Cay Beach

Morgens fuhren wir zu dem vermeintlich schönsten Strand der Insel, dem Rocky Cay Beach. Hier versperrten große Hotelanlagen die Sicht von der Straße auf den Strand. Wir stellten deshalb den Roller ab und gingen zu Fuß zum Strand. Berge von Algen wurden hier angespült und trieben teilweise noch im Wasser. Der Himmel war bedeckt und die Algenpest trübte diesen schönen Strand. Trotzdem badeten wir hier erstmal im Meer. 




Vorgelagert liegt hier eine kleine Insel, die zu Fuß über eine Sandbank erreichbar ist. Dahinter liegt noch ein altes Schiffswrack. Menschen werden hier mit dem Boot hingefahren und das war uns viel zu viel. 


Wir fuhren deshalb weiter und nahmen die Straße, die durchs Inselinnere führt. Wir waren überrascht wie viele Häuser hier standen. Schulen, Kirchen, Sportplätze, hier pulsierte das Leben der Einheimischen. 


Am Ende kamen wir natürlich wieder in San Andres raus. Anders als auf der Nachbarinsel sind die Schäden des Hurrikans nicht mehr so offensichtlich. Wir fuhren mittags zum Stadtstrand und wollten gucken, ob dort auch so viele Algen angespült wurden. Das war nicht der Fall, so dass wir hier besser baden konnten. Nicht weit entfernt von uns lag ein Pärchen mit einer Musikbox am Strand. Die Box war voll aufgedreht und beide sangen die kolumbianischen Lieder mit. Daran störte sich hier niemand. Im Gegenteil: zwei ältere Damen tanzten sogar mit. Auch im Supermarkt haben wir das schon beobachtet, dass ein junger Mann die abgespielte Musik ganz laut mitsingt. 


Doch nicht nur beim Singen lässt sich das Selbstbewusstsein der Kolumbianer feststellen, auch bei der Auswahl der Klamotten. Bauchfrei tragen hier auch oft übergewichtige Frauen. Oder knappe Bikinis werden fast ausschließlich getragen, obwohl nicht jede Figur das eigentlich hergibt. Wir Europäer haben da einfach eine andere Wahrnehmung von. Ich finde es hier viel freier und ungezwungener. 


Was ausschließlich am Wochenende hier total auffällt ist, dass wirklich viel gesoffen wird. Viele Kolumbianer kaufen sich Schnapsflaschen, um damit an den Strand oder Promenade zu gehen. Und das ist meist Aguardiente, ein Schnaps aus Anis und Zuckerrohr mit 29% Umdrehungen. Dennoch sieht man keine Betrunkenen. 


Abends fuhren wir in ein nettes Restaurant am Anfang der Promenade. Im CafeCafe speisten wir Spaghetti Carbonara und eine Lasagne. Es dauerte zwar etwas mit dem Essen, aber dafür war es ganz lecker. Danach setzten wir uns mit einem Bier noch auf die Promenade und lauschten gecoverten Raggae-Klängen, die ein Straßenmusiker live präsentierte. So hatten wir einen tollen Abend. 




15.03.2024 - Inselrundfahrt mit dem Roller

An diesem Freitagmorgen war es sehr windig. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Cornflakes machten wir uns mit dem frisch reparierten Roller auf den Weg Richtung Süden. Schon kurz nach San Andres werden die Straßen ruhiger. Auf dieser Seite der Insel war es heute sehr wellig das machte die Tanja nicht sehr froh. Wir verzichten also vorerst aufs Baden und beschlossen, die Insel mit unserem Roller zu erkunden. Immer wieder machten wir kurze Fotostopps. 


Nach einer Weile kamen wir an einer Baustelle vorbei, wo wir trotz Absperrung geradeaus weiter fuhren. Hier war scheinbar einfach mal die eine Spur der Straße vom Meer unterspült worden und dadurch weggebrochen. Ganz im Süden der Insel waren die Wellen am höchsten und klatschten gegen die Küste. Hier wurde es immer steiniger und so auch sehr schwierig, um zu baden. Wir hatten natürlich keine Badeschuhe dabei. 




Die Westseite ist eher ein Tauch- und Schnorchelparadies. Die Umrundung der Insel beträgt ungefähr 25 km. Wir waren schneller einmal rum als wir dachten. Plötzlich war der Flughafen vor uns. Kurz dahinter parkten wir noch einmal unseren Roller und gingen zum Strand. Vorbei an der Wechselzone des hier stattfindenden Triathlons, badeten wir hier noch einmal ganz nett am Stadtstrand von San Andres. 




Auffällig viele junge Menschen machen hier Fotos für ihren Instagram Kanal. Soll also heißen, hier wird gepost ohne Ende am Strand. Neben uns lagen zwei süße, warme Brüder, die in allen Lagen sich selber fotografierten. Das war eigentlich ganz niedlich anzusehen. Die Höschen wurden immer knapper. 


Nach dem Strand suchten wir vergebens ein Baguette-Brot. Dazu fuhren wir mehrere große Supermärkte an, doch keiner dieser Supermärkte backte Brot selber, nicht einmal der große Exciso-Supermarkt. Am Ende wurden wir in einer Bäckerei fündig. Und so verputzten wir das Brot mit Olivenöl, Serrano-Schinken und Oliven zum Abendessen. 


Abends fuhren wir noch mal mit unserem Roller in die Stadt hinein und entdeckten das Beach Restaurant Sea Watch. Dort gönnten wir uns einen Nutella Crêpe zum Nachtisch. An der Promenade beobachteten wir noch die Menschen, die sich dort herumtrieben, und tranken genüsslich ein Bier. Danach ging es dann wieder zurück in unser Castle. Trotz Verkehrslärm saßen wir noch eine Zeit lang auf unserem kleinen Balkon und überlegten, was wir am nächsten Tag anstellen sollten.




14.03.2024 - Flug nach San Andres 

Morgens mussten wir unser Frühstück improvisieren. Es gab Joghurt mit Cornflakes und einem kalten Kakao. Heute war Abreisetag und wir warteten auf unsere Vermieterin. 


Wir gaben den Rollerschlüssel ab und fragten sie nach einem günstigen Transport zum Flughafen. Sie bestellte uns dann ein Tuk Tuk für 10.45 Uhr. Das reichte vollkommen aus, denn unser Flug ging erst um 12.40 Uhr. 


Das Flughafengebäude von Providencia war nigelnagelneu und vor vier Tagen noch nicht in Betrieb. Natürlich gab es nur ein Gate, denn hier fliegt viermal am Tag die Maschine nach San Andres ab. Mehr nicht Punkt. Oben wurde das Gepäck von der Polizei stichprobenartig kontrolliert. Dann wurden wir in der Mitte von Providencia ausgecheckt. Unten war dann die Sicherheitskontrolle und die Wartehalle. Kein Shop, keine Cafeteria, kein Getränkeautomat, nichts. Pünktlich um 12 Uhr kam der Flieger an und startete dann auch wieder nach Plan. Der Flug dauerte nur 20 Minuten bis zur Nachbarinsel. Gegen kurz nach 13 Uhr setzte der Capitano sein zweipropelliges Biest sicher auf der Landebahn von San Andres auf. Zu Fuß ging es ins Ankunftsterminal. Und was folgte dort? Erstmal wurden wir wieder kontrolliert. Dann holten wir unsere Rucksäcke und dann wurden wir von der Polizei kontrolliert. Das gehörte für jeden Gast zum normalen Prozedere. Nervig! 


Mit dem Taxi ging es schnell zu unserer Unterkunft auf San Andres, etwa zwei Kilometer vom Centro und vom Flughafen entfernt. Dort erwarteten uns zwei Damen reiferen Semesters, die sehr bemüht waren, uns alle Details zu erklären. Hier mieteten wir auch einen Scooter. Als wir damit einkaufen fuhren bemerkten wir sofort den unrunden Hinterreifen. So konnten wir nicht weit fahren. Wir bemängelten dies und unsere Vermieterin brachte den Roller sofort in eine Werkstatt. 


Nachmittags fuhren wir mit dem Bus ins Centro vom Hauptort San Andres. Hier suchten wir wieder ein Restaurant, um etwas leckeres zu essen. Auch hier stellte sich die Suche als schwierig heraus. Am Ende gab es für Tanja einen Chicken Burger und für mich einen Hamburger mit Bacon. Danach wollten wir zum Strand. Auf dem Weg dorthin kauften wir noch zwei Bier und einen Eistee ein. Es war gar nicht so leicht, den Zugang zum Strand zu finden. Hier war ordentlich etwas los. Viele Menschen tummelten sich am Strand und auf der Promenade. 




Morgen findet hier ein internationaler Triathlon statt. Aus diesem Grunde sind viele Rennradfahrer abends zu sehen gewesen. Wir genossen unser Bier mit Blick auf die Insel Johnny Kay. Danach gab es noch eine Kugel Eis und dann ging es per Bus wieder zurück zu unserer Unterkunft. Dort saßen wir noch eine kurze Zeit nett auf dem Balkon. Wir hatten wirklich eine schöne Unterkunft gefunden. Mit sehr viel Stil ist dieses Zimmer eingerichtet worden und auch das Bad ist wirklich sehr schön.


Jetzt liegen wir auf unserem gemütlichen Bett und freuen uns darauf, morgen die Insel mit dem Roller zu erkunden. Wir sind sehr gespannt, ob wir genauso schöne Strände wie auf Providencia finden werden. 




13.03.2024 - Traumstrände genießen 

Es war der letzte Tag auf dieser kleinen Insel Providencia und wir wollten einfach nur nochmal die beiden wunderschönen Strände genießen.


Morgens waren wir fast wieder allein am Southwest Beach. Das Wasser war so seicht und einladend. Genau das Richtige für Tanja, denn mit etwas höheren Wellen steht sie auf Kriegsfuß.


Mittags probierten wir mal die Spaghetti con cameron, also Nudeln mit Garnelen am Playa Manzanillo. Hier war das Wasser etwas unruhiger. Trotzdem badeten wir herrlich im Meer. Wir sind beide keine Strandlieger. Wenn überhaupt halten wir es ein bisschen im Schatten aus. Und dann mussten wir auch nochmal ins Meer springen, weil es so schön war. 




Abends ging die Suche nach einem Restaurant wieder los. Am Ende gab es nur ein Sandwich mit Hähnchen an der Bude neben der Pizzeria. Mehr erlebten wir an diesem schönen Tag nicht. Inzwischen waren wir ganz allein in unserer Unterkunft. Alle Nachbarn waren abgereist. 




11.03.2024 - Southwest Beach und Playa Manzanillo

Das Mädchen von der Rollervermietung war pünktlich um 9 Uhr bei uns. Für 16 €/Tag bekamen wir einen Honda mit 125 ccm. Papiere oder Führerschein wollte sie nicht sehen. 


Als erstes kauften wir im Supermarkt ein. Wer jetzt ein Einkaufserlebnis erwartet hatte, der wurde spätestens im zweiten Supermarkt enttäuscht. Viele Regale waren leer. Das was die Einheimischen am meisten benötigten war da. Etwas gewundert hatten mich die Infusionen, die hier zu kaufen waren.,


Tanja gönnte sich teure Kelloggs-Cornflakes und Milch. Ich wollte unbedingt einen Pfirsich-Saft zum Frühstück. Danach ging es dann auch schnell los. Der Rucksack mit den Badesachen war längst gepackt. Die Insel ist ziemlich hügelig. Immer wieder ging es auf und ab. Die meisten verkehrsberuhigenden Huckel waren so beschädigt, dass man mit einem Zweirad immer eine Lücke findet, um nicht abbremsen zu müssen. 


Unseren ersten Halt machten wir am Southwest Beach. Wir waren zu dieser Uhrzeit die ersten am Strand. Wunderbar ruhig war hier das Wasser. Keine Wellen ganz nach Tini‘s Geschmack. Hier badeten wir super schön. Fische sprangen im Kollektiv aus dem Wasser. Als wir getrocknet waren fuhren wir weiter. 




Die Straße war in einem einigermaßen guten Zustand. Unterwegs hielten wir immer mal wieder für ein Foto an. Diese Flexibilität hatten wir ab und zu vermisst. Bemerkenswert sind hier auf der Insel die vielen neu gebauten Bushaltestellen, aber bisher haben wir keinen einzigen Bus gesehen und es wartete auch noch niemand an einer dieser Haltestellen. Schon merkwürdig. 


Der zweite Stop war im Dorf Southwest Beach, wo wir einen Fischer beim Ausnehmen seiner gefangenen Fische beobachten. Zwei faule Pelikane warteten darauf, etwas von ihm abstauben zu können. Und sie bekamen auch die Innereien. 


Dann fuhren wir plötzlich am Flughafen vorbei. Das heißt wir waren schon fast einmal komplett um die Insel gefahren. An der Eisdiele gab es noch ein Eis mit einem leckeren Kaffee. Kurz davor ist eine Müllhalde hinter Wellblech abgedeckt. Wir vermuten, dass hier die Schäden des Hurrikans Ioata liegen. Das ist schon furchtbar mitanzusehen. Und es kommt kein Müllfrachter vorbei und holt alles ab. Wie ein Mahnmal wird der Müll hier weiter liegen bleiben. Schätzungsweise 98-99% der Gebäude wurden durch den Hurrikan beschädigt oder zerstört. Das kann man sich gar nicht vorstellen! 


Es ging danach zurück zum Playa Manzanillo. Auch dieser Strand ist ein Traum. Wunderschönes Wasser an einem feinsandig, weißen Strand mit Palmen und ein paar Buden. Und vielleicht waren hier verteilt 20 Menschen am Strand. Am linken Ende hing sogar eine Schaukel an einer Palme. Hier badeten wir gleich mehrere Male und tranken noch ein Bier mit einer Portion Pommes. Zwei Boote nahmen je 5 Tagestouristen wieder mit, da waren es dann nur noch 10 Menschen hier am Strand. Hier hat‘s mir richtig super gefallen und wir werden bestimmt nochmal wieder kommen. 



Zum Sonnenuntergang waren wir in einem Restaurant am Southwest Beach. Das war ganz lecker. Tanja hatte Fisch und ich Hähnchen gegessen. Die Sonne verschwand wieder hinter Wolken bevor sie unterging. Wir badeten hier nochmal und fuhren anschließend nach Hause mit einem kurzen Zwischenstopp an einem Minimarket. 







10.03.2024 - Flüge nach San Andres/Providencia

Früh klingelte um 5 Uhr der Wecker. Es war Sonntag und wir mussten zum Flughafen. Wir hatten uns extra am Vortag alles rausgesucht, doch an der Bushaltestelle standen wieder andere Informationen. Tanja wurde plötzlich hektisch, so kannte ich sie gar nicht. Ich war die Ruhe selbst und ich glaube das brachte sie noch mehr aus der Fassung. 


Und es hat am Ende alles wieder geklappt. Wir waren pünktlich am Flughafen, checkten rechtzeitig ein, kauften das Touristen-Visum für die Inseln (125.000 Pesos ≈ 30 €), und kamen relativ schnell durch die Sicherheitskontrolle. LATAM flog von Cartagena nach San Andres mit einem Airbus A320. Satena flog dann mit einer 40-Mann-Propellermaschine weiter nach Providencia. Lustig war die Gepäckausgabe auf Providencia. Da gab es kein Flughafengebäude und auch kein Gepäcklaufband. Da kommt der Gepäckwagen und Du schnappst Dir Deinen Rucksack daraus. Nervig war, dass Du an jeder Ecke neu kontrolliert wurdest, mal vom Flughafenpersonal, mal von der Polizei. Das ging mir schon ziemlich auf die Nerven. 


Und was wollte der Taxifahrer für 6,5 km zum Hostel haben? Natürlich die obligatorischen 40.000 Pesos, also 10 €. 


Nachdem wir den Schlüssel für unser Zimmer mit Kühlschrank und ohne Fenster bekommen hatten, gingen wir schnurstracks zum nahegelegenen Almond Bay. Das war ein ganz schöner Strand, der aber auch durch den Hurrikan im Jahre 2020 in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dort badeten wir ganz wunderbar. Das Wasser war fast durchsichtig. 



Dann gingen wir den Hügel wieder hoch und saßen bei uns auf der Terrasse. Hier war keiner in der Anlage. Unser Nachbar war noch nicht wieder zu Hause. Langsam schlich sich der Hunger ein, deshalb gingen wir zu Fuß in unseren Ort. Und man mag es kaum glauben, aber wir fanden kein geöffnetes Restaurant. Hier sollte es eine handvoll Restaurants geben, aber keines davon hatte auf. Shit, und nun? Beim einzigen Straßenverkäufer kauften wir uns Empanadas. Das sollte unser ganzes Abendbrot bleiben. Daran sieht man natürlich auch, wie wenig man hier auf Touristen eingestellt ist. Im einzigen Minimarket kauften wir noch Getränke ein und dann ging es zurück. 


Eine Zeit lang verbrachten wir auf der Terrasse und überlegten was wir morgen mit dem Roller alles machen können. Zumindest hätten wir dann eine größere Auswahl an Restaurants. Das ist schon mal sicher.







09.03.2024 - Cartagena 

Die Stadt hat knapp 1,Mio. Einwohner und zählte früher zu den bedeutendsten Hafenstädten, die immer wieder von Piraten überfallen und ausgeraubt wurden. Aus diesem Grund ummauerte man die komplette Altstadt. Diese Festung galt seinerzeit als sicherste Südamerikase. 


Heute ging es zum San Felipe Fort, das fußläufig von dem Centro entfernt lag. Es war wieder so heiß, dass uns schon nach kurzer Zeit der Schweiß runter lief. An der Brücke konnte ich endlich mein Müll-Foto machen. Was hier hingeschmissen wurde geht auf keine Kuhhaut. 




Das Fort wollten wir uns nur von außen anschauen. Wir tranken gegenüber eine Cola Cero und dann machten wir uns andersrum auf den Rückweg. Wir kamen an einem EKZ vorbei, wo wir unsere auslaufende Claro-SIM-Karte nochmal 20 Tage verlängern konnten. 



Dann ging es in die Altstadt. Tanja wollte sich gern eine Tasche angucken. Die erste Verhandlungsrunde ist danach gescheitert. Wir setzten uns an einem kleinen Platz auf eine Bank im Schatten. Unglaublich viele US-Kreuzfahrttouris waren heute hier unterwegs. Allein in den paar Minuten als wir da saßen wurden wir von etlichen fliegenden Händlern angesprochen. 


Der Händler mit den dicken, schwarzen, häßlichen Löffeln aus Kokosnuss haben mich an die unnützen Mitbringsel meiner Oma von ihren Afrikareisen erinnert. Schon da hatte ich mich immer gefragt, wer sich diesen Scheiß an die Wand hängen oder in die Besteckschublade legen wird, damit sie danach nicht mehr zugeht. 


Auf dem Rückweg hatte Tanja dann mehr Glück. In einem Geschäft hatten sie genau die gleiche Tasche da. Und ihre zweite Verhandlungsrunde war dann auch erfolgreich! Schöne Tasche, Glückwunsch. 


Nachmittags schauten wir noch an der Bushaltestelle vorbei. Hier soll ein Bus morgen früh zum Flughafen fahren. Dann kauften wir die paar fehlenden Sachen zum Kochen ein und gingen dann zurück. Jetzt hatten wir auch echtes Salz eingekauft … smile. Und schon schmeckten die Nudeln abends viel besser. 


Jetzt müssen wir noch packen, weil unser Flieger morgen früh um 8 Uhr schon nach San Andres abhebt. Weckzeit: 5 Uhr morgens. Autsch







08.03.2024 - Stadtviertel Getsemani

Vormittags sind wir an der Hauptstraße zum Monumento Torre del Reloj, dem Uhrturm in der Stadtmauer gegangen. Danach ging es durch den Park, wo Affen und Faultiere leben. Ein Einheimischer zeigte uns die Tiere in den Bäumen. Dann ging es in das Stadtviertel Getsemani. Bunte Häuser mit hölzernen Balkonen, tolle Bepflanzungen, Graffitis an den Fassaden, Regenschirme, Fähnchen oder Flip Flops hängen über den Gassen, farbenfrohe Bilder stehen zum Verkauf, das ist das Straßenbild von Getsemani. Dazu gesellen sich einige Restaurants, Bars und Cafés sowie etliche Straßenhändler. Häufig wurden wir angesprochen, ob wir Dollars wechseln, Armbänder oder Zigaretten kaufen, Lotto spielen, oder im Restaurant essen wollten. 




An einem netten Platz wollten wir ein Bier trinken, doch wir standen wieder auf als wir die Preise sahen. Wir sind ganz bestimmt nicht geizig, aber einiges geht vom Prinzip her gar nicht. Ein Bier kostet immer zwischen 5.000 - 8.000 Pesos (1,20 - 1,90 €). Hier kostete das Bier 13.000 Pesos. Wir gingen weiter um die Ecke und saßen total nett vor einem Kiosk mit Holzbänken, wo wir 3.500 Pesos für das gekühlte Aguila bezahlten. Dafür liebe ich Tanja auch! 




Auf dem Rückweg kauften wir noch die fehlenden Sachen im Supermarkt ein und dann ging es nach dem Geldautomaten wieder nach Hause. Ich hatte immer noch kein Kolumbien-Trickot, obwohl ich schon hart verhandelte. Am frühen Abend sollte sich das ändern. Der Verkäufer war echt beleidigt, denn ich hatte ihn von 80.000 auf 50.000 Pesos runter gehandelt. Angewidert gab er mir das gelbe Trickot. Und ich war stolz wie Bolle. 


Wir zauberten uns an diesem Abend wieder ein paar leckere Tapas und wunderten uns, warum die Pimientos nicht schmeckten, obwohl wir sie so reichlich gesalzen hatten. Bei der Recherche was auf unserem Salz „Bicarbonato de Sodio“ bedeutet fingen wir beide herzlich an zu lachen. Unser Salz war in Wirklichkeit Backpulver, was auch diese feine Konsistenz erklärt. Das war schon sehr lustig! 


Abends zog am Weltfrauentag noch ein Demonstrationszug für Frauenrechte unter unserem Balkon vorbei. Kolumbianische Frauen gelten als die schönsten Frauen der Welt. Aufgrund des Vermischens von Ureinwohnern, Spaniern, Sklaven und Indianern sollen daraus besonders hübsche Menschen entstanden sein. Doch Kolumbien gilt auch bei der Plastischen Chirugie als eines der Top Länder. Was nicht passt wird passend gemacht. 


Ganz erschreckend war für uns die Beobachtung, dass ein Obdachloser einen Haufen voller Müllsäcke, wo gerade ein anderer Mann draufepinkelt hatte, nach Essens- und Getränkeresten durchsucht und dafür jeden Müllsack aufreißt. Dabei kippt er die Reste aus den Flaschen zusammen und sammelt die Essensreste in einer Plastikschüssel. Den zerpflückten Müllhaufen lässt er unaufgeräumt zurück. Welchen Hunger und Durst muss dieser Mann haben? Oh man so nah waren wir nicht mehr an der Armut dran! Das macht einen schon sehr nachdenklich und nimmt einen mit. 




07.03.2024 - Drogenrazzia dogs in jobs 

Diesen Morgen aßen nicht ganz so viele Fliegen mit uns am Frühstückstisch. Wir verabschiedeten uns ganz herzlich von unseren netten Vermietern und wurden von einem Auto abgeholt, das uns zurück nach San Onofre bringen sollte, denn es gab für diese Strecke tatsächlich keinen Bus. 


Gerade als der Fahrer auf die Hauptstraße von San Onofre einbog sahen wir noch etwas entfernt einen Bus auf der anderen Straßenseite. Unser Fahrer hielt den Bus an und wir konnten hier noch mitfahren. Der Bus war sehr runtergekühlt und nur halb voll.


Kurze Zeit später stiegen zwei Jungs ein, die sich direkt neben uns setzten. Der eine trug auffällig bei dieser Hitze eine leuchtend gelbe Daunenjacke mit sich rum. An einer Polizeiwache, die direkt an dieser Hauptstraße liegt, wurde der Bus angehalten. Ein Polizist stieg in den Bus ein und schaute sich um, ein anderer ging mit einem Drogenhund zum Kofferraum des Busses. Wenig später kam er dann auch mit dem Hund in den Bus. 


Der Hund schlug zwar nicht an, aber die beiden Jungs neben uns sollten trotzdem aussteigen.

Danach filzte der zweite Polizist nochmal die leeren Plätze und draußen vorm Bus wurden die Rucksäcke der beiden richtig durchsucht. Die anderen Busreisenden glotzten ordentlich zu. Doch sie hatten nichts dabei und durften weiter fahren. Das war aber echt aufregend. 


Am Busterminal in Cartagena angekommen erwischten wir sofort einen Localbus ins Zentrum. Was hier in den Vorstadtorten an Müll rumliegt mag sich keiner vorstellen. Die Vororte ersticken im Müll. Wie dieses ganze System mit den kleinen Minimarkets, Drogerien, Werkstätten und Lottoannahmestellen funktioniert bleibt mir ein Rätsel. Überall am Straßenrand werden Mopeds, Autos oder Busse repariert und an ihnen rumgeschraubt. 


Kurz nach Beginn des historischen Stadtviertels mussten wir aussteigen. Hier liegt nun gar kein Müll mehr rum. Unglaublich viele Menschen sind hier auf der Straße. Alle Läden sind geöffnet und es gibt hier auch viele Klamottenläden. Eigentlich alles wie bei uns in der Innenstadt. Die Wohnung lag von der Busstation nur wenige hundert Meter entfernt. 


Wir checkten ein und gingen im Anschluss Lebensmittel einkaufen. Endlich hatten wir einen eigenen Kühlschrank bei dieser Hitze. Und danach schlenderten wir das erste Mal durch die Altstadt und flanierten auf der Stadtmauer. In der Ferne sah man das moderne Cartagena mit seiner Skyline. Und dann ging es zurück in unser Appartement, wo wir noch kochten und lange auf dem Balkon saßen.








06.03.2024 - Naturstrand von Rincón del Mar

Neben dem Internet ist heute auch noch der Strom ausgefallen. Aufgrund unserer Flüge nach San Andres haben wir hier nun eine Nacht verlängert. Unser Vermieter Louis wollte zwar nicht ganz auf unseren vorgeschlagenen Discount eingehen, aber wir haben uns schnell geeinigt.


Hier im Dorf gibt es nur eine Dirty Road als Mainstreet. Dort gibt es ein paar Minimarkets und wenige Restaurants. Zwei Wohnmobile mit französischen Kennzeichen haben wir hier tatsächlich auf einem Parkplatz entdeckt. Da leben die Leute drin und machen nicht nur Urlaub. Das meiste Leben spielt sich vorne am Strand ab. Auch die meisten Hostels liegen direkt am Wasser. Ganz am Ende der Hauptstraße befindet sich unser Hostel. Dahinter kommen nur noch wenige Häuser vor der Fußgängerbrücke. Hinter der Brücke liegt quasi eine kleine Halbinsel, wo am Ende das Dive Center die Häuserreihe abschließt. 



Dahinter beginnt der Naturstrand, an dem wir heute total schön den Vormittag verbrachten. Hier konnten wir wunderschön baden und im Schatten liegen. An diesem ca 4 km langen Sandstrand lagen vielleicht knapp 10 Menschen. Hier lag kein Müll rum. Es schien so, dass hier jemand den ganzen Müll zusammen gesammelt hatte. Vorne standen auch volle, weiße Müllsäcke. 



Wir beobachteten ein paar Formationen von Pelikan-Geschwader, die tief über dem Wasser flogen. Und wir schauten den faulen, schwarzen Reihern zu wie sie etwas bei den Fischern abstaubten. Wahrscheinlich warfen die gerade die Innerreien der ausgenommenen Fische von Bord. 


Nachdem wir den Nachmittag wieder bei uns gechillt haben und Tanja ihr Buch heute durchgelesen hat, machten wir uns zum Sonnenuntergang auf, um noch ein Bier am Strand zu trinken. Wir trafen sogar unsere Mitstreiter von der Bootstour wieder. Dann ging’s danach zur leckeren Pizzabude der Französin. Auch heute teilten wir uns eine Pizza. Das reichte uns. 


Nachdem wir den Eisverkäufer zweimal verprellt hatten wollte ich da unbedingt noch ein Eis essen. Das war allerdings nicht ganz so lecker. Egal. Wir saßen noch ein wenig auf unserer Terrasse und schauten verträumt in den Sternenhimmel. Wir mussten Abschied nehmen von diesem wunderschönen Ort. Morgen geht es weiter nach Cartagena. 




05.03.2024 - Bootstour Isla Mucura und Tintipàn

Um 8.15 Uhr ging es los. Wir waren eine Gruppe von sieben Personen, die diese Bootstour gebucht hatte plus ein deutsches Pärchen, das zur Isla Tintipàn wollte. Die See war ruhig und die Sonne arbeitete sich gerade durch die Wolken. 


Der Capitano drehte den Motor auf und dann schwebten wir über das Wasser. Ganz schön schnell war der Kahn. Trotzdem brauchten wir eine knappe Stunde, um zur Isla Tintipàn zu gelangen. Dort lieferten wir das Pärchen ab. Durch Mangroven ging es dann vorbei an einem schwimmenden, edlen Hostel mitten im Wasser. Das sah schon ganz cool aus. Auf der Insel waren noch ein paar luxuriöse Hotelanlagen zu sehen. 


Dann ging es zur künstlichen Insel Santa Cruz. Diese soll von den Einheimischen der Inseln Mucura und Tintipàn erbaut worden sein, weil sie vor den vielen Stechmücken geflohen sind. Inzwischen ist es die bevölkerungsdichteste Insel der Welt. Man muss sogar Eintritt bezahlen, wenn man sich das Treiben auf der Insel anschauen möchte. Darauf haben wir verzichtet. 


Weiter ging es zur Insel Mucura. Türkises Wasser sieht man schon vor der Küste. Und wir wurden zu einem Abschnitt gefahren, der voller Restaurants und Ständen war. Zwischendrin gab es kleine Strände mit super schönem Wasser. Hier waren noch viele Korallenreste im Wasser. Wir badeten ausgiebig und machten einige Fotos. Dann wollten wir noch einen Fruchtsaft trinken, aber irgendwie haben die das nicht hinbekommen. Bis hierhin dachten wir immer noch, dass in der Bootstour ein Lunch mit enthalten sei. Falsch gedacht. 



Nach 1,5 Stunden ging es wieder auf das Boot und auf die Insel Tintipàn. Der Strand war wie ein Karibik-Strand aus dem Bilderbuch: hell-weißer Feinsandstrand mit türkisfarbenem Wasser. Genau so stellt man sich die Karibik vor. Doch was hier keiner sehen will ist der Müll in zweiter Reihe. Aber das gehört eben auch zu der ganzen Wahrheit dazu.


Wir teilten uns diesen Strand mit maximal 6 anderen Menschen. Wir badeten unheimlich viel und tranken jeder zwei Bier. Hier kostete das Bier gleich 8.000 Pesos (2 €), was auf dem Festland im Normalfall bei 5.000 Pesos liegt. Es war total herrlich. Immer wieder zog es uns ins Wasser, sogar noch nachdem unser Capitano zur Abfahrt rief. Das war schon ganz nah am Paradies dran. 




Viel früher als gedacht waren wir so gegen 15 Uhr zurück. Bei unserer Unterkunft bestellten wir uns jeder einen Perro calientes, einen Hot Dog mit Pommes. Dann ruhten wir auf unserer Terrasse. 


Abends gingen wir in die Pizzeria, die am Montagabend noch geschlossen hatte. Sie wurde von einer Französin betrieben, deshalb gab es auch Pizza mit heller Soße. Wir teilten uns eine Pizza Serrano und die war richtig lecker. Die Mücken waren hier etwas lästig, aber ansonsten war hier fast jeder der acht Tische belegt, also gut besucht die Location. 




04.03.2024 - Zweiter Tag in Rincón del Mar

Heute sind wir nach dem Frühstück mal in die andere Richtung gegangen. Hier gibt es schon viele Hostals und Bars. Dabei hält sich die Anzahl der Touristen gerade in Grenzen. Die chillige Atmosphäre gefällt uns sehr. Alles ist entspannt, selbst die paar Verkäufer am Strand. Bei sonnigen 30°C und dem Meer vor der Tür lässt es sich ganz gut aushalten. 


Hinter dem Ort wird der Strand immer schmaler. Dort liegen große Ferienanlagen, die derzeit geschlossen sind. Das Meer wird zum Nachmittag immer etwas unruhiger und somit welliger. 


Wir tranken heute Mittag zwei Bier. Da wir gerade einen Engpass beim Bargeld haben, fragten wir, ob wir auch mit Karte bezahlen können. Wir wollten gern mal wieder einen Pina Colada (ich glaub eine Pina Colada habe ich zuletzt mit meiner ersten Freundin mit 18 Jahren getrunken) probieren. Und der kam dann auch zusammen mit ner Cola Zero und ner Pommes. Glücklich! 


Danach badeten wir noch ein drittes Mal und gingen dann zu unserem Hostal zurück. Tanja las ihr Buch weiter und ich hörte Musik. Es war fantastisch, einfach mal den Nachmittag abzuhängen.. 


Nach einem weiteren Bad im Meer und einer Dusche suchten wir den besten Burger in town. Doch es schien so, dass alle Burgerläden geschlossen waren. Am Ende fanden wir doch noch ein Restaurant, wo wir einen Hamburger und eine Pizza essen konnten. Aber es war nicht besonders lecker. Im Dunklen marschierten wir am Strand nach Hause. Heute hört hier keiner mehr so super laute Musik. Das war nur am Wochenende so. 




03.03.2024 - Rincón del Mar

Pünktlich um 8.15 Uhr wurden wir von einem Tuk Tuk in Tolù abgeholt. Es ging zum Busbahnhof. Gleich mehrere Einheimische boten uns zwei Plastikstühle zum Warten an. Der Bus sollte um 8.45 Uhr starten. Das deckte sich mit unseren Recherchen. Neben uns warteten hier bis dato nur Einheimische. Dann fuhr noch ein europäisches Pärchen vor. 


Im Bus war es so eng und voll. Der Bus fuhr los und wenig später merkte das italienische Pärchen, dass sie im falschen Bus saßen. Sie hatten online eine andere Busgesellschaft gebucht. Pech gehabt. Nach ungefähr 45 Minuten erreichten wir schon San Onofre, wo wir aussteigen mussten. Und dann ging es die restlichen 18 km mit dem Taxi nach Rincòn del Mar. Natürlich hatten wir uns schon wieder einen Fahrer mit der ältesten Karre ausgesucht, Fast das letzte Haus war unser Cabaña Puerta del Sol. Für 42,€ die Nacht bot uns Louis die ganze zweite Etage inklusive Doppelbett, zwei Stockbetten und einer wunderschönen Terrasse mit Blick auf das Meer an. Da konnten wir nicht widerstehen. 


Badesachen ausgepackt und ab ins Meer. Wir brauchten ja nur ein paar Schritte gehen, denn wir hatten das Meer direkt vor der Tür. Perfekt! Hier sah es schon etwas karibischer aus. Die Menschen haben hier eine sehr dunkelbraune Hautfarbe und sind echte Schokis. Unsere Unterkunft mit Restaurant ist ein reiner Familienbetrieb. Wir bekamen sogar noch ein Sandwich mit Kakao zum Frühstück. Die Familie war sehr freundlich zu uns. 




Seit 11 Uhr dröhnt hier aus riesigen Boxen laute Musik. Neben uns liefern sich zwei Bars ein Duell, wer die leistungsstärksten Boxen hat und dabei ist das hier alles andere als Partyzone. Eigentlich ist es ein ruhiges Plätzchen Karibik. Aber das mit der dröhnenden Musik und den überdrehten Bässen geht gar nicht. 


Mittags gingen wir über die Fußgängerbrücke bis zum Ende der Häuser. Fast weißer Feinsandstrand und schönes Wasser erwartete uns. Und hinter dem letzten Haus kommt nur noch Naturstrand voll mit Treibholz so weit das Auge reicht. Wir genossen erst noch ein Bier, dann noch ein Bad bei der Hängematte im Wasser. 


Als wir am frühen Abend nochmal bei uns badeten wurde Tanja von einer Feuerqualle am Unterarm gestreift. Sie hatte wohl noch kurz ihre Tentakel an ihren Armbändern gesehen, dann fing es auch schon an zu brennen. Die Haut schwoll an und rötete sich. Die Tochter unseres Vermieters kam gleich mit einer Flache Essig an und sprühte etwas darüber. Das half auch ganz gut. Zum Glück war es nur eine kleine Stelle. 


Jetzt ist es 21.28 Uhr und die Musik der einen Bar dröhnt noch immer mit voller Lautstärke. 




02.03.2024 - Endlich baden im Karibischen Meer

28°C Wassertemperatur waren es wohl. Aber endlich konnten wir mal im Meer baden. Heute entdeckten wir in Badesachen die Kleinstadt Tolù. 


Eigentlich marschierten wir nur an der Promenade entlang, weil wir von unserer netten Vermieterin den Tipp eines schönen Strandes namens Playa Perdiz bekommen hatten und der sollte am Ortsrand noch hinter dem alten Flughafen liegen. 


Vermutlich um die Wellen frühzeitig zu brechen sind hier überall so kleine Landzungen aus Steinen aufgeschüttet worden. Darauf haben sich einige Restaurants niedergelassen. Entstanden sind dadurch kleine Badebuchten. 



Heute ist Samstag und das geschäftige Treiben begann erst als wir kurz vor 9.30 Uhr dort lang spazierten. Die Bauchläden voller Armbänder und Schnickschnack wurden gerade hergerichtet. Die Boote starteten zur Inselrundfahrt. 


Hinter dem Flughafen fanden wir noch ein Polizei-Erholungswerk am Strand und verlassene Ferienanlagen. Wir hatten eine ganze Badebucht für uns alleine. Ein Einheimischer war noch da und zeigte seinem Sohn das Angeln. Wir badeten total schön in dieser großen Badewanne. Erfrischung sieht anders aus. Trotzdem war es sehr schön! Seicht wurde es tiefer. Der Untergrund war reiner Sand und es waren nur kleine Wellen hier. 



Am Himmel kreisten kleine Möwen, große schwarze Reiher und ein Raubvogel. Die Möwen stürzten sich immer wieder todesmutig in das Meer, um Fische zu jagen. Das war echt interessant zu beobachten. Wir badeten auch noch ein zweites Mal und wechselten dann den Standort. 


Hier waren jetzt bestimmt 6-8 dieser großen schwarzen Reiher am Rumkreisen. Und wir beobachteten wie diese Vögel sich auf die erfolgreich jagenden Möwen stürzen, um ihnen die gefangenen Fische zu klauen. Unglaublich! Super spannend sahen wir auch den vier Pelikanen auf einer Sandbank beim Jagen zu. Auch sie stürzten sich mit hoher Geschwindigkeit ins Wasser und jagen Fische. Das ist wirklich ein faszinierendes Schauspiel, spannender als so mancher Tatort am Sonntagabend. 


Viel mehr muss man von Tolù nicht sehen. Der Plaza de Major ist nicht sehr sehenswert. Das Meer macht den Ort aus. 


An diesem Samstagabend ging nach Einbruch der Dunkelheit richtig die Luzie hier in Tolù ab. Tausende von Motorrädern kamen in den Ort gefahren. Der Gottesdienst war wieder von Jung und Alt gut besucht. Ein Mädel sang mit einer guten Stimme live. Immer mehr Fahrrad-Taxis sah man. Und umso später es wurde kamen mehr achtsitzige Fahrrad-Taxis mit Blinkiblinki und riesigen Musikboxen, auf denen die Touris feiern sollten. Die Bässe dröhnten in voller Lautstärke durch die Straßen. Europäische Touris waren hier kaum anzutreffen, aber die kolumbianischen Touris stehen auf so etwas. 


Nach einer geteilten Pizza und Lasagne beobachteten wir das bunte Treiben bei einem Eis auf einer Bank direkt an der Straße. Auch Pferdekutschen fuhren an uns vorbei. Echter Wahnsinn was hier an Menschen an uns vorbei kamen.


An der Promenade wurde es noch lauter. Als ob die Bars sich gegenseitig überbieten wollten. Aus jeder Box wurde das Maximum rausgeholt. Dazu die ganzen Souvenirstände. Wir waren echt froh, dass wir ein wenig abseits des Zentrums untergebracht waren. 




01.03.2024 - Ab an die Karibikküste 

Bis zum Mittag verbrachten wir den Tag in unserer Ferienwohnung. Nach dem Frühstück wurde gepackt. Bis 13 Uhr konnten wir hier noch verweilen, dann mussten wir dieses Schattenplätzchen aufgeben. 


Erst aßen wir noch Chicken Nuggets mit Pommes im ersten Restaurant am Fluss. Hier wurden wir nach dem Essen sogar gefragt, ob wir mit dem Trinkgeld von 10% einverstanden sind. Woanders wurde die Service-Gebühr einfach aufgeschlagen. Anschließend gab es noch eine Kugel Eis, danach marschierten wir zum Büro der Busgesellschaft. 


Pünktlich um 16.15 Uhr traf der Bus ein. Es war das Prunkstück der Expreso Brasilia-Flotte. Ein nagelneuer Bus, ausgestattet von Marco Polo. Es ging hinein in die Abendsonne. Am Straßenrand lag überall Müll herum. Ganze Müllbeutel, zum Teil von Vögeln oder Hunden aufgerissen und verteilt, Plastikflaschen ohne Ende, und sonstiger Verpackungsmüll. Es sah hier teilweise aus wie auf einer Müllhalde. Schrecklich und traurig zugleich. Die Menschen wissen nicht wohin damit und es fehlt ganz stark das Umweltbewusstsein. 


Die vielen Huckel zur Geschwindigkeitsreduzierung nerven. Innerorts kann ich alle Huckel ja verstehen, aber mitten auf der Landstraße nicht mehr. Der Zustand dieser Straße nach Sincelejo ist schlimm, so dass der Busfahrer ganz vorsichtig versucht, die tiefsten Löcher mit seinem nagelneuen Gefährt zu umfahren. Allein das verzögert schon enorm die Fahrtzeit. 


Gegen 20 Uhr trafen wir in Sincelejo ein. Natürlich fuhr weder ein Bus noch ein Collectivo um diese Uhrzeit noch nach Tolú. Außerhalb des Busterminals hatten wir plötzlich fünf dunkle Gestalten um uns herum, die nur unser Bestes wollten. Erst wurden uns Motorbikes für die 50 km Strecke angeboten, dann private Taxis für 100.000 Pesos. Ich machte ein Gegenangebot und wollte nur 80.000 Pesos bezahlen. Darauf ging keiner ein. Und da standen wir mit unserem Talent. 


Dann kam ein alter Mann aus der Deckung, der auf unser Angebot einging. Wir gingen zu seinem uralten Chevrolet. Die alte Gurke fiel aus allen Nähten. Beim Öffnen der Türen musste man schon ganz zärtlich zu ihr sein. Die Öllampe flackerte die ganze Fahrt über. Ob überhaupt eines der Lichter ging war unklar. Er musste noch Gas tanken, deshalb fuhren wir auf eine Tankstelle. Dafür sollten wir schon mal eine Anzahlung von 30.000 Pesos leisten. Alles kein Problem. Weiter ging es. Bei der Durchfahrt des letzten Ortes vor Tolù übersah der alte Herr einen Huckel und knallte dort mit 80 Sachen mit seiner alten Möhre rüber. Ein Wunder, dass sie das überlebte und wir nicht durch die Decke schossen. Ohne Kommentar des Fahrers ging es weiter. 


Am Ortseingang von Tolù hielt der Fahrer plötzlich auf einer Tankstelle und sprach zwei Mädels an, ob sie den Weg zu unserem Hostal del Mar kannten. Zack wurden beide eingeladen und sollten den Weg weisen. Und dann kamen wir tatsächlich um 21.30 Uhr dort an. 


Unsere Vermieterin hatte uns im Vorwege gefragt, ob wir noch Hunger hätten und bestellte uns zwei leckere Pizzen. Die verschlangen wir dann auch gleich zusammen mit einem Cerveza Aguila. Und danach checkten wir erstmal ein.




29.02.2024 - Busticket nach Sincelejo

Heute schoss das Thermometer auf 38°C hoch. Kein Wunder, dass die Einheimischen vollvermummt Motorrad fahren, in langer Hose und Langarmshirt. Man sieht nur Touris in kurzen Klamotten. 


Wir wollten uns heute informieren, ob wir von hier aus auch an die südliche Karibikküste mit dem Bus kommen. Unser Plan war, dass wir uns dann etappenweise nach Norden hocharbeiten. Das schmeißt allerdings unsere Pläne mit den Inseln San Andres und Providencia durcheinander. Die andere Alternative nach Santa Marta hatten wir aufgrund der 10-stündigen Fahrtzeit verworfen. 


Morgen fährt um 4 Uhr ein Bus nach Sincelejo und dann müssten wir mit einem lokalen Bus oder Collectivo weiter nach Tolu. Wir sind die ganze Zeit von einer Abfahrt ganz früh morgens ausgegangen. Als wir am Nachmittag die Tickets kauften fiel uns 4 PM gleich ins Auge. Abfahrt ist also erst nachmittags um 4 Uhr. 


Wir irrten an diesem Tag etwas planlos durch Mompox. Es war irre heiß! Wir aßen noch ein Eis, tranken ein Bier und wollten eigentlich abends essen gehen. Die Bewertungen der Pizzeria waren so mittelmäßig. Das libanesische Restaurant hat uns dann auch nicht richtig eingefangen. Also gibt es heute noch einmal selbst gemachte Pasta. Dafür kauften wir dann die Zutaten im Supermarkt ein. 


Wir schauten uns noch eine Menge Reisevideos zu Stränden an, denn auch die kolumbianische Karibikküste ist zum Teil zugebaut. Und wir haben keine Lust auf eine Hochhaussiedlung am Strand. Wir suchen ein ruhiges Plätzchen, wo wir total schön baden können. Tolú, Coveñas oder doch Isla Mocura oder Isla Titipàn war jetzt die Frage. 


Tanja recherchierte noch eine lange Zeit nach netten Unterkünften. Das stellte sich als sehr schwierig heraus. Sie war ganz schön genervt. Die letzten Unterkünfte waren alle wirklich schön und hatten Maßstäbe gesetzt. Etwas frustriert gab sie die Suche an diesem Abend auf. Sie hatte bisher wieder ein goldenes Händchen für unsere Hostels. 


Jetzt liegen wir um 21.23 Uhr im Bett und haben immer noch 30°C. Es kühlt hier nachts kaum ab. Unsere Klimaanlage läuft deshalb zusammen mit dem Lüfter die ganze Nacht. Anders hältst Du es nicht aus! 




28.02.2024 - Bootstour zur Lagune 

Vormittags bin ich erstmals auf unserer Reise zum Friseur gegangen. Erst fanden wir diesen Barbershop nicht, dann entdeckten wir ihn versteckt in einer Passage. Der Junge hat mir echt ganz gut die Haare geschnitten und wollte am Ende 15.000 Pesos (3,57 €) dafür haben. Ein echtes Schnäppchen! 


Wir machten anschließend ein paar Besorgungen und kauften Lebensmittel ein. Auf dem Rückweg zu unserer Wohnung trafen wir den Typen von der Bootstour wieder. Für heute Nachmittag buchten wir uns dort ein. Um 15 Uhr geht’s los. 


Die Wärme macht schlapp. Wir hingen bis 14 Uhr in unserer schattigen Wohnung ab. Dann marschierten wir zum Anleger. An der Promenade platschte es auf einmal als wir dort entlang spazierten. Wir dachten ein Ast von einem Baum sei abgebrochen, doch es war ein fetter Leguan, der von einem Ast gefallen war. Er hatte sich nichts getan und war wohl auf. 


Wir gaben unterwegs einen Tipp ab, wie viele wohl außer uns noch diese Bootstour gebucht hätten. Mein Tipp war 5, Tanja tippte 2. Denkste. Wir nahmen noch eine deutsche Reisegruppe mit und waren insgesamt 26 Leute. Total daneben getippt! 


Die Bootsfahrt ging erst ein Stück den Rio Magdalena runter. Am Ufer sahen wir die ersten Eisvögel, Iguanas, Fischreiher. Dann mussten wir umsteigen auf Motorbikes mit Pritsche und wurden zur Lagune gebracht. Dort stiegen wir in ein anderes Boot. Und dann ging es durch die Lagune, die wirklich ein Vogelparadies war. Hunderte Fischreiher, Comorane, Raubvögel, große graue Reiher, Enten, Eisvögel. Neben und über Dir passierte hier immer etwas. Das war echt beeindruckend. An einer kleinen Insel hielten wir an und stiegen sogar aus. Tanja versackte beim Aussteigen tief im Schlamm. Der kleine Junge brachte ihr Wasser zum Abspülen ihrer Füße. 


Nach einer Weile ging es wieder zurück. Auf dem zweiten Boot waren wir ohne deutsche Reisegruppe. Das war auch ganz angenehm. Langsam ging die Sonne am Horizont unter. Die Bootstour war echt ganz nett, auch wenn wir beide nicht die Vogelexperten sind. Gegen 18.15 Uhr waren wir dann wieder zurück. 





Wir tranken noch ein Bier im Café Nieto. Danach kochten wir uns nochmal Nudeln, diesmal als Bruschetta-Nudeln. Auch das war wieder richtig lecker.  




27.02.2024 - Mompox 

Man mag es gar nicht glauben, aber wir sind schon zwei Monate unterwegs in Südamerika. Eine wahnsinnig tolle Zeit, in der wir unglaublich viel erlebt haben. Ich bin stolz auf uns, dass wir diese Reise gemeinsam angegangen sind und ich bin dankbar, dass wir es zusammen gemacht haben! 


Gefühlt waren es trotz Klimaanlage und Lüfter über 30 Grad heute Nacht. Trotzdem habe ich ganz gut geschlafen. Wir sind jetzt in eine Region voller Wasser und Sümpfen weiter gereist. Das kleine Kolonialstädtchen Mompox mit seinen 45 Tsd. Einwohnern liegt direkt am Rio Magdalena. Die Durchschnittstemperatur beträgt hier sage und schreibe 31 Grad. Das Besondere ist die gepflegte Promenade, wo sich einige Restaurants und Cafés befinden. Sieben Kirchen haben die Spanier hier damals erbaut. 





So schlenderten wir den Vormittag durch den Ort, zuerst über die Promenade bis die Straßen plötzlich unasphaltiert wurden. Dort verkauften die Menschen rohes Fleisch, was nicht einmal gekühlt wurde. Die Atmosphäre war dort eine andere, obwohl uns niemand bedrohte fühlten wir uns nicht mehr so sicher. Also drehten wir um. 


Dann ging es durch die sauberen Straßen an den weißen Häusern mit ihren teilweise grandiosen Innenhöfen vorbei. Einige große Häuser waren feudal eingerichtet mit alten Sitzmöbeln und großen Gemälden. Von der Decke hingen Kronleuchter. Andere Häuser standen aber auch leer. In einer Drogerie kauften wir Aloe Vera-Gel als Àpres Lotion, bevor wir im D1-Supermarkt für unsere spätere Tapas-Session einkauften. 


Die Hitze war kaum zu ertragen. Ohne Schatten hielt man es nicht aus. Mittags mussten wir uns kurz hinlegen. Nachmittags spazierten wir noch einmal in die andere Richtung. Dabei entdeckten wir die schönste Kirche Santa Barbara, deren Uhrwerk aus Deutschland stammt. 


Nach einem Bier, zu dem wir einen ganz besonderen Gast hatten. Ein großer Leguan kam aus dem Baum und saß eine ganze Zeit neben uns. Daneben gab es noch eine Kugel Eis. Dann besorgten wir noch Olivenöl und machten uns auf den Heimweg. 


Stühle auf die Straße und wir richteten uns auf unserer Terrasse ein. In der Abendsonne tranken wir hier unser zweites Bier an diesem Tag. Erst dann machten wir uns an die Zubereitung unserer Tapas: geröstetes Baguette mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch dazu Parmesan, gebratene Champignons und Pimientos, Oliven, Jamon Serrano. Es war so lecker! Köstlich! 






26.02.2024 - Busfahrt nach Mompox

Wieder waren wir die einzigen Touristen im Bus nach Mompox. Wir hatten nach dem leckeren Frühstück ein Uber-Taxi für 2,65 € zum Busterminal von Bucaramanga genommen. Die Dame am Schalter gab uns beim Ticketkauf noch einen super Discount, so dass wir am Ende nur 80.000 Pesos pro Person bezahlten. 


Der Bus bot komfortable Beinfreiheit und war nur zum Drittel gefüllt. Allerdings lief die Klimaanlage auf Hochtouren und kühlte den Bus auf 18 Grad runter, so dass ich sofort nach meiner Fleecejacke schrie. Die Fahrt ging lange Zeit durchs Gebirge. Es schien als wüchse Urwald an den Bergen. Es war ein Augenschmaus. Die Kombination von Palmen und Bananenpflanzen finde ich super sexy. Das sieht einfach ein stückweit nach Paradies aus. 


Insgesamt 8 Stunden brauchte der Bus für 355 km. Schneller bewegt man sich hier nicht fort. Diese langen Busfahrten sind schon anstrengend, aber jetzt sind wir nur noch 320 km von der Karibikküste entfernt. Hier in Momox (gesprochen Momoś) haben wir uns in eine nette Booking.com-Wohnung für vier Nächte eingebucht. Kleiner Haken: die Wohnung hat keine Fenster. 


Wir kochten uns nach dem Einkaufen leckere Nudeln mit Gemüse, Bacon und Arrabiata-Sauce. Dann ging plötzlich das Wasser nicht mehr in der Dusche. 



25.02.2024 - Girón

Wir saßen in einem netten, kleinen Straßencafé, wo der Cappuccino und das Schokocroissant besonders gut schmeckt. Tanja hatte sich eine heiße Schokolade bestellt. Wir hatten beinahe ausgetrunken, das leckere Croissant war schon lange verputzt. Tanja war vor dem Bezahlen noch einmal auf Toilette verschwunden. Plötzlich kamen drei dunkelhäutige Kolumbianer mit Sturmhauben und Schusswaffen in das Café gestürmt und verlangten sowohl das Geld aus der Kasse als auch das Geld und die Handys der Gäste. Sie waren nicht älter als 25 Jahre und hatten scheinbar nichts zu verlieren. Vollkommen verkrampft saß ich vor dem Rest meines Cappuccinos und wußte nicht wie mir geschah. Es ging alles so blitzschnell und wir waren mit einem Mal alles los. Geld, Pässe, Handys. Das laute Aufheulen ihrer Motorräder bzw. das Verstummen der Motoren im nächsten Moment löste meine Verkrampfung ein wenig. Der Schock saß tief als Tanja seelenruhig vom Klo kam. Etwas nassgeschwitzt wachte ich aus diesem Traum auf. Puuuh! 


Es klappte an diesem Sonntagmorgen wieder alles ganz wunderbar. Erst nahmen wir den lokalen Bus zum großen Busterminal. Dann ging der Bus nach Bucaramanga auch gleich los. Der Busfahrer fuhr anständig den Chicamocha-Pass hoch und runter. Der Canyon sah aus dem Bus schon gigantisch aus. Die Weitsicht war einfach phänomenal, obwohl es etwas diesig war. Leider bauen die Kolumbianer einen Freizeit- und einen Wasserpark inklusive Seilbahn in den Canyon, was uns total abgeschreckt hat. 


In Girón kippte uns der Busfahrer raus. Wir schnappten uns ein Taxi und ließen uns ins historische Zentrum fahren. Der schöne Marktplatz war leider ringsum gesperrt, da dieser komplett neu gestaltet wird. In einem nahen Eiscafé tranken wir einen Frappe und buchten für eine Nacht eine nahegelegene Unterkunft. Und das war wirklich ein sehr schönes Hostel und wir bekamen für 23 € ein total schönes Zimmer. 




Sonntag ist Familientag in Kolumbien. Die jüngeren Familienmitglieder führen die älteren an diesem Tag aus. Ganz häufig sieht man Mutter und Tochter zusammen. In diesem Dorf herrschte zur Mittagszeit Ausnahmezustand. Die Restaurants waren voll, die Straßen platzten vor Menschen aus allen Nähten. Nachmittags ging es dann weiter in die Eiscafés. Und hier steht man auch voll auf Sahnetorten. 


Zuerst gingen wir zurück zum Fluss, wo wir die Iguanas aus dem Taxi gesehen hatten. Und dort waren tatsächlich noch drei dieser großen Echsen auf dem Baum zu sehen. Die Einheimischen legen dort Früchte für die Tiere hin. Dann machten wir einen kleinen Rundgang durch das Dorf, tranken ganz entspannt ein Bier, und suchten dann Serrano-Schinken in drei Supermärkten. Leider erfolglos. Dann fanden wir aber noch ein ganz nettes Bistro, wo wir uns eine Pizza und einen Salat teilten. 





… dann mussten wir ganz eilig nach Hause, weil ich mal auf Toilette musste … Und jetzt planen wir die nächsten Stopps auf unserer Reise Richtung Karibikküste. 



24.02.2024 - Balneario Pescaderito

Zum Frühstück gab es heute mal keine Arepas, sondern eine Waffel mit Früchten. 


Wir nahmen den Bus Richtung Curiti. Die lokalen Busse fahren total lahm und vorsichtig. Das kannten wir von den Fernbussen so gar nicht. Für 1 € dauerte die Fahrt auch nur ca. 30 Minuten, dann kamen wir am Marktplatz von Curiti an. Unser Ziel waren die Gumpen des Flusses, der noch ungefähr 4 km vom Stadtzentrum entfernt lagen. Zögerlich schwangen wir unsere stählernen Körper in das Tuk Tuk. Es war ganz schön eng. 


An der Brücke ließ uns der Fahrer raus. Wir waren mal wieder früh dran, aber das war auch gut so, denn es war Wochenende und die Pescaderito ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen. 


Tanja hatte gelesen, dass es insgesamt fünf Becken gäbe und man das erste Becken gern ignorieren dürfe. Gesagt getan. Wir wanderten sogar bis zum letzten Becken. Dort breiteten wir uns auf einem Steinplateau aus. Es war leicht bedeckt bei 22 Grad. Das Wasser hatte gerade mal 18 Grad. 




Das war mal eine richtige Abkühlung. Es kostete uns beim ersten Mal echt Überwindung, aber dann war es herrlich! Wir badeten mehrfach und mussten uns immer wieder mal abkühlen. Und obwohl wir uns ein paar Mal eincremten fingen wir uns einen Sonnenbrand ein. Und das nicht zu knapp. Deshalb mussten wir am Nachmittag raus aus der Sonne. Am ersten Becken tranken wir noch ein kühles Bier im Schatten und dann ging es mit dem Tuk Tuk zurück nach Curiti und dann mit dem Bus weiter nach San Gil. 


Abends kehrten wir nochmal bei Mike's Pizzeria ein, um dort einen leckeren Burger zu essen. Dann mussten wir noch packen. 




23.02.2024 - Cascadas de Juan Curi und Barichara

Was für ein schöner Tag! Völlig erschöpft liegen wir jetzt auf unserem Bett und recherchieren noch Möglichkeiten für morgen. Wir waren gestern schnell eingeschlafen und konnten zumindest bis 5 Uhr ganz gut schlafen, dann kamen die Motorräder und Autos durch unser Schlafzimmer gefahren. 


Heute sind wir nach dem Frühstück (es gab wieder Arepas, die wir liegen ließen) zum gegenüberliegenden lokalen Busterminal und gleich Richtung Cascadas de Juan Curi gefahren. Der Busfahrer warf uns direkt am Eingang raus, wir cremten uns noch im Schatten ein, dann bezahlten wir den Eintritt von 12.000 Pesos (3 €) und ab ging es in den Dschungel. Der Weg zum Wasserfall war mittelschwer und mit ein bisschen Klettern verbunden. Aber zum Glück waren überall Seile zum Hochziehen befestigt. Die Steine waren nass und manchmal etwas rutschig. An den ganz steilen Stellen waren Leitern als Hilfsmittel aufgestellt. Wir mussten drei Ebenen überwinden, um zum großen Wasserfall zu kommen. In den Becken durfte man baden, aber das Wasser war arschkalt. Mit uns waren dort eine handvoll anderer Touristen. Wir machten ein paar schöne Fotos und traten dann schon den Rückweg an. 




Gegen 12 Uhr waren wir wieder zurück an der Straße und warteten auf den Bus nach San Gil. Der kam auch innerhalb der nächsten 10 Minuten. Das hat alles schon mal super unkompliziert geklappt. Und dann entschieden wir einfach, den Nachmittag im schönen Dorf Barichara zu verbringen. 


Der Bus fuhr auch von dem lokalen Terminal ab. Keine 5 Minuten nach unserer Ankunft fuhr der Bus schon ab. Um 13.45 Uhr erreichten wir den schönen Marktplatz von Barichara. Dort tobte das Leben im Park. Drumherum standen die Busse sowie zahlreiche Autos und Busse, mit denen Du eine kleine Dorfrundfahrt machen kannst. 


Nach einer leckeren Nudel in einem kleinen Restaurant in einer Nebenstraße liefen wir zum Mirador Salto del Mico. Leider war es etwas diesig, aber ansonsten ging es hier bestimmt 200 m steil bergab und wir hätten einen tollen Blick auf die Berge gehabt. Die ganze Straße beim Viewpoint war super schön mit blühenden Pflanzen und Kakteen bepflanzt. Das sah echt schön aus! 


Tanja entdeckte noch ein kargen Baum, wo mindestens acht dieser geierähnlichen, schwarzen Vögel drauf saßen und rannte für ein Foto da hin. In der Luft sehen diese kleinen „Condore“ mit ihrer enormen Flügelspannweite wie Flugkünstler aus. 


Auf dem Rückweg durch das süße Dorf entdeckten wir noch viele Fotomotive. Allein diese hübschen Dächer der Häuser oder einzelne Holztüren mit Pflanzen waren immer wieder ein Hingucker. 



Zurück am Marktplatz nahmen wir den nächsten Bus nach San Gil. Wir waren beide etwas kaputt und haben heute viel erlebt. Die Temperatur lag heute bei 24 Grad mit Sonnenschein und etwas erfrischendem Lüftchen. Das war wirklich ein sehr schöner Tag. 




22.02.2024 - Fahrt nach San Gil

Da legst Du einmal Dein ganzes Leben in die Hand eines einzelnen Busfahrers und musst 1.000 Tode sterben bevor Du am Ziel ankommst. Puuuh war das eine Busfahrt. Die Straßen waren zum Teil in einem desolaten Zustand und dann sind sie auch noch mautpflichtig. Der Busfahrer ist wie ein Henker gerast und hat versucht, die Schlaglöcher zu umkurven, was ihm häufig auch gelungen ist. 


Wir sind erst mit dem Localbus nach Tunja und mussten dort umsteigen. Zwar fanden wir schnell den richtigen Ticketschalter, aber sonst verstanden wir nur, dass der Bus in „tres minutos“ losfahren würde. Ein älterer Mann beobachtete unsere „Ich verstehe nur Bahnhof-Blicke“ und nahm uns mit zu der Plattform, wo unser Bus abfuhr. Voll nett! 


Wir erwischten einen ganz modernen Mercedes Sprinter und damit nahm das Schicksal seinen Lauf. Für 180 km brauchten wir 5 Stunden, obwohl der Fahrer mit Bleifuß fuhr. 


Mit dem Taxi ließen wir uns dann in unser Hostel „Real Dream“ fahren. Dort begrüßte uns neben dem netten Betreiberpaar ein süßer, getigerter Kater. Leider lag unser rustikales Zimmer direkt an der Straße. Mal schauen, ob wir gut schlafen können. 


Auf jeden Fall waren wir heute Abend noch ganz lecker essen in einer modernen Pizzeria nahe des Marktplatzes. Aber es gab heute keine Pizza. 




21.02.2024 - Spaziergang durch Villa de Leyva 

Es regnet leicht bei 13 Grad. Ich habe großartig 8 Stunden geschlafen in unserem King Size XXL-Bett. Neben mir rührt sich noch nichts. Es ist 7.12 Uhr und draußen ist es schon hell. Wir befinden uns derzeit auf 2.140 m über dem Meeresspiegel. 


Arepas (Maisgebäck mit Käse) sind nicht unser Ding zum Frühstück. Es gab aber auch Früchte und Rührei. Dazu gab es neben Kaffee und Tee auch noch eine heiße Schokolade. 


Es war zwar noch bewölkt, aber der Regen hatte nachgelassen. Wir nutzen die Zeit, um uns das Dorf mal genauer anzuschauen. Hier gibt es wunderschöne Hinterhöfe, viele nett bepflanzt, einige sogar mit Brunnen. Viele sind zugänglich und werden von Restaurants genutzt. Das Örtchen sieht wirklich sehr sauber und aufgeräumt aus. Viele Läden sind sehr stylisch eingerichtet. Es gibt auffällig viele Alkohol-Kioske. Leider gibt es die „Dorfkneipe“ neben der Kirche nicht mehr. 



Mittags trafen wir das Pärchen aus Stuttgart am Busbahnhof wieder, die sich mit uns gestern das Baguette geteilt hatten. Wir tauschten uns über die Reiseziele aus. Das war ganz interessant. Danach gab‘s eine Mittagssause mit Baguette, Schinken, O-Saft und Trinkjoghurt. Als wir uns gerade hinlegten riefen Bördie & Chrischi an und wir quatschten bestimmt fast eine Stunde ganz nett. Auch wenn es vielleicht gar nicht deren Ding ist finde ich das Interesse von beiden echt super! 


Unser Abendessen war ein Reinfall. Zunächst tranken wir am Plaza de Major noch draußen in der Abendsonne ein Bier. Dann wollten wir eine leckere Pizza essen. Das Restaurant war etwas teurer und machte einen guten Eindruck. Wir bestellten eine Pizza und eine Lasagne mit Béchamelsoße. Die Pizza ging noch so, aber die Lasagne war eigentlich eine Frechheit. Schade. 


Vom Nichtstun waren wir beide geschafft und so recherchierten wir noch ein bisschen zu unserem nächsten Ziel San Gil und Umgebung, bevor wir noch vor 22 Uhr das Licht ausknipsten. 




20.02.2024 - Villa de Leyva 

Nach der anstrengenden Anreise waren wir sehr glücklich, dass wir schon morgens in unser Zimmer konnten. Wir mussten uns einfach nochmal kurz ausruhen und hinlegen. 


Mittags spazierten wir nach einer ausgiebigen Dusche erstmals durch den Ort, angetrieben vom Hunger und dem Gefühl einer durchzechten Nacht. Am Plaza de Major tranken wir zunächst mal ein Bier/süßen Prosecco. Irgendwas fehlte diesem riesigen Platz. Vielleicht ein paar Pflanzen. Sonst sahen die weißen Häuser rundherum mit den Erkern und Balkonen sowie den Säulen und der Kirche echt schön aus. 



Wir flanierten einmal um den Platz herum und gönnten uns danach einen Hamburguesa, um anschließend zum Supermarkt zu gehen. Ich hätte mir gern einen Trinkjoghurt mitgenommen, aber es gab nur zu große Mengen. 


Wir pennten nachmittags nochmal gnadenlos ein. Wir hatten schon befürchtet, dass wir in unserer Unterkunft ganz allein sind, aber dem war nicht so. Irgendwann hat man einfach keine Lust mehr auf Essen gehen. Und so besorgten wir uns ein Baguette und etwas Serrano-Schinken, um uns abends eine Stulle zu schmieren. Lecker! Dazu gab‘s ein paar Oliven. Wir saßen auf dem Balkon zur Straße, der mit zum Hotel gehörte. Hotel und Hostel sind hier sehr nah beieinander. Hier steht zum Beispiel ein Kühlschrank, den man als Gast mitbenutzen darf. 




19.02.2024 - Chillen am Pool 

Wir entschieden uns gegen eine frühe Weiterfahrt, weil wir noch einen halben Tag bei uns am Pool entspannen wollten. 


Nach dem Frühstück gingen wir zur Touri-Info, um in Erfahrung zu bringen, wann der letzte Bus abends nach Neiva fährt. Um 17 Uhr fährt der Letzte. Unser Plan war, spät nach Neiva zu fahren, um dort dann einen Nachtbus nach Bogota zu nehmen. Um 5 Uhr geht von dort der Bus nach Villa de Leyva. 


Wir packten kurz unsere Rucksäcke und verließen schon gegen 10 Uhr unser Zimmer. Bis 14.30 Uhr lagen wir auf den Liegen am Pool bzw. waren die meiste Zeit im Wasser. Das genossen wir sehr. Nachmittags gingen wir noch kurz etwas essen, diesmal im Restaurant „Salt y pimiento“. Das war sehr lecker. 


3 Grad nördlich des Äquators liegt das Dorf Villavieja am Rande der Tatacoa-Wüste auf einer Höhe von ungefähr 400 m ü.d.M. Das erklärt auch die hohe Durchschnittstemperatur von über 28 Grad. Heute war es bewölkt bei lausigen 35 Grad im Schatten. Auch ein Grund, um von hier zu flüchten. 


Dann holten wir unsere Backpacks und verabschiedeten uns von unseren beiden Damen (die Herzliche aus der Küche und die Grummelige von der Reception). Beim Marktplatz angekommen wurden wir gleich von einem Collectivo bequatscht, dass jetzt kein Bus mehr fahren würde. Wir verließen uns auf diese Aussage und warteten bestimmt fast eine Stunde bis der Collectivo rammelvoll mit 12 Mitfahrenden los fuhr. 


In Neiva sind wir um 18.30 angekommen und dann ging alles ganz schnell. Wir buchten den Bus nach Bogota um 19 Uhr. Der soll schon um 1.30 Uhr am Busterminal von Bogota ankommen. Dann hätten wir noch 3,5 Stunden Zeit bis zur Abfahrt unseres Anschlussbusses. Schließlich nahmen wir um 5 Uhr den Bus nach Villa de Leyva und kamen dort um 9 Uhr, ganz schön erschöpft von der langen Busfahrt, an. Insgesamt hatten wir heute 510 km mit dem Bus zurückgelegt. 


Kurze, unfassbare Anekdote: wir sitzen im VIP-Wartebereich der Busgesellschaft „Flota Valle de Tenza S.A.“ im Busterminal von Bogota. Dort befindet sich der Arbeitsplatz eines Mitarbeiters inkl. Computer und Monitor sowie ca 10 Sitzplätze auf kleinstem Raum. Durch diesen Raum muss man, wenn man vom Terminal zu den Bussen will. Da kommt nun ein Dreiergespann mit kleinem Hund in diesen Warteraum und überlegt, ob sie richtig sind. Währenddessen hebt der Köter sein Bein und pisst dort an die Tür. Alle drei ignorieren das und verpieseln sich schnell Richtung Busplattformen. Ich rief dem Mann mit der Leine hinterher und zeigte auf die Pipi, doch er reagierte nicht. Dann informiere ich den Mitarbeiter und der läuft hinter den Hundebesitzern hinterher. Am Ende wischt die Frau fluchend die Hundepipi weg und der Mitarbeiter geht nochmal mit dem Feudel drüber, aber unglaublich!




18.02.2024 - Die Tatacoa-Wüste 

Bildhübsch ist die Wüste. Hammer-Formationen sorgen für spektakuläre Ausblicke und Fotos. Die Tatacoa-Wüste ist zweifarbig. Der eine Teil ist rot, der andere grau. 




Wir hatten gestern noch für 100.000 Pesos (25 €) eine private Tour für den heutigen Vormittag gebucht. Nach dem Frühstück ging es los. Erst fuhr uns unser Fahrer mit einem Geländewagen inklusive Pritsche zur roten Wüste. Mit dem blauen Himmel war das wirklich der Hammer! So stelle ich mir den Grand Canyon vor. Das hier war natürlich viel kleiner, aber dafür genauso fotogen. Es war erst kurz vor 9 Uhr, aber man spürte schon jetzt die aufkommende Hitze. Anfangs waren wir mit sehr wenig Touris hier. Ein Weg führte mitten durch diese unterschiedlichen Lehmformationen. Immer wieder ragten meterhohe Kakteen aus dem Boden, die bis zu 5 m hoch wachsen können. Wir machten super schöne Fotos hier. Allein hierfür hatte sich die etwas aufwändigere Anreise schon gelohnt. 


Nach der roten Wüste konnte ich mir nicht vorstellen, dass mich die graue Wüste auch noch so flashed. Doch genau so kam es! Hier waren wir auch erst ganz allein. Ganz verschiedene Formationen wollten sich auch hier überbieten. Das war irgendwie unwirklich und gleichermaßen faszinierend. 


Wir sollten uns rechts halten, um am Ende zu dem Piscina Natural zu kommen, angeblich ein Naturschwimmbad. Doch wir fanden das verflixte Schwimmbad nicht. Wir verliefen uns sogar mehrfach. Kurz vorm Streiten fragte Tanja einen Guide, der uns dann den richtigen Weg zeigte. Und dort kühlten wir uns ein wenig ab. Die Wassertemperatur lag geschätzt bei um die 30 Grad. Also keine wahnsinnige Erfrischung. 


Gegen 12.30 Uhr brachte uns unser Fahrer wieder zum Hotel zurück. Wir legten uns dann mittags an unseren Hotelpool und teilten uns das Schwimmbad mit einem anderen Pärchen. Das war auch mal ganz schön, auch wenn das sonst nicht so unser Ding ist. 



Um 18 Uhr kehrten wir vom Abendessen zurück und wir hatten immer noch 35 Grad. Mit Klimaanlage geht das schon, ansonsten ist man beinahe bewegungsunfähig. Da hilft nur Eis und kalte Getränke. Auch abends waren wir nochmal im Pool und machten eine kurze Lagebesprechung. 




17.02.2024 - Villavieja und die Motorbike–Gang

Das war ein aufregender Endspurt unserer Weiterreise in den Süden Kolumbiens. Aber alles der Reihe nach. 


Morgens hatte unser Lieblingscafé in Salento leider noch nicht auf. Am Busbahnhof wartete gerade ein Bus nach Armenia, in den wir gleich einstiegen. Auffällig viele Rennradfahrer waren an diesem Samstagmorgen unterwegs. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir am Terminal an. 


An dem Schalter der zweiten Busgesellschaft machte uns die Mitarbeiterin darauf aufmerksam, dass wir gar nicht wie geplant bis Neiva fahren müssen, um von dort wieder zurück nach Villavieja zu kommen, sondern schon in Aipe aussteigen können, um dort die Fähre über den Fluss zu nehmen. Kleiner Haken an der Sache: die letzte Fähre fährt um 18 Uhr. 


Es war 16.40 Uhr als wir vom Zwischenstopp 43 km vor Aipe aufbrachen. Der dicke Busfahrer gab jetzt richtig Stoff. Zugegeben wurde ich etwas unruhig, denn mit der Fähre sparten wir uns zwei Stunden Busfahrt und ich wollte die Fähre unbedingt bekommen. Es muss so ungefähr 17.20 Uhr gewesen sein als wir in Aipe ankamen, doch von Taxis oder Tuk Tuks weit und breit keine Spur. Es erwarteten uns John alias Motor-Chicken mit seiner Gang. Schwups saßen wir jeweils hinten auf einem Motorbike drauf, vorn auf dem Tank lag unser großer Rucksack quer. Und los ging’s zum Fähranleger. Motor-Cicken und Motor-Monkey werden uns schon sicher über‘s Geläuf steuern. 


Einmal quer durch‘s Dorf, dann weiter über Trampelpfade dachten wir beide schon an Entführung eines deutschen Pärchens in Kolumbien wäre da nicht ab und an ein selbstgemaltes Schild mit „Ferry“ drauf gewesen. Es ging über schmale Fußgängerbrücken und durch geschlossene Eisentore, über Pferdekoppeln und durch eine Kuhherde und irgendwann erreichten wir den Anleger. Lustig! Und da kam nun gerade eine Fähre an, die wir für 5.000 Pesos (1,20 €) nehmen konnten. Obwohl der Wasserstand des Flusses gerade mal zum Bauchnabel ging mussten wir alle Schwimmwesten anlegen. Safety first!



Nach 600 m erreichten wir unser Hotel. Es war schwülwarm bei 29 Grad. Die Chefin nahm uns persönlich in Empfang und wollte gleich ihre Touren in die Wüste und zur Sternenwarte verkaufen. Wir verstanden echt wenig. Und sie sprach kein Wort Englisch. Das war etwas zäh und verdammt schwierig. 


Erstmal waren wir dann aber etwas essen. Das war ganz lecker, wenn auch die Mücken das Ganze ein bisschen unruhig machte. Wir waren von der langen Busfahrt schon ganz schön kaputt. Und uns war warm, deshalb sprangen wir nach dem Essen bei uns in den Pool. Dort waren wir beide die Einzigen. Anschließend buchten wir dann eine private Tour für 100.000 Pesos (25 €). Morgen früh um 8 Uhr werden wir jetzt abgeholt.




16.02.2024 - Jungle Trail in Salento 

Um 9.30 Uhr gingen wir zur Touristeninformation, um unsere weitere Reiseroute zu konkretisieren. Dort war eine ganz süße Mitarbeiterin, die sogar ein paar Worte Deutsch sprach. Und sie hatte auch noch einen kleinen Wandertipp rund um Salento für uns. 


Nach einem Kaffee und Croissant tauschten wir unsere Turnschuhe gegen Wanderschuhe und los ging’s. Es war der Weg, den wir gestern bereits zur Kaffeefarm gegangen waren. Er führte den Hang hinab und wurde immer steiler. Ich war froh, dass ich meine Stöcker wieder dabei hatte. Der Lehmboden war feucht und rutschig. Mir lief schon der Schweiß herunter. Wir mussten echt ganz schön klettern bis wir zur Straße kamen. Wir kämpften uns durch diesen Jungle Trail. Nach einer Stunde erreichten wir die gelbe Brücke. Ein schnelles Erfrischungsgetränk und plötzlich kam ein Bus, der nach Salento zurück fuhr. Kurzentschlossen sprangen wir hinein und waren eine Viertelstunde später wieder bei uns im Ort. 


In unserer Ecke am Marktplatz bestellten wir zu Mittag die selbstgemachten Ravioli. Echt lecker. Dann erwischte uns die Bettschwere. Bis 17 Uhr ruhten wir und googelten die nächsten Ziele. In der Tatacoa-Wüste wird es mächtig heiß werden. Tanja buchte uns ein Hostel mit Klimaanlage und Pool. Wir sind sehr gespannt! 


Abends schafften wir dann doch noch den Sonnenuntergang auf dem Hausberg von Salento zu bestaunen. Es hatten sich hier bestimmt mindestens 30 Leute angesammelt. Etwas unspektakulär zeigte sich heute Abend die Sonne. Trotzdem war es ganz schön da oben. Anschließend gab es noch einen Snack mit Bier und Wein. Wir hatten hier eine wunderschöne Zeit. Salento und Umgebung wird uns ganz sicher als eines der Highlights in Erinnerung bleiben.



 

Schnell hatten wir wieder unsere Rucksäcke gepackt. Wir sind immer noch reiselustig und freuen uns auf das nächste Ziel. Morgen früh geht’s mit dem Bus nach Armenia und von dort weiter nach Neiva. Sieben Stunden liegen mindestens vor uns! Achja und wir sind beide zum Glück wieder gesund.




15.02.2024 - Kaffeefarm Don Eduardo

7.30 Uhr und neben uns schalt die Salsa-Musik auf dreiviertel voller Lautstärke aus dem Nachbarshaus. In Deutschland undenkbar, hier beschwert sich keiner. Auch für die Kolumbianer beginnt der Tag mit Sonnenaufgang. Jetzt sind hier 18 Grad und die Sonne strahlt über uns. 


Nach ein paar Cornflakes mit Milch machen wir uns auf zu unserer Kaffeetour. Wir kommen vorbei an dem französischen Wohnmobil und grüßen vorbildlich mit „Bonjour“. Der Franzose grüßt nett zurück. Wir erreichen viel zu früh die Kaffeefarm und kehren deshalb nochmal zur Hauptstraße zurück, um einen Kaffee in einem süßen Café zu trinken. Das Croissant mit Nutella und der Kaffee waren weltklasse. 



Dann beginnt unsere Tour. Mit vier Italienern und einer Chilenin erzählt uns die Tochter stellvertretend für den kranken Timothy alias Don Eduardo alles über die Kaffeepflanze, deren Anbau, Züchtung, Ernte bis hin zur weiteren Produktion der Kaffeebohnen. Wir gehen dafür weit hinein in den Hang. Dort steht auch deren Haus mit sensationeller Terrasse mit Blick auf deren Garten Eden. Neben Kaffee wachsen hier auch Orangen, Pfirsiche, Physalis, Bananen, Mandarinen, Brombeeren, und vieles mehr. 


Wir gehen immer wieder in den Garten, um uns die einzelnen Kaffeepflanzen mit den weißen Blüten genauer anzuschauen. Dann gehen wir hinter das Haus, wo die Bohnen getrocknet werden. Bis zu 3.000 kg Kaffee produziert diese kleine Farm im Jahr. Nach Trocknung muss die Schale noch entfernt werden, damit eine grünliche Bohne daraus kommt. Erst diese kann in ca. 15 Minuten geröstet werden, um das Endprodukt zu erhalten. Das war echt interessant, selbst für Tanja als Teetrinkerin. Über 3 Stunden ging diese Führung und in der kleinen Gruppe konnte man alle Fragen stellen, natürlich auf Englisch. 




Den Rest des Tages ließen wir uns durch den schönen Ort Salento treiben, mittags mit Hamburguesa inkl. gegrillter Banane, abends dann mit Eis und Bier.




14.02.2024 - Valle de Cocora 

Im Tal der Wachspalmen, dem Nationalbaum Kolumbiens. Eine traumhafte Landschaft liegt vor uns. Schon die kurze Anreise mit dem Willy (Jeep) war spannend, weil ich hinten mit zwei anderen Touris auf der Fußleiste des Jeeps stand und mich verkrampft festhielt. Links und rechts neben mir machten scheinbar Kunststücke während der Fahrt für ihre Instagram-Profile. 


Schon nach 7 km erreichten wir den Eingang zum Valle de Cocora. Viele Pferde mit Reitern kamen uns entgegen. Ringsum waren diese sattgrünen Berge, auf denen die Palmen stehen. Sie tragen keine Kokosnüsse, dafür wachsen sie bis zu 60 m kerzengerade in die Höhe. Dazu der blaue Himmel und die Fototapete ist perfekt. 






Wir hatten uns schon gewundert, dass bisher nirgendwo Eintritt verlangt wurde, doch dann kam das Kassenhäuschen. 20.000 Pesos (5 €) kostete es. Das war okay. Dafür war die Anlage super schön angelegt und mit ein paar Gimmicks versüßt worden. Wir schossen hier so viele schöne Fotos. Dann ging’s zur 2-Stunden-Wanderung, die uns nochmals total flashte. Wirklich phänomenal ist die Natur hier. Wir sogen diese Ausblicke förmlich in uns auf und genossen sie. 


Nachmittags fuhren wir mit dem Willy wieder zurück nach Salento. Diesmal musste Tanja auf der Stoßstange stehen und sie bestand diese Daktari-Prüfung mit Bravour. Nach etwas Bedenkzeit fanden wir ein nettes Restaurant für Pizza und Salat. Lecker. Und nun sitzen wir stundenlang auf unserem Balkon und trinken Bier, googeln die nächsten Ziele, genießen den tollen Ausblick auf die Berge, lassen den Tag einfach noch einmal Revue passieren! Morgen wollen wir eine Kaffeefarm hier ganz in der Nähe besuchen.





13.02.2024 - Kaffeeregion Salento

Wunderschöne bewaldete Berge, im Tal plätschert ein kleiner Bach. Amerikanische Monster-Trucks rollen uns tonnenweise entgegen. Die Straßen sind breit und gut ausgebaut. Bis zur ersten kurzen Pause nach zwei Stunden schlängelt sich der Bus die Serpentinen hoch und runter. 


Tanja wird ganz schlecht, deshalb wirft sie sich eine Reisetablette ein. Zumindest schläft sie jetzt ein bisschen. Dabei haben wir heute einen der besten Busfahrer erwischt. Nach Salento sind es 280 km. Kein Wunder bei den Bergen, dass die Fahrtzeit statt der angegebenen 6 Stunden häufig bis zu 8 Stunden beträgt. 


Diese amerikanischen Trucks mit ihrer langgezogenen Schnauze, den chromfarbenen, hochragenden Auspuffrohren, und deren überlangen Auflieger sehen schon mächtig aus und erinnern an einen US-Roadmovie. Aber auch die Kipper aus den Steinbrüchen, die tonnenweise die Steine abtransportieren, sind total beeindruckend. Hört sich gerade nach kleinem Jungen an, der von Bob dem Baumeister schwärmt. Stimmt! 


100 km vor Salento machen wir eine halbe Stunde Pause. Die Landschaft ist wunderschön. Ringsum auf den Bergen wachsen überall Palmen. Der Fluss schlängelt sich durch die Hügel. Kaum ein Haus steht hier. Die Straße wird flacher und ab und zu zweispurig. An zwei Baustellen müssen wir halten. Doch wenn es weiter geht fährt jeder wie er kann los, es wird also nicht die Reihenfolge der Schlange eingehalten. Funktioniert auch irgendwie. 


Oh man ist das schön hier, denke ich das ein oder andere Mal. Was für ein Privileg, dass wir das hier alles erleben dürfen. Ich bin dafür sehr dankbar! Die ersten Kaffeeplantagen ziehen an uns vorbei. 



Nach 5,5 Stunden erreichen wir Pereira und machen dort den einzigen Stop. Plötzlich haben die Motels auffällige Namen wie „Motel Amor“ oder „Motel Eros“. Stundenhotels an der Hauptstraße? Jetzt sind es nur noch 36 km nach Salento. Puuuh.


Angekommen: Tanja hat uns wieder eine tolle Unterkunft ausgesucht, auch wenn sie dafür 5 Stunden brauchte. Unser Zimmer mit Balkon ist geräumig und wir haben einen phänomenalen Blick auf die Berge. Wir waren am Marktplatz zum Abendessen, kauften noch kurz Getränke im Supermarkt ein, und setzten uns dann auf unseren Balkon. Langsam ging bei 20 Grad die Sonne unter. 







12.02.2024 - Guatapé 

80 km von Medellin entfernt liegt das Dörfchen Guatapé.  Der Bus fährt zwei Stunden zu diesem Hot Spot. Hier steht der berühmte Monolith El Peñol mit seiner 200 m Höhe, seinen 659 Stufen, die es zu erklimmen gilt, und einem Gewicht von 10 Millionen Tonnen.



Der Uber-Fahrer war ein älterer Herr, der noch in den ersten beiden Seitenstraßen sein Auto schonte, um dann auf der Hauptstraße richtig Gas zu geben. Dichtes Auffahren, rüberziehende Verkehrsteilnehmer, plötzliches Abbremsen, Hilfe! In den Taxis kann man sich nicht einmal anschnallen. 


Am Busterminal Norte fanden wir schnell den Schalter 9 für unsere Tickets nach Guatapé. Für 20.000 Pesos (5 €) durften wir mitfahren. In 10 Minuten sollte der Bus starten. Wir setzten uns einfach irgendwo auf zwei freie Plätze. Bis ein Kolumbianer auf seinen Platz vom Ticket bestand und wir alle nochmal kräftig durchtauschen mussten. Spießer, fast so schlimm wie in Deutschland. 


Nachdem wir von der Hauptstraße abgebogen waren, fuhren wir durch eine ganz schöne Hügellandschaft mit Feldern und Kühen und zwischendrin sah man immer wieder den See. Und nach 20 km sah man in der Ferne The Rock El Peñol zum ersten Mal. Majestätisch liegt dieser Koloss einfach nur da und Menschen haben eine Treppe rangebaut. 



An einer Tankstelle am Fuße des Felsens ließ uns der Bus raus. Mit dem Tuk Tuk fuhren wir dann hoch zum Eingang. Es war noch relativ leer. Und so bestiegen wir El Peñol in der Vormittagssonne. Von oben hatten wir einen sensationellen Ausblick auf die umliegende Seenlandschaft. Hier soll selbst Pablo Escobar eine Villa besessen haben und auch unsere DFB-Auswahl soll hier in einem edlen Hotel abgestiegen sein. 


Oben auf dem Felsen gibt es eine Bar, Souvenirläden, Toiletten, einen kleinen Turm mit Terrasse und das war’s. Nach ein paar Fotos und einem Bier/Michelada Maracumango machten wir uns an den Abstieg. Mit dem Bus ging es dann in das Städtchen Guatapé.


Es soll vielleicht das bunteste Städtchen in ganz Kolumbien sein. Guatapé hat einen sehr schönen Marktplatz mit Kirche im Kolonialstil und etlichen einladenden Restaurants drum herum. Zwei größere Gassen gehen jeweils von dort in alle Richtungen ab. Eine davon führt zur malerischen Calle de Recuerdo, der Regenschirm-Gasse, wo am Ende der Straße das beste Eis auf Dich wartet. 





Wir aßen lecker am Marktplatz (Jägerschnitzel auf kolumbianisch) und zogen noch einen Bogen durch dieses wirklich süße Städtchen. Immer wieder entdeckten wir neue Fotomotive. Und dann wollten wir den Bus schon früher als gebucht zurücknehmen. Keine Chance, alle Busse waren ausgebucht. Um 17.20 Uhr ging es dann zurück, gegen 19.30 Uhr erreichten wir das Busterminal und ließen uns mit dem Taxi nach Hause fahren. Und das alles am Tag als Tim Walter als HSV-Trainer entlassen wurde. Toller, aufregender Tag! Morgen geht’s weiter nach Salento




11.02.2024 - Botanischer Garten Medellin 

Am späten Vormittag machten wir uns auf den Weg zum Botanischen Garten an der Metro-Station Universidad. Wir mussten uns kurz registrieren und erhielten dann freien Eintritt. Der Park war wunderschön angelegt und lehrte uns einiges über die heimischen Pflanzen. Am See waren sogar die Leguane handzahm. Das sind schon grimmige Urzeittiere. Wir picknicken im Schatten noch ein bisschen, bevor es uns weiter zog. 




Mit der Metro fuhren wir anschließend zu einem Food Court, wo wir zu Abend essen wollten. Die Entscheidung fiel heute auf indisch. Das eine Gericht schmeckte wirklich lecker, das andere war gar nicht mein Fall. Auch die Sangria von Tanja war sehr strong. Da fehlte irgendwie komplett der Zucker. 


Die Metro-Stationen sehen hier wie geleckt aus. Super sauber, hier liegt nichts rum. Die Wagen sind sehr modern und fast immer gut gefüllt. Und man steht hier noch auf, wenn ältere Menschen keinen freien Platz finden. Alte Schule. 


Seit unserem ersten Tag in Medellin lief uns kein Junkie mehr über den Weg. Heute lag zwar das typische Besteck am Wegesrand: Feuerzeug und Pfeife, aber den Besitzer haben wir nicht gesehen. Vielleicht hatte er es eilig. 



Und dann ließen wir uns für unter 2 € von einem Uber-Taxi zu unserem Supermarkt fahren. Wie funktioniert das zu dem Preis? Wahnsinn! Wir kauften kurz ein und dann ging’s nach Hause, wo wir erstmals Wäsche mit der Hand wuschen. Jetzt sitzen wir vor unserer aufgehängten Wäsche und chillen den Abend. 




02.2024 - Free-Walking-Tour Comuna 13

Medellin war einst die gefährlichste Stadt der Welt als die Drogenbarone, Guerillas und Paramilitärs noch die Stadt beherrschten. Hier herrschte offener Bürgerkrieg mit sehr vielen Opfern nach militärischen Säuberungsaktionen, denn man vermutete eine erhebliche Anzahl an Guerilla-Sympathisanten in der Bevölkerung. Seit 2016 ist das zum Glück Vergangenheit. Die Regierung unterzeichnete ein Friedensabkommen mit den Guerillas und investierte enorme Summen in Bildung, Freiluft-Rolltreppen, Freizeitangebote für Kinder, Arbeitsplätze und vieles mehr. Die Tötungsquote sank im Jahre 2017 um das 18-fache. Und seitdem wurde Medellin mehrfach als innovativste Stadt ausgezeichnet. 





Und heute ist die Comuna 13 eine besondere Touristen-Attraktion, ein belebtes Stadtviertel mit unglaublich vielen, schönen Graffiti’s. Überall sind Cafés und Bars und die Menschen drängeln sich den Berg hinauf oder hinunter. Die Freiluft-Rolltreppen machen das Fortbewegen am Hang enorm einfacher. Hier im Viertel wurde kein Haus legal gebaut. Heute legt hier ein DJ auf dem Sportplatz Musik auf, die Leute tanzen drum herum. Trotzdem hat man als Außenstehender das Gefühl als sei dort immer noch etwas mehr ins Getränk geraten. Ein Stadtviertel mit sehr viel junger Geschichte, sehr spannend und interessant. 




Wir buchten eine Free-Walking-Tour, das ist eine geführte Tour mit einem Guide aus dem Viertel, den Du am Ende nach eigenem Ermessen entlohnen kannst. Unser Guide sprach sehr klares Englisch, redete aber viel zu schnell. Trotzdem erfuhren wir so natürlich viel mehr über das Leben in der Comuna 13. 


Wir tranken noch ein Bier und fuhren dann entspannt mit Bus/Metro/Taxi nach Hause. Das war eine tolle Erfahrung und wir haben wieder viel dazu gelernt. Und das Witzige ist: wir hätten auf eigene Faust die Comuna 13 nie selber gefunden, denn wir waren uns sicher, dass man dort nur mit der Seilbahn hinkommt.



09.02.2024 - City und El Poblado

Morgens kauften wir kurz Lebensmittel ein. Wir waren begeistert von dem Supermarkt um die Ecke. Er hatte alles, was unser Herz begehrt. Danach frühstückten wir Joghurt mit Früchten. Tanja hatte sich noch echte Cornflakes gekauft. 


Uns fielen schon beim Einkaufen einige Unterschiede zu Peru auf. Es erscheint uns hier alles viel moderner, die Menschen sind hektischer, deren Hautfarbe ist viel heller, der Supermarkt hatte viele europäische Produkte. 


Wir marschierten los zur nahegelegenen Metro-Station. Unterwegs sahen wir die ersten Junkies am Straßenrand liegen. Schrecklich. Dann ging es vier Stationen Richtung City. Es wimmelte von Menschen, war laut, unübersichtlich. Ein Verkaufsstand jagte den nächsten. Ich bekomme es nicht mehr zusammen, was alles angeboten wurde. Wir suchten den Plaza Botero, den Platz mit den dicken Skulpturen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero. Wir fanden ihn unweit der Metro-Station. 




Danach suchten wir ein Claro-Geschäft (Mobilfunkanbietet), um uns wieder eine Prepaid-SIM-Karte zu kaufen. Also gingen wir tiefer ins Gedränge. Dort standen mitten am Tag, mitten in der Fußgängerzone, Straßenmädchen, die ihre Dienste anboten. Tanja fielen die Mädchen als erstes auf. Ich dachte kurz an Stübi‘s Worte, ob Kolumbien mehr als Nutten und Koks sei. Vielleicht hatte er doch recht? Wir fühlten uns wie an einem Samstagvormittag auf dem Steinfamm in Hamburg. Und wir fühlten uns unwohl. 


Wir beschlossen, mit der Metro ins Touristen-Viertel El Poblado zu fahren. Und hier war die Welt für uns wieder in Ordnung, auch für Tanja. Bei Temperaturen von 25 Grad sind wir vorbei an zahlreichen super schönen Graffiti’s den Berg hochgegangen. Neben vielen Touristen waren auch die Kolumbianer gefühlt viel freundlicher. Wir holten 2.000.000 COP (470 €) aus dem Bancomat (wer kann das von sich behaupten, jemals zwei Millionen aus dem Automaten gezogen zu haben???) und schauten der Breakdance-Gruppe zu, bevor wir in der Barmeile ein Bier tranken. 


Hier ist es echt so, dass vor einem Supermarkt Tische und Stühle stehen, wo man sein gerade gekauftes Getränk verzehren darf. Das wird viel genutzt und wir schnallten das erst als keine Bedienung zu uns an den Tisch kam. Wir beobachteten die Menschen, die hier herkamen, ich probierte das Bier Club Colombia, wir nahmen noch ein zweites Getränk und dann das Uber-Taxi zu unserer Wohnung. 


Abends kochten wir ganz lecker Spaghetti mit Tomatensauce, Zucchini, frischen Champignons und Schinken. Und das schoß aus irgendeinem Grund bei Tanja wieder durch. 



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08.02.2024 - Flug nach Medellin

Frühstück, Packen, Auschecken, ein letztes Mal in die City, McDonald’s, Schuhputzer. 


Meine Wanderschuhe waren so dreckig, dass ich einen Schuhputzer dafür engagierte. Natürlich wollte ich vorher den Preis wissen, aber er wollte damit nicht rausrücken. Er shampoonierte den ersten Schuh und gab alles, klebte sogar einige defekte Stellen. Am Ende wollte er unverschämte 56 Soles haben, da wurde ich laut und wollte gerade gehen. 10 Soles war mir das maximal wert. Und darauf einigten wir uns dann auch. 


Der Uber zum Flughafen holte uns um 14 Uhr ab. Der Flughafen von Cusco ist so niedlich klein. Schnell konnten wir unser Gepäck aufgeben und waren auch schwups durch die Sicherheitskontrolle. Mit einem A320 von Avianca (Costa Rica) ging es nach Bogota. 


Das ist wirklich cool. Bei Spotify kannst du deine Playliste runterladen, damit du sie überall offline hören kannst. Wir haben beide Headphones dabei, so dass wir jeder unsere eigene Musik hören können. 


Der erste A320 war nur halb voll, so dass wir uns auf die Plätze am Notausgang umsetzen. Der Flug hatte Verspätung und wir mussten unseren Anschlussflug bekommen. Normale Einreisezeit bei der Imigration waren 83 Minuten. Wir durften in einer Extraschlange sofort einreisen. Cool. Und so bekamen wir locker noch die Maschine nach Medellin. Dort tauschten wir noch schnell 100 € und ab ging’s ins Taxi. Gegen 1 Uhr erreichten wir unsere Airbnb-Wohnung im Stadtviertel Santa Fe.




07.02.2024 - Letzter Tag in Peru 

Bis zu drei kratzige Wolldecken legen die Peruaner zwischen dem dünnen Bettlaken, mit dem man sich zudecken soll und der Überdecke. Ich komme damit bis heute nicht klar und sortiere zumindest die schweren Wolldecken stets aus. 


Achja und als Fußgänger lebt man hier äußerst gefährlich. Die Autos fahren einfach zu und man muss höllisch aufpassen, selbst wenn man grün hat. Zum Glück ist hier auch Rechtsverkehr. 


Den heutigen Tag werden wir nochmal in Cusco genießen. Ich möchte auf dem Markt noch einmal stöbern und vielleicht ein Fußballtrikot kaufen. 


Der Fußballer Paolo Guerrero ist der absolute Nationalheld in Peru. Er hat von 2006-2012 beim HSV gespielt, deshalb kennen die Peruaner auch alle Hamburgo. Er trug immer die Rückennummer 9, deshalb werden hier alle Trikots in den Geschäften mit der Nummer 9 verkauft. Mit 40 Jahren kickt er immer noch in der peruanischen 1. Liga bei Universidad Cesar Vallejo im Norden des Landes. Und welche Nummer hat jetzt mein Trikot?


Zum Abschluss waren wir heute im Künstlerviertel San Blas, welches hinter dem Plaza de Armas steil den Berg hinauf führt. Leider fing es kurz nach unserem Besuch an zu regnen, deshalb kehrten wir in ein nettes Café ein. Es schüttete ganz schön doll, so dass wir dieses attraktive Stadtviertel nicht weiter entdecken konnten. Schade. 




Im Hotel suchte uns Tanja noch eine kleine Airbnb-Wohnung in Medellin heraus. Sie soll in einem ruhigen Wohnviertel liegen, das sicher ist. Wir sind gespannt. Wir füllten noch das Check-Mig (Einreiseformular) für Kolumbien aus und googelten dann noch Informationen über Sehenswürdigkeiten




06.02.2024 - Lagebesprechung in Cusco 

Unsere Reiseroute im Süden Perus haben wir mehr als erfüllt. Machen wir jetzt noch den Norden oder fliegen wir nach Kolumbien? 


Wir haben uns für Kolumbien entschieden, aber es ist gar nicht so einfach, einen günstigen Flug nach Medellin zu finden, zumindest nicht so kurzfristig. Doch wir wollen auch nicht noch tagelang hier in Cusco bleiben. Jetzt haben wir etwas gefunden.


Der Tag ist kurz zusammengefasst: Frühstück im Hotel, kurze Lagebesprechung, Travel Agency, lange Lagebesprechung, zurück ins WLAN, Flüge gebucht, Fußball DFB-Viertelfinale Leverkusen - Stuttgart, Essen gegangen, zurück ins Hotel (Tanja hatte inzwischen Durchfall!). Morgen geht die Sonne wieder auf!




05.02.2024 - Abreise aus dem Dschungel 

4.30 Uhr: ein Vogel hat sich irgendwie in unsere Hütte verflogen. Es ist stockfinster und wir sehen nichts, liegen aber geschützt in unseren Moskitonetzen. Wir trauen uns nicht aufzustehen. Dann wagt sich Tini - getrieben und motiviert durch ihren allmorgendlichen Toilettengang- aus ihrer Höhle. 



Nachts regnet es hier viel, auch heute Nacht. Wir verabschiedeten uns von unserem Guide Andres, der schon mit seiner nächsten Gruppe auf dem Sprung ist. Der Abgang war so mittel. 


Fazit: diese wundervolle Landschaft des Regenwaldes muss man mal so hautnah erlebt haben. Diese hohen, sattgrünen Bäume, dahinter die malerischen Berge, der schnell fließende Amazonas mit seinen vielen Stromschnellen, die Tiergeräusche überall, keine Häuser und Menschen weit und breit, kein Lärm, keine Autos, keine Abgase, das ist Natur pur! 




Man fragt sich immer, ob es das Geld wert war, aber wir sind froh, dass wir in dieses Paradies einmal für drei Tage eintauchen durften. Natürlich hätten wir uns über noch mehr Tiere gefreut, aber das hier ist eben kein Zoo. 


Irgendetwas vertrage ich hier in Peru nicht und werde immer wieder krank. Im Dschungel war es jetzt natürlich sauungünstig. Ich habe noch nicht herausgefunden was es ist. 


Nach zwei Stunden Bootsfahrt wechseln wir wieder in den Minivan. Hupend nimmt der Fahrer gekonnt die vielen Serpentinen auf der einspurigen Straße. Andres Ehefrau mit ihren beiden Söhnen sitzt neben unserem Fahrer. Von 280 m klettern wir heute auf 3.300 Höhenmeter in Cusco. Wir passieren einen Kontrollpunkt. Hier werden Coca-Schmuggler rausgezogen erklärt uns die Frau. Drei Stunden quälte sich der Bus den Hang hoch. Dann machten wir auf dem Gipfel Lunch. Es gab Gemüse mit Hähnchen und Reis. Selbst die beiden Kinder hauten richtig rein.



Zwei Stunden waren es jetzt noch nach Cusco - Endspurt. Einmalig wie sich die Straße an den steilen Hängen entlang schlängelt. Umso näher wir der Stadt kommen desto mehr Minen sehen wir. Gegen 15 Uhr werden wir an unserem Hotel abgekippt. Wir verabschiedeten uns von allen und checkten ein. Ich brauchte erstmal eine kalte Coke Zero und eine Fanta. Kalte Getränke gab es im Dschungel nämlich nicht, sondern nur warmes Wasser. 


Nach einer Dusche ging es abends nochmal kurz zum Essen in die Trattoria Casa Grande. War super! 




04.02.2024 - Switch the lodges 

Nach der Imodium-Tablette von Mira hatte ich schlagartig keinen Durchfall mehr. Ich fühlte mich besser, hatte aber noch keinen Appetit. 


Morgens sahen wir leider keine Papageien am Lehmfelsen. Zwar kreisten wieder viele in den umliegenden Bäumen, aber ein Habicht ließ sie aufschrecken. Papageien sind sehr scheu. Also ging es gleich zum Frühstück. Ich konnte gerade erst ein Stück Brot mit Marmelade und ein ganz bisschen Ei essen. Mehr war noch nicht drin. 


Die nächste Wanderung startete nach dem Frühstück. Es ging wieder mitten rein in den Dschungel. In der Tiefe sahen wir zwei Affen, ansonsten nur Spuren von einer größeren Katze (Tayras) und Ameisenbär. Hier herrschten Temperaturen um die 32 Grad, gefühlt wie knapp 40 Grad. Ich merkte wie ich immer schlapper wurde. Ich hatte den gestrigen Tag so gut wie nichts gegessen. Trotz Sonnenschutz und Kopftuch überhitzte ich. Ich wollte nur noch unter die kalte Dusche. Ich war am Ende und konnte nicht mehr. Zum Glück waren wir dann auch schnell zurück in der Lodge, wo ich mehrfach kalt duschte und mir trotzdem noch schwindelig war. Zum Essen fehlte ich wieder, weil ich mich hinlegen musste. Tanja hat das alles trotz Sprachbarrieren selbstbewusst hinbekommen. Hut ab, da bin ich wirklich stolz auf sie! 



Auch das Baden im Amazonas konnte ich nicht mitmachen. Echt schade. Um 15 Uhr war die Abreise aus dieser wunderschönen Lodge geplant. Tanja packte unsere Sachen zusammen und ich hatte inzwischen drei kleine Bananen zu mir genommen, das stärkte mich ein wenig. 


Mit dem kleinen Boot ging es zur anderen Lodge. Erst fuhren wir auf dem Nebenarm mit der Strömung, dann kämpfte sich das Boot auf dem Hauptarm gegen die Strömung an. Plötzlich hing an einem der vorbeiziehenden Lehmfelsen eine ganze Affenfamilie mit zwei Babys rum. Das Boot stoppte sofort auf der anderen Uferseite und wir stiegen nochmal aus, um die Affen durch das Teleskop zu beobachten. Das war ein versöhnlicher Abschluss von relativ wenig Tieren (bis auf Vögel), die ich auf dieser Tour gesehen hab.


Nach knapp einer Stunde erreichten wir die andere Lodge. Wir waren etwas verwundert, dass dort vier weitere Gäste auf unseren Guide warteten. Es war seine nächste Gruppe, die morgen startete. Diese Überschneidung hatte ein ganz klein bisschen einen bitteren Beigeschmack. Und die Hütten der zweiten Lodge waren sehr spartanisch eingerichtet. Zwei Betten mit Moskitonetz, ein Tisch, das war’s. Gemeinschaftstoiletten und -duschen sind nicht so unser Ding, auch wenn wir das für eine Nacht aushalten. Nur Handtücher hätte ich auch hier erwarten können. Das Abendessen war dagegen wieder abwechslungsreich und richtig gut. 


Nach einer gemeinsamen Dusche verkrümmelten wir uns jeweils unter unsere Moskitonetze und schliefen ein. 




03.02.2024 - Game Over im Dschungel 

Schon die halbe Nacht verbrachte ich mal wieder mit Durchfall auf dem Klo. Ich könnte kotzen. Es war der fünfte Infekt auf dieser Reise. Und morgens musste ich sogar spucken. 


Die frühe Wanderung zu dem Lehmfelsen, wo die Papageien jeden Morgen ihre Mineralien zu sich nehmen, machte ich noch mit. Tatsächlich flogen etliche Tiere von den Bäumen rundum auf diesen Lehmfelsen am Fluss. Ich bin vorzeitig gegangen, weil mir total schlecht war. Den Rest des Tages verbrachte ich im Bett. Es ging gar nichts mehr! Game Over! 


Den Rest des zweiten Dschungel-Tages muss Tanja erzählen. Sie hat zum Glück alles mitmachen können und wurde nicht krank. 


Es war so schön, den Dschungel beim Erwachen zu belauschen und zu beobachten. Diese Geräusche!!! Wir haben so viele verschiedene Vogel-/Papageienarten gesehen. Einfach toll. Danach ging es zurück zur Lodge, auf dem Weg wurde es auf einmal ganz still. Andres hatte 2 Affen gesichtet und stellte sofort sein Teleskop auf, damit wir das Schauspiel beobachten konnten. Die Affen ließen sich gar nicht von uns stören und putzten sich gegenseitig weiter.


Nachdem Frühstück hatten wir ca.1,5 Std.für uns. ich hab mich erstmal um Martin gekümmert. Es ging ihm wirklich nicht gut. Schwester Tini im Einsatz.


Los ging’s zur nächsten Dschungeltour. Wir haben viele Spuren gesichtet, aber kaum Tiere gesehen. Andres hat uns viel über die verschiedenen Pflanzen und ihre Wirkung erzählt.


Lunchtime … es gab gefüllte Bananenblätter mit Reis, Gemüse, Hähnchen und diverse andere Beilagen z.B. gefüllte Avocado, Tomaten-Gurkensalat, Maniok, einen Drink bestehend aus abgekochter Ananasschale. Es war wieder sehr lecker, aber wie immer viel zuviel.


Tubingtime. Los ging es, wir fuhren mit dem Boot ca. 1,5 Kilometer flussaufwärts. Kurze Abkühlung im Fluss, das Wasser ist optisch eher eine graue Schlammbrühe, aber hatte eine super Temperatur von ca. 24 Grad. Dann bekamen wir eine kurze Einweisung von Andres übers Tubing. Los ging es mit dem LKW Schlauch über den Fluss. Der Fluss ist teilweise sehr ruhig und hat zwischendrin extreme Stromschnellen. Es hat Spaß gemacht, auch wenn Andres mich am Ende retten musste, sonst würde ich jetzt immer noch auf dem Amazonas schippern. 


18:30h ging es los zur Nachtwanderung, diesmal wurden wir mit reichlich Tieren belohnt. 

ein Gürteltier, ein Kaiman (Krokodil ca.2 Meter groß), riesige Spinnen (die so groß waren wie meine Hand), Tausendfüssler (ca.10 cm lang und 1cm breit), extrem große Heuschrecken und eine grüne Schlange (keine Anaconda).


Nach der Wanderung gab es noch ein reichliches Abendessen und dann ging es glücklich und zufrieden ins Bett. Schade, dass Martin so krank war und diesen Tag nicht miterleben konnte, es war wirklich ein toller, aufregender Tag.





02.02.2024 - Dschungel-Camp 2024

Unsere großen Rucksäcke konnten wir im Hotel zurücklassen. Pünktlich ging es mit einem Minivan los. Insgesamt 5 Leute war unsere Gruppe groß. Eine US-Amerikanerin mit Sohn, ein schweizer Mädel, wir beide, und dazu kamen unser Guide Andres, unser Koch Christian und unser Fahrer. Das war überschaubar. 


Nach 2,5 Stunden hielten wir in einem Dorf, wo es Frühstück gab. Ich hatte ein leckeres Baguette mit Serrano-Schinken, Tomate und Avocado. Hier war es echt noch kalt an diesem Morgen. Wer mir erzählt, dass wir noch mehr als 30 Grad an diesem Tag bekommen, den hätte ich morgens ausgelacht. 


Am Eingang des Nationalparks mussten wir uns registrieren. Unser Guide Andres erklärte uns auf einem wolkenverhangenen Viewpoint, in welchen Zonen der Park aufgeteilt wurde. Es gibt tatsächlich noch verschiedene indigene Stämme, die hier leben. In diese Zone ist der Zutritt für Touristen verständlicherweise verboten. Im Regenwald ließ uns der Fahrer am Straßenrand absetzen und Andres erklärte uns viele Pflanzen, die am Wegesrand wuchsen. Nach 40 Minuten erreichten wir wieder den Van, wo der Koch schon unser Mittagslager vor einer Brücke aufgeschlagen hatte. Es gab lecker Trucha mit Reis sowie Gurken und Tomaten. 


Im letzten Dort vor Atalaya wurden noch die restlichen Lebensmittel eingekauft, bevor es dann nach 11 Stunden auf‘s Boot ging. Und dann erschloss sich für uns diese traumhafte Landschaft des Regenwaldes. Es war genauso wie im Fernsehen. Links und rechts unberührte Natur und du mitten drin. Überall Tiergeräusche, Vögel fliegen über dich hinweg. Der Fluss hat eine relativ starke Strömung, so dass wir schnell vorankamen. Wahnsinn! Die Hügel im Hintergrund machten das Paradies perfekt. Achja und nicht zu vergessen hatten wir … zack 30 Grad und eine brutal hohe Luftfeuchtigkeit. Wir bekamen unseren Mund nicht mehr zu. Wenn man sich vorstellt, dass hier jeden Moment ein Jaguar aus dem Gebüsch kommen kann oder ein Puma, Ozelot, Tapir, Andean Bear, oder Giant Otter, dann weiß man, man ist im Dschungel. 


Nach zwei Stunden erreichten wir die erste Lodge, wo wir in ein kleineres Boot umsteigen mussten. Der Fluss war auf dem Nebenarm sehr flach, so dass das größere Boot aufgesetzt hätte. Andres stellte uns kurz mal seiner Mutter vor und weiter ging es. Nach 40 Minuten kamen wir dann endlich am Ziel an. Inzwischen war es 17.30 Uhr. Hier standen ca 10 Tree-Houses, die durch Holzstege verbunden waren. Dazwischen wuchsen Bananen, Papaya, Kakaobohnen, und ganz viel andere exotische Früchte. 



Um 18.30. ging es mit einer Nachtwanderung weiter. Bis auf eine Bambusratte haben wir zwar nichts gesehen, aber allein die Geräusche des Dschungels sind faszinierend. Wir hatten alle Taschenlampen dabei, aber wenn wir diese ausschalten sollten wurde es stockdunkel. Überall Geräusche das war schon unheimlich. Ab 20 Uhr gab es Essen satt. Es wurden unglaubliche Mengen aufgetischt, frisch zubereitet in einer offenen Küche von unserem Koch. Den beiden Amerikanern ging es noch nicht so gut, deshalb aßen sie kaum etwas. Gegen 21.30 Uhr fielen wir in einen wohligen Schlaf und waren total gespannt was uns der nächste Tag im Dschungel so bringen wird. 




01.02.2024 - Carneval-Opening in Cusco

Der Collectivo war diesmal ein Hyundai PKW. Zu fünft quetschten wir uns in die Limousine. Der Fahrer kannte scheinbar einige Abkürzungen und setzte uns erfreulicherweise am Plaza San Sebastian raus. 


Als allererstes gaben wir unsere Wäsche, die noch mit in den Dschungel sollte, beim Laundry-Service ab. Um 17 Uhr war sie fertig. Super Service. 


Dann suchten wir eine Unterkunft in der Nähe. Schnell fanden wir das Hotel del Inca. Naja, etwas in die Jahre gekommen, aber okay. Hier quartierten wir uns eine Nacht ein. 


An diesem Tag organisierten wir noch einiges für unsere Dschungel-Tour. Mittags waren wir im Kulturzentrum von Cusco essen. Das war sehr interessant, denn zur Karneval-Eröffnung fand auch hier ein Fest mit Live-Musik und Tanz statt. Die Portionen waren riesig. Bei weitem bekamen wir nicht alles auf. Der Kellner Marco war sehr freundlich und erklärte uns selbst, was das für ein Erdbeer-Smoothie-Getränk ist. Da war natürlich Alkohol drin. 


Wir holten noch Geld und kauften im großen Orion-Supermarkt Proviant für die nächsten Tage ein. Dann ging es früh ins Hotel zurück, denn wir wurden am nächsten Morgen bereits um 4 Uhr abgeholt. Wir schauten noch einen Film auf unserem Tablet und packten unsere Sachen wieder zusammen.




31.01.2024 - Rückfahrt nach Ollantaytambo 

Im Gegensatz zum 150 km entfernten Ollantaytambo war das Wetter in Machu Picchu subtropisch. Bis zu 24 Grad war es warm, also fast 10 Grad wärmer. Heute geht es wieder zurück zu unseren Rucksäcken, aber erstmal müssen wir die 12 km zum Hidroelectrica zurücklegen. Und dann muss sich der Collectivo die Schlammpiste zurück quälen. Was für ein Aufriss für Machu Picchu? Aber es hat sich gelohnt! 


Heute ist ein großes Polizeiaufgebot hier zu beobachten. Gestern war die Kulturministerin zur Schlichtung des Streiks vor Ort. Laut Medien ist keine Einigung erzielt worden, so dass man mit weiteren Demos rechnet. 


Pünktlich um 8.00 Uhr morgens klingelt der Müllmann unter unserem Fenster. Das ist für die Anwohner das Signal, dass sie bei ihm ihren Müll abgeben können. Hier gibt es nämlich keine klassische Müllabfuhr


200 Soles (50 €) wollte der Mann mit dem Motorrad-Schienenfahrzeug für uns beide haben. Auf Verhandlungen ging er nicht ein. Das war uns zu teuer und wir wanderten die 13,4 km zurück zum Hidroelectrica (Wasserwerk). Nach knapp über 4 Stunden erreichten wir den Parkplatz. Tanja wollte gleich zwei Tickets für die Servicio Touristico zurück nach Ollantayrambo kaufen und das gelang ihr auch. Doch irgendwas beunruhigte die Veranstalter. Auf der Strecke soll ein Erdrutsch die Piste unbefahrbar gemacht haben. Wir müssten kurz aus- und umsteigen. Okay los ging’s. 



Nach einer halben Stunde staubige Buckelpiste war es dann soweit. Große LKW‘s mit riesigen Steinen auf der Pritsche donnerten an uns vorbei. Wir mussten aussteigen, hier ging es nicht mehr weiter. Wir dachten es geht jetzt 20 Minuten an der Straße entlang, um hinter die Abbruchstelle zu gelangen. Weit gefehlt. Die Gruppe bog nach ein paar Metern Straße auf einen steilen Hang ab. Scheinbar mussten wir hier rüber, um zu den wartenden Bussen auf der anderen Seite zu kommen. Ich konnte nicht mehr, mein Tank war leer. Tanja brüllte mich von oben an „Nun komm endlich, die warten nicht auf uns“! Sie trieb mich hoch und runter. 


Schweißtriefend, bestialisch stinkend, brutal erschöpft, empört aber unverletzt kam ich nach ca. 40 Minuten auf der anderen Seite an. Hier herrschte großes Chaos wer in welchem Bus einsteigen sollte. Wir trafen unseren Fahrer von vorgestern hier wieder. Er bemühte sich und erkannte uns auch wieder. Dann führte er uns zu unserer Gruppe. Mindestens eine Stunde warteten wir noch, bevor alle vollständig an Bord waren und wir abfuhren. 


Vier Stunden dauerte die Fahrt und es war kein Spaß, den peruanischen Trolstegen im Dunklen zu fahren, denn schließlich mussten wir wieder den 4.300 m hohen Pass überqueren. Gegen 20.45 Uhr erreichten wir Ollantayrambo mit über zwei Stunden Verspätung. Wir holten schnell unsere Backpacks aus dem Restaurant Don Dante und bezogen unser Zimmer für eine Nacht. Und wir waren so froh, dass wir jetzt nicht noch weitere zwei Stunden nach Cusco fahren mussten. Wir teilten uns eine Pizza und danach gab‘s die erlösende Dusche!




30.01.2024 - Machu Picchu 

Aguas Calientes ist ein häßliches Dorf mit Hochhäusern und Massentourismus, aber aufgrund seiner Lage der Ideale Ort für den Besuch der Inka-Zitadelle Machu Picchu. Hier führt keine Straße hin, man kommt nur per Zug oder zu Fuß hierher. Gestern Abend hatte Tanja uns noch online Tickets kaufen können. Wir hatten einen Slot von 12-13 Uhr für den Eintritt. 


Was für ein Aufstieg? Auch heute fuhr weder die Bahn noch der Bus hoch zum Machu Picchu. 400 Höhenmeter mussten wir bis zum Eingang überwinden und nicht zu vergessen 3 km von unserer Unterkunft bis zum Einstieg am Berg. Steile Treppen, die total uneben waren,  durchkreuzten immer wieder die Serpentinen. Ich war mit meinen Kräften schon wieder am Ende und schleppte mich von Treppe zu Treppe. Tanja muss mich in diesen Momenten gehasst haben, aber mein Kopf wollte mehr als mein Körper konnte. Schweißgebadet keuchte ich mich Meter für Meter nach oben. Unterwegs trafen wir noch Rita Plaudertasche wieder. Sie war gerade am Abstieg. Immer wieder musste ich Pausen einlegen. Mir wurde teils schwindelig und ich bekam schlecht Luft. Gefühlt war ich der Letzte auf dem Berg. 


Nach einem Eis ging es zum Eingang. Tanja war sehr enttäuscht, denn wir bekamen keine Machu Picchu-Stempel in unsere Reisepässe. Allein von hier oben hat man einen grandiosen Blick auf die umliegenden Berge und den braunen Wildwasserfluss unten im Tal. Und dann liegt sie vor Dir: die bekannte inka-Zitadelle Machu Picchu und im Hintergrund der berühmte Karstfelsen. Erst später fiel uns auf, dass wir lediglich mit einer handvoll anderen Touristen hier sind. Das war schon etwas ganz besonderes, denn im Normalfall drängten sich die Touris aneinander. Es wurde nach wie vor gestreikt und das war der Grund dafür. Nach ein paar weiteren Treppen gelangten wir auf eine Wiese, von wo man den schönsten Blick auf die Inka-Zitadelle hat. Die Sonne strahlte gerade die Ruinen und den Felsen an, so dass wir ganz tolle Fotos machen konnten. Die vielen gut erhaltenen Häuser in dieser wunderschönen Umgebung waren super beeindruckend. Ich hätte das nicht gedacht, dass mich das so flashed, aber das war der Hammer! Wir beide waren von diesem Ort schwer begeistert. 




Und dann stand der Abstieg an. In der Ferne sah ich einen Bus, in dem Menschen einstiegen. Ich verschärfte meine Gehgeschwindigkeit und fragte einen Polizisten, ob wir mitfahren konnten. Er verwies auf den Busfahrer, der schon zwei Mädels bat, wieder auszusteigen. Es war der Bus, der die Arbeiter und Angestellte der Machu Picchu-Zitadelle wieder ins Dorf zurück brachte. Der Busfahrer machte kurz vorm Losfahren deutlich, dass er noch einmal zurück kommt und uns dann eventuell mitnehmen könne. Das wäre unsere Rettung! 


1,5 Stunden warteten wir dann kam der Bus tatsächlich zurück und wir konnten mitfahren. Er brachte uns bis ins Dorf zurück. Tanja gab dem Fahrer 20 Soles, denn wir waren mehr als glücklich. Hier im Tal regnete es auf einmal. Wir wollten zum Abschluss noch Fettucine Alfredo bei Catherine essen. Danach ging es im Regen zurück zu unserem Hostel



29.01.2024 - Trotz Streik geht es weiter nach Aguas Calientes

Trotz anhaltendem Streik fahren wir heute weiter zum Hydroelectrica, wo die Straße endet. Von dort geht’s zwei Stunden zu Fuß weiter an den Bahngleisen nach Aguas Calientes (Machu Picchu Pueblo). Wir sind nur mit unseren Tagesrucksäcken unterwegs, die großen Rucksäcke sind in Ollantaytambo geblieben. Wir sind sehr gespannt wie die Lage vor Ort ist, ob Restaurants und Hostels geöffnet haben. 


Ich hätte dieses fucking Dorf schon hassen können, bevor ich überhaupt einen Schritt dort hineingesetzt habe. Aber der Reihe nach:


Um 9.00 Uhr holte uns der Collectivo ab. Wir waren etwas verwundert, dass dieser Mercedes Sprinter insgesamt 5 Stunden für 150 km benötigen würde. Doch das hatte einen Grund: die erste Stunde ging es auf gut ausgebauten Serpentinen hinauf bis auf 4.300 m. Danach kam der nebelige Regenwald und es ging auf 1.600 m bergab. Landschaftlich war es bildschön. Ein Tal mit reißendem Fluss von wunderschönen Bergen umgeben. Immer wieder lagen größere Steine auf der Straße, die scheinbar kürzlich vom Berg gefallen waren. Zum Glück fuhr unser Fahrer sehr besonnen und defensiv. Wir hatten die beiden Plätze vorne neben ihm  zugewiesen bekommen. Im Bananenland machten wir eine viertelstündige Pause. Hier wuchsen überall Bananen und die riesigen Blätter sind von der Straße gut zu sehen.,



Nach drei Stunden Fahrt auf der Hauptstraße bogen wir plötzlich auf eine nicht asphaltierte Straße ab. Diese dirty road führte steil am Hang entlang und wurde immer dreckiger. Die Chinesen bauen hier gerade einen Tunnel mit riesigem Aufwand. Insgesamt 2 Stunden dauerte die Fahrt noch auf dieser Sandpiste, die teilweise sehr matschig war. Am Ende erreichten wir Santa Teresa und dahinter das Wasserwerk. 




Um 14.00 Uhr begann erst unsere Wanderung nach Aguas Calientes. Nach ein paar Metern an den Gleisen ging es steile Treppen nach oben. Dort gelangte man wieder an Gleise, denen wir 11 km folgten. Die Züge fuhren noch nicht wieder. Lediglich die selbstgebauten Schienenfahrzeuge der Einheimischen waren im Einsatz. 


Die Gleise führten immer parallel zum Fluss. Irgendwann überquerten wir diesen auf einer Brücke. Tanja wurde kümmelblümerant, weil sie das reißende Wasser unter sich sah. Wenig später erkannten wir die Stelle, wo im Dezember ein Erdrutsch für eine Sperrung gesorgt hatte. Riesige Felsen kamen dem Berg runter gestürzt. Einer davon fiel sogar bis in den Fluss. Unterwegs saßen in einem Baum ganz viele, kleine, grüne Papageien, die sich dort satt fraßen. Einer nach dem anderen zog dann weiter. Tolles Schauspiel. 


Ich war nach knapp 10 km wirklich mit meinen Kräften am Ende. Wir schleppten uns gerade noch auf die Straße nach Aguas Calientes. Ein Junge mit einer „Schweinekarre“ setzte gerade einen Touristen ab und fragte uns, ob wir mitfahren wollten. Das war unsere Rettung. Ich fragte ihn noch geistesgegenwärtig was er dafür haben wollte. Er antwortete mit 3 Soles. Los ging die wilde Fahrt. Lustig war das schon mit uns in der Schweinekarre. Als Tanja dann allerdings bezahlen wollte, da wollte der junge Mann plötzlich 50 Soles haben. Ziemlich deutlich machte ich ihm, dass das gar nicht geht. Wir haben ihm am Ende 11 Soles gegeben und ihn verdammt. Das war ein doofer erster Eindruck! 



Und da waren sie dann doch noch: die Demonstranten, die sich gerade auf dem Marktplatz versammelten als wir dort etwas essen wollten. Wir wurden in den ersten Stock gebeten. Catherine, unsere Bedienung, war so unglaublich nett und hat uns eine Unterkunft für 50 Soles pro Nacht und die richtige Website für Tickets für Machu Picchu gegeben. Super nett! Die Krönung war, dass sie uns selber noch zu Fuß zum Hostel brachte. Und dann schaffte es Tanja sogar noch, uns Tickets für Machu Picchu online zu buchen. JUHU, das hat sie richtig super gemacht



28.01.2024 - Wanderung zu Pinkuylluna 

Nach einem mittelmäßigen Frühstück auf dem Plaza de Armas machten wir uns an den steilen Aufstieg zur Inka-Ruine Pinkuylluna, einem gut erhaltenen Lagerhaus, das mitten in den Fels gebaut wurde. 




Schon aus der Ferne sieht diese Ruine mächtig aus. Wenn man sie aber über total unebene Steintreppen erreicht hat, dann wird einem erst so richtig die Größe bewusst. Hier lagerten die Inkas also Kartoffeln und Getreide. 


Wir kehrten dem Lagerhaus den Rücken und kamen zu den Siedlungsruinen. Die Steinhäuser sind bis auf das Dach gut erhalten. Mit Lehm wurden die Steine miteinander verbunden. Dann begannen wir mit dem Abstieg. Das war eine super schöne Wanderung für uns! 


Nun wollten wir aber natürlich noch wissen, ob ein Besuch des Machu Picchu möglich ist oder nicht. Unsere Kontaktfrau winkte zwar nicht gleich ab, verwies aber auf den Abend. 


Wir haben tatsächlich das Go für Machu Picchu bekommen. So ganz wohl ist uns noch nicht, da am Dienstag eine Ministerratssitzung in Agua Calientes stattfindet und wir dann von den stärksten Protesten ausgehen. Auch die 11 km Bahnschienen sollen frei von Demonstranten sein. Morgen früh nehmen wir den Collectivo zum Hydroelectrica. Insgesamt 150 km ist Machu Picchu von hier entfernt. Am Wasserwerk endet die Straße. Wir sind etwas unruhig aber uns einig, dass wir keine Gefahr eingehen werden. Also packen wir unsere Sachen zusammen




27.01.2024 - Streik in Machu Picchu 

Man kann wahrlich an viel schlimmeren Orten stranden als im schönen Ollantaytambo. Trotzdem wirbelt der Streik in Machu Picchu hier vieles durcheinander. Mal sehen was morgen geht.



Nachdem wir etwas enttäuscht waren, dass kein Frühstück bei unserem Hostel mit drin ist, fanden wir auf dem Marktplatz ein Omlette + Obstsalat. Dann erkundeten wir den Ort und schauten uns die Inka-Terrassen von unten an. Die sind sehr gut erhalten und schon echt beeindruckend. 


Durch eine nette Gasse kamen wir zu einem großen Parkplatz, wo gerade ein brasilianisches Wohnmobil entsorgte und Frischwasser auftankte. Wohnmobile sieht man hier äußerst selten. 


Wir schlenderten zum Bahnhof von Ollantaytambo. Es gibt zwei Gesellschaften, Peru Rail und Inka Rail. Beide verkaufen Luxus-Tickets zu wirklich hohen Preisen. Unser Plan war, den Rückweg mit dem Zug zu fahren. Das allein würde pro Person ca. 68 USD kosten. Für peruanische Verhältnisse viel Geld. Und die Abzocke geht am Machu Picchu weiter. Ticket mind. 70 USD, Transfer von Agua Calientes 25 USD. Das lassen die sich ordentlich bezahlen und ich finde es absolut ungerechtfertigt!


Später sind wir auch noch auf die andere Seite des Ortes gegangen. Hier kommt irgendwann eine Brücke über den Fluss. Dann sind wir wieder umgedreht. Der Hunger führte uns zu Don Dante, wo wir nicht gerade landestypisch aber lecker speisten (Bojitos und Curry-Huhn).


Kleines Mittagsschläfchen und dann entdeckten wir doch noch in der letzten Seitengasse den Zugang zum Inka-Warehouse auf unserem Berg, wo wir morgen mal hinwandern wollen. 


Im einzigen Pub des Ortes saßen wir an diesem Abend ganz alleine auf dem super schönen Balkon und bestellten uns einen Liter Bier. Von hier hat man einen super Blick über den Marktplatz und kann alles gut beobachten. 


Zum Abschluss wollte Tanja unbedingt das Heißgetränk probieren, das zwei Straßenverkäuferinnen unter unserem Balkon an viele Einheimische verkauften. Es war ein Tee mit besonderen Zutaten, der immer frisch gemixt wurde. Dazu gab es ein Stück leckeren Sandkuchen. Ergebnis: Kuchen hui, Tee naja.




26.01.2024 - Auf nach Ollantayrambo

Nach vier Nächten in Cusco verlassen wir die Stadt in Richtung Nordwesten. Ziel ist das 60 km entfernte Ollantaytambo, unser Basislager für den Machu Picchu. 


Der Collectivo wurde nicht voll. Mit etwas Verzögerung ging es dann aber los. Der Fahrer berichtete uns von gewerkschaftlichen Streiks in und um Machu Picchu. Es geht darum, dass die Ticket-Händler durch den Online-Verkauf komplett ausgeschlossen werden sollen. Dagegen wollen sie sich natürlich wehren. 


Was für ein zauberhafter Ort? Ollantaytambo liegt wunderschön von Bergen eingehüllt. Der Marktplatz ist super schön angelegt, tolle alte Häuser mit Holzbalkonen säumen den Platz. Von dort gehen schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster ins Innere des Ortes. Der Plaza de Armas ist der Ankunfts- und Abfahrtspunkt für viele Aktivitäten rund um Machu Picchu. 



Ich wollte unbedingt das Handball EM-Halbfinale zwischen Deutschland und Dänemark sehen, deshalb marschierten wir zur Unterkunft. Nach einer saustarken ersten Halbzeit verlor das DHB-Team verdient mit 26:29 Toren. Schade! 


Auf dem Marktplatz wurde heute Abend getanzt. Es sah aus wie ein Indianertanz aber Hauptsache, alle haben Spaß und Freude daran. Wir tranken ein Bier und schauten uns das Treiben aus der Entfernung an. Immer wieder wollte mir ein Dreizehnjähriger Armbänder mit Lamas verkaufen. Ich blieb hartnäckig. Am Ende gab es noch eine Kugel Blueberry-Eis. 


Und dann begangen wir an diesem Abend noch eine Umweltsünde in unserer Badewanne, über die wir nicht weiter sprechen wollen … 



25.01.2024 - Regentag in Cusco 

Heute hatten wir viel zu organisieren. Frühstücken waren wir in einem kleinen Café bei uns um die Ecke. Dann wollten wir noch Geld abheben bei der Caja Arequipa. 


Als wir durch die Textilmeile schritten fing es an zu regnen. Wir kamen dann zur großen Markthalle, die total lebendig im Zentrum von Cusco liegt. Hier essen die Einheimischen, kaufen frische Lebensmittel, Gewürze oder Käse ein. Oder sie trinken einen frischen Fruchtsaft an den vielen Saftständen. 



Wir kauften alle Zutaten für eine ehrliche Nudel ein, die wir dann auch am frühen Abend zubereiteten. Und damit stiegen wir in die Planung der nächsten Tage ein. Es ist nämlich echt kompliziert zum Machu Picchu zu kommen: Bus nach Ollantaytambo, Collectivo bis zum Wasserwerk, 11 km nach Agua Calientes wandern, 1 Nacht dort übernachten, dann früh morgens mit Minivan zum Machu Picchu - geschafft (hoffentlich). Und dann alles wieder zurück.



24.01.2024 - Unterirdische Stadtrundfahrt in Cusco

Mango, Apfel, Blaubeeren und eine echte Banane kamen heute morgen in unseren Joghurt. Wir planten die nächsten Tage: Machu Picchu und Dschungel-Tour im Regenwald des Amazons? 


Mittags verließen wir unsere Wohnung und lösten die kaputte Kamera aus. 100 Soles (25 €) wollte der Typ für seinen gescheiterten Reparaturversuch haben. Angeblich hätte er 6 Stunden daran gearbeitet. Leider ist die Linse der Kamera beschädigt. 


Nach einem Café con leche mit Crêpe (für Tanja gab‘s einen frisch gepressten O-Saft) entschieden wir uns für eine Stadtrundfahrt im offenen Doppeldecker. Am Plaza de Armas ließen wir uns anwerben. Wir wollten die Stadt nochmal aus einer anderen Perspektive entdecken. Der Preis von 35 Soles (9 €) erschien uns realistisch. Dass wir dabei an die Butterfahrt-Mafia geraten waren, wurde uns allerdings erst später klar. 


Zwei Blocks weiter stiegen wir in den Bus ein. Es ging los. Der Bus fuhr dann zweimal um die eher unbedeutende Kirche Santa Theresa, bevor er das Zentrum verließ, um auf den angrenzenden Hügel zu fahren. An zwei archäologischen Parks hielten wir, wo uns ein Buch angeboten wurde. Dann wurde ein Foto von der Gruppe gemacht. Auch das konnte kostenpflichtig erworben werden. Wenig später hielt der Bus an einem Textilladen, wo alle doch mal reingehen sollten. Wir blieben im Bus und hatten den Braten inzwischen gerochen. 



Es ging noch zur Jesus-Statue und dann wieder zurück in die Stadt. Dann ging’s zum Ausgangspunkt zurück. Keine Führung durch das historische Zentrum oder am Stadion vorbei. Das war echt schlecht, fast schon unterirdisch. 


Dann hatte auch noch der Inder zu, aber mit Glück fanden wir ein nettes Restaurant in der Fußgängerzone. Auf dem Rückweg holten wir sogar noch unsere frische Wäsche ab. 



23.01.2024 - Ausflug ins Heilige Tal nach Pisac 

Heute wollen wir mal nicht das Standard-Frühstück einnehmen, sondern haben uns frisches Obst mit Joghurt gekauft. Außerdem gibt es einen anständigen Kaffee mit Milch. 


Gegen 9.00 Uhr verlassen wir unsere Wohnung mit einer dicken Tüte schmutziger Wäsche unterm Arm. Neben uns gibt es einen Laundry-Service. 1 kg Wäsche kostet 5 Soles (1,25 €). Es waren mal wieder 4 kg. Bis morgen wird alles frisch gewaschen und zusammengelegt. 


Tanja hatte den Weg zum Collectivo, der nach Pisac fährt, herausgefunden. Dafür mussten wir 2,5 km durch die Stadt laufen. Wir waren gut eingecremt und besorgten uns unterwegs noch ein Wasser. Kurz vorm Ziel schrie uns ein Mann aus einem Transporter an, ob wir mit nach Pisac wollen. Der Collectivo war bumsvoll. Tanja sollte nach hinten und ich ging zu dritt nach vorne. Doch hinten saß schon ein Kind auf dem letzten Platz, so dass Tanja die 20-minütige Fahrt auf der Stufe vor der Schiebetür verbrachte. Die Fahrt war verdammt wild und kurvenreich. Der Typ ist bis zu 100 km/h schnell gefahren, obwohl hier 35 km/h erlaubt waren. Allerdings kannte er die Strecke wie aus seiner Westentasche. Nach 33 km kamen wir durchgeschüttelt in Pisac an. 


Tanja ging es gar nicht gut. In dem süßen Ort schlenderten wir zum Plaza de Armas. Unglaubliche Berge umgeben dieses Tal. Im Touri-Office informierten wir uns erstmal ganz genau über diesen archäologischen Park. Wir mussten mit dem Taxi ca. 7,5 km weiter steil bergauf und konnten dann in ca. 3 Stunden wieder zurück ins Dorf laufen und kämen dabei an allen drei Ausgrabungsstätten vorbei. Der Eintritt kostete 70 Soles (17,50 €) pro Person. 


Du hast den Mund nicht mehr zubekommen so schön war es hier oben. Gleich am Anfang erklärte uns ein Guide, dass dies hier der große Ableger vom Machu Piccu sei. Die grünen Berge, der blaue Himmel und die Wolken, dazu die Inka-Ruinen und die Terrassen. Und dann diese abwechselnde Licht. Vielleicht war es die Magie dieses Ortes, die uns erstarren ließ, denn wir hatten an diesem Tag keine Kraft für eine 3-stündige Wanderung. Wir krackzelten um die Ruinen herum und machten noch tolle Fotos mit den Alpakas. Dann ging es mit dem Taxi wieder zurück nach Pisac und mit dem Collectivo nach Cusco. 




Was war denn plötzlich hier auf den Straßen los? Ein ohrenbetäubender Lärm herrschte hier in der Stadt. So viele Menschen hatten wir hier noch nie gesehen. Überall vor den vielen Läden standen die Verkäufer und boten lauthals ihre Waren an. Von den engen Fußwegen musste man immer wieder auf die Straße ausweichen. Der Verkehr staute sich und natürlich wurde viel gehupt. Puh das war auch für Stadtmenschen wie uns total anstrengend. Wir waren dann froh als wir zurück in unserer Wohnung waren




22.01.2024 - Ankunft in Cusco 

Die lange Busfahrt stand uns bevor, war dann aber doch angenehmer als erwartet. In Cusco hatte Tanja uns für vier Nächte eine Airbnb-Wohnung in der Altstadt gebucht. Mit dem Taxi ließen wir uns für 10 Soles (2,50 €) vor die Tür kutschieren. Hier waren wir um 8.00 Uhr morgens mit dem Vermieter verabredet, um schon mal unser schweres Gepäck in den Innenhof stellen zu können. Um 12.00 Uhr waren wir dann nochmals zum Einziehen verabredet. 




Wir frühstückten in einem ganz schönen Innenhof eines Hotels. Die Häuser haben hier ganz viele Innenhöfe und häufig Holzveranden vor der Tür. Dann zog es uns auf Stadterkundung. Unglaublich viele stylische Bars, Cafés und Restaurants gibt es hier in der Altstadt von Cusco. Wunderschön sind die reichlich verzierten Erker und Balkone an den über 500 Jahre alten Häusern. 


Der Plaza de Armas wird umsäumt von zwei großen Kirchen, an denen je 10 Polizisten mit Schlagstöcken und Schutzschilden ausgestattet sind. Unterwegs fanden wir sogar noch ein Fotofachgeschäft, das sich unsere Kamera anschauen will. Ein letzter, verbitterter Versuch. 


Wir kauften ein paar Lebensmittel im Supermarkt Orion ein und waren dann pünktlich um 12.00 Uhr wieder zurück. Schlüsselübergabe mit Carlos, Einzug, Mittagsschläfchen, Handballsieg über Ungarn bejubelt, und dann die aus Deutschland als Notration mitgebrachten Spaghetti etwas aufgepäppelt gekocht und verschlungen. Man war das mal lecker! 


Abends brachte ich noch meine eine Wanderhose zum Nähen nebenan. Die Kamera brachten wir auch noch weg. Und dann tranken wir zum Abschluss des Tages ein Bier und ein Maracuja-Sour in einem Café in der Altstadt. 


Was die Peruaner gar nicht in der Gastronomie können ist Flexibilität. Auf der Karte stand ein Kaffee mit Baileys. Tanja wollte einen Baileys auf Eis bestellen. Das ging aber nicht. Hatten wir schon mal mit Nachtisch erlebt.


Neben der stylischen Gastronomie gibt es hier auch jede Menge hochwertiger Alpaka-Boutiquen und Outdoor-Läden. Sogar Patagonia hat hier eine Filiale. Was wirklich nervt ist, dass wir von so vielen Massage-Verkäuferinnen, Malern, Kunsthandwerksverkäufern und Kindern, die alles mögliche verkaufen, angesprochen wurden. 




21.01.2024 - Nachtbus nach Cusco (532 km)

Wir verabschiedeten uns von der schönen Insel und nahmen das Boot um 10.30 Uhr zurück nach Copacabana. Die Überfahrt war aufgrund der Abgase saumäßig unangenehm. Das Boot war vollkommen überladen und der Motor arbeitete am Limit. Wir waren froh als wir wieder auf dem Festland ankamen. 


Doch was war hier denn los? So viele Bolivianer auf der Straße, einige verkleidet, die Autos und Straßen geschmückt. So viele Busse und Collectivos hatten wir noch nie gesehen. Am Nachmittag erfuhren wir, dass einen Tag später der Nationalfeiertag in Bolivien war. Wir waren nur irritiert darüber, dass alle Menschen abends wieder weggebracht wurden. 


Mittags wollten wir gern ein letztes Mal „Trucha“ essen, bevor wir dem Titicacasee den Rücken kehren. Und das taten wir dann in unserem Lieblingsrestaurant. Der Besitzer kannte uns schon und machte uns eine extra große Portion. Tanja bestellte wieder Gemüse-Lasagne. Beides war wieder sehr lecker! 


Wir holten unsere großen Rucksäcke aus dem Hotel Utama, wo wir diese zwei Tage zwischenlagern konnten. Um 17.30 Uhr sollten wir an dem Büro der Busgesellschaft sein. Wir hatten uns für den Nachtbus nach Cusco zwei Tickets besorgt, mussten aber in Puno noch einmal umsteigen. 


Ohne Probleme passierten wir die bolivianisch-peruanische Grenze. Hier warteten auf der anderen Seite gerade zwei deutsche Wohnmobile auf die Einreisepapiere. Die hatten ihre Kastenwagen über Baltimore verschifft. Das fanden wir echt spannend. 


Zu Zehnt ging es mit einem riesigen Bus nach Puno. Dort brach nochmal kurz Hektik aus und im Gänsemarsch ging es aus dem Busterminal raus auf die Straße. Dort wurden wir von einem 5-Sterne-Bus eingesammelt. Und wahrlich hatte ich noch nie so viel Platz in einem Bus. Unglaublich komfortabel waren die Sitze, die Du fast zu einem echten Bett runterkippen kannst. Und los ging’s nach Cusco (8,5 Stunden).



20..01.2024 - Wanderung von Nord nach Süd 

Es war meine dritte schlechte Nacht infolge und ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, ob ich die Wanderung schaffen kann. Trotzdem beschlossen wir am nächsten Morgen, dass wir es probieren wollten. 


Nach dem Frühstück kam der Abstieg. 25 Minuten brauchten wir zum Hafen von Yumani. Wir waren uns beide ganz sicher, dass wir den Typen mit dem Boot nicht wieder erkennen würden. Na super. Dann setzen wir uns einfach unübersehbar direkt an den Hafen. Und nach 20 Minuten sprach uns tatsächlich ein Bolivianer an, dass er heute die Tour für seinen Kollegen übernehmen würde. Achja, okay. 


20 Minuten später saßen wir in einer Nussschale mit vier Sitzen und ein paar Bänken an Bord. Unser Captain telefonierte hektisch, weil wohl noch Passagiere fehlten. Zwei Brasilianer holten wir noch vom Inka-Tempel ab, eine bolivianische Familie kam als Letztes dazu. Dann ging das Geschaukel los. Es war gar nicht so starker Wellengang, aber dieses kleine Boot kam kaum gegen an. So dauerte das Geschaukel ganze 40 Minuten bis wir den Hafen von Challapampa im Norden der Insel erreichten. 


Von dort starteten wir unsere Wanderung. Es war inzwischen 11.00 Uhr und unser Ziel war es, vor Einbruch der Dunkelheit (19.30 Uhr) wieder zurück bei unserer Unterkunft zu sein. Zuerst ging es zum Nordzipfel vorbei an super schönen Stränden und Buchten. Der Weg war gut markiert und die Steigung war okay. Erst ab dem Heiligen Fels nahm das Schicksal seinen Lauf. Insgesamt drei Gipfel über 4.000 m waren zu überqueren. Eigentlich waren es nur 100 Höhenmeter, fühlten sich aber bei der Höhe an wie 1.000 m an.  Zum Glück schien die Sonne nicht ganz so intensiv. Hier oben musst du dich trotzdem voll eincremen, wenn du einen Sonnenbrand verhindern willst. Eine Kopfbedeckung ist Pflicht.






Ganz langsam und mit vielen Pausen schafften wir unsere Strecke von 11,7 km und waren pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit wieder in unserer Unterkunft. Und wir waren verdammt stolz auf uns! 


Beim Abendessen ließen wir den Tag nochmal Revue passieren, es war wirklich eine unglaublich schöne Insel. Diese Landschaft, die ganzen Tiere (Lamas, Esel, Schafe, Alpakas, Pferde, Mullis, Hühner, Katzen) die hier fast frei leben. Immer wieder trafen wir die Tiere am oder auf dem Weg. Es war wirklich ein schöner Tag und wir schliefen schnell und erschöpft ein.



19.01.2024 - Isla del Sol

Eine Insel ohne Autos, Straßen, Lärm und Hektik. Das ist die Isla del Sol. Um 8.30 Uhr geht es vom Hafen in Copacabana los. Das Boot tuckert 1,20 Stunden bis zum südlichen Teil der Insel in den Hafen von Yumani. Mit uns steigen 48 weitere Touristen hier aus, meist Tagesgäste. 


Eine steile Steintreppe führt vom Hafen weg zum Ort hinauf. Die hatten wir mit vier kleinen Pausen noch gemeistert, doch der Weg danach war genauso steil und steinig. Zum Glück hatte ich Wanderstöcke dabei. Darauf war ich nicht vorbereitet. Bis zu unserer Unterkunft waren es „nur“ 600 m, aber die hatten es wirklich in sich und waren eine echte Tortur. Ich war vollkommen fertig als wir ankamen. 




Nachmittags erkundeten wir noch die unmittelbare Umgebung. Der Blick von unserer Terrasse ist der Wahnsinn! Du guckst auf terrassenförmige Hügel, der See sieht aus wie ein Meer und im Hintergrund ragen schneebedeckte 6000er-Gipfel aus den Wolken. Hier gibt es überall nur Pfade, immer wieder kommen Dir Einheimische mit Eseln oder Lamas entgegen. Obwohl der Tourismus inzwischen eine große Rolle spielt, bestellen die Einwohner ihre Felder auf traditionelle Weise. Und das ist harte körperliche Arbeit.


Wir tranken noch ein Bier auf der Terrasse und mummelten uns dick in eine Wolldecke ein. Abends wollten wir die Pizzeria unserer Vermieter unterstützen. Uns erwartete eine wirklich sehr leckere Pizza, die eigentlich viel zu groß für uns war. 


Uns sprach vorm Essen ein Mann an, ob wir den Wanderweg in den Norden planen würden? Er könnte uns mit seinem Privatboot in den Norden bringen und wir müssten dann nur die Hälfte zurück wandern. Das klang echt gut und der Preis passte auch. Der Weg war knapp 12 km lang. Wir schlugen ein, ohne dass wir so richtig wussten was uns erwartet.



18.01.2024 - Letzter Tag in Copacabana 

Nach einem ausgiebigen Frühstück (Joghurt, Müsli, Rührei, Brötchen) ging es Richtung Kirche. Vormittags ist hier immer Markt und die Einheimischen bieten auf der Straße ihre Waren an, meist frisches Obst und Gemüse. Hier gibt es erstmals auch Stände mit riesigem Popcorn. Aber auch fliegende Händler sind hier unterwegs. Und in der Markthalle wird frisches Fleisch angeboten. 


Die Kathedrale hat eine große Bedeutung weit über die Region hinaus. Viele Katholiken pilgern hierher. Uns fielen die vielen geschmückten Autos vor der Kirche auf. Wir dachten gleich an eine Hochzeit, doch dem war nicht so. Der Priester sollte die Autos der Reihe nach segnen. Und diese Prozedur verfolgten wir mal ganz gespannt. 



Wir gingen nochmal den Strand ab, dabei entdeckte Tanja doch tatsächlich zwei Wohnmobile auf einer Anhöhe. Uns ist das alles viel zu viel Gaudi am Strand. Hier badet niemand im See, dafür ist das Wasser zu kalt. Auf dem Rückweg gab es noch ein paar Nachos und dann ging es zum Mittagsschläfchen. Tanja wollte sich weitere Infos zur Weiterreise nach Cusco einholen. Ich selber konnte tatsächlich das EM-Spiel Deutschland - Island live verfolgen. Das geht mit einer VPN-App, die den Standort in Deutschland vortäuscht. 


Abends waren wir noch lecker essen, es gab Trucha a la plancha aus dem Titicacasee (Lachsforelle) und Gemüselasagne. Als wir das Restaurant verlassen haben, trauten wir unseren Augen kaum. Auf der Straße war ein Jahrmarkt auf Rädern. Jeder Trekker war dekoriert und hatte 3 drehende Karussells auf dem Hänger. Die Bolivianer waren völlig aus dem Häuschen und ließen sich in dem Karussell um den Block fahren.




17.01.2024 - Krankenzimmer Utama

Das gibt’s doch wohl nicht. Sonst hab ich ein Magen wie ein Bär und jetzt habe ich mir zum dritten Mal Magen-/Darm eingefangen. Tanja hat mir heute Morgen Antibiotikum aus der Apotheke besorgt. 


So waren wir bis zum Essen den ganzen Tag im Bett. Tanja konnte ihren Toledo heute ausgiebig testen. Morgen geht die Sonne wieder auf!




16.01.2024 - Copacabana/Bolivien

Die Nacht war kurz und die Hunde bellten früh morgens auf der Straße. Aber es hat mal wieder alles geklappt. Wir lassen Puno hinter uns und fahren mit dem Bus auf die bolivianische Seite des Titicacasees. 




Insgesamt 147 km waren es nach Copacabana. Der Grenzübertritt nach Bolivien war problemlos. Das Wetter war hier viel schöner als in Puno. Und der Ort war viel leiser und entspannter, genau wonach wir suchten. Nach kurzer Lagebesprechung holten wir Bolivianos aus dem Geldautomaten und machten uns auf den Weg zum Hotel. Für 14 €/Nacht hatten wir ein tolles Zimmer mit Seeblick bekommen. Da wußten wir noch nicht, dass die Dusche lebensgefährlich ist. 




Der Titicacasee liegt auf 3.800 m Höhe und ist der höchstgelegendste, schiffbare See der Welt. Er ist 15,5-mal so groß wie der Bodensee. 60% gehört davon zu Peru, 40% liegt in Bolivien. Der Titicacasee ist fester Bestandteil der Inkakultur und noch heute leben teilweise indigene Menschen auf den Inseln. 


Hübsch ist Copacabana auch nicht. Es ist ein Touristenort mit vielen Hotels und Restaurants. Auf dem Wasser ziehen Boote die neuen Versionen von Banana Riding hinter sich her. Drachen und Kraken sind am Start. Wir schlenderten an der Promenade entlang. Wie überall wirkt alles unaufgeräumt und nicht fertig gestellt. Häuser werden angefangen und nicht zu Ende gebaut. Straßen werden nicht ausgebessert. Das sieht für uns Europäer echt schlimm aus. Vermutlich fehlt hier das Geld. 


Am frühen Abend fiel uns dann auf, dass wir hier in Bolivien die Uhren um eine Stunde vorstellen müssen. Hatten wir nicht auf dem Schirm.




15.01.2024 - Von Chivay nach Puno

Den Vormittag organisierten wir uns in Chivay. Dann ging es pünktlich um 13.00 Uhr Richtung Puno am Titicacasee. Der Bus fuhr den Patachampa-Pass hoch auf die 4.910 m und noch bevor er den Gipfel erreichte sahen wir die erste Alpaka-Herde an einem Hang grasen. Es sollten noch so viele Alpakas, Vikunjas und Lamas an diesem Tag dazukommen. Wie Schafe stehen sie hier auf den Weideflächen, manchmal auch ganz dicht an der Straße. 


Die ersten Vikunjas 


Der Gipfel des Patachampa-Passes war unspektakulär. Es war kalt und windig hier oben, die Luft verdammt dünn. Aber der Gedanke, dass man gerade höher als der Montblanc steht, lässt einem die Beine schon mal wackeln. 



Dann erschloss sich eine so phänomenale Landschaft, die man nicht auf Fotos abgebildet bekommt. Tanja fragt mich, ob ich die Ölgemälde kenne, auf denen Konturen von Bergen gemalt werden. Die schönen Berge erinnern ein bisschen an Norwegen, doch die Weite ist einzigartig. Immer wieder sieht man in der Ferne Lama-Herden. Das Licht strahlt die Berge immer wieder anders an. Dadurch wirken sie unterschiedlich. Toll, ich bin echt geflasht! Dann kommen kleine Lagunen, in denen Flamingos rasten. Es folgt ein malerischer See. Wir halten noch ein paar Mal unterwegs, um diese gigantischen Ausblicke zu genießen. Allein wäre ich hier nicht an einem Tag durch den Nationalpark gekommen, denn ich hätte viel zu häufig anhalten müssen, um Fotos zu machen. 





Im Dunklen kamen wir durchgerüttelt in Puno an. Die Straße war im schlechten Zustand. Das Hotel lag unsexy an einer Hauptstraße. Das Zimmer roch nach irgendwelchen Mitteln. Wir besorgten uns noch zu Fuß am Busterminal zwei Tickets für den nächsten Bus morgen früh nach Copacabana für 30 Soles (7,50 €). Dann wollten wir noch eine Kleinigkeit essen, doch das war wirklich schwierig. Es gab hier nur, aber wirklich ausschließlich Pollerias, also Imbisse mit Hähnchen und Pommes. Wir wollten uns dann ein bisschen Obst holen, doch die Straßenverkäufer hatten inzwischen schon Feierabend gemacht. Mist, also bestellten wir ¼ Hähnchen mit Pommes. Ich konnte nur ganz wenig davon essen, Tanja ließ auch eine Menge übrig. Wir hatten beide Angst, morgen mit Magenschmerzen aufzuwachen. 


Und so haben wir morgen früh Programm:

5.30 Uhr: Aufstehen und Sachen packen 

6.00 Uhr: Frühstück im Hotel 

6.20 Uhr: Abfahrt mit Taxi zum Busterminal

7.00 Uhr: Abfahrt mit Fernbus nach Copacabana



14.01.2024 - Wanderung in Yanque 

Hier sind gerade 3 Grad und wir liegen unter unseren warmen Alpaka-Decken. Heizung und Dämmung kennt man hier nicht.Mir geht’s viel besser und ich hab mindestens 7 Stunden geschlafen. Ich kann wieder tief durchatmen. 


Der Tag beginnt hier früh und endet auch früh. Spätestens um 20.30 Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt. Darauf muss man sich einstellen. 


Hier in Yanque (gesprochen: Junkie) gibt es heiße Quellen, zu denen wir heute wandern wollen. Dazu mussten wir aber zuerst einmal den Canyon überqueren. Unweit unseres Hostels gab es eine Hängebrücke. Dann ging es steil nach oben zur Straße. Nicht weit entfernt kam der Abzweiger zu den Ruinen von Uyo Uyo. 






Uyo Uyo war ein Vorinka-Dorf, das der Colagua-Kultur der Region, die später von den Inkas besetzt wurde, zugeschrieben wird. Man glaubt, dass Uyo Uyo die ursprüngliche Hauptstadt des Colca-Tals war. Die Ruinen stammen aus der Zeit um 1200.


Ziemlich steil ging es hinab zur Straße. Vorbei an Landarbeiterinnen in Trachten, Eseln und Schafen, sahen wir von oben schon die ersten Becken, die mit Thermalwasser gefüllt waren und dampften. Gerade als wir den schmalen Weg hinunter gingen fing es stark an zu regnen. Auf Regen waren wir vorbereitet und hatten unsere Regenjacken dabei. Klitschnass kamen wir zum Eingang der heißen Quellen an. Dort konnten wir uns kurz in einer Baracke unterstellen. Dann kam die Sonne zurück. Auf Empfehlung des gestrigen Pärchens gingen wir zu den Becken, die etwas Abseits waren. Ausgezogen, Badehose an, und ab ging’s in das 39 Grad warme Wasser. Oh wie herrlich war das denn bitte? Wir haben das so sehr genossen und aalten uns bestimmt 20 Minuten in dieser heißen Quelle. 




Als wir uns wieder anzogen kam ein Hotelangestellter um die Ecke und erklärte uns auf Spanisch, dass es sich hierbei um ein Privatbereich des Hotels handelte und wir bitte gehen sollten. Ups wir hatten kein Schild gesehen, das darauf hinwies. War trotzdem super schön! Ich war danach nur fix und fertig. Tanja meinte, ich sei bockig, ich konnte einfach nicht mehr und wollte mit dem Taxi zurück zur Unterkunft. So kam es zu leichten Meinungsverschiedenheiten. Aber Tanja hielt dann am Ende noch ein Collectivo an, das uns für 2 Soles zurück zum Plaza de Armas brachte. Da haben wir uns dann auch schnell wieder vertragen! Zum Abendbrot gab es frische Avocado mit Cracker. 



13.01.2024 - Yanque

Und noch eine verkorkste Nacht mit wenig Schlaf. Mir ging’s scheiße. Nach einem letzten Frühstück bei Ludwig ging es vollgeladen zum Plaza de Armas, wo wir ein Collectivo nach Yanque kriegen sollten. Es dauerte schon ein Weilchen bis es losging, weil der Fahrer noch seinen Renault-Bus 16-Sitzer putzen musste. 


Die Straße war im schlechten Zustand. Immer wieder riß der Asphalt ein oder derbe Schlaglöcher wurden umfahren. Wir waren die einzigen Touristen im Van. Immer wieder hupte unser Fahrer in den Dörfern, ob noch jemand mitfahren möchte. Am Ende erreichten wir nach knapp einer Stunde das 45 km entfernte Yanque im Colca-Tal. 


Unser Hostel war zum Glück nur 250 m entfernt und bevor Tanja uns in die falsche Richtung schickte orientierte sie sich noch einmal und schwups waren wir schon da. Ein sehr gepflegter Garten und ein Peruaner, der kein Wort Englisch sprach, erwartete uns. Wir bekamen ein Zimmer im ersten Stock mit einem Hanmerblick auf die Berge. Alle Zimmer haben hier große Fenster, damit man den Blick genießen kann. Wunderschön! 


Nachmittags hingen wir am Plaza de Armas ab. Die im Kolonialstil erbaute Kirche hatte schweren Schaden beim Erdbeben vom 26.08.2016 erlitten und muss seitdem statisch gestützt werden. Das Beben hatte damals eine Stärke von 5,2 und kostete hier 6 Menschen das Leben. 


Die Schäden vom Erdbeben sind noch immer zu sehen!


Nach einem Cappuccino und Tea gingen wir ohne Essen zurück. Tanja ging es deutlich besser, mir leider noch nicht. Wir machten noch einen kleinen Spaziergang zum Fluss. Das Licht war gerade ganz schön. Den ganzen Vormittag strahlt hier immer die Sonne, dann regnet es öfter am Nachmittag. 




Auf unserer gemeinsamen Terrasse lernten wir noch Wolfgang und Martina aus Weiden (Oberpfalz) kennen. Die beiden waren wie wir seit Anfang Januar in Peru unterwegs und hatten natürlich ähnliche Dinge erlebt. Nettes Pärchen. 


Zum Abschluss probierten wir es noch einmal im favorisierten Restaurant am Plaza de Armas und siehe da es hatte geöffnet. Es gab für Tanja Lomo Saltado, das Nationalgericht aus Rind mit Zwiebeln, Paprika und Reis (und eigentlich wenige Pommes noch dazu). Ich hatte Tomate Mozzarella für mich bestellt. Wir fragten uns wie dieses Restaurant überleben könne, denn wir waren die einzigen Gäste. Das Essen war sehr lecker und so taperten wir im Dunklen nach Hause. Wir hatten das erste Mal Einzelbetten und das war für diese Nacht aufgrund von Durchfall und Schnarchattacken gar nicht so schlecht.



12.01.2024 - Wanderung Colca-Canyon 

Laut volcanodiscovery.com hat es in den letzten 7 Tagen insgesamt 18 Erdbeben in Peru gegeben, zuletzt gestern in Arequipa, wo wir gerade herkommen. In Paracas saßen wir auf dem Balkon und unter uns fuhr kurz eine U-Bahn durch. War das etwa ein kleines Erdbeben? 


Wir sind höhenkrank, uns hat’s erwischt. Schwindel, Übelkeit, Durchfall, Schlaflosigkeit. Das volle Programm. Hoffentlich geht das schnell wieder weg. Und dann schnarcht Tanja plötzlich wie eine Große. Hat sie im Flachland auch nie gemacht. Es ist 1.40 Uhr und ich habe noch kein Auge zu bekommen. Fehlt jetzt nur noch der Hahn vom Nachbarn, der demnächst zu krähen anfangen müsste. Er hat sich bis 5.15 Uhr bedeckt gehalten.


Auf so einer langen Reise ist es immer schwer zu akzeptieren, dass etwas unvorhergesehenes passiert. Als großer Fotofan ist der Ausfall unserer Reisekamera schwer zu verkraften gewesen. Zum Glück gibt es Handys mit Kameras. 


Nach dem Frühstück wollen wir heute zu einem der drei Viewpoints, die gleichzeitig die Eingangstore zum Abstieg in den Canyon sind. Der Weg führte aus dem Ort vorbei an Maisfelder zu einem Unterstand, wo schon eine Peruanerin auf uns wartete. Wir mussten bei ihr nämlich unsere Tickets vom Nationalpark vorzeigen. Und dann erwartete uns ein atemberaubender Blick auf den Canyon. Bei klarer Sicht konnten wir bis zum Rio Colca, der knapp 3.300 m unter uns lag, blicken. Wahnsinn! Das war der bisher schönste und spektakulärste Ausblick. Eine tolle Landschaft flasht uns hier gerade. 






Auf den Bergen gegenüber lag zum Teil Schnee. Die dirty roads wirkten wie mit einem Messer eingeritzten Linien auf einem Marmorkuchen. Hier war nun auch der Einstieg in die Schlucht. Aufgrund unseres schlechten Zustands kam der Abstieg für uns nicht in Frage, obwohl der Weg einen guten Eindruck machte. Nach reichlich Fotos kehrten wir also um. Zwei Bergführer mit Mulis beobachteten wir. Die armen Tiere müssen die im Canyon gestrandeten Touris retten und zurückbringen. 


Auf dem Rückweg begleitete uns die ganze Zeit ein süßer schwarzer Hund, der sogar auf uns wartete, wenn wir eine von vielen Pausen einlegten. Um 12.20 Uhr legten wir uns einfach ins Bett und waren krank.



11.01.2024 - Cabanaconde 

Puuuh das war wirklich früh. Pünktlich um kurz nach 3.00 Uhr wurden wir abgeholt. Wir waren die Letzten, so dass uns nur noch die letzte Reihe im 16-Sitzer Mercedes Sprinter blieb. Jede Bodenwelle spürten wir. Der Guide sprach Spanisch und Englisch und war ein netter Junge. Die Fahrt hatte es wirklich in sich und dauerte 3 Stunden nach Chivay. Dort gab es ein kleines Frühstück. Beim Aussteigen wurde uns beiden ganz schwindlig hier auf 3.600 m. 


Dann ging es weiter am Markt vorbei nach Cabanaconde mit Zwischenstopp beim Cruz del Condore. Tatsächlich haben wir zwei Condore in der Luft gesehen. Aber allein der Blick auf die Bergwelt war der Hammer! Davor schlängelt sich der Canyon durch die Landschaft, sehr beeindruckend. Sage und schreibe geht es dort über 3.000 m in die Tiefe. Damit ist der Colca-Canyon die zweittiefste Schlucht der Welt. Die tiefste Schlucht findet man in Nepal. 





Gegen 9.00 Uhr wurden wir in Cabanaconde ausgekippt und liefen zu unserem Hostal inklusive Restaurant „Pachamama“, das von Ludwig und seiner Frau betrieben wird. Hier herrschte gerade reger Abreisebetrieb. Natürlich waren die Zimmer so früh morgens noch nicht fertig gereinigt. Wir tranken einen Kaffee und Tee und beobachteten die jungen Backpacker mit all ihren Anliegen. Ein dicker roter Kater lag unter dem einen Stuhl im Restaurant. Draußen tobten Lola und ein zweiter Hund im Innenhof rum. Leider zogen immer mehr Wolken auf und es fing das erste Mal an zu regnen. 






Wir zogen uns zum ersten Mal unsere Jacken an, um die Umgebung zu erkunden. Im hintersten Ort dieses Sackgassen-Tals leben tatsächlich noch Menschen, vollkommen abgeschlagen und von 5000er-Bergen umgeben. Der Regen wurde stärker und wir brachen unseren kleinen Ausflug ab. In unserem Hostal kam gleich Lola, ein wirklich süßer Mischlingsrüde, auf uns zu und wollte gestreichelt werden. Tanja hatte einen neuen Freund! 


Die Höhe hat uns heute ganz schön zugesetzt. Uns war schwindelig bei der kleinsten Bewegung. Tanja hatte dazu noch Halsschmerzen. Cabanaconde ist kein schöner Ort, aber der Ausgangspunkt für viele Wanderungen in den Canyon hinein. Die kürzeste ist mit 2,5 Stunden Abstieg und 3,5 Stunden Aufstieg angegeben. Wir sind uns noch unsicher, ob wir das morgen bei dieser dünnen Luft probieren sollten



10.01.2024 - Letzter Tag in Arequipa 

Unsere Reisekamera haben wir schweren Herzens so gut wie aufgegeben. Heute waren wir bei Claro, um unsere Prepaid-Karte aufzuladen. Jetzt haben wir wieder 10 GB auf dem Handy. 


Unsere Vermieterin Rosi 





Über die App NordVPN konnten wir heute Nachmittag sogar das Eröffnungsspiel der Handball EM 2024 Deutschland gegen Schweiz vor einer Weltrekordlulisse von 53.000 Zuschauern live sehen. Die DHB-Auswahl überzeugte und gewann 27:14. 


Ansonsten organisierten wir heute unsere weiteren Stationen im Colca-Tal. Unsere Vermieterin Rosi hat uns dabei sehr geholfen. Morgen früh holt uns ein Touristenbus um 3 Uhr morgens ab und es geht zum Frühstücken nach Chivay über den Patapampa-Pass. Anschließend geht es weiter nach Cabanaconde. Dort haben wir uns für eine Nacht eingebucht. 


Jetzt packen wir unsere Sachen zusammen und stellen uns für 2.30 Uhr den Wecker



09.01.2024 - Es geht wieder besser 

Langsam geht’s mir wieder besser und die Magenschmerzen lassen nach. Wir hatten uns bei Inkafarma noch ein Medikament geholt. Vielleicht hat das uns ja über Nacht geholfen. 


Unsere Kamera ist gestern kaputt gegangen und wir sind noch nicht mal 2 Wochen unterwegs. Scheiße, Scheiße, Scheiße! Den ganzen Vormittag haben wir einen Reparatur-Service in Arequipa gesucht und sind dabei an einigen Bastelbuden vorbeigekommen. Keiner wollte unsere Kamera reparieren. Und es gibt hier nicht mal eine neue Kamera zu kaufen. Ich bin sehr traurig darüber!


Quer durch die Stadt sind wir gegangen. Auf einem Platz ruhten wir uns im Schatten etwas aus, da kamen zwei Frauen mit bestimmt 10 Baby-Kätzchen in drei Körbchen. Wir glauben, dass die eine Frau die Tiere in ein gutes Zuhause vermitteln wollte. Die Namen der Abnehmer notierte sie in einem Buch. 


Abends sind wir dem Restaurant-Tipp unserer Vermieterin gefolgt, doch leider hatte das Restaurant geschlossen. Ein Burger und Fajitas auf peruanisch waren die Alternativen. Auf jeden Fall sind wir nicht mehr krank! 


Und dann mussten wir noch feststellen, dass uns der SIM-Kartenverkäufer aus Lima beschissen hat. Statt der gekauften 25 GB waren nur 3 GB auf der Prepaid-Card. Läuft heute bei uns.



08.01.2024 - Höhentraining in Arequipa 

Wir sind gerade auf 2.300 m Höhe. Gestern war uns manchmal ein bisschen schwindlig und übel. Ist das die Höhe oder der fehlende Schlaf von der Busfahrt? Das werden wir heute herausfinden. 


Das Frühstück war ausgiebig und sehr lecker. Zu den Brötchen gab es Käse und Marmelade sowie dunkle Oliven. Außerdem gab es wieder Rührei und einen pürierten Papayasaft. Dazu natürlich Tee oder Kaffee. Und getrocknete Cocablätter lagen in einem Korb daneben. Die musste ich nach dem Frühstück natürlich mal probieren. Schmeckt wie grüner Tee. 


Mir ging es gar nicht gut. Ich hatte Bauchschmerzen und Durchfall. Trotzdem zogen wir los zur Mundo Alpaca, einer wollverarbeitenden Fabrik mit Tieren und Verkauf und zum Viewpoint Yanahuara, von dem man einen tollen Blick auf den berühmtesten Vulkan Perus, dem Vulkan Misti mit seinen 5.925 m haben sollte. Leider war der Vulkan wolkenverhangen. 


Wir schafften es gerade noch in unsere Unterkunft, dann saß ich auch schon wieder auf der Toilette. Viel war heute nicht mit mir anzufangen. Am frühen Abend ging es kurz in die Pasta Canteen. Ich hatte tatsächlich Appetit und konnte was essen, aber danach zog mich die Toilette wieder magisch an! Das Höhentraining hatten wir uns anders vorgestellt.



07.01.2024 - Ankunft in Arequipa 

Die Busfahrt war anstrengend. Die Klimaanlage lief auf volle Pulle, die Frau vor mir hatte ihren Sitz maximal in die Liegeposition gestellt und es ruckelte die ganze Fahrt über. Trotzdem haben wir es geschafft und erreichten Arequipa in den frühen Morgenstunden. 


Als Tanja kurz auf Toilette war sprach mich eine Peruanerin auf englisch an, ob wir noch eine Unterkunft suchen würden. Ganz unaufgeregt zeigte sie mir ihre Zimmer auf einem Flyer. Vieles entsprach unseren Vorstellungen und der Preis von 19 €/Nacht inklusive Frühstück war unschlagbar. Also schauten wir uns das Ganze mal an. Und Zack haben wir uns dafür entschieden. Wir konnten natürlich auch sofort einziehen. 


Nach einer Dusche und intensivem Zähneputzen machten wir ein kleines Schläfchen. Dann ging es zu Fuß zum Plaza de Armas, dem bisher schönsten Platz auf unserer Reise. Die Catedral de Arequipa ist total beeindruckend. Die Collonaden drum herum super erhalten. Der kleine Park davor ist mit Liebe angelegt. Den ganzen Weihnachtsschmuck wie Tannenbaum, Rentiere und Schneemänner kriegen wir irgendwie so gar nicht in unser südamerikanisches Bild rein. Aber wirklich ein super schöner Platz. 






Überall sieht man hier super niedliche Restaurants, Cafés und Bars. Und auch kleine Bistros, die zum Essen einladen.,Abends waren wir in einem China-Imbiss. Chaufa Lomo war ganz lecker, der Reis mit Hähnchen dagegen sehr dröge. Mit zwei Getränken zahlten wir umgerechnet 6,50 €. 


Hier wurde heute kaum gehupt und auch insgesamt ist die Stadt angenehm leise. Wenig Menschen betteln mit ihren Kindern auf dem Arm. Und sogar den Panflötenspieler aus der Spitaler Straße haben wir hier getroffen. 


Wir fühlen uns hier sehr wohl und waren zum Abschluss noch in einer Bar. Tanja hat das Nationalgetränk Pisco Sour probiert. Das schmeckte sehr nach einem starken Rum wird aber aus einem Traubenschnaps hergestellt. Und dann sind wir mit gutem Gefühl im Dunklen nach Hause gegangen. 



06.01.2024 - Nachtbus nach Arequipa 

Heute Abend verlassen wir die Wüste Richtung der weißen Stadt Arequipa. Mit Cruz del Sur dauert die Fahrt knapp 14 Stunden. Insgesamt sind es circa 720 km. Am Ende liegt Arequipa auf 2.300 m über dem Meeresspiegel. 


Beim Packen ist dann doch noch das erhoffte Wunder geschehen. Tanja hat ihr Leder-Portmonee mit 340 € wieder gefunden. Es lag in einem Versteck in ihrer neuen Packsafe-Tasche. Die Frau macht mich fertig! Alle Aufregung und Streit umsonst. Zum Glück hatte sie ihre Kreditkarte erst vorläufig gesperrt. Puuuh feiern wir diesen Moment gerade ab. 


Heute hatten wir gar nichts besonderes vor. Wir wollten zu Fuß zum Einkaufszentrum Mega Plaza gehen, um dort zu frühstücken. Unterwegs entdeckten wir aber schon ein Cafe und entschieden uns dafür.,zum Glück konnten wir unsere Rucksäcke im Appartment stehen lassen. Es war wieder brütend heiß (33 Grad) und wir waren froh als wir im klimatisierten EKZ ankamen. 


Wir waren etwas überrascht was es alles an Läden gab: adidas, Columbia, H&M. Wir tranken hier einen Kaffee/Fruchtsaft. Nachdem wir noch Proviant für die Busfahrt einkauften und es draußen immer unerträglicher wurde, verweilten wir noch bisschen im Center. 


Um 15.00 Uhr holten wir unser Gepäck und erwischten dann einen ganz netten Taxifahrer, der uns zum Busbahnhof Cruz del Sur brachte. Hier mussten wir jetzt noch zwei Stunden warten bis unser Bus nach Arequipa um 18.05 Uhr startete. 






05.01.2024 - Sonnenuntergang in Huacachina 

Heute Nacht hat uns das erste Mal eine Mücke geärgert. Wir haben das Scheißviech auch mit Flutlicht nicht erwischt. Und dabei lief lange Zeit der Ventilator über unserem Bett. 


Bemerkenswert: bisher waren alle Matratzen tip top in Ordnung. Alle Zimmer waren sauber und mit kleinen Startschwierigkeiten ging auch das Warmwasser in der Dusche. Hier in Ica war das Bad etwas zu klein, so dass man sich nicht mal vernünftig auf die Toilette setzen konnte. 


Und dann kam der Schock des Morgens: Tanja hatte das Leder-Portmonee in Paracas mit nicht wenig Bargeld, Kreditkarte und Krankenkassenkarte liegen lassen! Oh was für eine große Scheiße! Das musste erstmal verdaut werden, denn der Vermieter hatte nichts gefunden. Sie hatte ihn natürlich sofort kontaktiert. 


Wir durften uns den Tag nicht verderben lassen und ließen uns ins Zentrum von Ica fahren. Hier zahlt man für eine Fahrt mit dem Motorbike zwischen 4-8 PEN (1-2 €). Man kann sich nicht vorstellen, was hier alles auf der Straße angeboten wird: Planschbecken, Handtaschen, Schmuck, frisches Obst, Eis, Ausflüge, Melonen, Getränke, selbstgemachter Pudding, Telefonkarten, wahrscheinlich haben wir noch eine Menge vergessen. Zusammen mit der Wärme macht Dich dieses laute Treiben echt fertig. Heute hatten wir hier knapp über 30 Grad. Und deshalb setzten wir uns mittags einfach mal in den Park und beobachteten die Menschen um uns herum. 





Hier gibt es Straßen da findest Du nur Autowerkstätten oder Friseure oder Banken oder Computerläden. Alles immer geballt nebeneinander. Große Supermärkte gibt es im Zentrum keine, sondern nur Minimarkets. Zum Abschluss aßen wir noch ein leckeres Eis (2 Kugeln für nur 3 PEN). Dann ging es zurück zu unserer Unterkunft. 


Um 16.30 Uhr machten wir uns noch einmal in die Oase Huacachina auf, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Diesmal zahlten wir auch den Eintritt für die Dünen und kletterten durch den tiefen Wüstensand nach oben. Immer mehr Buggys fuhren auf den Dünen rum. Naturschutz nein Danke. Die Buggys sahen aus wie im Film „MAD Max“ und heizten hier über die Berge. Es war unglaublich schön, die Oase nochmal von oben zu sehen, aber der Sonnenuntergang war etwas enttäuschend. 




04.01.2024 - Ica/Oase Huacachina

Es sollte einfach nicht sein. Auch an diesem Morgen wurden alle Bootstouren abgesagt. Sehr schade, aber nützt ja nichts. Um 8.30 Uhr sollte es Frühstück geben. Plötzlich wurde es noch einmal hektisch, weil jetzt doch Boote rausfahren sollten. Also wurden wir mit dem Taxi zum Anleger gebracht, sollten dort bei einer Agentur warten, und wurden dann zum Eingang des Anlegers gebracht. Und dort erhielten wir wieder die ernüchternde Info, dass wieder alle Touren gestoppt wurden. Was für ein Hin und Her? 


Peru hat ein schlimmes Müllproblem. Was hier an Müll neben den Straßen rumliegt geht gar nicht. In Pisco sahen wir sogar eine Behausung in einem Müllberg - furchtbar! Ein Pfandsystem gibt es natürlich nicht. Zwar trennen die Peruaner ihren Müll, aber das verhindert scheinbar den Dreck auf der Straße nicht. 


Um 10.45 Uhr nahmen wir den Bus nach Ica. Ziel war die benachbarte Oase Huacachina. Der Fahrt dauerte nur knapp über eine Stunde. Wir hatten uns ein kleines Appartement mit Kühlschrank gebucht, vielmehr Tanja, unsere Reisefachfrau für Unterkünfte und Adventuretouren. Der Vermieter erwartete uns schon vor der Tür. Wir konnten aber zuerst nur unsere Rucksäcke in den Patio stellen, weil das Zimmer noch sauber gemacht werden musste. 


Die Zeit überbrückten wir in der Oase, wo wir mit einem Motorbike, das wir fast hätten anschieben müssen, hinfuhren. Inmitten der Oase ist ein kleiner See umgeben von hohen Sandbergen, auf denen Buggys fahren, Sandboarding stattfindet, oder die Leute einfach nur Fotos von oben machen. Das sieht schon cool von unten aus. 





Danach bezogen wir unsere Unterkunft. Tanja hatte heute den ganzen Tag leichte Magenkrämpfe, hielt aber gut durch. Wir chillten einfach mal auf unserem großen Bett. Herrlich



03.01.2024 - Gescheiterter Bootsausflug

Die vor Paracas gelegenen Inseln gelten als die Galapagosinseln Perus, deshalb hatten wir für heute Morgen eine Bootstour dahin gebucht. Wir wurden von unserem Vermieter noch mit einem kompletten Frühstück überrascht, bevor wir dann um 7.45 Uhr von einem Taxi zum Bootsanleger gefahren wurden. Doch es kam alles anders. Aufgrund der Wetterlage konnte heute kein Boot starten. Für uns machte das Meer eigentlich einen ruhigen Eindruck, aber wir waren auch nicht die Experten. 


Also Plan B: wir sprangen kurzerhand in ein Collectivo, eine Art Sammeltaxi (türkisch: Dolmuz) nach Pisco, einer Kleinstadt die ca. 10 km entfernt lag. Pisco stellte sich als das ultimative Motorbike-Nest heraus. Wir hatten anderswo noch nie so viele Tuk Tuks auf einem Haufen gesehen. Wahnsinn! Überall hupte, blinkte oder quietschte es um uns herum. Wir entdeckten einen riesigen Markt, über den wir hinüber schlenderten. Die Gänge waren dunkel und die Gerüche fremd. Von T-Shirts bis Rinderhälften und Fisch gab es alles was man sich vorstellen konnte. Auf dem Weg zum Plaza de Armas gönnten wir uns einen leckeren frischen Fruchtsaft an einer Straßenbar. 


Am Plaza de Armas sahen wir Menschen hinter einem Kiosk die ausgestellten Zeitungen lesen. Und vor einer Bank bildete sich eine lange Schlange. All das kennen wir gar nicht mehr. 


Hier wird noch per Hand genäht 

Kathedrale in Pisco 


So ein bisschen hatten wir uns verlaufen. In dem ganzen stressigen Straßenverkehr waren wir froh, wenn wir mal durch eine Straße ohne Autos gehen konnten. Auf dem Rückweg kauften wir für Tanja noch neue Flip Flops, weil ihre alten gerade gerissen waren. Dann kehrten wir zum Markt zurück und suchten uns ein Collectivo nach Paracas. 6 PEN zahlten wir für uns beide, lächerliche 1.50 €. 


Ecuador haben wir nun endgültig gestrichen, nachdem wir jetzt von einem Deutschen, der in Quito lebt, erfahren haben, dass es derzeit tatsächlich gefährlich sein soll. Rivalisierende Drogenkartelle buhlen mit allen Mitteln um die Macht. Busse werden ausgeraubt, Touristen auf offener Straße überfallen. Das brauchen wir nicht!



02.01.2024 - Nationalpark bei Paracas 

Vermutlich war es hier so voll, weil die Peruaner bis zum 06.01.2024 noch Schulferien haben. Das meiste waren gestern definitiv Einheimische. Uns war es viel zu voll und wir waren sehr froh, dass unser Hospedaje (Unterkunft) ruhig in zweiter Reihe lag. Naja ruhig ist so eine Sache. 


Was für ein geiler Tag. Wir hatten uns einen Motorroller gemietet und sind damit in den Nationalpark Paracas gefahren. Am Eingangstor bezahlten wir noch 11 PEN (= 2,71 €) Eintritt und dann erlebten wir eine atemberaubende Wüstenlandschaft mit spektakulären Ausblicken auf oder von der Steilküste. Die Kombi mit der Weite dieser Wüste hat mich total geflasht. Und wir haben heute in einer wunderschönen Bucht sogar gebadet. Der Pazifik hat ca. 21 Grad Wassertemperatur. Vorher sahen wir Flamingos in der Ferne und einen einzelnen sogar recht dicht. Das Wasser auf der einen Seite und die karge Wüste auf der anderen sind so unwirkliche Extreme, die wir nicht kennen. Die Fotos fangen diese Weite leider nicht ganz ein. Insgesamt waren wir von 9.00 - 15.00 Uhr im Nationalpark unterwegs und legten knapp 35 km zurück. Wir hatten uns extra langärmelige Shirts eingepackt, weil die Sonne hier wahnsinnig aggressiv ist. 








Danach kehrten wir in eine Pinte bei uns ums Eck ein, wo wir Menu del dia ausprobierten. Es gibt immer eine Vorspeise und ein Hauptgericht. Wir hatten zwei verschiedene Gerichte bestellt und waren nun gespannt was uns denn erwartete. Tanja hatte Salat mit Avocados und frischen Fisch bestellt und bekam den Salat mit einem Kotelett. Hat ja super geklappt! Ich wusste nicht was ich als Vorspeise bestellt hatte und bekam leckere mit Käse gefüllte Teigtaschen und Avocadocreme. Mein Hauptgericht waren Spaghetti mit Hähnchen, aber wir hatten roten Fisch zu den Nudeln erwartet. Läuft!!! Beide Essen waren trotzdem sehr lecker.


Abends waren wir noch kurz in Paracas. Die meisten Menschen waren wieder weg. Es bleibt ein Touri-Ort, aber er ist nicht mehr ganz so schrecklich wie gestern. Nach einem Drink sind wir dann nach Hause. Jetzt sitzen wir hier auf unserer Terrasse und lassen den Abend ausklingen. Ein toller Tag war das! 



01.01.2024 - Paracas (Neujahr)

Erstmalig ließen wir uns von einem Uber-Taxi zum Busbahnhof von Cruz del sur bringen. Die Straßen von Lima waren an diesem Neujahrsmorgen wie ausgestorben. Cruz del sur soll das sicherste Busunternehmen mit den modernsten Bussen sein. Und so war es auch. Heute lagen 3,5 Stunden Busfahrt mit 245 km vor uns. 


Der Bus war komfortabel ausgestattet und klimatisiert. Es ging pünktlich los und der Weg führte durch eine total unwirkliche Landschaft: rechts war der Pazifik und links die Kernwüste mit hohen Sandbergen. Hoch verschlossene Eingangstore von Ferienresorts waren an der Küste immer mal wieder zu sehen. Unendlich viele Legebatterien für Hühner fielen uns auf, die meisten ohne Tiere. Ganz viel freies Land wurde durch hohe Zäune begrenzt. Da sind wir noch nicht durchgestiegen. Aber wir sahen auch slumähnliche Bretterbuden, die uns mal wieder erdeten und uns aufzeigten wie gut es uns geht! 


Gegen 14.45 Uhr erreichten wir unser Ziel. Jetzt noch schnell ein Motorbike (asiatisch: Tuk Tuk) anhalten und ab zur Unterkunft. Denkste! Weit und breit kein Motorbike zu sehen, also machten wir uns zu Fuß auf. Mit breitem Lächeln im Gesicht und fast ohne Streit meisterten wir die 1,3 km mit schwerem Gepäck. Doch wir trauten unterwegs unseren Augen nicht. Mit so vielen Menschen hatten wir einfach nicht gerechnet. Es war hier bumsvoll, laut, stickig! Wir wollten einmal ans Meer, doch wir kamen nicht durch die vielen Menschenmassen und kehrten um. In zweiter Reihe fanden wir dafür das ganz schnuckelige Restaurant „Cristina“, wo wir lecker Fisch essen konnten. Danach ging es zum Minimarket und ab nach Hause.  


Unsere Unterkunft "Hospedaje Welcome Paracas"



31.12.2023 - Barranco/Lima (Silvester)

Parkwächter und überfüllte Busse gehören zum Stadtbild Lima‘s. An jeder Tiefgarage und Parkplatz sitzt ein Parkwächter. Hupen gehört zum guten Ton im Straßenverkehr. 


Heute ging es nach Barranco, dem südlich gelegenen Nachbarviertel von Miraflores. Mit dem Metropolitan Bus waren es nur vier Stationen. Wir waren wieder früh dran. Es war hier ruhiger als bei uns, aber es war auch Sonntag und Silvester. Vorbei an bunten Häusern ließen wir uns Richtung Pazifik treiben. Hier gab es keine Hochhäuser. Unterwegs schauten wir einer Gruppe von Peruanern zu, die einfach gut drauf waren und auf einem Plateau mit Meerblick zu Musik tanzten. Wir sollten sogar mittanzen. Diese Lebensfreude war einfach schön anzusehen. 



Holzbrücke in Barranco 


Über eine Holzbrücke gelangten wir ans Ufer des Pazifiks. Hier war schon einiges los: viele Jogger, Surfer, Einheimische mit Verkaufsständen, Strandbesucher. Plötzlich schrie etwas ganz laut auf der Straße. Ein herumstreunender Hund wurde von einem Auto angefahren. Mit letzter Kraft schleppte er sich zurück auf den Fußweg. Seine Hüfte war schwer verletzt. Das tat uns so weh, aber wir konnten nichts machen. Vier Peruaner standen um ihn herum und wir hofften, dass sie die Tierrettung alarmierten.


Der Strand war gut besucht. Draußen auf dem Wasser warteten die Surfer auf die perfekte Welle. Auch hier waren Tsunami-Schilder für den Fall der Evakuierung aufgestellt. Wir schauten uns eine Weile das rege Treiben an und machten uns dann auf den Rückweg. Wir liefen noch ein wenig durch Barranco. Inzwischen hatten die Läden auch geöffnet. Trotz Bewölkung merkte man wieder die Kraft der Sonne. Heute hatten wir uns ordentlich mit Sonnencreme eingecremt. 


Zu Mittag aßen wir in der netten Eisdiele von gestern. Doch die beiden Sandwiches waren unglaublich fettig. Das war nicht ganz so lecker. Nach einem Mittagsschläfchen trieb es uns abends noch auf die Straße, schließlich war heute Silvester. Alle Geschäfte, Bars und Restaurants hatten geöffnet. Geböllert hat hier niemand. Im Park der Katzen wurde gemeinsam Salsa getanzt. Das war wirklich schön anzusehen. Der Gottesdienst war voller Menschen, die sich gegenseitig umarmten oder zumindest die Hand gaben. Auch uns wurde die Hand ausgestreckt. Auf der Straße wurden überall gelbe Ketten aus Papierblumen zu Silvester verkauft. Es waren alle Menschen bei 22 Grad an diesem Abend auf der Straße und feierten friedlich miteinander. 


Wir gingen zum Appartement zurück und verzehrten unsere eingekauften Tapas. Vollkommen erschöpft fielen wir wieder gegen 22.00 Uhr ins Bett. Hier gab es nicht mal um Mitternacht ein Feuerwerk. Morgen geht’s weiter aus Lima raus nach Paracas an der Küste. 



30.12.2023 - Stadterkundung in Lima

Es war noch vor 6.00 Uhr morgens als wir den ersten Morgen in Lima bei ca. 24 Grad aufwachten. Langsam wurde uns klar, dass wir jetzt echt los waren. Nach einer Dusche, einem Kaffee und Tee ging es hinaus zur Stadterkundung der 10 Millionen Megametropole. Zuerst wollten wir aber zur Touri-Info, Geld abheben, und uns eine peruanische SIM-Card besorgen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit Streit groovten wir uns dann aber versöhnlich ein. 


Lima hat keine U-Bahn, dafür eine Busraserspur. Der Metropolitan brachte uns für 3,20 PEN (peruanische Sol = ca. 0,80 €) mitten in das historische Zentrum. Der Bus war voll und wir brauchten 20 min bis zur Station Jiron de la Union. Die Sonne bruzzelte immer intensiver auf mein weniges Haupthaar. Wir gingen direkt zum Plaza de Major, wo der Präsidentenpalast von auffällig vielen Polizisten gesichert wurde. Überall war hier die Polizei präsent. Der Platz war noch abgesperrt, wurde dann aber später geöffnet. Wir schlenderten durch die schönen Straßen rund um den Platz. Vorher hatten wir tatsächlich eine Bank gefunden, die keine Gebühren verlangt (Caja Arequipa). Alle anderen verlangen knapp 10 € für eine Abhebung am Geldautomat. Und zu guter letzt fanden wir auch einen Claro-Stand, wo wir uns eine SIM-Karte (25 GB für ca. 10 € für 30 Tage) kauften. 


Plaza de Armas mit Präsidentenpalast 

Catedral de Lima 


Wir tranken noch ein Bier und genossen die warmen Temperaturen. Es wurde langsam echt heiß in der Sonne. Häufig wurden wir von Müttern mit Kindern, Schuhputzern, Kindern mit Sonnenblumen oder Süßigkeiten, oder Tourenverkäufern angesprochen, die uns etwas verkaufen wollten. Noch war es nicht nervig, denn alle akzeptierten unser „No gracias“. 


Abends waren wir etwas essen in der Cocktail Bar Saha, fast gegenüber unserer Unterkunft in Miraflores. Es gab Lomo Saltado (Rindfleisch mit Sojasauce, Zwiebeln, Reis und homemade Pommes) und Fettucine Huancano (auch mit Rindfleisch, etwas Curry, leicht scharf). Das war wirklich köstlich! Danach gab es noch ein leckeres Eis von gegenüber, einer hochfrequentierten Eisdiele in einem Haus, das wie ein Papierhaus aussah. Jetzt bereiten wir noch den nächsten Tag vor und fallen dann ins Bett. Ich hab mir richtig einen Sonnenbrand im Gesicht und an den Armen eingefangen. 



29.12.2023 - Reisetag nach Lima

Um 4.45 Uhr wurden wir pünktlich von meinem Vater zum Flughafen gefahren. Um 7.00 Uhr ging unser Flieger nach Madrid. Ziemlich eng und stickig war es in der Maschine. Auf dem langen Flug hatten wir Premium Holzklasse gebucht und das war wirklich sehr angenehm! Der Service von Iberia war ganz gut. Wer hätte es gedacht, dass wir uns darüber freuen, wenn uns auf einem Flug ein Getränk ohne Aufpreis gereicht wird? 



Fix und fertig waren wir um 21.00 Uhr Ortszeit in unserem Appartement mitten im Stadtteil Miraflores. Für 16 € nahmen wir uns ein offizielles Taxi vom Flughafen. Hier pulsiert das Leben und nette Bars laden zum Hereintreten ein. Heute nicht mehr, aber vielleicht morgen! Vollkommen platt fielen wir gegen 22.30 Uhr ins Bett.


 
28.12.2023 - Hamburg
Wir sind startklar und mega aufgeregt. Morgen früh um 4.45 Uhr holt mein Vater uns ab, um uns zum Flughafen zu bringen. Um 7.00 Uhr startet der Flieger. Eingecheckt haben wir heute schon. Es kann also losgehen ... 

 
27.12.2023 - Hamburg
Die Aufregung und Anspannung steigt von Tag zu Tag. Unsere Rucksäcke haben wir jetzt bereits zum zweiten Mal gepackt. Es passt immer noch nicht mehr hinein. Trotzdem fühlen wir uns gut vorbereitet. Die ersten drei Nächte in Lima haben wir eine airbnb-Ferienwohnung gebucht. Der erste Bustransfer nach Paracas ist gebucht und wir haben dort sogar für zwei Nächte ein Zimmer reserviert. Übermorgen sitzen wir zu dieser Uhrzeit schon im Flieger nach Madrid.  

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