Südostasien 2017/18
Reisetagebuch
01.12.2017 - 05.03.2018
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Mo. 05.03.2018
Im Krieg mit dem Alltag
6.15 Uhr klingelt hektisch der Wecker. Was will er von mir, ich bin doch schon wach. Mein erster Weg führt mich zur Kaffeemaschine. Ich fülle frisches Wasser nach und lege ein Pad ein, dann drücke ich voller Erwartung den Knopf. Gleichzeitig befülle ich meinen Milchschäumer mit kalter Milch und drücke dann ebenfalls den Knopf. Los geht’s. Auf beide Maschinen ist Verlass.
Meist schreibe ich zum Kaffee morgens Tagebuch. Die Zigarette lasse ich seit ein paar Monaten weg. Das tut mir auch ganz gut. Innerlich verkrampft sich mein Körper ein wenig, da er weiß, dass es gleich ins Büro geht. Natürlich nicht selbstbestimmt.
Ich bin nachdenklich, suche nach anderen Lebenswegen, die mir viel mehr Freiheit geben. Hat uns die Reise verändert? Nein, sie hat uns in unserer Persönlichkeit bereichert. Mehr nicht. Trotzdem ist die Sehnsucht, mit dem Gefühl und der Gelassenheit der letzten drei Monate weiterzuleben, groß. Mit der Wärme, in den Flip Flops, dem Meer vor der Tür, ohne Termine, mit genug Geld in der Tasche.
Wir haben in den Tag hinein gelebt und das war so klasse. Es gab kaum Planungen im Urlaub. Wir haben das gemacht, wonach uns war. Wir waren nur auf uns fokussiert. Keine Einflüsse von außen haben uns beschäftigt. Wir haben uns treiben lassen in einer friedlichen Welt voller Glückseligkeit. Und damit waren wir so verdammt glücklich.
Ich bin nachdenklich, suche nach anderen Lebenswegen, die mir viel mehr Freiheit geben. Hat uns die Reise verändert? Nein, sie hat uns in unserer Persönlichkeit bereichert. Mehr nicht. Trotzdem ist die Sehnsucht, mit dem Gefühl und der Gelassenheit der letzten drei Monate weiterzuleben, groß. Mit der Wärme, in den Flip Flops, dem Meer vor der Tür, ohne Termine, mit genug Geld in der Tasche.
Wir haben in den Tag hinein gelebt und das war so klasse. Es gab kaum Planungen im Urlaub. Wir haben das gemacht, wonach uns war. Wir waren nur auf uns fokussiert. Keine Einflüsse von außen haben uns beschäftigt. Wir haben uns treiben lassen in einer friedlichen Welt voller Glückseligkeit. Und damit waren wir so verdammt glücklich.
WEGWEISER FÜR INTERESSIERTE
10 grundsätzliche Tipps für Deine Reise
- Setze Dich vorab mit Deinem Reiseziel auseinander, plane eine ungefähre Route nach Deinen Interessen
- Packe nur das ein, was Du wirklich brauchst
- Wähle eine möglichst umweltschonende Anreise
- Buche eine nachhaltige Unterkunft
- Gehe achtsam mit den Ressourcen in der Unterkunft um
- Probiere und genieße regionale Spezialitäten und Besonderheiten
- Kaufe möglichst lokal
- Begegne den Menschen vor Ort mit Respekt
- Hinterlasse die Natur so, wie Du sie vorgefunden hast
- Schwelg in Deinen Erinnerungen – auch noch lange nach der Reise. Notiere Deine Erlebnisse oder schreibe Reisetagebuch
Apotheke: Viele Apotheken-Angestellte haben eine hohe Kompetenz und gute Englischkenntnisse. Sie können Dich bei Bedarf gut beraten und reichen Dir auch Antibiotika ohne Rezept.
Backpacker: Unglaublich viele Touristen sind mit Rucksack unterwegs. Junge Frauen reisen eher auch allein als Männer. Die meisten Backpacker sind zwischen 25 und 35 Jahre alt.
Fruitshakes: Super lecker und super günstig in vielen verschiedenen Variationen. Sehr empfehlenswert.
Geldautomaten/Kreditkarte: Es gibt hier ausreichend viele Geldautomaten. Mit der kostenlosen VISA-Karte der Santander Bank kannst Du Dir alle Gebühren zurückerstatten lassen. Pro Abbuchung in Thailand sind das ca. 5,60 €, unabhängig welchen Betrag Du abhebst.
Hunde: Streunende Hunde gibt es unheimlich viele. Wir haben erlebt, dass diese nachts von den Thais gefüttert werden und dass sie ganz lieb zu den Tieren sind. Wir waren nicht gegen Tollwut geimpft, sind aber auch niemals von Hunden angesprungen worden.
Impfausweise: Für die Einreise nach Kambodscha waren die Impfausweise sehr hilfreich und haben uns um den medizinischen Check gebracht.
Internetportale: Zuerst haben wir Agoda und Booking.com genutzt bis wir entschieden haben, dass wir uns vor Ort eine nette Unterkunft suchen werden. Das hat auch wirklich super geklappt.
Lange Kleidung: Beim Besuch von religiösen Stätten ist respektvolle Kleidung angesagt, soll heißen Schultern müssen bedeckt sein und lange, dünne Hose.
Linksverkehr: In Thailand herrscht Linksverkehr. Wenn Du die Straße überqueren willst, musst Du erst nach rechts gucken. Be careful!
Märkte: Immer wieder gibt's neue Früchte oder Gemüse zu entdecken. Tolle Fotomotive.
Moskitonetz: Brauchst Du nicht. Ist nur Platzverschwendung. Kannst sonst unser haben.
Mückenzeug: Ein teures Antibrumm-Mückenzeug (12 €) hatten wir dabei. Das war hilfreich. Den Rest haben wir im 7eleven für unter 2 € gekauft.
Müll: Ein sehr großes Problem ist die Müllentsorgung. Thailand ist hier schon am Fortschrittlichsten. In Laos und Kambodscha liegt der Müll neben den Straßen. Versuche möglichst Plastikmüll zu vermeiden. Lass Dir keine Plastiktüten im Supermarkt geben.
Offene Fragen: Egal ob ein nicht bekanntes Lebensmittel, eine bestimmte Situation auf der Straße, frag einfach die Einheimischen. Sie werden versuchen, Dir Deine Fragen zu beantworten und sind eher stolz, wenn Du Interesse an ihrem Leben hast.
Regencapes: Kein Muss, aber praktisch sie im richtigen Moment auch dabei zu haben.
Reisetagebuch: Notiere Deine Erlebnisse, dann genießt Du Deine Reise noch viel bewusster. Oder schreibe gleich ein Reisetagebuch.
Roller fahren: Wenn Du vorsichtig bist kannst Du viel Spaß mit den Rollern haben und auf Deine Art und Weise die Gegend erkunden. Sei nicht übermütig, denn sonst ist Dein Urlaub vorzeitig beendet.
Roller mieten: Meist musst Du dafür Deinen Reisepass als Pfand abgeben. Wir hatten nie Probleme mit dem Vermieter. Um ganz sicher zu sein solltest Du vorhandene Schäden am Roller vor Beginn der Anmietung mit Deinem Handy fotografieren.
Rucksack: Beginne Deine Reise ruhig mit einem halbvollen Rucksack. Es gibt so viel schöne Dinge hier überall zu kaufen. Nimm nur das mit, was Du wirklich brauchst.
Schuhwerk: Turnschuhe und Flip Flops halten wir für die beste Kombination. Solltest Du anspruchsvolle Wanderungen vorhaben empfehlen sich sicherlich Wanderschuhe.
Sicherheit: Ein ganz großes Plus für diese Region. Wir fühlten uns nicht ein einziges Mal bedroht oder in einer komischen, unangenehmen Situation. Das war ein super geiles Gefühl. Das fängt damit an, dass wir immer zusammen baden waren und unsere Wertsachen am Strand zurück ließen.
Sonnencreme: Die ist hier teuer. Es gibt Sonnencreme aber überall zu kaufen. Im 7eleven gibt es sogar Nivea. Wir empfehlen zwei Packungen aus Deutschland mitzunehmen.
Straßenverhältnisse: In Thailand sind die meisten Straßen im guten Zustand. Das sieht in Laos und Kambodscha ganz anders aus. Hier sind nur die Hauptstraßen asphaltiert. Daneben gibt es dirt roads, die schlammig bzw. staubig sind. Aufpassen!
Streetfood/Garküchen: Sehr lecker und empfehlenswert. Dort wo die meisten Einheimischen anstehen schmeckt es am besten. Ein Essen kostet hier durchschnittlich 2,50 €. Wenn Du Glück hast kannst Du es auf Plastikhockern hinter der Straßenküche verzehren.
Supermärkte: An fast jeder Ecke findest Du die amerikanische Kette 7eleven, die 11 Stunden jeden Tag geöffnet hat. Diese gibt es aber nur in Thailand. Im Süden gesellt sich oft die Kette Family Mart (24 Stunden geöffnet) dazu.
Tankstellen: Überall findest Du ausreichend viele Tankstellen. Ein Liter Gasoline kostet ca. 30 THB. In jedem Dorf wird außerdem Benzin in abgefüllten Glasflaschen von Einheimischen verkauft. Hier kostet der Liter 20 THB.
Transfer: Deine Weiterreise buchst Du am besten bei Dir im Guesthouse/Hostel, weil dann der Pick-Up-Service meist inklusive ist. Es ist in den meisten Fällen nicht günstiger, direkt am Busbahnhof oder am Pier die Tickets zu kaufen.
Transfer-Verbindungen: Du kannst fast überall hinkommen. Die Thais machen fast alles möglich. Reisen ist hier so wahnsinnig einfach, weil die Thais den Service-Gedanken excellent leben und verkaufen.
Unterkünfte: Selbst in der High Season haben wir vor Ort immer noch eine nette Unterkunft gefunden. Sei Backpacker und nicht Flashpacker.
Unterkünfte/Preise: Wir haben zwischen 6,50 € bis 44 € (im Jahre 2018) für eine Unterkunft ausgegeben. Überall gab es ein frisches Handtuch dazu. Alle Unterkünfte waren sauber. Schau Dir das Zimmer vorher an, damit Du keine Enttäuschungen erlebst.
WLAN: Inzwischen gibt es wirklich überall WLAN. In jeder Unterkunft sowieso. Die meisten Bars und Restaurants bieten WLAN an. Einfach nach free Wi-Fi fragen.
Zahlungsmittel Kambodscha: Hier wird überwiegend in US-Dollar gezahlt. Auch die meisten Geldautomaten spucken nur USD aus. Selbst in Restaurants sind die Preise nur in USD ausgezeichnet.
Mo. 26.02.2018 - Rückreise
Koh Phangan - Surat Thani - Bangkok - Frankfurt - Hamburg
Unsere Rucksäcke waren fast schon fertig gepackt. Nach der Dusche checkten wir aus und liefen los Richtung Pier. Im Cafe Canteen frühstückten wir noch ganz lecker.
Am Ticket Counter der Fährgesellschaft bemerkten wir erst, dass man uns mit den Tickets über’s Ohr gehauen hat. Wir hatten 650 THB pro Person bezahlt. Am Pier hätte das Ticket nur 460 THB gekostet. Arschgeigen.
Pünktlich legte die nicht so vertrauenserweckende Autofähre um 9 Uhr ab. Hier hätten wir auch mit dem Wohnmobil reingepasst. Bye bye Koh Phangan, Du hast uns richtig gut gefallen! Vielleicht sehen wir uns irgendwann noch einmal wieder.
Gegen 12.30 Uhr kamen wir am Donsak Pier an. Der Minivan zum Flughafen war uns nicht vergönnt. Wir wurden weitergeschickt zum großen Bus. Aber anders als versprochen fuhr der Bus nicht direkt zum Flughafen, sondern doch zur Travel Agency. Dort mussten wir dann doch noch in einen Minivan umsteigen. Rechtzeitig um kurz nach 14 Uhr waren wir am Flughafen.
Unser Air Asia-Flug von Surat Thani nach Bangkok Don Muang hatte nur eine Viertelstunde Verspätung. Wir mussten noch ein wenig auf unsere Rucksäcke warten, bevor wir zum Shuttle Bus zum Flughafen Bangkok Suvarnabhumi gehen konnten. Der Transfer war kostenlos, wenn man einen Abflug nachweisen konnte.
Wir kannten den üblichen Wahnsinn in Bangkok zur Rush-Hour, das unendliche Verkehrschaos auf den Straßen, aber wir hatten ja genug Zeit. Eine halbe Stunde Fahrtzeit war offiziell von dem einen zum anderen Flughafen veranschlagt.
Der Opa am Steuer des Shuttle Buses hatte einen ganz schönen Zacken drauf. Knapp über eine Stunde brauchten wir nur für die 64 km Strecke. Um 19.30 Uhr trafen wir am Flughafen ein, um 23.50 Uhr startet unser Flug nach Frankfurt.
Ganz schön ruckelig war der Flug. Den Film Bladerunner 2049 hab ich ausgemacht und dafür Mad Max Fury Road geguckt. Die alten Streifen mit Mel Gibson sind noch besser, aber ich mag die einfach. Um 5.30 Uhr trafen wir in Frankfurt ein. Und dort hatten wir genau 1.45 Stunde Zeit, um unseren Anschlussflug nach Hamburg zu bekommen. Auch der ging pünktlich und so trafen wir um 8.35 Uhr bei Sonnenschein und klirrender Kälte in der schönsten Stadt der Welt wieder ein. Jetzt waren wir genau 31,5 Stunden auf den Beinen, natürlich mit ein bisschen Schlaf auf dem Langzeitflug.
Am Ticket Counter der Fährgesellschaft bemerkten wir erst, dass man uns mit den Tickets über’s Ohr gehauen hat. Wir hatten 650 THB pro Person bezahlt. Am Pier hätte das Ticket nur 460 THB gekostet. Arschgeigen.
Pünktlich legte die nicht so vertrauenserweckende Autofähre um 9 Uhr ab. Hier hätten wir auch mit dem Wohnmobil reingepasst. Bye bye Koh Phangan, Du hast uns richtig gut gefallen! Vielleicht sehen wir uns irgendwann noch einmal wieder.
Gegen 12.30 Uhr kamen wir am Donsak Pier an. Der Minivan zum Flughafen war uns nicht vergönnt. Wir wurden weitergeschickt zum großen Bus. Aber anders als versprochen fuhr der Bus nicht direkt zum Flughafen, sondern doch zur Travel Agency. Dort mussten wir dann doch noch in einen Minivan umsteigen. Rechtzeitig um kurz nach 14 Uhr waren wir am Flughafen.
Unser Air Asia-Flug von Surat Thani nach Bangkok Don Muang hatte nur eine Viertelstunde Verspätung. Wir mussten noch ein wenig auf unsere Rucksäcke warten, bevor wir zum Shuttle Bus zum Flughafen Bangkok Suvarnabhumi gehen konnten. Der Transfer war kostenlos, wenn man einen Abflug nachweisen konnte.
Wir kannten den üblichen Wahnsinn in Bangkok zur Rush-Hour, das unendliche Verkehrschaos auf den Straßen, aber wir hatten ja genug Zeit. Eine halbe Stunde Fahrtzeit war offiziell von dem einen zum anderen Flughafen veranschlagt.
Der Opa am Steuer des Shuttle Buses hatte einen ganz schönen Zacken drauf. Knapp über eine Stunde brauchten wir nur für die 64 km Strecke. Um 19.30 Uhr trafen wir am Flughafen ein, um 23.50 Uhr startet unser Flug nach Frankfurt.
Ganz schön ruckelig war der Flug. Den Film Bladerunner 2049 hab ich ausgemacht und dafür Mad Max Fury Road geguckt. Die alten Streifen mit Mel Gibson sind noch besser, aber ich mag die einfach. Um 5.30 Uhr trafen wir in Frankfurt ein. Und dort hatten wir genau 1.45 Stunde Zeit, um unseren Anschlussflug nach Hamburg zu bekommen. Auch der ging pünktlich und so trafen wir um 8.35 Uhr bei Sonnenschein und klirrender Kälte in der schönsten Stadt der Welt wieder ein. Jetzt waren wir genau 31,5 Stunden auf den Beinen, natürlich mit ein bisschen Schlaf auf dem Langzeitflug.
So. 25.02.2018
Schlechte Stimmung am letzten Tag
Ich war nicht gut drauf an diesem Morgen: sentimental, traurig, wehmütig, unsicher, nachdenklich, alles kam zusammen. Ich hatte mich so sehr auf diese Reise gefreut und jetzt war sie schon wieder vorbei. Das wollte ich irgendwie noch nicht wahrhaben. Wir fuhren mit dem Roller nochmal zum Haad Rin Beach und wollten dort noch einmal richtig schön im Meer baden. Denkste! Ziemlich hohe Wellen wüteten über dem Strand. Auch heute regnete es immer wieder mal.
Also schlenderten wir durch den Ort. Die Souvenir-Läden waren voll mit Full-Moon-Party-Shirts. Turnschuhe wurden gar nicht mehr angeboten. Kindershirts leider auch nicht mehr. Danach legten wir uns ein letztes Mal an den wunderschönen Strand. Tanja war auch nicht viel besser drauf und so zickten wir uns ganz schön an.
Gegen 17 Uhr fuhren wir nach Thongsala zurück. Mir stand noch bevor, den verschrammten Roller wieder abzugeben. Nirgendwo vorher machten die bei einer Rollervermietung ein Übergabeprotokoll. Hier schon. Und darin war der Schaden von uns natürlich nicht vermerkt.
In Thongsala fand ich noch ein paar Mitbringsel, über die ich mich sehr freute. Tanja kaufte nur noch eine Kleinigkeit und dann gingen wir nochmal zum Essen zu dem Thai in der Markthalle von gestern. Und wieder war das Essen total lecker. Überzeugend!
Zurück ging es zu unserer Unterkunft, um den Roller abzugeben. Die waren zu faul, sich den Roller anzusehen und gaben uns gleich den Reisepass zurück. Puuuh, Glück gehabt! Und dann packten wir unsere Rucksäcke noch einmal ganz neu.
Sa. 24.02.2018
Roller-Sturz am 30%-Hang
Das Wetter war an diesem Tag durchwachsen. Immer wieder schauerte es. Wir fuhren trotzdem ohne Regencaps los. Unser Ziel waren die beiden als populär beschriebenen Strände an der Ostküste.
Die Straßen waren super ausgebaut, aber wirklich super steil. Den Haad Than Sadet erreichten wir gerade noch im Trockenen, dann schüttete der Regen über diese malerische Bucht. Erst tranken wir nur einen Fruitshake, dann aßen wir auch zu Mittag. Die Bedienung war unfreundlich und das Essen ging so.
Als es aufhörte zu regnen sind wir auch gleich los. Doch wenig später fing es wieder an. Wir suchten uns einen Unterstand als Schutz vor dem Regen. Mit einem älteren deutschen Pärchen warteten wir hier nochmal 20 Minuten bis es trocken war.
Weiter ging’s. Unterwegs sah ich noch einen Wegweiser zu einem Viewpoint. Wir folgten dem Schild und sahen im Hintergrund eine so was von steile Straße, die an die 30 % Steigung haben musste. Natürlich war das eine echte Herausforderung mit unserem Roller. Leider konnten wir nicht mal Schwung holen, da die Straße davor aus dirt road bestand. Somit konnte ich erst Gas geben als der Asphalt wieder unter uns war. Bei dieser fiesen Steigung kamen wir nur ein paar Meter. Ich wollte den Roller dann wieder nach unten lenken und dabei stürzten wir. Tanja riß sich den Fuß beim Abstützen auf und blutete ziemlich doll. Ich stand unter Schock und wollte da nur weg. Wir hoben den Roller von der Straße und mussten uns erstmal wieder sammeln. Tanja's Fuß packte sie in ihr Microfaser-Handtuch ein, um die Blutung zu stoppen. Dann fuhren wir auf direktem Weg nach Hause und mussten uns erstmal hinlegen. Der Roller hatte natürlich auch ein paar Kratzer abbekommen, aber wichtig war, dass uns dabei nicht mehr passiert ist.
Nachdem wir den Schock verdaut hatten schlenderten wir über den Samstag-Markt. Der war direkt bei uns um die Ecke und ausgesprochen nett. Viele Einheimische waren auch dort. Hier wurden auch Second Hand Sachen verkauft. Ich war immer noch auf der Suche nach kleinen Mitbringseln, wurde aber wieder nicht fündig.
In einer anderen Markthalle im Zentrum von Thongsala aßen wir dann erst indisch und danach thailändisch. Das war sehr lecker. Gegen 20.30 Uhr waren wir dann auch schon wieder zu Hause.
Die Straßen waren super ausgebaut, aber wirklich super steil. Den Haad Than Sadet erreichten wir gerade noch im Trockenen, dann schüttete der Regen über diese malerische Bucht. Erst tranken wir nur einen Fruitshake, dann aßen wir auch zu Mittag. Die Bedienung war unfreundlich und das Essen ging so.
Als es aufhörte zu regnen sind wir auch gleich los. Doch wenig später fing es wieder an. Wir suchten uns einen Unterstand als Schutz vor dem Regen. Mit einem älteren deutschen Pärchen warteten wir hier nochmal 20 Minuten bis es trocken war.
Weiter ging’s. Unterwegs sah ich noch einen Wegweiser zu einem Viewpoint. Wir folgten dem Schild und sahen im Hintergrund eine so was von steile Straße, die an die 30 % Steigung haben musste. Natürlich war das eine echte Herausforderung mit unserem Roller. Leider konnten wir nicht mal Schwung holen, da die Straße davor aus dirt road bestand. Somit konnte ich erst Gas geben als der Asphalt wieder unter uns war. Bei dieser fiesen Steigung kamen wir nur ein paar Meter. Ich wollte den Roller dann wieder nach unten lenken und dabei stürzten wir. Tanja riß sich den Fuß beim Abstützen auf und blutete ziemlich doll. Ich stand unter Schock und wollte da nur weg. Wir hoben den Roller von der Straße und mussten uns erstmal wieder sammeln. Tanja's Fuß packte sie in ihr Microfaser-Handtuch ein, um die Blutung zu stoppen. Dann fuhren wir auf direktem Weg nach Hause und mussten uns erstmal hinlegen. Der Roller hatte natürlich auch ein paar Kratzer abbekommen, aber wichtig war, dass uns dabei nicht mehr passiert ist.
Nachdem wir den Schock verdaut hatten schlenderten wir über den Samstag-Markt. Der war direkt bei uns um die Ecke und ausgesprochen nett. Viele Einheimische waren auch dort. Hier wurden auch Second Hand Sachen verkauft. Ich war immer noch auf der Suche nach kleinen Mitbringseln, wurde aber wieder nicht fündig.
In einer anderen Markthalle im Zentrum von Thongsala aßen wir dann erst indisch und danach thailändisch. Das war sehr lecker. Gegen 20.30 Uhr waren wir dann auch schon wieder zu Hause.
Fr. 23.02.2018
Half-Moon-Party auf Koh Phangan
Mit dem Roller wollten wir unbedingt zu dem Strand, wo hier die legendären Full-Moon-Parties stattfinden. Dieser Strand befindet sich im Südosten der Insel. Vorbei an einem Electro Hostel erinnert am Strand selber nicht viel an wilde Parties. Nur dass der Strand auffällig doll aufgeräumt wirkt.
Allerdings hätten wir nicht gedacht, dass der Haad Rin Beach so wunderschön ist. Total weißer Feinsand und auch im Wasser kein einziger Stein weit und breit. Super schön hier.
Mit kurzem Abstecher zum Festival Gelände ging es danach Richtung Nordwesten. Meist führte die Straße direkt an der Küste entlang. Die Steigungen hielten sich hier in Grenzen. Die Insel wurde uns beiden immer sympathischer. Eine gute Mischung aus Ursprünglichem und Tourismus, so würden wir unseren Eindruck beschreiben. Und dazu noch die Mystik der wöchentlichen Parties.
Unser Ziel war der Haad Yao Beach, einer der schönsten Strände auf Koh Phangan. Hier machten wir Mittag und spielten Frisbee im glasklaren Wasser. Auch hier waren nicht zu viele Menschen am Strand. Wir lagen noch ein wenig in der Sonne und fuhren dann weiter zum Geheimtipp-Strand Haad Khom, eine malerische Bucht, die allerdings durch Felsen im Meer geprägt wird. Hier gibt's ein Restaurant mit einem Big Happy Pig, einem riesengroßen Schwein, das hier ohne Leine einfach rum läuft und dazu gehört. Es war bewölkt und Tanja fehlte noch immer das Party-Outfit. Deshalb ging es zurück in unseren Ort.
Klassisch bayerisch war unser Abendmahl in der Tölzer Hütte. Jägerschnitzel und Cordon bleu aßen wir ausnahmsweise. Und danach machten wir uns für die Party bereit.
Vor dem Eingang zur Party waren noch einige Verkaufsstände aufgestellt. Hier konntest Du Dich auch von Bodypaintern bemalen lassen. Im Schwarzlicht leuchteten dann die Bemalungen. Ohne Probleme kamen wir nach Leibesvisite auf das Festival. Links war gleich der kleinste Dancefloor “The Cave”. Hier wurde überwiegend Hipp-Hopp gespielt. Wir gingen den Hügel hinauf und die Musik wurde immer lauter. Hier war der größte Dancefloor mit den bekanntesten DJs. Es legte gerade DJ Gecko auf. Unter der Bühne waren die ganzen Musikboxen aufgereiht. Ein toller Sound von Electro-Techno-Musik schallte daraus. Und wir waren uns sicher, dass es hier noch wesentlich lauter werden würde. Tolle Lichteffekte begleiteten die Musik. Wenig später kamen die Feuertänzer, die ihre Show unterhalb der Bühne aufführten. Und dann wurde DJ Gecko von einem Saxofonisten begleitet. Das hörte sich ziemlich cool an.
Das Publikum war zwischen 25 - 35 Jahre jung. Viele deutsche Stimmen hörten wir daraus. Mir war schon klar, dass ich da der Opa auf der Party war und die meisten meine Kinder sein konnten. Doch ich war nicht ganz allein. Ein paar weitere Opas hatten sich hierher verirrt.
Den Hauptact dieser Nacht bildete DJ Phaxe aus Dänemark. Bei seiner Musik tanzten wir noch ein bisschen, bevor es dann nach Hause ging. Wir waren es beide auch überhaupt nicht mehr gewohnt. Aber es hat trotzdem total Spaß gemacht, so eine Half-Moon-Party mal mitzuerleben.
Do. 22.02.2018
Koh Phangan: Partys und Traumstrände
Das hat mich schon hart getroffen, dass ich nicht mehr zur Zielgruppe der Party-Flyer-Verteiler in der Markthalle von Thongsala Village gehörte, auch wenn die eine Verteilerin mindestens mein Alter hatte. Dann erst recht. Aber dazu später mehr.
Mit einer halben Stunde Verspätung legten wir von Koh Tao ab. Diesmal war es ein etwas kleineres Expressboat. In 1,5 Stunden sollten wir auf Koh Phangan ankommen. Statt 11.30 Uhr wurde es dann doch 12.30 Uhr. Egal. Alle Taxifahrer am Pier abschütteln und durch die Menge tauchen. Es war sehr warm in der Mittagshitze. Ich war so froh, dass Tanni uns einen schönen Bungalow schon gebucht hatte. Doch da mussten wir natürlich erstmal hinkommen. Noch 890 m bis zum Ziel und ich drohte zu verdursten. Kurzer Schweppes-Lemon-Stopp dann ging es weiter. Spätestens bei der Tölzer Hütte bekamen wir auch noch Hunger. Doch dann hatten wir es zu unserer Bungalow-Anlage geschafft.
Ein ungefähr 10 qm großer Bungalow im Schweden-Stil erwartete uns. Hinten dran war ein nettes Bad. Nach vorn war eine kleine Terrasse. Hier fehlte für die Perfektion nur noch ein Kühlschrank. Eine Klimaanlage war vorhanden.
Wir badeten bei uns am Strand, weil uns so derartig heiß war. Das Wasser war aber aufgewühlt und nicht so schön. Dann gingen wir noch zu Fuß in unseren Ort Thongsala Village. Dort gab es viel zu gucken. Viele Souvenir-Läden, aber auch ganz nette Geschäfte findet man hier. Ich hatte irgendwie Janker auf einen leckeren Cappucino und so kehrten wir in ein nettes Cafe ein. Danach ging es noch über den Markt, wo wir Pad Thai aßen. Wir mussten erstmal ankommen auf Koh Phangan.
Und es machte mir von Tag zu Tag immer mehr zu schaffen, dass unsere Zeit hier langsam abläuft. Es war eine geile Zeit. Natürlich ist es Luxus, dass wir uns drei Monate aus dem Alltag rausgekickt haben. Wer das kann dem empfehle ich das unbedingt. Egal wohin Du reist, Du bist einfach anders unterwegs. Zweifel nicht, mach es einfach!
Mi. 21.02.2018
Faszinierende Unterwasserwelt
Um 9 Uhr wurden wir zur Schnorchel-Tour abgeholt. Zuerst glaubten wir noch an eine kleine Gruppe, doch als wir beim Büro des Veranstalters rausgeschmissen wurden, gaben wir unsere Illusion auf. Von überall kamen die Taxis mit dem Werbezug “Oxygen”. Okay mal abwarten und ruhig bleiben.
Wir bekamen ein Armband und los ging es zum Pier. Auf unserem Boot waren an die 80 Leute. Das Boot war groß genug. Erster Halt war bei der vorgelagerten Insel Nang Yuan. Hier sind Plastikflaschen strengstens verboten. Taschen werden wie am Flughafen danach durchsucht. Als wir am Steg ankamen stiegen gerade gefühlte 100 Chinesen in Schwimmwesten aus.
Eigentlich waren wir spätestens jetzt beide schon so was von bedient, aber trotzdem sah dieses kleine Eiland grandios türkis aus. Wunderschöne Kulisse, wenn man sich die 1000 Menschen einfach mal wegdenkt.
Wir schnorchelten total nett. Hier waren ganz viele bunte Fische in verschiedenen Größen und Formen zu sehen. Faszinierend war das Riff, das direkt an diesem Strand vorgelagert war. Das Wasser war warm und glasklar. Ideale Voraussetzungen zum Schnorcheln. Aber eben auch tausend Menschen mit Dir im Wasser. Wir tauchten dann auf und schwammen zum Strand zurück.
Irgendwann nahm der Guide Tanja an die Hand und hängte mich mit seinen Schwimmflossen im Nu ab. Und plötzlich erzählte Tanni, dass sie tatsächlich einen Hai gesehen habe. Jetzt nahm er mich an die Hand. Hin und her ging es, aber nirgendwo war ein Hai zu sehen. Meine Tauchermaske ließ dann Wasser eindringen und ich ließ unseren Guide los. Ich schüttete das Wasser aus der Tauchermaske und setzte sie wieder auf. Ich war kaum unter Wasser da schwamm plötzlich in 3 m Entfernung der Hai in aller Seelenruhe an mir vorbei. Gefühlt stand ich gerade mit offenem Mund und großen Augen vor der riesigen Scheibe des Aquariums. Aber hier war keine Scheibe. Wahnsinn! Weltklasse! Unser Schnorchel-Trip hatte sich jetzt schon so was von gelohnt. Ich war total happy und glücklich! Und da kam auch unser Guide total aufgeregt angeschwommen und klatschte mit mir ab. Das war ein echter Riffhai mit einer Größe von ca 150 cm.
Nächster Hot Spot war die Mango Bay, nachdem wir alle unsere Lunch Box bekommen hatten. Das Chicken mit ein bisschen Sauce und Reis mit einem Spiegelei on top schmeckte besser als es aussah. In der Mango Bay konnten wir einen Fischschwarm, bestehend aus tausenden von Fischen bestaunen. Jeder hatte dort genau seinen Platz und seine Aufgabe.
Letzter Stopp war die Shark Bay. Hier sollte man Riffhaie und Schildkröten im Meer sehen können. Der Franzose erzählte uns, er habe hier die größte Schildkröte seines Lebens gesehen. Voller Erwartungen sprangen wir ins Meer - wir hatten inzwischen Schwimmwesten angezogen. Bis auf Seepferdchen und noch weitere bunter Fische war hier nichts zu sehen, aber wir hatten unseren persönlichen Höhepunkt ja schon an diesem Tag. Und damit endete diese Schnorchel-Tour. Gut organisiert wurden wir mit Taxis wieder zum Hotel zurückgefahren.
Und abends aßen wir dann tatsächlich noch bei Tida super lecker und günstig. Schöner Abschluss von Koh Tao.
Di. 20.02.2018
Relaxen in Sairee Village
Ausnahmsweise schliefen wir mal länger. Zum Frühstück ging es hier ums Eck. Dort frühstückten auch einige Tauchlehrer. Und es war eine richtig gute Wahl. Danach sicherten wir uns ein Plätzchen im Schatten am Meer. Wir erlebten einen steten Wechsel zwischen Sonne und Wolken. Es war irgendwie auch mal total schön, so gar nichts vorzuhaben. Wir hatten uns lediglich vorgenommen, zu Fuß in den Ort Mae Haad Village zu gehen. Und das taten wir um die Mittagszeit herum.
Erst am Strand entlang, dann auf dem Weg direkt hinterm Strand waren es nur 2 km zum Mae Haad Village. Von dort fuhren alle drei Fährgesellschaften ab. Dementsprechend wuselte es dort von Menschen. Drei Piers gab es dort. Wir schlenderten in Ruhe durch die Einkaufsstraße und ich kaufte mir noch ein schickes T-Shirt. Vorher hatten wir noch schlecht Bratreis mit Hähnchen zum Mittag gegessen.
Nachdem wir wieder zurück im Sairee Village waren gönnten wir uns noch ein homemade Eis. Dort stand nur leider ein Tank-LKW vor der Tür, der gerade die Fäkalien der Bungalows abpumpte. So stank es dort zumindest.
Wir nahmen unser Eis mit an den Strand. Wir schnappten uns zwei herumstehende Liegestühle und schlemmten unseren leckeren Eisbecher.
Sundowner Bier auf unserer Terrasse, Schnorchel-Tour für morgen gebucht, leckere Pizza in “La Pizzeria” gegessen. So sah unser Abend aus. Tanja schmierte mir noch mein matschiges Knie mit Tigerbalsam ein. Das tat irgendwie gut. Danke, Schwester Tini!
Mo. 19.02.2018
Viewpoint- und Strandgebühren
Morgens bekamen wir den Roller übergeben und ich wollte gerade zur Testfahrt ansetzen, da sprang ein süßer Golden Retriever auf die Fußablage des Rollers und wollte mitfahren. Okay dann machen wir die Testfahrt halt zusammen. Der Roller-Vermieter musste ihn danach förmlich darunter scheuchen. Lustige Tiergeschichte. Wir hatten gerade zu Ende gefrühstückt da fing es stark an zu regnen. Fast eine Stunde warteten wir am Cafe darauf, endlich los rollern zu können. Dann hörte es auf.
Erster Stopp war bei einem Viewpoint über den Chalok Beach. Dieser beliebte Strand ist normal sehr voll. Jetzt nach dem Regen war noch kein Mensch da. Wir badeten da richtig schön. Die Sonne kam immer mehr raus.
Weiter ging es zum Freedom Beach. Hier sollte man aber schon bezahlen, deshalb sind wir gleich weiter. Nächster Stopp war am angeblich schönsten Strand, dem Ao Leuk Beach. Auch hier sollten wir bezahlen. Ich machte ein paar Fotos und wir fuhren weiter. Am Tanote Bay machten wir Mittag und badeten ganz schön. Hier ist ein großer Felsen vorgelagert, von dem viele sich ca 8 m ins Wasser stürzen. Der Zugang zum Strand ist frei.
Die Straße zum Mango Viewpoint wurde immer dreckiger und steiler. Etliche Male musste Tanja absteigen, damit es weitergehen konnte. Manchmal waren wir kurz davor umzukippen. Über Stock und Stein belasteten wir das Material aufs Äußerste.
Wir ärgerten uns sehr darüber, dass auch hier überall Gebühren für den Eintritt zum Viewpoint genommen wurden. Nicht, dass wir zu geizig sind, aber man hatte einfach das schlechte Gefühl, als Touri abgezockt zu werden. Das hatten wir bisher auf unserer Reise noch nicht erlebt. Zumindest noch nicht so offensichtlich.
Die Aussicht von oben auf die Bucht war schon grandios. Hier hätten wir auch gern noch ein Chang Bier getrunken, wenn wir uns vorher nicht mit dem Besitzer in die Haare bekommen hätten. Wir Querulanten. Ein Bayer machte dort oben ein paar Fotos von uns.
Wir brauchten jetzt erstmal ein Bier und gingen damit ans Meer. Mit unserem Stativ machten wir dort noch super schöne Fotos im Sonnenuntergang. Total lustig spielten immer mehr Wuffis in der Abenddämmerung. Die flippten bei Ebbe so richtig aus. Voll niedlich!
Kaum zu glauben: in einer Woche sind wir wieder zu Hause. Dann sind ganze drei Monate schon wieder um. Unfassbar! Fast ein ganzes Jahr haben wir uns auf den Start am 1. Dezember 2017 gefreut und jetzt ist alles fast schon wieder vorbei. Es war eine hammergeile Reise! Wir haben so viel in drei Ländern gesehen, das hätte ich vorher im Leben nicht geglaubt. Danke liebe Tanja, dass Du so oft geduldig mit mir warst.
So. 18.02.2018
Vorletzte Station: Koh Tao
Auf geht's zu unserer vorletzten Station unserer Reise. Die Insel Koh Tao ist als Taucher- und Schnorchelparadies bekannt. Sie ist ziemlich klein, aber soll Atemberaubendes zu bieten haben. 11.30 Uhr sollte das Expressboat ablegen. 20 Minuten später legten wir dann wirklich vom Nathon Pier auf Koh Samui ab.
Fliegenfische haben wir auf der Überfahrt gesehen. Die sehen aus wie kleine Vögel, aber wenn sie dann wieder abtauchen machen sie wieder einen auf Fisch. Coole Lebewesen.
Kurz vor 15 Uhr trafen wir auf Koh Tao ein. Wir waren doch sehr überrascht, dass wirklich alle Passagiere hier ausstiegen. Wir hatten damit gerechnet, dass das Boot noch weiter auf's Festland fährt und die meisten dort hin wollten. Falsch gedacht!
Wieder das gleiche Spiel: viele Menschen, die auf Dich einreden und Dir etwas verkaufen wollen. Eisern lehnten wir ab und zogen in Backpacker-Marnier weiter. Erste, zweite, dritte Unterkunft voll. Das Hotel wollte 2.700 THB (70 €) die Nacht haben. Es wimmelte voller junger Leute. Waren die wirklich alle zum Tauchen hier?
Im Silver Sands Resort fanden wir schließlich ein ordentliches Zimmer für 800 THB. Wir packten die Rucksäcke auf's Zimmer und ab ging es zum Strand. Nur 300 m ist unsere Unterkunft vom wunderschönen Sairee Beach entfernt. Auch wenn hier viele Taxi Boote im Wasser liegen haben wir voll schön im Meer gebadet. Am Strand lagen zu dieser Uhrzeit gar nicht viele Menschen.
Wir waren im Herzen vom Sairee Village zwischen Bars und Restaurants abgestiegen. Bei uns gegenüber war ein Pool von einer Taucherschule mit Bar. Hoffentlich wird hier nicht bis tief in die Nacht gefeiert.
Nach dem Abendessen tranken wir noch einen Fruitshake an einer Bar, da kamen plötzlich ca 70 junge Leute mit gleichen T-Shirts “Pubcrawl” - Kneipentour. Die Musik wurde aufgedreht und der Alkohol floss in Eimern. Wir beobachten das Treiben noch ein wenig, denn die Musik war gut.
Um 0.00 Uhr war bei uns Schluss mit Party. Das beruhigte uns ungemein, doch in der Nacht ging es mehrere Male auf Mückenjagd. Mistviecher!
Sa. 17.02.2018
Ungewollter Boxenstopp in Runde 2
Nach nur 6 km mussten wir heute Vormittag einen ungewollten Boxenstopp in Runde 2 mit unserem Roller einlegen. Das Ventil des Hinterreifens hat sich zerrissen und ein großes Loch in den Schlauch gefressen. Zum Glück waren wir gerade an einer Moped-Werkstatt vorbeigefahren. Nach einer Viertelstunde hatten die schon den Schlauch getauscht und montiert. Kosten 180 THB (ca. 4,63 €). Puuuh, Glück gehabt.
Unseren ersten Stopp legten wir am Wat Khunaram ein. Hier ist die mumifizierte Leiche eines Mönches, der 1973 bei einer Meditation verstarb und zuvor ganz genau den Zeitpunkt seines Versterbens vorhersagte und prophezeite, sein Leichnam werde nicht verwesen, ausgestellt (was für ein Satz!). Er behielt recht.
Dann ging's zum Grandfather und Grandmother Rock (Hin Ta Hin Yai). Die Felsformationen wurden als Penis und Vagina interpretiert. Mit ganz viel Fantasie und ein Auge zudrücken haben wir es auch erkannt. Ansonsten hielten wir es für eine Touri-Attraktion. Aber die Felsen waren ganz schön anzusehen.
Wir wollten noch zum Pier, um nach Tickets für Koh Tao zu fragen. Die Straßen waren wieder bumsvoll. Aber wir kamen noch vorm Sonnenuntergang am Pier an. Eine Thai mit brennender Kippe im Aschenbecher begrüßte uns sehr freundlich auf thailändisch und fragte uns dann auf englisch wie sie uns helfen könne. Von unserem Pier 3 gab es nur eine Möglichkeit. Abfahrt 11.30 Uhr. Ankunft 14.30 Uhr. Fahrpreis 450 THB pro Person (11 €). Der Deal war schnell perfekt.
Sonnenuntergang an der Sandbank, Abendessen im Restaurant an der Ecke, 7eleven, Duschen und kurze Lagebesprechung. Das war’s.
Fr. 16.02.2018
Chinesisches Neujahrsfest auf Koh Samui
Die Bettdecke war klitschnass, mein Körper hatte ein deutliches Zeichen gesetzt und alles ausgeschwitzt. Mir ging es besser. Viel besser. Es schien wieder ein sehr heißer Tag zu werden. Die Nacht war ruhig und angenehm, allerdings war da wieder ein undefinierbares Tiergeräusch. Als wir gerade unseren Roller besteigen wollten kamen wir mit einem etwas älteren Pärchen um die Mitte/Ende Fünfzig aus der Nähe von Marseille ins Gespräch. Sie hatten alles verkauft und sind seit drei Jahren unterwegs. Wie geil. Super cool. Sie erzählten auf englisch, dass sie in Indien angefangen haben, Neuseeland, Australien, Indonesien, jetzt das dritte Mal in Thailand und auf dem Weg nach Malaysia sind. Und sie fragten uns was wir schon gesehen hatten und wohin uns unser Weg führe, weil sie gerade von der Nachbarinsel Koh Tao kämen und das unser nächstes Ziel sei. Ich hab noch ein bisschen über Corsica geschwärmt und die wollten uns bis abends einen Zettel mit Tipps an unsere Zimmertür hängen. Super nett und aufgeschlossen die beiden. Und diese kleine Story packe ich wieder in die Schublade “Franzosen sprechen kein Englisch”. Großer Schwachsinn!
Wir schwangen uns auf unseren nächsten Roller und starteten Richtung Norden. Ziel: Big Buddha, eine riesige Statue, die auf einer kleinen vorgelagerten Insel thront. Auf dem Weg dorthin schauten wir uns ein paar Strände an. Schon der dichte Verkehr verriet, dass hier eine Menge mehr los war als wir es gewohnt waren. Und dadurch war es natürlich auch anstrengender, hier Roller zu fahren. Die ersten beiden Strände waren schön und keineswegs überlaufen. Beim Big Buddha waren natürlich Touristen, aber alles noch im Rahmen. Auch den ganz in der Nähe liegenden chinesischen Tempel nahmen wir mit, bevor wir zum Baden an den Chaweng Beach fuhren.
Der Chaweng Beach ist ein Traumstrand mit glasklarem, türkisem Wasser und leichten Wellen. Super klasse zum Baden. Es lagen viele Menschen am Strand, aber Massen waren es nicht. Auf Dauer würden mich die JetSki’s und Parasailer nerven. Aber wir waren ja nur einen Nachmittag hier. Positiv finde ich, dass auch hier keine hochgebauten Hotels direkt am Strand stehen. Und dass die Liegen nicht in Reih und Glied stehen wie beispielsweise mancherorts in Italien.
Kurz bevor wir beim Hotel eintrafen fanden wir tatsächlich noch einen Barber Shop für mich. Der einzige Friseur mittleren Alters hatte noch Kundschaft und bat mich hinein. Ich wurde sofort auf einen Friseurstuhl aus den 70er Jahren gesetzt und um einen Moment Geduld gebeten. Wenig später trat ein über 70jähriger Mann mit Hörgerät in den Raum, zog sich Schürze mit Handwerkszeug um, darüber einen weißen Kittel. Erst wurde ich gepudert, dann in ein Handtuch eingepackt und darüber kam dann der typische Frisierumhang. Dann fragte er mich wieviel ich geschnitten haben wollte. Sage und schreibe 40 Minuten tüdelte dieser Meister der alten Barberschule inkl. Augenbrauen, Ohren- und Nasenhaare und selbstverständlich Nacken ausrasieren an mir rum. Immer wieder drehte er meinen Kopf so wie er mich am besten schneiden konnte. Und ganz am Ende massierte er mir kurz den Nacken und schlug dann mit diesem Klopfen der Handinnenflächen auf meine Schultern. Das Zeichen des Abschlusses. Ein wahres Meisterwerk. Auf seinem Logo las ich noch “Est. in 1970”. Vielleicht war der Stuhl auch noch aus den 60igern.
Do. 15.02.2018
Switch Andaman Sea in den Golf von Thailand
Wir haben jetzt nochmal den Ozean gewechselt. Vom Indischen ging es jetzt rüber zum Pazifischen Ozean in den westlichen Teil des Golfs von Thailand. Mir ging es gar nicht gut. Selbst das Aufstehen fiel mir an diesem Morgen schwer (Ich weiß, für einige ein tägliches Problem). Ich hatte kaum länger als eine Stunde am Stück geschlafen. Und mein Darm ärgerte mich weiterhin.
Mit dem Minivan ging es zügig bis nach Surat Thani. Dort wurden wir gesammelt und mussten in einen großen Bus, der uns zum Donsak Pier brachte, umsteigen. Mit einer relativ modernen Autofähre dauerte die Überfahrt nach Koh Samui knappe zwei Stunden.
Keine Unterkunft, kranker, stöhnender Freund, schwere Rucksäcke, Wärme, einredende Taxifahrer. Ich brauchte dringend eine Toilette also setzten wir uns in das nächste Cafe. Tanja schaute sich die angebotenen Zimmer an, winkte aber gleich ab.
In 400 m Entfernung hatte Tanja bei ihrer Recherche noch eine Unterkunft mit guter Bewertung gefunden. Also machten wir uns auf den Weg dorthin. Und das Sri Samui Hotel gefiel uns. Rucksäcke abgelegt und nochmal kurz Umgebung erkundet. Und dabei sahen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang inklusive AIDA Bella. Krabbenfischer sammelten Krebse bei Ebbe.
Mi. 14.02.2018
Flucht vor 38°C
Wir waren beide von der letzten Nacht ganz schön gerädert. Nach einem leckeren Frühstück bei uns um die Ecke fuhren wir an den Khlong Dao Beach. Noch spendeten einige Bäume Schatten. Wir badeten und lagen im Schatten. Es wurde zum Mittag immer heißer, man konnte schon nicht mehr barfuß durch den Sand gehen. Wir entschlossen uns, noch einmal auf die andere Seite der Insel zu fahren. Hier gibt es ganz viele Mangrovenwälder und Affen. Vorbei an Monkey- und Horse-School hatten wir bis dahin keinen einzigen Affen gesehen. Doch als wir dann nach einem kurzen Stopp weiterfuhren sahen wir sie auf der Straße. Eine ganze Affenbande wollte die Straße überqueren. Tanja zuckte zusammen und gab das erste Mal das Kommando “Gib Gas!”
Inzwischen war es so heiß, dass man sich kaum noch bewegen mochte. Wir gingen sogar in einen 7eleven, um uns von der dortigen Klimaanlage abkühlen zu lassen. Wahnsinn! Wir fuhren nochmal an den Longbeach und probierten es noch einmal mit dem Baden, aber es ging definitiv nicht. Es war zu heiß. Mir ging es immer schlechter mit meinem Magen. Ich wollte nur noch liegen. Also fuhren wir zurück in unser Guesthouse.
Zwei Stunden lag ich bewegungslos im Bett und es ging gar nichts mehr. Danach sind wir noch etwas essen gegangen und dann aber gleich wieder nach Hause, weil mit mir nichts mehr anzufangen war. Wir hatten es nicht einmal so richtig durch den Ort geschafft.
Und nachts sollte es noch schlimmer mit mir werden. Wie Wasser schoß es bei mir raus. Tanja ist abends extra noch in die Apotheke gegangen, um für mich Medikamente zu holen. Ich fühlte mich einfach nur elendig.
Di. 13.02.2018
Roller-Trip über Koh Lanta
Er war nicht mehr der Jüngste, seine Bremsen waren in die Jahre gekommen, aber er tat verlässlich immer seine Dienste: unser Honda Click 125 cc. Von unserer Unterkunft ging es erstmal zum 7eleven zum Frühstück. Über den Khlong Dao Beach ging es zum Longbeach, wo ich herrlich badete. Ein wirklich langer Strand, der relativ wenig besucht war. Tanja ging es immer schlechter. Sie schleppte schon seit Tagen etwas in ihrer Blase mit sich rum. Wir fuhren zur Apotheke und kauften Antibiotika.
Dann ging es auf die Ostseite zur Lanta Old Town. Alte Holzhäuser prägen hier das Straßenbild. An der Wasserseite befinden sich verschiedene Seafood Restaurants, auf der anderen Seite Souvenir-Läden und Cafes. Und hier war sogar ein Friseur auf dem Hinterhof, den ich mal lieber hätte nehmen sollen. Sehr nett war es hier in der alten Inselhauptstadt.
Zurück an der Westküste badeten wir noch am Khlong Nin Beach. Hier war überall Werbung für die nächste Jungle-Party angeschlagen. Doch ne Party-Insel? Wir haben davon überhaupt nichts mitbekommen.
Auf dem Rückweg hielten wir noch auf dem Markt von Khlong Toab Village, wo Livemusik von einer Bühne ertönte. Dort genossen wir auch den bisher klarsten Sonnenuntergang unserer ganzen Reise.
Zum Abschluss unseres Roller-Trips tranken wir noch ein Chang Bier in der Feeling Bar. Hier ist ganz viel aus Treibholz gemacht. Sieht total cool aus. Allerdings lagen wir hier direkt im Jagdzentrum der Mücken und hatten nichts zur Abwehr dabei. Dementsprechend etwas unentspannt genossen wir unser Bier.
Ganz langsam rollerten wir auf der löchrigen Straße nach Hause. Die Tankstelle nahm nur 29 THB für einen Liter Gasoline 95.
Gleich zwei Mücken hatten uns in dieser kurzen Nacht den Kampf angesagt. Die erste klatschte ich weg, Tanni machte mit der zweiten Mücke zum verdienten 3:3 Ausgleich. Am nächsten Morgen legte ich dann wieder vor: 4:3 Führung für mich. 😁
Mo. 12.02.2018
Koh Lanta: Relaxte Backpacker-Insel
Ich hab mir die Worte anderer Blogger extra aufgeschrieben: Koh Lanta - entspannte Backpacker-Insel. Wir werden das in den nächsten Tagen auf den Prüfstand stellen. Beim Ladyboy unserer Travel Agency stellten wir unsere Rucksäcke ab und holten Frühstück aus dem 7eleven.
Seit der gestrigen Pizza am Abend ging nicht mehr viel bei mir. Jetzt hatte es mich auf den letzten Metern also doch noch erwischt. Durchfall. Die Minivan-Fahrt nach Koh Lanta hab ich gut überstanden. Unsere Zimmersuche dauerte mal wieder nur eine halbe Stunde, dann hatten wir wirklich etwas Schönes für uns gefunden: das Lanta Smile Guesthouse im größten Ort der Insel in Saladan Village.
Ganz normal? Denkste. In Thailand darfst Du nur in der Zeit von 11 - 14 Uhr und von 17 - 0 Uhr Alkohol kaufen. Tanja wurde nachmittags schon mal wieder weggeschickt und musste das Bier wieder zurückstellen. Hört sich irgendwie versoffen an, ist es aber gar nicht. Wir haben uns nur häufig ein großes Bier geteilt.
Nachmittags legten wir uns einfach mal hin, weil wir beide geschwächt waren. Erst hab ich ein wenig geschlafen, dann Tanja, und erst als es schon dunkel war, erwachten wir wieder zum Leben.
Auf Tipp des Schweizers aus St. Gallen gingen wir zum Abendessen ins Old House. Das war ganz lecker und rustikal gemütlich. Und so endete unser Abend mal wieder im 7eleven, wo ich noch eine Coke Light und ein Kitekat kaufte. Und Tanja kaufte sich noch eine schwarze kurze Jogginghose im Laden gegenüber.
So. 11.02.2018
Die 4-Islands-Bootstour
Der Pick-Up-Service war pünktlich da. Vorher hatten wir schon erfolgreich unseren Roller abgegeben und vorm 7eleven gefrühstückt. Dynamisch wie ich bin schwang ich mich in den Viehtransporter hoch. Tanja war vor mir eingestiegen. Mir gegenüber saß ein tätowiertes Mädchen mit gemachten Brüsten in einem viel zu engen Bikini. Ihr Freund saß neben ihr. Beide braun gebrannt und relativ dunkler Hauttyp. Zu gern hätten wir gewusst woher die beiden kamen. Zwei Freundinnen gehörten noch dazu. Beide wirkten im Gesicht verändert, die eine mit aufgespritzten Lippen, die andere mit aufgefütterten Wangenknochen. Wenn sie englisch gesprochen hätten, dann hätte ich 100% auf Amis gewettet. Doch die Sprache klang keineswegs hart und osteuropäisch.
Nach einer Viertelstunde erreichten wir den Pier. Dort wurden wir mit Tauchermaske, Schnorchel und Schwimmweste ausgestattet. Dann ging es mit 34 anderen zum Boot. Anker eingezogen, alles enttaut, los geht's.
Das Boot war nicht das Schnellste, aber wir wollten ja auch kein Rennen damit fahren. Erste Station war Tup Island, eine Insel mit einem sensationellen, schneeweißen Strand und einer Sandbank zur Nachbarinsel, ähnlich wie auf Koh Yao Yai. Die Massen an Touristen machten die Insel natürlich unsexy. Gefühlt lagen an die 100 Boote hier am Strand. Über nur eine einzige Treppe konnten wir unser Boot verlassen. Da staute sich das dann auch immer beim Ausstieg. Trotzdem war es eine grandiose Kulisse: Schneeweißer Feinsandstrand, türkises Wasser, die Karstfelsen im Hintergrund. Genial! Südseefeeling garantiert.
Zweite Station war Chicken Island. Hier lag ein Riff vor der Insel, wo wir schnorcheln konnten. Ich entdeckte mit meiner eigenwilligen Plantsch-Schwimmtechnik tatsächlich das Schnorcheln für mich. Es hat viel Spaß gemacht, nachdem ich die Tauchermaske richtig aufgesetzt hatte, das Wasser aus dem Schnorchel raus war, und ich mich etwas eingegroovt hatte. War mal eine ganz neue Erfahrung für mich.
Zwischendurch kam das dunkelhäutige, junge Pärchen zu uns nach hinten auf's Boot zum Rauchen. Da fragte mich der Junge doch tatsächlich woher wir kämen. Und von mir folgte natürlich die Gegenfrage woher sie kommen. Auch wenn sie nicht so typisch aussehen, aber sie seien aus Schweden, sie 100%ig schwedisch, er mit Wurzeln aus dem Irak. Da war des Rätsels Lösung.
Dritte Station war ein noch schöneres Riff vor Poda Island, wo wir ganz viele Korallen und Fische bestaunen konnten. Danach gab es Mittagessen am Strand. Reis mit Zwiebeln und Chicken. Eigentlich ganz lecker für so ein improvisiertes Mahl. Hier badeten wir noch nach dem Essen zwischen den Booten im total türkisen Wasser. Und plötzlich badeten wir zwischen lauter Nemos. Das war großartig. Im glasklaren Wasser sah man die hübschen Fische auch sehr gut.
Letzte Station war der Strand von Phra Nang. Hier war es ähnlich voll wie am Railay Beach, nur dass hier ein Karstfelsen direkt am Strand stand. Das sah schon ziemlich mächtig aus. Überall hingen Steinzapfen hinunter. Höhleneingänge waren zu erkennen. Hier badeten wir auch nochmal über eine halbe Stunde. Dann ging es zurück zum Ausgangspunkt und die Tour war um 17 Uhr beendet. Das war für 20 € (800 THB) eine wirklich gelungene Tour mit einem netten und lustigen Team. Hat uns beiden Spaß gemacht. Und Tanja hat sogar das Kopfunterwasserduckern mit Nasezuhalten gelernt.
Abends schlenderten wir nochmal durch Ao Nang, gingen lecker Pizza essen, ein bisschen Shopping. Hier hat es uns drei Tage gut gefallen. Wir wohnten super zentral und günstig, und hatten alles was wir brauchten und vor allem Ruhe. Morgen geht's weiter nach Koh Lanta. Die Insel liegt nur 97 km südlich von Krabi.
Sa. 10.02.2018
Die 1.237 Stufen des Wat Tham Suea
Die Beine zitterten, unsere Kehlen drohten auszutrocknen. Wir hatten die 1.237 Stufen hinauf zum Tempel Tham Suea endlich geschafft. Eine ganz schön schweißtreibende Angelegenheit mittags um 12 Uhr. Wir waren mal wieder besonders clever.
Oben am Tempel hatten wir einen super Ausblick auf Krabi und Umgebung. Zum Glück gab es dort Trinkwasser, denn unsere Reserven waren bereits aufgebraucht. Ein Thai, der eisern seine Jeansjacke in dieser Affenhitze bis oben anbehielt, wollte auch noch vor dem riesigen Buddha ein Foto mit mir haben. Außerdem trafen wir dort oben noch eine ganze Familie aus Myanmar und Nepal. Die Jungs waren lustig drauf. Und auf dem Rückweg begegneten wir natürlich wieder unseren Leipzigern.
Dann wollten wir an den Strand. Der erste Strand war steinig. Das wollten wir auch nicht. Also weiter zum Tub Keak Beach. Da badeten wir noch ein wenig und machten uns dann auf den Heimweg.
Wir aßen leckere Hähnchen-Spieße, Pommes überbacken, süße Waffeln, und tranken einen gesunden Fruitshake. Und wen trafen wir beim Rundgang über den Markt vor der Bühne? Unsere Leipziger natürlich. Wir waren beide ganz schön kaputt von unserer Tempel-Besteigung und fuhren schon relativ früh wieder nach Hause.
Nach einem Chang Bier auf der Promenade buchten wir ganz spontan noch eine 4-Islands-Bootstour. Pick-Up 9.40 Uhr. Ich bin gespannt was das für eine Butterfahrt wird.
Fr. 09.02.2018
Ao Nang: Das Tor zum Felsenparadies
Wir konnten unsere Unterkunft nicht bezahlen, weil wir kein Geld aus den Automaten bekommen hatten. Morgens bin ich ein weiteres Mal zum ATM gerollert. Keine Veränderung. Und jetzt? Wir mussten uns dem Besitzer gegenüber erklären. Der zog sein Handy und telefonierte kurz mal. Dann ging es zur Yellow Machine am Phuket Pier. Die gelben Geldautomaten waren also für die Touristen da, grün und pink für die Thais. Und wir bekamen auf Anhieb Geld. Problem gelöst, alle glücklich! Mit dem Longtailboat ging es für 200 THB pro Person vom Pier zum Thalen Pier auf’s Festland. Dieser liegt ca 25 km von Krabi und 20 km von Ao Nang entfernt. Durch schroffe Felsformationen hindurch dauerte die Überfahrt nur knapp eine Stunde. Zusammen mit vier anderen teilten wir uns ein Taxi, das uns direkt zum Ao Nang Beach brachte. Auf der Fahrt sah man auch hier noch einige Moscheen an der Straße. Landschaftlich war die Gegend durch die Karstfelsen sehr attraktiv.
Das deutsche Pärchen aus Leipzig hatte schon eine Unterkunft gebucht und marschierte zielstrebig los. Wir setzten uns in ein Cafe und frühstückten. Tanni suchte online eine geeignete Bleibe, was nicht ganz so einfach erschien. Wir bezahlten das eher schlechte Frühstück, schulterten unsere Rucksäcke und liefen los.
Nach nur wenigen Metern führte ein Weg in die zweite Reihe, wo erst Bars und dann Hostels und Guesthouses kamen. Eine ältere Dame sprach uns lächelnd an, ob wir ein Zimmer suchten. Tanja checkte das Zimmer und wir hatten für 700 THB (17,50 €) eine schöne Bleibe mit Bad und Klimaanlage im Herzen von Ao Nang. Wir freuten uns beide, dass wir so schnell fündig geworden sind.
Zu Fuß gingen wir erstmal durch den Ort. Hier jagt ein Restaurant das nächste. Überall T-Shirt-Läden, Ticketverkäufer, Supermärkte, Schneidereien, die Maßanzüge im Boss-Style verkaufen und Massage-Salons. Am Strand liegen etliche Longtailboote, die zu den vorgelagerten Inseln fahren. Durch die Ebbe wirkt der Strand breit und lang. Sympathisch finde ich, dass hier keine Liegen - eine neben der anderen - stehen.
Kurzentschlossen kaufen wir uns mit Badesachen Tickets für den Railay Beach. Das soll hier einer der schönsten Strände sein, den man nur mit dem Boot erreichen kann. Die beiden Leipziger treffen wir auf dem Boot auch wieder. Und das Boot bringt uns in eine super schöne Bucht mit feinsandigem Strand und türkisem Wasser, eingebettet in Karstfelsen im Meer. Ein sensationeller Anblick. Großartig! Natürlich sind hier viele Touristen, aber alles noch weit weg von Handtuch-an-Handtuch-Tourismus. Gestört hat mich der eingezäunte Badebereich. Daneben liegen an die 50 Longtailboote mit ungedämpften, offenen Automotoren, die richtig Lärm machen können. Das würde mich auf Dauer ganz schön nerven. Ansonsten ist es hier traumhaft schön. In der Fressmeile bekommt man alles was man braucht. Trotz vieler muslimischer Verkäufer bekommt man hier auch Bier.
Gegen kurz vor 18 Uhr nehmen wir das Boot zurück nach Ao Nang. Bier gekauft und an die Promenade zum Sonnenuntergang gesetzt. Das war sehr schön!
Abends schlenderten wir nochmal durch den Ort und aßen ganz lecker Thai Food in einem Restaurant. Wir waren vom Sonnenbaden beide ganz schön müde. Zum Nachtisch gab es noch einen Roti mit Nutella und ein Fruitshake. Gute Nacht!
Do. 08.02.2018
Koh Yao Yai: Wir stecken fest!
Heute Abend wollten wir Geld aus einem der ATM-Geldautomaten auf der Insel abheben. Keine Chance. Alle vier Kreditkarten sind erfolglos geblieben. Und wir müssen unsere Unterkunft morgen früh bezahlen und haben nicht genug Bath dafür. Morgen früh rollern wir nochmal zum ATM. Dabei fing der Tag schon spannend an. Wir fuhren mit unserem Roller bis an die Südspitze der Insel. Plötzlich saß ein Waran am Wegesrand der dirt road. Tanja schrie nur ein gebrochenes “Hilfe” und ich bremste unser Gefährt zusätzlich mit beiden Füßen ab. Da saß nun die Riesenechse von bestimmt 1,20 m Länge und hat sich wohl genauso erschrocken wie wir. Recht zügig verschwand sie wieder im Unterholz und wir setzten unsere Fahrt fort.
Und dann zog es uns nochmal zu diesem grandiosen Strand, der wie weiß gepudert da zwischen dem türkisen Wasser lag. Auf dem letzten Stück der dirt road begegneten wir dem zweiten Waran. Auch dieser verharrte am Wegesrand und schlich sich dann langsam zurück in die Büsche. Wieder waren wir mit einem Schrecken davon gekommen. Aber der nächste fantasievolle Traum ist mir sicher.
Ein paar Speedboote hatten Touristen abgekippt, aber nach einer Stunde waren sie auch schon wieder weg. Den Coconut-Verkäufer erwischte ich noch gerade eben bevor er sich mit seinen kühlen Getränken aus dem Staub machen konnte. Ich kaufte auch gleich drei Getränke für 1,25 € auf einmal.
Wir besprachen mit dem Besitzer unsere morgige Abreise und er zeigte uns Möglichkeiten auf, wie wir weiter nach Krabi oder Ao Nang kommen. Wir wollten uns später entscheiden, nachdem wir Geld geholt und bei ihm im Restaurant etwas gegessen hatten. Doch es kam ganz anders.
Mi. 07.02.2018
Koh Yao Yai: Schneeweiße Landzunge
Roller gemietet und los ging unsere Entdeckungstour. Wir wollten unbedingt zu dieser schneeweißen Landzunge, die uns schon bei den Vorbereitungen auf Koh Yao Yai total beeindruckt hat und die die Insel immer noch zum Geheimtipp macht. Etwa 20 km mussten wir auf der Hauptstraße zurück in den Norden fahren. Ganz entspannt läuft hier der Verkehr. Meist sind Mopeds und nur wenige Autos auf der Straße. In den Dörfern sind Huppel in die Straße zur Reduzierung der Geschwindigkeit eingelassen, die man gern mal übersieht. Überall sieht man die Moscheen mit ihren goldenen Kuppeln. Wann der Muezzin hier vom Dach trällert haben wir bisher nicht herausgefunden. Zumindest ist es nicht regelmäßig zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang.
Der Hua Lam Haad Beach ist gut ausgeschildert und lässt sich gut finden. Es war gerade Ebbe als wir dort ankamen. Selbst ich musste meine Sonnenbrille aufsetzen, weil der schneeweiße Sand derartig im Sonnenlicht blendete. Wahnsinn! Der Oberhammer! Mit den paar Palmen an der Spitze ist diese Landzunge das absolute und ultimative Highlight der Insel. Auf Sandbänken kann man fast im Trockenen die Nachbarinsel Koh Yao Noi erreichen. Man muss nur rechtzeitig vor der Flut zurück sein.
Wir beide mussten aber feststellen, dass wir auf Koh Kood schöner gebadet haben. Hier hatte das Wasser eine Temperatur über 30°C und war aufgewühlt. Badewanne pur und so gut wie keine Abkühlung mehr. Das etwas kühlere glasklare Wasser fanden wir schöner.
Weiter ging es auf unserem Nord-Loop durch eine Hügellandschaft, die sich von der bisherigen Vegetation deutlich unterschied. Hier sah nichts mehr wie Dschungel aus. Neben vielen Palmen gab es eine Menge Laubbäume. Und ganz viele Kautschuk-Bäume, um die Schalen in Hüfthöhe angebunden sind. Hier wird durch Aufritzen der Rinde das weiße Kautschuk in den Schalen aufgefangen. Später werden daraus nach Veredelung mit Schwefel Autoreifen und Kondome hergestellt.
Planänderung: wir fuhren zu dem Pier bei uns in der Nähe und kauften ein Bier in der Bar des White House Resort. Hier sollte der Sonnenuntergang fantastisch zu sehen sein. Etwas später ging die Sonne so gegen 18.20 Uhr hier unter. Ganz schöne Fotos schossen wir vom Sonnenuntergang.
Im Serefa-Restaurant aßen wir lecker zu Abend und bekamen sogar - tief in einem Flaschenkühler versteckt - ein kühles Chang Bier aus der Dose. Das mal zum Thema kein Alkohol in muslimischen Restaurants.
Di. 06.02.2018
Koh Yao Yai: Das vergessene Paradies
Unfassbar: Die Insel Koh Yao Yai liegt in der Mitte zwischen den Touristen-Hochburgen Phuket und Krabi und ist so gut wie noch nicht touristisch erschlossen. Die US-Supermarktkette 7eleven hat hier erst in den letzten Jahren ihren ersten Markt eröffnet. Mit wunderschönen Stränden und unberührter Natur hat die Insel eine Menge zu bieten. Wer Trubel sucht ist hier falsch, aber von vorne: 7.00 Uhr: Tatort Pattaya: in diesem Bett im Mr. Mac’s Hotel hätten wir beide gern noch länger geschlafen. Ich gehe schon mal vor, weil ich uns noch ein Sandwich und Croissant aus dem Supermarkt nebenan besorgen will. Tanja übersieht mit vollbepackten Rucksack die letzte Stufe im Hotel und reißt sich den Knöchel auf. AUTSCH!
8.00 Uhr: unser Pick-Up-Service zum Flughafen U-Tapao war überpünktlich. 45 Minuten brauchen wir ungefähr zum Flughafen. Den Militär-Checkpoint kurz vorm Airport können wir ohne Probleme passieren.
10.40 Uhr: Abflug mit AirAsia von Pattaya nach Phuket mit einem Airbus A320-200.
12.00 Uhr: pünktliche Landung auf Phuket. Mit Taxi zum Pier (500 THB).
12.50 Uhr: Ankunft am Pier. Tanja fragt mich, ob wir vielleicht doch auf die andere Insel wollen, drei Ticketverkäufer quatschen mich voll, ich fliehe in den Wartepavillion und übersehe in Flip Flops eine schmale Kante. Als ich meinen Rucksack absetze sprudelt Blut aus meinem aufgerissenen Zeh. AUTSCH!
13.30 Uhr: Abfahrt mit dem Speedboat für 300 THB nach Koh Yao Yai. Fahrtzeit 25 min.
15.00 Uhr: der bemühte Besitzer ist ausgebucht, hat uns aber über einen Bekannten eine Unterkunft für eine Nacht besorgt. Tanja ist mit ihm auf dem Moped los und schaut sich das mal an.
15.25 Uhr: der Besitzer nimmt mich und unsere beiden Rucksäcke auf seinem Moped mit. Ein geräumiger Bungalow mit einer schönen Terrasse und einem herrlichen Blick über die Bucht erwartete uns.
Und zum Abschluss des Tages bekam Kater Carlo auf unserer Terrasse seine Streicheleinheiten …
Plötzlich kletterte vor uns auf den Stromkabeln ein Tier entlang, das wir beide nicht kannten. In der Größe eines kleinen Affen hangelte sich der Gnom über die Strommasten. Was das wohl war? Total unheimlich. Ich träumte von blutsaugenden Gnomen und revolutionären Affen mit Maschinenpistolen, die uns auf Koh Chang im Restaurant als Geiseln nehmen, um ihre Artgenossen in Gefangenschaft frei zu pressen. Wir lagen die Gesichter im Boden vergraben und vor Todesangst zitternd einfach nur hilflos da. Schweißgebadet wache ich auf. Alles nur blühende Fantasie und ein Traum. Puuh.
Mo. 05.02.2018
Pattaya: Zwischen Go Go’s und Massage-Salons
Zwischen Malerutensilien und Koffern verbringen wir die Überfahrt auf dem Boot, das viel schneller als erwartet über das türkise Wasser pest. Zwei Stunden dauert die Fahrt von Koh Kood aufs Festland. Pattaya soll die Hochburg des Sextourismus in Thailand sein. Ich stelle mir das schlimmer als den Ballermann auf Mallorca vor. Hotelburgen aus Beton, besoffene Männergruppen und vor allem alte, häßliche Männer mit jungen Thai-Frauen. Widerlich. Vielleicht räume ich später meine Vorurteile auf, vielleicht entfliehen wir aber auch einem Ort, wo ich nie wieder hin möchte. Aber wenn wir schon mal die Chance haben, dann möchte ich mir das auch mal ansehen.
Am Busbahnhof in Trat fragten uns drei Algerier, ob wir uns einen Privatshuttle nach Pattaya für 400 THB pro Person teilen wollen. 3,5 Stunden brauchten wir trotz super ausgebauter Straßen. Am Jomtien Beach ließen wir die drei Algerier raus. Unendlich viele Bars und Hotels lagen hier an einem Strand, der mit Liegen vollgepflastert war. Im Wasser lagen viele Boote. Jetski und Banana-Riding war zu sehen. Alles nicht unser Ding. Wir ließen uns unwissend zur Walking Street bringen.
Es war 16.33 Uhr als wir in der Bar Corner bei einem Chang online nach einer Unterkunft suchten. Es stank hier nach Pisse und die Toilette war zugek … im nicht ordnungsgemäßen Zustand hinterlassen worden. Hier wollten wir nicht nach einem Zimmer fragen. Wir erinnerten uns an den Tipp der Algerier: Pop-Inn oder Mr. Mac’s Hotel.
Es war vermutlich das schönste Doppelzimmer auf unserer Reise, unsere kleine Suite im vierten Stock des Mr. Mac’s Hotel. Wirklich klasse das Zimmer für 20 €. Und dann stiefelten wir los Richtung Pattaya City.
Plötzlich wird Tanja eine Karte auf der Straße unter die Nase gehalten, auf der alle sexuellen Stellungen inklusive Oral-, Anal-, oder Banal-Sex angeboten werden. Erschrocken und pikiert wendet sie sich an mich und fragt, warum sich der lächelnde Thai mit der Karte nicht gleich an mich wendet. Aber ich weiß auch keine Antwort.
Um so später es wurde desto voller wurde es hier. Viele ältere, nicht immer die attraktivsten, Männer mit jungen Thai-Frauen sah man in den Bars sitzen. Allein sitzende Männer wurden von mehreren Thai-Frauen regelrecht belagert. Wir sahen noch im Vorbeigehen die beiden Holländer aus Koh Chang und beobachteten dann das Treiben bei einem Chang Bier in einer anständigen Bar. Vorher drehten wir noch außerhalb der Walking Street unsere Runde vorbei an Boys Town und Wild West Boys, wo mich Tanni partout nicht durch bekam. Aber dort am Rande des Schwulenviertels kaufte sie sich ein hübsches Fußkettchen.
Das war unser Abend in Pattaya. Über zwei Supermärkte ging es zurück in unser Hotel. Fazit: Pattaya wird seinem Ruf schon gerecht, aber man kann sich das mal gut ansehen. Wir als Kiezstädter sind eher nicht mehr überrascht über die sexuelle Offenheit. Unsere geliebte Reeperbahn hat uns diesbezüglich schon abgehärtet.
So. 04.02.2018
Koh Kood - der Norden
An der einzigen richtigen Tanke tankten wir unseren schwarzen Yamaha-Roller für 50 THB (1,25 €) auf und wollten den Norden der Insel erkunden, nachdem wir auch vom zweiten Wasserfall (Khlong Chao Waterfall) bei uns um die Ecke enttäuscht wurden.
Im Fischerdorf Ao Salad aßen wir noch ganz lecker zu Mittag, beobachteten den Catamaran, der zweimal täglich von hier aus zum Festland fährt, und fuhren dann weiter, um den uns empfohlenen Strand zu finden. Doch als wir die richtige Straße dank Maps.Me gefunden hatten wurden wir unsanft an einem Checkpoint wieder nach Hause geschickt. Scheinbar leben hier die etwas betuchteren Ausländer und vielleicht auch Thais und die wollen diesen Roller-Tourismus einfach nicht. Wir drehten um. Mit dem Paradise Beach fanden wir dann doch noch einen super schönen Strand zum Baden, auch wenn dieser nicht an unseren Khlong Chao Beach herankommt.
Als wir bei unserer Unterkunft ein Boot- und Busticket nach Pattaya buchen wollten, war der Bus schon voll. Jetzt konnten wir nur einen Transfer zur nächst größeren Stadt auf dem Festland Trat buchen. Von da aus müssen wir uns jetzt durchschlagen. Unser Flug von Pattaya nach Phuket geht morgen um 10.40 Uhr.
Sa. 03.02.2018
Strandtag am Khlong Chao Beach
Morgens gab es wahlweise Spiegelei oder Rührei neben zwei Toast mit Butter und Marmelade zum Frühstück. Dazu gab es Kaffee oder Tee. Reicht vollkommen aus. Türkises Wasser hat uns wieder das Baden verzückt. Was für ein Leben? Wunderschön ist es hier bei Sonnenschein. Eine ganz ruhige Insel mit super viel Charme. Kein hoch gebautes Hotel, sondern nur Bungalow-Resorts mit Restaurants, ein Hospital, ein paar kleine Supermärkte, zwei offizielle, 80 inoffizielle Tankstellen, eine Police-Station, eine Schule mit Kunstrasen-Fußballplatz, drei Wasserfälle, einen 600 Jahre alten Baum, viele schöne Sandstrände, ein paar kleine Bars und Cafes, viele Motobike-Verleiher, zwei Tauchschulen, keine Souvenir- und T-Shirt-Läden … das ist Koh Kood.
Einiges hat sie auf dieser Reise schon tapfer mitgemacht: stinkendes Klo, stechende Mücken, zwei Durchfallattacken, schreiende Riesengeckos, Roller-Touren mit Gefälle, rasende Minivan-Fahrer, motziger Freund, kalte Duschen, kleffende Streuner, mülldurchsuchende Affen, bettelnde Katzen, vollgekiffte Freaks, Speedboat fahren, Unterduckern beim Baden, spuckende Laoten, chinesische Reisegruppen. Ein bisschen Camperbraut gehört schon dazu.
Ein großartiger Badetag ohne große Erlebnisse liegt hinter uns. Vor dem High Season Resort haben wir heute Nachmittag noch über eine Stunde im Meer gebadet. Im Ra Beang Mai Restaurant um die Ecke haben wir sehr lecker zu Abend gegessen.
Kleine Randnotiz: 65 Tage schleppe ich jetzt schon die Klorolle, Modell Softcell 4-lagig, Vertrieb Aldi Nord, mit mir rum. Wer hätte vor unserer Reise gedacht, dass die solange durchhält? 😂😲🚽
Fr. 02.02.2018
Roller-Cruise über Koh Kood
Warum regnet es jetzt im Paradies? Die ganze Nacht war es trocken und jetzt schifft es morgens wieder. Brrrrrrrr! 😩 Um 10.15 Uhr hörte es auf zu regnen. Wir starteten unsere Roller-Tour Richtung Süden. An der Südspitze der Insel liegt das ursprüngliche Fischerdorf Ao Yai. Hier kann man den Einheimischen noch beim Netze flicken zusehen. Die Bewohner dieser Stelzenhäuser werden von einem Boot mit Lebensmitteln beliefert. Frischeren Fisch bekommst du nirgendwo. Hier leben die Menschen wirklich noch von der Fischerei.
Erst in der traumhaften Siam-Bucht war das Wasser wieder seicht und fast aalglatt. Ein Bootssteg führte über das türkise Wasser und ließ diesen Strand bilderbuch-wandtapetenhaft wunderschön erscheinen. Einfach hammergeil. Punkt. Schöne Grüße in die Karibik!
Auffallend viele Russen sind hier auf der Insel. In unserem Resort war eine Reisegruppe aus Finnland untergekommen. Franzosen trifft man hier kaum noch. Und Deutsche treffen wir irgendwie überall wie beim 600 Jahre alten Makka-Baum, den wir uns nach dem Baden noch anschauten. Der dahinter liegende Huang Nam Kaew Wasserfall war ziemlich ausgetrocknet und führte nur wenig Wasser mit sich.
Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem kleinen Supermarkt und kauften zwei Dosen Chang Bier. Die wollten wir an unserem Strand zum Sonnenuntergang verhaften. Erst badeten wir nochmal ganz schön, dann schauten wir uns acht niedliche Hundewelpen am Strand an, und dann genossen wir unser Bier. Herrlich!
Do. 01.02.2018
Mit dem Speedboat nach Koh Kood
Der nette Ticket-Verkäufer vom Vortag kam noch zum Pick-Up und unterhielt sich mit uns. Seit 15 Jahren war er auf Koh Chang und damals gab es noch nicht mal Strom. Im Viehtransporter-Taxi trafen wir ein älteres Pärchen aus Minden. Das Taxi brachte uns ganz überraschend an einen anderen Ableger, von wo aus das Boot startete.
Spätestens als die Schwimmwesten verteilt wurden wußte ich, dass es ein wilder Ritt über den Ozean werden wird. Ich strahlte auf Tanja Ruhe aus, die Verkrampfungen der letzten Roller-Tour noch in allerbester Erinnerung.
Über eine Stunde warteten wir am Pier (Doy’s Guesthouse) auf einen trockenen Moment. Dann begann unsere Zimmersuche. Und das war sehr unkompliziert. Gleich beim zweiten Vermieter fanden wir einen Bungalow für 700 THB (17,50 €), der für uns vollkommen okay war. Und sogar Frühstück war inklusive.
Und dann badeten wir noch sensationell im Meer. Das Wasser war glasklar und so sauber. Das war richtig richtig schön. Es hatte inzwischen aufgehört zu regnen. Vorher spazierten wir in die andere Richtung und kehrten im Cafe Viewpoint ein. Tanja probierte da endlich mal das Mango mit Sticky Rice und Kokosmilch. Leckeres Dessert.
Abends zockten wir noch nach dem Essen drei Partien Skip-Bo. Endergebnis 2:1 für mich. Jetzt schien ich das Spiel verstanden zu haben, ich alter Angeber. Auf meinen Gewinn von einer Portion Pommes hab ich aber vergeblich gewartet. Und alle hatten um uns herum noch Pommes …
Mi. 31.01.2018
Ko Chang: Unruhige See
Heute blieben wir von der Affenbande verschont. Die Planung der nächsten Tage läuft auf Hochtouren. Drei Wochen bleiben uns noch zum Insel-Hopping. Neben ein paar Inseln in der Andamanensee wie Koh Lipe und Koh Lanta würden wir auch noch gern die Gegend um Koh Samui im westlichen Teil des Golfs von Thailand kennenlernen. Ein echtes Luxusproblem. Wir haben jetzt einen günstigen Inlandsflug von Pattaya nach Phuket mit Air Asia am Dienstag, 06.02.2018 gebucht. Heute verbrachten wir den Tag bei aufgewühlter See überwiegend am Strand. Am Nachmittag sind wir nochmal in den Ortskern gegangen. Ich ließ den Knopf meiner Badehose professionell annähen. Okay das darf man eigentlich gar nicht erzählen. Ich oute mich trotzdem.
Das Boot nach Koh Kood haben wir gebucht. Morgen früh müssen wir um 8.30 Uhr am 7 Eleven sein, dort werden wir abgeholt. Dann geht's in Bang Bao auf’s Speedboat. Zwei Stunden später soll das Boot auf Koh Kood ankommen. Und dann geht es als Backpacker auf Zimmersuche.
Di. 30.01.2018
Ko Chang: Entlang der Westküste
Es war gegen 7 Uhr als ich noch etwas müde unseren Reiseblog aktualisierte. Für eine anständige Internetverbindung musste ich mich dichter an das Restaurant unserer Unterkunft setzen. Plötzlich fielen sie fast geräuschlos über die Terrassen der Gäste her: die Affen aus dem Dschungel drehten wieder ihre Runde. Auch über unserer Terrasse kletterte ein Affe in den ersten Stock. Das Pärchen über uns bekam fast einen Herzinfarkt.
Es ging alles ganz harmlos los. Erste Station war der Klong Plu Waterfall. Über 200 THB Eintritt wunderten wir uns etwas. Ein Naturpfad führte in ca. 20 Minuten zum Wasserfall. Überraschend hoch war dieser und davor staute sich das Wasser in einem Becken, in dem man auch baden konnte, vorausgesetzt man hatte nichts gegen Fische, die einem an den Füßen die Hornhaut wegknispelten. Denn von denen wimmelte es in den verschiedensten Größen in diesem Becken.
Am Klong Prao Beach aßen wir Bratreis zum Mittag. Das Resort mit seinen Baumhäusern war ganz schön. Vom Lonely Beach waren wir allerdings enttäuscht. Das Stelzendorf Bang Bao ganz im Süden der Insel war unser letztes Ziel. Hier war es richtig nett. Total fotogene Kulisse. Nur leider hatte ich den Filter nicht aus der Kamera genommen. Ich Dösi.
Bevor es wieder zurück in den Norden ging folgten wir noch der Straße weiter an den Chivapuri Beach. Etwas dreckig, aber überraschend groß war dieser Strand. Pünktlich kurz vor 18 Uhr gaben wir den Roller ab und tranken zum Sonnenuntergang im “15 Palms” ein kühles Chang Bier.
Mo. 29.01.2018
Koh Chang: Strandtag am White Sand Beach
Same same but different. Die Nacht ging so. Da war plötzlich wieder dieses Schreien des Riesengeckos, es war warm im Zimmer auch ohne Decke. Tanja schlief seelenruhig und ich konnte nicht schlafen, also setzte ich mich auf die Terrasse. Nach ein paar Minuten war es wieder da dieses undefinierte Geräusch, unmittelbar neben mir. Ich sah niemanden, aber fluchtartig bin ich wieder ins Bett gekrochen. Es hat uns wieder eingeholt.
Das Frühstück war inklusive und echt gut. Es gab Toast mit Butter und Marmelade, wahlweise Omelette oder Joghurt mit frischen Früchten dazu. Das war echt in Ordnung dafür.
Wir badeten den ganzen Tag großartig. Die Flut hatte das Wasser morgens bis an unser Resort gespült. Über den ganzen Tag ging das Wasser langsam wieder zurück. Die Gezeiten waren schon irre. Hätten wir in dem Maße nicht erwartet.
Gegen 15 Uhr überfiel uns eine Affenbande aus dem unmittelbar angrenzenden Urwald. Wir hatten schon beim Baden Affen in den Bäumen der Steilhänge zum Strand entdeckt. Und jetzt zogen sie von Bungalow zu Bungalow und suchten nach Nahrung. Mütter mit ganz ganz Kleinen an der Brust waren dabei. Gegenseitig wurde sich beim Klettern geholfen und irgendwann kehrten sie in den Dschungel zurück. Tolles Spektakel!
Abends schlenderten wir nochmal durch den Ort und aßen an den Streetfood Ständen Kleinigkeiten. Köstlich! Tanja fand noch das Chang Beer Top und schlug zu. Morgens hatten wir unser Zimmer geräumt, weil wir nochmal in ein Zimmer mit Dusche und Toilette umziehen wollten. Und dort auf der Terrasse ließen wir den Abend bei einem Chang Bier ausklingen.
So. 28.01.2018
Koh Chang: spät erschlossenes Naturparadies
Mit zwei Fahrrädern fuhren wir ins Wildlife Cafe zum Frühstück. Danach trafen wir noch Annika und Sebastian wieder. Pünktlich wurden wir um 11 Uhr von einem Pick-Up abgeholt. Der Fahrer sprach sogar ein bisschen deutsch, weil eine Freundin von ihm in Hamburg lebt. 25.000 $ hat er für seinen Toyota Hilux in Kambodscha bezahlt. Warum wir jetzt auf kambodschanischer Seite auf den Bus aus Sihanoukville warten müssen wissen wir nicht. Voraussichtlich um 12.30 Uhr soll der Bus hier ankommen.
Zusammen mit zwei Holländern und einem Schweden ging es über die Grenze. Dort gab es keine Probleme bei Aus- und Einreise. Krass: eine Frau aus dem Iran dufte in Kambodscha nicht einreisen. Sie musste mit uns wieder zurückfahren. Der Minivan fuhr uns auf Ko Chang noch durch die Berge direkt bis zum White Sand Beach. Nach kurzen, harten Verhandlungen haben wir uns für 25 € pro Nacht im Resort Rock Sand direkt am Wasser eingebucht. Im Internet sollte das Doppelzimmer mit Meerblick 68 € kosten. Also ein Schnäppchen geschlagen!
Nach dem Essen sind wir hier noch rumspaziert. Natürlich ist es touristisch und nicht einsam. Ein Restaurant steht neben dem nächsten. Eine Gruppe hat hier etwas mit Feuerschleudern am Strand vorgeführt. Der Ort besteht im Wesentlichen aus der Hauptstraße, wo ein Souvenirladen, Travel Agency, Motobike-Verleih neben dem anderen zu finden ist.
Im Supermarkt haben wir für 56 THB das einheimische Mückenspray mit dem rosa Deckel gekauft. Im Ort selber stehen an die 10 ATM-Geldautomaten.
Die Geschichte von Koh Chang
Im Jahr 1941, während des Indochinakrieges in Asien drangen französische Truppen in die Gewässer von Thailand ein, deshalb stationierte Thailand die Marine vor Koh Chang, um das Land zu schützen. Das war der Anfang des Krieges, welcher später als „Koh Chang Seeschlacht“ bekannt wurde. Die thailändischen Truppen siegten jedoch und verdrängten die Franzosen. Ab den 1970er Jahren kamen dann die ersten Backpacker nach Koh Chang, damals war die Insel noch absolut nicht entwickelt und man wurde mit einfachen Fischerbooten auf die Insel geschifft. Der White Sand Beach war auch damals der Strand, wo sich Backpacker trafen und in einfachen Bamboohütten übernachteten.
1996 wurde ein Elektro-Seekabel verlegt und die Entwicklung nahm ihren Lauf. Immer mehr und bald schon auch luxuriösere Resorts und Bungalows wurden gebaut, die Straße wurde bis zu südlichsten Punkten der Insel erweitert.
Heute verkehren drei Autofähren täglich zur Hochsaison im Halbstundentakt. Jedoch ist die Insel auch jetzt noch ein wahres Paradies, bist jetzt gibt es noch keine Straße, welche einmal rund um die Insel führt.
Aktuell ist die Westküste deutlich mehr erschlossen als die Ostküste, die schönen weiten Sandstrände locken jährlich immer mehr Touristen an.
THAILAND
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CAMBODIA
20 Nächte
1.194 km
1.194 km
Die Geschichte Kambodscha’s
Das Land hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Schon im 9. bis 12. Jhrd. n. Chr. war das Khmer Reich eines der mächtigsten. Seit 889 war Angkor Hauptstadt des Khmer Reiches. Um 1200 hatte Angkor etwa eine Million Einwohner und war damit wohl die damals größte Stadt der Welt. 1353 wurde Angkor durch das Ayutthaya-Reich der Thai erobert. Seitdem wurde die Hauptstadt nach Phnom Penh verlegt. Um eine völlige Übernahme des Reichs durch Thailand und Vietnam zu verhindern, wandte sich Kambodscha an Frankreich. Seit 1884 war Kambodscha eine Kolonie Frankreichs. Erst am 09.11.1953 konnte das Land die Unabhängigkeit von Frankreich feiern. Danach versuchte man eine Politik der Neutralität zu führen, doch durch den Ho-Chin-Minh-Pfad wurde Kambodscha in den Vietnamkrieg verwickelt. 1970 stürzten kambodschanische Offiziere mit amerikanischer Unterstützung die Regierung Königs Sihanouk mit dem Vorwurf, nicht entschieden genug gegen die Việt cộng vorgegangen zu sein. Von Nordvietnam unterstützt, konnten die Roten Khmer 1975 schließlich Phnom Penh erobern, woraufhin sie das Demokratische Kampuchea ausriefen. Sihanouk wurde zunächst symbolisches Staatsoberhaupt, musste aber 1976 zurücktreten und stand in der Folge unter Hausarrest. Neuer Staatschef wurde Khieu Samphan, neuer Ministerpräsident Pol Pot. Das neue Regime wollte eine neue Gesellschaft nach maoistischem Muster formen und den “Steinzeitkommunismus” wieder einführen. Insgesamt forderte die Politik der Regierung Pol Pots zwischen 1,4 und 2,2 Millionen Opfer, vor allem Beamte, Intellektuelle und buddhistische Mönche und Nonnen, die in etwa 100 Vernichtungslagern gefoltert und hingerichtet wurden, weil sie Widerstand geleistet hatten.
Am 24.12.1978 begann die Offensive vietnamesischer Truppen zur Beendigung des Terror-Regimes der Roten Khmer. Kambodscha blieb zehn Jahre von Vietnam besetzt, die entmachteten Roten Khmer leisteten mit Guerillataktik Widerstand. Nach 1989 folgten unter der Mitwirkung der UN ein Friedensabkommen und der Neuaufbau staatlicher Strukturen, die 1993 mit einer neuen Verfassung und der Wiederherstellung der Monarchie endeten. Kambodscha, zu diesem Zeitpunkt nach zwei Jahrzehnten Krieg, Schreckensherrschaft und Besatzung eines der ärmsten Länder der Welt, konnte seitdem erhebliche Fortschritte im Kampf gegen Armut und Unterentwicklung erzielen und ist heute eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.
Und Kambodscha war das erste Land in Südostasien, dass ein Naturschutzgebiet 1925 um die Tempel von Angkor Wat eingeführt hat.
Bis Ende der 1990er Jahre war Koh Kong einer der unsichersten Teile des Landes. Elemente der Roten Khmer, die in den unteren Kardamomen stationiert waren, stellten immer noch eine ernsthafte Bedrohung für Einheimische und Reisende dar. Bis 1998 war das Gebiet Schauplatz von gelegentlichen Kämpfen zwischen der Regierung und den Truppen des Demokratischen Kampuchea.
Wie wirkt Kambodscha ganz persönlich auf uns?
Auch wenn als größtes Umweltproblem die Abholzung der Wälder besteht, so ist Plastik auch hier ein ernstes Problem. Überall sieht man auch hier Müllberge rum liegen. Pfandsysteme oder Recycling kennen die Menschen hier nicht, auch wenn hier mancherorts schon Müll tatsächlich getrennt wird.
Arm und reich lebt hier dicht beieinander. Dort siehst Du bettelnde Kinder und Frauen oder Müllsammler, die quietschend mit ihren Karren durch die Straßen ziehen, und als nächstes fährt ein Hummer oder Audi Q7 an Dir vorbei. Noch immer gehört Kambodscha zu den ärmsten Ländern Asiens. Viele Menschen können nicht lesen und schreiben, und unterschreiben mit ihrem Fingerabdruck.
In Laos fuhren Einheimische mit Moped an die Essensstände und kauften etwas ein. Das kann man hier gar nicht beobachten. Abgepackte Suppen oder fritiertes Hähnchen gibt's hier in Kambodscha gar nicht.
1.194 km sind wir durch das Land gereist. Vielleicht hätten wir noch einen Schwenk in die nordöstlichen Berge machen sollen oder nach Battambang oder doch an den Tonle Sap See, aber wir wollten dann auch schnell ans Meer.
Als absolutes Hotspot-Highlight hat Angkor Wat alle Erwartungen von uns erfüllt und führt unser Ranking an. Koh Rong rangiert derzeit auf Platz 4.
Die beiden Inseln waren wunderschön, wenn auch infrastrukturell nicht erschlossen. Wir haben Traumstrände gesehen und Fishing Villages besucht. Das Wetter war leider zu diesem Zeitpunkt etwas unbeständig bei ca. 30°C. Es hat viel geregnet. Meine Theorie, dass in Kambodscha die modernsten Busse aller drei Länder fahren, musste ich nach unserer letzten Tour von Sihanoukville nach Koh Kong revidieren.
Sa. 27.01.2018
Abschied von Kambodscha
Immer wieder faszinierend finde ich was die Menschen hier alles auf ihren Mopeds transportieren. Bis zu vier Personen finden Platz auf diesen Zweirädern. Mütter mit Kleinkindern haben wir gesehen. In Kambodscha besteht Helmpflicht, nur geschätzt die Hälfte hält sich daran. Gefühlt fahren hier Kinder im Alter von 10 Jahren schon Moped. Mädchen mit Rock und Mönche sitzen immer seitlich hinten drauf. Gerade heute Morgen sahen wir ein Ehepaar, das eine neue Matratze zwischen sich auf dem Moped eingeklemmt hatte. Natürlich hatte die Frau noch drei weitere Plastiktüten mit Einkäufen in der Hand. So ging es dann in den Straßenverkehr.
Auch die mobilen Verkaufsstände als Beiwagen an den Mopeds sind der Hammer. Von Essensständen jeglicher Art, Getränke bis Spielzeug war alles dabei.
Tanja fielen die vielen Hochzeitsfeiern auf. Hier wird geschmückt was das Zeug hält. Fotos des Brautpaares werden ausgestellt. Die Deko ist aber Geschmackssache. Die Feiern werden immer von lauter Musik begleitet.
Gegenüber von unserem Lokal stehen bestimmt 30 Mopeds vor einem Cafe. Laute Männerstimmen dröhnen heraus. Gucken die Fußball? Wir checken es. Es sitzen an die 50 Männer vor einem Fernseher und gucken live einen Thai-Boxkampf. Einer der Männer fragt uns freundlich woher wir kommen. Keine einzige Frau ist hier dabei.
Morgen geht's weiter nach Thailand. Ein Busticket nach Ko Chang haben wir schon. Das war ein klasse Guesthouse zu dem günstigsten Preis bisher. Und der Junge an der Rezeption war super aufmerksam und freundlich. Glatte Eins.
Fr. 26.01.2018
Mangrovenwälder bei Koh Kong
Wenn schon die Handballer bei der EM ausgeschieden sind, hat St. Pauli einen wichtigen Auswärtserfolg beim 3:1 in Dresden feiern können. Klasse Jungs! Beim Frühstück haben wir es heute mal hautnah miterlebt. Ein orange gekleideter Mönch bettelt vor unserer Frühstückslocation um Almosen. Der Inhaber spendet Geld, kniet vor dem Mönch nieder, wird gesegnet, und dann ist die Zeremonie nach einem kurzen Augenblick beendet und der Mönch zieht weiter.
Unser heutiger Weg führte uns in die 7 km entfernten Mangrovenwälder. Nach dem Eingang, wo wir 1,25 $ bezahlen mussten, führte ein langer, endlos scheinender Betonsteg durch die Mangroven. Wie in einem Fantasyfilm a la Herr der Ringe kamen wir uns vor. Jede Baumwurzel sah anders aus. Am Ende führte der Weg zu einer Hängebrücke, die uns total wacklig zum Aussichtsturm brachte.
Wir fuhren danach nochmal zum Koh Yor Beach. Dort wollten wir in einem anderen Restaurant etwas essen. Der Strand war einladend weiß und sauber. Tanja bestellte irgendwas mit Reis und wir bekamen Nudeln mit Scampis und Tintenfisch. Hat doch super geklappt und lecker geschmeckt. Und dann kam wieder Regen auf. Wir zogen fast schon stolz unsere Regencapes an, verweilten knapp noch ne Stunde und fuhren dann im Regen nach Hause.
Tanja ließ sich heute Nachmittag neben unserem Guesthouse noch massieren, denn hier soll es die beste Massage Kambodschas geben. Und sie schwärmte als sie zurückkam.
Den Abend ließen wir im Cafe Laurent beim Abendessen ausklingen. Das war ein sehr nettes Restaurant auf Stelzen ins Meer gebaut. Im Grunde war es das erste etwas bessere Restaurant, das wir besuchten. Nur ein Tisch war hier an diesem Freitagabend außer unserem noch besetzt. Hier wurden uns beide Gerichte auch zusammen serviert, was in Deutschland selbstverständlich, aber hier keineswegs normal ist.
In der Bar “Home T1” nahmen wir noch einen Absacker und fuhren dann zurück in unser Guesthouse. Es war ja auch schon wieder 21.48 Uhr … grins … smile …
Do. 25.01.2018
Tatai Wasserfall im Kardamom Gebirge
Mit dem Roller ging es relativ früh ins Kardamom Gebirge zum Tatai Wasserfall. Kurz nach dem 134 km-Meilenstein nahmen wir die Abzweigung nach links. Kurz danach mussten wir den Eintritt von 1 $ pro Person bezahlen. Eigentlich wollten wir jetzt zu Fuß weiter, doch der Wärter deutete auf unseren Roller, dass wir damit weiterfahren sollen. Okay auf ging’s. Nach 600 m Schotterpiste kamen wir ans erste Wasserloch. Tanni stieg ab und ich fuhr hindurch. Null Problemo. Nach weiteren 400 m folgte das zweite, etwas tiefere Wasserloch. Gleiches Spiel: Tanja stieg ab, ich gab Gas und schwubs waren wir auch da durch. Geschafft! Der Abstieg zum Wasserfall war ziemlich steil, die Luftfeuchtigkeit an diesem Tag extrem hoch. Hinter mir hörte ich nur fluchende Worte: “Diese scheiß Viecher, immer müssen die mich stechen, bloß nicht stehenbleiben … oh schon wieder, ich hab gleich kein Bock mehr!” Ich nahm das einfach mal ganz gelassen zur Kenntnis. Und beim Anblick des schönen Wasserfalls waren alle Moskitos auch schon wieder schnell vergessen. Grins.
Wir waren die ersten Touris an diesem Morgen. Die Einheimischen bauten gerade ihre Stände erst auf. Wir machten schöne Fotos und hielten unsere Füße ins Wasser. Ein tolles Fleckchen Natur mal wieder.
Zurück ging es zum Guesthouse. Wir kamen vorbei an dem Koh Kong Airport, der vermutlich schon viele Jahre keine Flieger mehr gesehen hat. Dort liefen uns zwei schwarze Hunde hinterher und verteidigten brav ihr Haus und Hof. Wir hatten das erste Mal auf unserem Roller Schiss vor herumlaufenden Hunden.
Badesachen geholt und ab an den Strand. Wir mussten dazu die mit 1,9 km längste Brücke Kambodschas überqueren. Der Koh Yor Beach lag direkt vor den Toren der Stadt und war ganz anschaulich. Zugegeben wir waren durch die Traumstrände der letzten Tage echt verwöhnt. Wir aßen mal wieder Bratreis mit Hähnchen zum Mittag und fuhren dann an die thailändische Grenze nach Cham Yeam. Dort stand das riesige Koh Kong Resort, das baulich an den Vatikan erinnerte. Direkt daneben befindet sich ein Casino. Gerüchten zufolge soll der Casino-Tourismus der Chinesen hier eine bedeutende Rolle spielen. Laut Bewertungen von Tripadvisor soll nicht einmal der hoteleigene Strandabschnitt gesäubert werden, da kein Gast an den Strand geht. Ein seltsames Konzept oder Geldwäsche?
Wir bogen noch einmal Richtung Meer ab, wo sich auch groß der Safari-Park ankündigte. Der Eingang war mit Absperrungen zugestellt, auf denen Schilder mit “No entry” klebten. Daneben befand sich ein kleines Häuschen, in dem ein Mann in den Fünfzigern saß. Er machte uns deutlich, dass es hier nicht weiter ginge. Im Hintergrund sahen wir eine ziemlich große Tribüne vor einem Wasserbasseng. Wir fragten was das sei, doch der Mann verstand uns leider nicht. Ein jüngerer Mann kam herbei und erklärte uns, dass der Safari-Park schon vor langer Zeit geschlossen wurde und alle Tiere umgesiedelt wurden. Die Tribüne war damals für Wasserski-Shows genutzt worden. Warum nun der Mann in seinem Häuschen da saß und darauf aufpasste, dass keiner diesem elendigen Leerstand zu nahe kam, wissen wir nicht.
Zurück in Koh Kong besuchten wir noch den Markt, der wieder allerhand Spannendes zu bieten hatte. Doch wir konnten beide diesen widerlich stechenden Geruch von Fisch und totem Fleisch heute nicht ab und mussten gehen. Ich fand tatsächlich noch die Flip Flops, die ich schon die ganze Zeit im Visier hatte und konnte den Preis auf 8$ drücken. Freu freu freu.
Mi. 24.01.2018
Koh Kong nicht King Kong
Mister Pepper, der kleine quicklebendige Kater stand an diesem Morgen mit einem frechen Mautzen vor unserer Bungalowtür und wollte spielen. Nach dem Frühstück legten wir von Koh Rong ab. Hier hat es uns super gefallen. Vom Royal Pier ging es mit dem Tuk-Tuk zum Busterminal. Nur wenige Minuten später fuhr der Bus nach Koh Kong schon los. Nach zwei Stunden mussten wir nochmal umsteigen. Dann ging's durch die Berge. Es schüttete schon wieder ziemlich doll und der Fahrer fuhr ohne Scheibenwischer. Wir schlussfolgerten, dass die Scheibenwischer defekt seien, doch als der Starkregen abschwächte da fanden sie auch bei unserem Fahrer noch Verwendung.
Im 99 Guesthouse wurden wir freundlich begrüßt und wir hatten Glück. Für 8 $ die Nacht bekamen wir ein ordentliches Zimmer mit Ventilator. Das ganze Guesthouse machte einen guten Eindruck und das Personal war sehr freundlich zu uns. Eine Empfehlung aus dem Stefan Loose-Reiseführer. Nach vier Tagen Schöpfkelle freuten wir uns auf eine warme Dusche. Und ganz ehrlich: für die weitere Reiseplanung war Internet für uns sehr wichtig.
Dem empfohlenen Restaurant Woodhouse würden wir allerdings nur eine 3+ geben, auch wenn der Franzose sehr bemüht und nett zu uns war. Für nur 5 $ können wir uns hier einen Roller mieten. Wenn es nicht den ganzen Tag schifft wollen wir morgen nochmal zum Wasserfall in die Berge. Hier soll es aber auch einen schönen Strand geben. Vielleicht zeigt sich die Sonne ja doch nochmal kurz.
Di. 23.01.2018
Koh Rong 02: Floating Village Prek Svay
6.17 Uhr. Ich bin nach über 8 Stunden vollkommen ausgeschlafen. Hier lebt man mehr oder weniger mit der Sonne. Mit ihr steht man auf und geht schlafen. Wir sind gestern auch gegen 22 Uhr ins Bett gegangen. Eine sehr erholsame Nacht. Strom wird hier durch Solarzellen gewonnen. Zwar hast Du auch hier keinen Strom, aber jeder Bungalow hat Licht. Die Hütten sind hier in die Büsche hineingebaut worden, so dass man sie gar nicht richtig sehen kann. Kleine Trampelpfade führen zu den Bungalows.
Nach dem Frühstück brachen wir zum Floating Village Prek Svay auf. Der Weg führte durch relativ flaches Land, aber nicht durch den erwarteten Dschungel. Nach exakt 45 Minuten erreichten wir das Dorf. Zuerst sahen wir nur ein ganz normales Dorf, in dem wir von den Einheimischen freundlich begrüßt wurden. Nach einem Bier und einer Coke entdeckten wir dann die richtigen Stelzenhäuser im Wasser, eins fotogener als das andere.
Nach einer weiteren Pause und einer Einladung zum Essen, die wir aber ablehnten, wollten wir zurück zum Lonely Beach. Doch plötzlich schüttete es wie aus Eimern. Wir suchten Schutz unter einer Palme bis uns ein Einheimischer zu sich nach Hause einlud. Nun saßen wir da im 20 qm Wohnzimmer ohne Möbel. Unser einbeiniger Gastgeber versuchte, uns aufgeregt mit Händen und Füßen ganz viel auf Khmer zu erzählen, leider verstanden wir nur, ob wir etwas essen wollen und dass sein Sohn krank sei. Nach einer Dreiviertelstunde bedankten wir uns ganz freundlich und zogen von dannen.
Am Lonely Beach badeten wir noch einmal super schön im Meer und spielten Frisbee. Auf dem Weg zum Strand lag plötzlich ein verletzter Riesengecko vor uns auf dem Trampelpfad. Das Tier war grau mit orangenen Punkten und hatte eine Länge von ca 25 cm. Anschließend gab's zur Belohnung Fried Noodles with Chicken und als Dessert Pancake mit Nutella - auf besonderem Wunsch von Tanja.
Lagebesprechung: mindestens 70 $ wollte Jeff für die Überfahrt nach Koh Rong Sanloem haben. Planänderung. Das war uns aufgrund der instabilen Wetterlage zu viel. Und wir wissen, dass wir im letzten Drittel unserer Reise noch einige thailändische Inseln vor uns haben. Also geht's morgen zurück auf's Festland und dann Richtung Koh Kong.
Mo. 22.01.2018
Koh Rong 01: Plankton am Lonely Beach
Keines der Boote fuhr den Lonely Beach an. In der Agentur war die freundliche Dame überfragt. Was hat Tanja da bloß wieder gebucht? Es schien schier unmöglich an diesen Strand zu kommen. Bis wir die Mail der Unterkunft lasen. Die haben ein eigenes Boot, das täglich um 13 Uhr Touristen vom Royal Pier in Sihanoukville zum Lonely Beach nach Koh Rong bringt. Wir wollten doch beide ein bisschen Leben nach der Einsamkeit der letzten beiden Tage. Tanja hatte mich wohl missverstanden. Zumindest wollte ich ein paar Fotos hochladen und unseren Reiseblog aktualisieren.
Nach drei Stunden Bootsfahrt erreichten wir gegen 16.30 Uhr den Lonely Beach und wurden tatsächlich ausgebootet, um zum Strand zu kommen. Julia, eine Französin aus Bordeaux, nahm uns freundlich mit einem Eistee in Empfang.
Wir bezogen unseren Bungalow Nr. 2, diesmal mit eigener Dusche (eigener Schöpfkelle) und WC. Wir packten kurz unsere Sachen aus und badeten super herrlich im Meer. Wieder waren wir in einer Traumbucht mit weißem Sandstrand.
Die Menschen hier sind viel mehr unser Ding. Eine super nette Location haben die hierher gesetzt. Das Restaurant ist voll gemütlich eingerichtet, die Speisen sind gut ausgewählt. Neben local Khmer gibt's auch Pasta und Bratkartoffeln mit Gemüse und Ei. Wenn man mag kann man optional Chicken dazu bestellen. Und ein total verrücktes Kätzchen namens “Mister Pepper” läuft hier rum.
So. 21.01.2018
Koh Ta Kiev 02: Lost in Jungle
5.04 Uhr. Nach sieben Stunden war ich ausgeschlafen. Totale Finsternis. Absolute Ruhe, nur die Grillen zirpsen und die Wellen hört man im Meer. Eine leichte Brise Wind weht bei 24°C. Um dieses Resort ist Dschungel - mehr nicht. Es soll noch einen Trampelpfad auf die andere Seite der Insel geben. Das wollen wir heute herausfinden. Straßen gibt's hier nicht.
Fünf Stunden sind wir heute durch den Dschungel gewandert. Nach nur 400 m erreichten wir das Resort Kactus in einer anderen Bucht. Weiter ging es zum Treehouse Resort Ten103. Dort standen wirklich tolle Baumhäuser. Die Bar war etwas kleiner und direkt an einer Terrasse zum Meer angeschlossen. Hier tranken wir Bier und aßen zu Mittag.
Anschließend wanderten wir noch zum Fishing Village, das wir schon bei der Überfahrt vom Boot sahen. Hier hatten wir nun unser Floating Village, denn einige Häuser waren auf Stelzen im Wasser gebaut. Wir waren sehr erstaunt, dass dort vier Touristen am Tisch der Einheimischen saßen. Bis auf einen barfuß-laufenden Jogger sind wir im Dschungel niemanden begegnet.
Morgen geht's nach dem Frühstück zurück auf's Festland und dann auf die nächste Insel: Koh Rang … das ist Insel-Hopping!
Sa. 20.01.2018
Koh Ta Kiev 01: Das Kiffer-Paradies
Das Boot fuhr pünktlich um 11.30 Uhr vom Otres Beach ab. 16 Touristen wollten auf die Insel Koh Ta Kiev. Knapp über eine Stunde dauerte die Überfahrt. Dann lag vor uns das Paradies in einer traumhaft schönen Bucht, in der nur unser Resort The Last Point ansässig war. Wenn nicht hier wo war dann das Paradies?
Der Typ an der Rezeption ist schon der Kracher: Rasterzöpfe, Vollbart, Badeshorts, Flip Flops. Über dem Tresen hängt folgendes Schild “Joints 3 $”. Okay Tanja hat uns in einem Kiffer-Paradies eingebucht. Am Tresen machen die Tütchen schon die Runde. Es ist ja auch schon 13 Uhr. Wir erhalten unseren Bungalow zugewiesen - ohne Schlüssel, denn hier kommt nichts weg. New Number Six.
Wir waren heute lange am Strand, sind dann bis ans Ende der Bucht gelaufen, haben da nackt gebadet, und sind dann wieder zurück zu unserem Resort. Jetzt chillen wir auf unserer Terrasse. Herrlich!
Ab 18 Uhr wird hier der stromerzeugende Trecker angeworfen, damit wenigstens am Tresen bei gedämmten Licht gegessen und gekifft werden kann. Im Hintergrund läuft ruhige englische Popmusik. Die Pizza war lecker, das Amok mit Chicken ging so. Um 21 Uhr lagen wir in unserem Bett. Um 22 Uhr gab der Trecker dann Ruhe.
Fr. 19.01.2018
Otres Beach: Paradies mit Haken
Ein wunderschöner Bungalow 30 m vom feinsandigen Strand entfernt, angenehm warmes Klima, glasklares Wasser, doch unser Badeparadies hat einen Haken: die Disco hier nebenan, die uns von 18 - 8 Uhr mit lauter Musik beschallt hat. Jetzt kamen die Ohropax doch nochmal zu ihrem Einsatz. Ein älterer deutscher Tourist erzählt uns im Wasser, dass alle Bambushütten am Strand spätestens 2019 abgerissen werden, weil die Chinesen hier Hotels bauen wollen. Gut vorstellbar. Die Bambushütten sind super kultig. Wir haben mal eine Collage davon gemacht … save the bamboo huts …
Die Planung der nächsten Tage läuft auf Hochtouren. Um auf die Inseln zu kommen müssen wir im voraus buchen. Bisher war das immer alles sehr kurzfristig buchbar. Das geht hier scheinbar nicht. Den Bungalow auf Koh Ta Kiev hat Tanja schon gebucht. Danach wollen wir nach Koh Rong und als Letztes nach Koh Rong Sanloem. Da wir die nächsten Tage kein Internet haben sollten wir noch vor Abfahrt auf die erste Insel etwas buchen. Tanja ist unsere Travel Managerin mit Spezialgebiet “Unterkünfte”. Meist bucht sie über die Plattformen “Agoda”, “Booking.com” oder “Airbnb”.
Kurz vor Sonnenuntergang spazierten wir noch Richtung Sihanoukville City. Ganze Resorts stehen hier leer. Alte Häuser werden nicht saniert, sondern verkommen. Neue Hotels werden daneben im großen Stil gebaut. Ich finde es alles ganz unheimlich. Dabei bleibe ich.
Die Nacht war kein Spaß! Zwar blieb die Party direkt neben uns aus, dafür dröhnte der Bass aus unmittelbarer Nähe gegenüber aus den Boxen. Und das diesmal bis 6 Uhr.
Tanja wollte mir Ohropax geben und schaltete dafür die Taschenlampe ihres Handys ein. Plötzlich knatterte ein Tiergeräusch direkt neben unseren Bett. Dazu muss man wissen, dass unsere Hütte auf Stelzen steht und einen Fußboden aus Bambus hat, durch den man durchgucken kann. Das Monster-Tier konnte also auch direkt unter uns sitzen und gab bei Licht wirklich laute Geräusche von sich. Es war undefinierbar um was für ein Tier es sich dabei handelte … Riesengecko, Bläshuhn, Muscovy-Ente … plötzlich war unserer Fantasie eine Grenze gesetzt. Ich schaffte es todesmutig noch auf Toilette, aber …
Do. 18.01.2018
Unaussprechlich: Sihanoukville
Von einem Minivan älteren Semesters wurden wir “pünktlich” kurz nach 9 Uhr abgeholt. Der Fahrer war keine 25 Jahre alt und versuchte, alles (aber wirklich alles) aus dem Vierzylinder rauszuholen. Das war keine ruhige Fahrt mit zwei Beinnaheunfällen. Der Fahrer fährt wie ein Henker. Wenig Wasserbüffel sieht man hier im Süden von Kambodscha. Dafür gibt es hier die weißen, heiligen Kühe mit den Höckern. Meist sehen sie unterernährt aus. Die Bullen haben längere Beine und sind riesengroß.
Und dann verreckt der Minivan auch noch 7 km vor dem Ziel. Mit zwei Franzosen teilten wir uns ein Tuk-Tuk zum Otres Beach. Sehr schnell finden wir dort eine Bambushütte für 20 $ im Otres Orchid. Es soll der schönste Strand hier in der Gegend sein.
Am Nachmittag haben wir super schön im Meer gebadet. Feiner, heller Sand mit sehr wenig Müll und glasklares Wasser machen diesen Strand so reizvoll. Endlich hatten wir das Badeparadies vor uns liegen. Das Wasser hat eine Temperatur von ca. 25°C. Perfekt.
Zum Sonnenuntergang hat uns das Restaurant Bamboo Shack extra einen Tisch ans Meer gestellt. Cool. Geile Location. Und dann kam mein Ex-Kollege Christian mit Freundin vorbei gejoggt. Was für ein Zufall …
Mi. 17.01.2018
The Pepper-Loop around Kampot
Vormittags besuchten wir die Sothy’s Pepper Farm und schlossen uns einer Führung des Inhabers an. Knapp eine Stunde erhielten wir Einblicke und Informationen rund um dem Kampot Pfeffer, das Gold Kambodschas.
Du kannst Dich auf dieser Farm als Volunteer bewerben, wenn Du für mindestens eine Woche hier arbeiten willst. Kost und Logie ist dann frei.
Danach ging es weiter nach Kampot. Hier stehen noch immer ganz viele Häuser im französischen Kolonialstil. Auch wenn wir diese Bauweise mögen konnten wir dem Ort nicht allzuviel abgewinnen. Aber wir tankten mit unserem Roller an so einer illegalen, apokalyptischen MAD MAX-“Tankstelle”. Der Sprit wurde uns mit Trichter eingefüllt. Spannend.
Uns zog es wieder in die Natur. Ziel war der Secret Lake. Doch dorthin führte nur eine dirt road. Egal. Schlimmer als auf dem Bolaven Plateau wird es schon nicht werden. Erst trauten wir unseren Augen nicht: Uns kamen mehrfach Locals mit Mopeds entgegen, die Schweine auf ihren Gepäckträgern transportierten. Nach 6 km erreichten wir den kleiner erwarteten See. Trotz Staubpiste ein unglaublich schöner Ort. Im Cafe tranken wir unser erstes Ganzberg Bier. Wir hatten schon viel Werbung am Straßenrand von dieser uns unbekannten deutschen Biermarke gesehen. Und hier in der Pampa gab es nichts anderes. Shit happens. Es schmeckte uns nicht.
Abends gab es Khmer Cuisine in unserem Guesthouse. Tanja bestellte Loh Lak und ich Amok. Wie kennst Du nicht? Amok ist ein Fisch-Curry. Und Loh Lak ist Fleisch in einer Pfeffersauce mit Zwiebeln, natürlich mit Kampot-Pfeffer! Beides war super köstlich.
Di. 16.01.2018
Kep: Crab-Market und baden im Meer
Einen älteren Bus hatte ich hier in Kambodscha bisher nicht gesehen. Und ausgerechnet damit ging es jetzt Richtung Küste. 155 km lagen noch zwischen uns und dem Meer. Die Sehnsucht war groß. Alles voller Müll. Ich saß am Fenster und schüttelte entsetzt den Kopf. Wir durchqueren schöne Dörfer, in denen sich wieder ein Verkaufsstand an den nächsten reiht. Kurz hinter der Dorfgrenze: Müllberge am Straßenrand. Einige versuchen schon auf eigene Faust, den Müll zu verbrennen. Manchmal liegt der Müll direkt neben Verkausbuden und scheint niemanden zu stören. Unfassbar!
Kambodscha ist auch für gutes Holz bekannt. Unterwegs überholen wir immer mal wieder einen Trecker mit schweren Teakholzmöbeln. Die Landschaft wird interessanter. Vor uns tut sich eine Hügellandschaft auf. Es ist diesig. Der Himmel ist bewölkt.
Wir entdecken anschließend den Crab-Market nachdem wir die riesige Straße, die aussieht wie eine Formel 1-Rennstrecke, überquert hatten. Kep ist bekannt für seine Krebse. Und die werden hier in den Bambus-Fangräusen im Viertelstundentakt aus dem Meer gezogen. Frischer bekommt man keine Krebse. Wir entscheiden uns aber für einen gegrillten Fisch, den wir gemeinsam mit Stäbchen, Reis und Bier auf Plastikhockern genießen.
Eine verlassene Villa mit großem Grundstück aus französischen Kolonialzeiten können wir noch entdecken. Etwas weiter Richtung Strand passieren wir zwei Wohnmobile, ein Franzose und ein Belgier. Cool. Wie die wohl hier hergekommen sind?
Am Kep Beach liegen vielleicht 10 Menschen. Wir ziehen uns die Badehülsen an und gehen ins Wasser. Drei kleine tote Fische schwimmen an der Oberfläche. So richtig befreit können wir noch nicht baden. Wir müssen uns erstmal eingrooven. Trotzdem war das Wasser herrlich warm.
Abends aßen wir in unserem Guesthouse Spaghetti Bolognese und ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites und Gemüse. Muss auch mal sein und war sehr lecker. Danach begannen wir mit der Tourplanung für unseren Pepper-Loop um Kampot und spielten anschließend Memory. Meist lag einer der vier Hunde zum Kuscheln bei uns unterm Tisch.
Mo. 15.01.2018
S-21: Foltergefängnis der Roten Khmer
Neben mir sitzen zwei Russen beim Frühstück. Tanja liegt krank im Hotelzimmer. Zumindest wurde meine Kreditkarte nicht gesperrt und ich konnte Geld abheben. Wir müssen unser Zimmer gleich räumen und nochmal umziehen. Habe mir gerade zwei freie Guesthouses für je 12 $ angesehen. Beide waren okay. Und dann müssen wir erstmal eine Pharmacy für Tanja suchen.
Es hat den Anschein einer ganz normalen Schule so wie wir sie kennen. Bei näherer Betrachtung fallen allerdings die Gitterstäbe in den Fenstern auf: S-21 ist wohl das grausamste Foltergefängnis in der Schreckensherrschaft der Roten Khmer. Hier sind ca. 20.000 Menschen ums Leben gekommen. Nur acht haben den Terror überlebt.
In S-21 suchte man nach Verschulden bei Schuldlosen und versuchte durch Folter aus ihnen ein Geständnis herauszupressen. Viele wurden für schuldig befunden, nur weil sie eine Fremdsprache konnten. Viele legten irgendwann ein ausgedachtes Geständnis ab, um den täglichen Foltern ein Ende zu setzen. Es heißt wer hierher kommt, der kommt hier nicht mehr lebendig raus. Insgesamt um die 100 Killing Fields wurden ausgegraben, um die Leichen darin zu sammeln. Die Roten Khmer töteten aber nicht durch Erschießen, sondern man erschlug die Menschen mit einer Axt. Schüsse wären zu laut und zu teuer gewesen. Folterer und Henker wollten unerkannt bleiben.
Pol Pot ist 1998 im Gefängnis aus nicht geklärter Ursache verstorben. Nur wenige aus der Führungsriege der Roten Khmer wurden zur lebenslanger Haft verurteilt, darunter S-21 Gefängnisleiter Duch.
Ein Überlebender verkauft im ehemaligen Gefängnishof sein Buch. Dieses Verbrechen an die Menschheit ist erst 40 Jahre her. Die Menschen Kambodschas leiden bis heute darunter … never again, never forgotten!
Morgen geht's ganz früh mit dem Bus weiter nach Kep, einem Badeort am Meer. JUHU!
So. 14.01.2018
Weiterreise nach Phnom Penh
Der Pick-Up-Service heute Morgen war ein Witz. Ein Tuk-Tuk holte uns kurz nach 7.00 Uhr von unserem Guesthouse Samso ab fuhr einmal um die Ecke und lud uns wieder ab. Hätten wir das gewusst wären wir die 300 m auch zu Fuß gegangen. Mit einem super modernen Ford Transit ging es Richtung Hauptstadt Phnom Penh. Ruhige kambodschanische Popmusik schallte in vernünftiger Lautstärke aus den Boxen. Dazu lief das passende Karaoke-Video auf einem 18” Monitor.
Der Fahrer hält kurz an einem Stand an, wo alle unsere Mitfahrer kleine Bambusstangen kaufen. Mit großen Augen und voller Neugier glotzen wir die Verkäuferin an. Im Bus lässt uns eine Kambodschanerin probieren. Tanja steigt nochmal aus und kauft uns unser Frühstück: in den Bambusstangen ist Klebreis mit schwarzen Bohnen, der etwas süßlich nach Kokosnuss schmeckt. Eigentlich ganz lecker.
Zur Hälfte der Strecke machen wir eine Rast von 25 Minuten. Wir kaufen frische Ananas und zwei Baguette. Daneben verkauft eine Frau Käfer und Maden, die appetitlich angerichtet wurden. Trotzdem trauen wir uns da nicht ran.
Stickig. Hektisch. Laut. Großstadt Phnom Penh. Und wir mitten drin. Nachmittags besuchen wir noch den Königspalast, der auch ganz sehenswert ist. Anschließend schlendern wir noch über die Promenade, hier wo der Tonle Sap River im Mekong mündet.
Nach einer schlechten Pizza lassen wir den Abend etwas frustriert bei einem Angkor Beer in der Rooftop-Bar “The Grey” direkt auf dem Dach unseres Hostels ausklingen.
Sa. 13.01.2018
Lagebesprechung in Siem Reap
Wir entschieden uns gegen die Floating Villages auf dem Tonle Sap, dem größten See Südostasiens. Hier besteht das Naturphänomen, dass der Fluss zweimal im Jahr seine Fließrichtung ändert, je nachdem wieviel Wasser der mündende Mekong trägt. Eine chinesische Firma soll hier angeblich das Monopol auf die Boote, die Dich zu den schwimmenden Dörfern und Märkten bringen, haben. 20 $ pro Person hielten auch wir für Touri-Abzocke. Unser Plan war jetzt, noch einen Tag länger in Siem Reap abzuhängen und morgen weiter in die Hauptstadt Phnom Penh zu reisen. Knapp 5 Stunden Busfahrt liegen vor uns. Danach geht's dann in 2,5 Stunden ans Meer. Darauf freuen wir uns jetzt.
Tanja ist gerade bei der Pediküre, ich trinke im Cafe Central einen leckeren Cappuccino. Davor waren wir hier auf dem großen Markt mit vielen Gemüsesorten, die wir nicht kennen, exotischen Früchten, Gewürzen, verschiedene Sorten Reis, und dann passiert hier auf dem Markt das, was bei uns zu Hause im Verborgenen bleibt. Tiere werden frisch vor Deiner Nase ausgenommen. Kein schöner Anblick und Geruch, wenn man es nicht kennt.
Mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge hier auf der Straße würden an der nächsten Ecke bei uns aus dem Verkehr gezogen werden: maßlos überladene Mopedanhänger oder LKW’s ohne Transportsicherung - hier scheinbar alles kein Problem. Sehr interessant mitanzusehen. Eine Familie mit ein oder zwei kleinen Kindern - kein Problem zusammen auf einem Moped. Wir sahen Anhänger, die dreimal so lang wie das Moped waren. Cool finde ich auch die mobilen Pflanzenverkäufer, die man vor lauter Grün gar nicht mehr sieht. Aber am geilsten finde ich die landwirtschaftlichen LKW’s ohne Führerhaus und ohne Motorhaube. Die Dinger sind echt die Macht.
Aber auch in Kambodscha gibt es keine Fußgängerampeln. Will man die Straße überqueren muss man sich todesmutig durch den Verkehr kämpfen. Und irgendwie klappt das immer. Hier und da wird gehupt, aber eigentlich nimmt man Rücksicht aufeinander. Verrückt. Kaum zu glauben, dass in Kambodscha Helmpflicht für alle Mopedfahrer besteht und sogar eingehalten wird. Safety First.
Unterwegs haben wir mal beobachtet, dass ein Auto eine Panne hatte. Statt mit Warndreieck das liegengebliebene Auto abzusichern legt man hier einfach Gestrüpp vor und hinter das Auto auf die Straße. Im Dunkeln braucht man schon Licht, um den Liegenbleiber zu erkennen und Licht ist hier nicht selbstverständlich.
Es ist wahnsinnig interessant, was die vorbeilaufenden Menschen mit Karren und Anhängern zu verkaufen haben: die einen bieten Muscheln in Gewürzen eingelegt an, der nächste verkauft Pancakes, Oliven, Kokosnüsse, Fruitshakes, geschältes Zuckerrohr auf Eis und vieles mehr. Klebreis gibt es nur in Laos, hier nicht mehr. Die Menschen spielen hier am River Schach oder ruhen sich in Hängematten aus. Auf Don Det spielten die Männer außerhalb der Schulzeiten noch Boules auf dem Schulhof.
Wir holen uns ein Beerlao aus dem Supermarkt und setzen uns auf eine Bank am River. Neben uns legt sich ein obdachloser Junge im Alter von nicht einmal 10 Jahren auf die Bank und redet vor sich hin. Ich bin überfordert mit der Situation. Ist es ein Anbetteln? Nach zehn Minuten steht der Junge auf und geht. Das hat mich schon berührt und schockiert. Armut sitzt hier gleich nebenan.
Abends sind wir ein letztes Mal in die City gegangen. Wir sind uns ja auch für keinen Quatsch zu schade. Heute im Programm: Fish Massage. Ich hätte schwören können, dass die Fische bei meinen Füßen nach spätestens 10 Minuten an der Oberfläche schwimmen, doch es kam anders. Es kribbelt und kitzelt wie verrückt, wenn Du Deine Füße in das Becken eintauchst. Fleißig knabbern Dir die Saugbarben die abgestorbene Hornhaut ab. War mal ganz lustig dieser Quatsch.
In der Bacardi-Bar nahe der Pub Street tranken wir noch einen Cocktail. Nebenbei lief Werder - Hoffenheim live und wir zockten noch Vier Gewinnt. So lange waren wir abends noch nie unterwegs.
Fr. 12.01.2018
Tempeltour 3: Grande Tour de Angkor
Tara war pünktlich um 8.30 Uhr am Guesthouse. Los ging’s mit seinem Tuk-Tuk. Erste Station: Supermarkt, Baguette und Croissants (ich behaupte niemals mehr, dass die Franzosen das Baguette nur in Laos eingeschleppt haben) rausgeholt. Es war ganz schön frisch an diesem Morgen. Zweite Station war der Tempel Banteay Srei, der super gelegen, aber nicht so gut erhalten war. Die Seerosen auf dem Teich waren ein echter Eyecatcher. Und die Landschaft drum herum war super schön. Auch das satte Grün der Reisfelder war zu sehen. Absolutes Highlight des Tempels waren die Verzierungen über den Türen.
Dritte Station war ein Wasserfall in Phnom Kulen Nationalpark, den man nach 1,5 km Wanderung erreichte. Hier sollen Affen, Schlangen, seltene Vogelarten, die Leoparden-Katze und der Schwarzwolf leben. Der Weg war total schön. Der Wasserfall dagegen eine Lachnummer. Zuerst dachten wir die wollen uns verarschen, dann wurden wir von einer plötzlichen Mussattacke abgelenkt. Tanja verschwand kommentarlos in den Büschen. Und plötzlich thronte er majestätisch vor uns auf seinem Felsen: der Schwarzwolf ... und wir machten uns ganz schnell aus dem Staub.
Jetzt wissen wir aber was es mit diesen zahlreichen “selbstgemachten” Tankstellen auf sich hat. Der Tanklastwagenfahrer wird geschmiert und macht Hälfte Hälfte mit den Einheimischen, die den Sprit für 0,75 $ pro Liter verkaufen (Tankstelle: 1,03 $/Liter).
Landminen gibt es hier scheinbar nicht mehr, auch wenn vor den größeren Tempeln immer eine Gruppe Überlebender und durch Landminen verstümmelter Männer Musik macht und Spenden sammelt. Im Landminen-Museum waren wir nicht. Auch im Stadtzentrum sieht man immer mal wieder Männer ohne Beine betteln. Ganz schrecklich.
Tempeltour-Fazit: Zwei Tage vollgepackt mit Tempeln hätten ausgereicht. Den Trip mit dem Tuk-Tuk hätten wir uns sparen können. Ansonsten sind die Tempel ein absolutes Muss und super faszinierend. Wir fanden die Tempel Angkor Wat, Bayon und Ta Prohm am beeindruckensten. Wer irgendwann die Chance hat, sich das hier anzusehen, der muss das machen, bevor noch mehr dieser schier genialen Bauwerke in sich zusammen krachen.
Do. 11.01.2018
Tempeltour 2: Ta Prohm (Tomb Raider)
Roller an Touristen zu vermieten sei illegal. Da kann nur die Tuk-Tuk-Mafia hinter stecken. Wir mieteten nach langer Bedenkpause zwei anständige Mountain Bikes und drehten damit unsere heutige Tempelrunde. Highlight unserer Tour war der Ta Prohm Tempel, den viele aus dem Film “Tomb Raider” kennen. Die riesigen Bäume sind der Oberhammer. Sie scheinen den Tempel mit ihren Wurzeln förmlich zu umschlingen. Wahnsinn wie sich die Natur dieses Stück Erde allmählich zurückholt.
Die so unecht wirkenden Fotos sind Panorama Bilder von unten nach oben und total durch die Sonne überbelichtet.
Das ist schon ein sehr großes Areal. Schade finden wir, dass man als Fahrradfahrer von den vielen Tuk Tuks und Bussen ständig über den Haufen gefahren wird und es keinen gesonderten Radfahrweg gibt.
Zum Glück war es die letzten beiden Tage nicht ganz so heiß. Tanja wurde heute das erste Mal auf ihre kurze Hose angesprochen und gebeten, eine lange anzuziehen. Aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit sah man davon aber wieder ab.
Nervig waren heute die Angebote vieler Tempelwächter, die an unseren Tickets sahen, dass wir schon den zweiten Tag unterwegs waren und uns alle ihre Dienste für den dritten Tag als Tuk-Tuk-Fahrer anboten. Mafia.
Mi. 10.01.2018
Tempeltour 1: Angkor Wat + Bayon
Hier wird wirklich alles in US-Dollar bezahlt. Alles unter einem US-Dollar bekommt man dann in Riel, der Landeswährung rausgegeben. Das ist schon nervig, denn man hat immer zwei Währungen in der Tasche. Oft sieht man Frauen im Pyjama auf der Straße. Ob auf dem Moped oder sonst auf der Straße. Hier ist das kein Flotterlook und darf öffentlich so getragen werden.
Du kannst mich jetzt auch Wolle nennen, sagte ich heute zu Tanja, nachdem ich mir noch ein viertes Armband umgebunden hatte. Tja ich mag das und steh dazu.
Ziemlich gerädert begann heute unser Tag, nachdem uns eine Mücke heute Nacht doll ärgerte. Wir haben das Mistviech einfach nicht bekommen.
Mit unseren Fahrrädern ging es erstmal zu Angkor Wat. In der langen Warteschlange mussten wir ca. 20 Minuten warten bis wir auf die Türme durften. Steil empor führen die Holztreppen hinauf zum Tempelinneren. Nichts für Leute, die nicht schwindelfrei sind. Runter ist aber noch schlimmer. Ein totaler Wahnsinn was die Khmer damals da erbaut hatten.
Langsam erreichte die Mittagssonne ihren Zenit. Und wir schwangen uns wieder auf die Räder. Im Historical Park ging es zum Tempel Bayon, dem Tempel mit den lachenden Buddha-Gesichtern. Den fanden wir beide richtig klasse. Beeindruckend welche Stimmung man damals schon den Gesichtern verleihen konnte.
Der dritte Tempel, den wir hochkletterten war der mit der Brücke zwischen unglaublichen Baumriesen erbaut. Die Bäume sind hier echt der Hammer. Aus 40 Meter Höhe, also auf dem Tempel, hat man einen ganz guten Ausblick auf die Bäume ringsum.
Im Praeh Khan hatten wir unser nächstes Erlebnis. Ein uniformierter Mann sprach uns freundlich an. Wir hielten ihn für einen offiziellen Guide. Er zeigte uns zwei schöne Dinge, an denen wir gerade vorbei liefen. Dann machte er noch ein Foto von uns. Und am Ende fragte er nach Tip. Selbst unbestimmend hatten wir eine Leistung in Anspruch genommen, für die wir jetzt bezahlen sollten. Wir kamen uns dabei schlecht vor, gaben ihm aber 1 $. Dann war er auch blitzschnell weg.
Langsam nahte die Dunkelheit und wir ersparten uns den Rest der Tempel auf unser Minitour. Aber insgesamt waren wir knapp 30 km mit den Klapperrädern unterwegs. Für morgen wollten wir uns einen Roller mieten.
Di. 09.01.2018
Siem Reap - stylische Moderne
Martin war sauer. Obwohl wir gestern Abend extra noch fragten war unser Hostel die nächsten Tage ausgebucht. Und wir hatten nur eine Nacht online gebucht, weil häufig direkt vor Ort viel niedrigere Preise aufgerufen wurden. Tanni suchte nach unserer nächsten Unterkunft möglichst hier in der Nähe. Um 12.09 Uhr trinken wir zufrieden das erste kühle Angkor Beer auf unserem Balkon im Samso Guesthouse. Ruhige Lage, Hot Shower, großes Zimmer, Kühlschrank und das alles für 15 $. Super cool. Die Rucksäcke haben wir bereits bei gefühlten 38°C (in echt 32°C) umgesiedelt. Lagebesprechung. Zweitens Bier (640 ml Flasche).
Wir gehen in die City, über Märkte, gucken uns Sportgeschäfte an, Tanja sucht nach einer kurzen Hose und wird fündig. Wir essen noch etwas leckeres und lernen dann Tara unseren netten Tuk-Tuk-Fahrer kennen.
Für 9 $ bringt er uns zum Ticket Office, wo wir ein 3-Tages-Ticket für 62 $ kaufen, und fährt uns dann zum Sonnenuntergang nach Angkor Wat. Auf dem Weg sehen wir schon Affen am Wegesrand. Und dann setzt er uns am Wasser ab. Wir gehen durch das Westtor und da erhebt sich ganz mystisch der Tempel von Angkor Wat vor uns. Wir haben schon so viele Fotos davon gesehen, aber noch nie eines selbst gemacht. Jetzt ist es endlich soweit. Es ist das absolute kulturelle Highlight unserer Reise. Dort wo Tomb Raider gedreht wurde. Hier pilgern Touristen aus aller Welt hin, um sich diese Tempelanlagen der Khmer-Kultur anzusehen.
Siem Reap ist eine moderne Stadt mit unglaublich vielen stylischen Cafes und Bars. Cool fanden wir die Bar aus Containern und das Cafe aus retro-stylischen Elektronikteilen wie Schreibmaschine und Kassettenrekorder. Auch die Bars in der Pub Street sind voll durchgestylt und gehören vermutlich einer einzigen Mafia.
Die Kambodschaner lachen wirklich viel und wirken sehr offen auf uns. Die Tuk-Tuk-Fahrer bieten ihre Dienste nervig aggressiv an. Die Zeiten, dass man viele verstümmelte Menschen auf der Straße sieht sind zum Glück vorbei, auch wenn hier schon auch gebettelt wird. Und die Stadt blüht hier richtig auf. Hier gibt es sogar große Supermärkte so wie wir es kennen.
Mo. 08.01.2018
Welcome to Cambodia
Unser Nachbar, der schwäbische Einsiedler mit dem wir uns Dusche und Toilette teilten, begrüßte uns in Kampfschlüpper aus seiner Hängematte mit einem freundlichen “Guten Morgen” als wir unsere Bungalow-Tür öffneten. Nach Lao Latte und Grünem Tee fuhr uns Lutz ‘ Schwager mit dem Boot nach Nakasang. Am Busbahnhof warteten wir auf unseren Shuttle zur Grenze. 10.40 Uhr hielt ein alter Hyundai Van, in dem wir die Pole Position vorne einnahmen. Nach 20 Minuten erreichten wir die Grenzstation. 2 $ für die Ausreise, 35 $ für die Einreise. Unsere Impfpässe brachten uns um den Medizin-Check. Nach Visa-Antrag kam der Stamp. Ein Foto wird von Dir gemacht, Fingerabdrücke genommen, danach darfst Du einreisen. Dieser Grenzübergang war gespenstisch tot. Kein Auto oder LKW. Nur Fußgänger.
Mr. Hout wartete an der ersten Bude auf seine Gäste. Und wen trafen wir dort wieder? Helge Schneider und Freundin wollten auch nach Siem Reap.
11.50 Uhr fuhr der Minivan von Mr. Hout ab. Wir hatten bei der Company AVT online gebucht und bekamen ganz genau Anweisungen was wir zu tun haben. Aber seht selbst:
Nach 30 km erreichten wir Stung Treng. Dort wollten wir zum ATM Geldautomaten, da an der Grenze keiner war. Wir konnten bei beiden Automaten nur US-Dollar abheben. So’n Mist. Ich zickte Tanja an, obwohl sie gar nichts dafür konnte. An einem Guesthouse warteten wir auf die Abfahrt.
Nach knapp 200 km tut sich eine Gebirgskette am Horizont auf. Die Straße ist übrigens im außerordentlich gutem Zustand. Nach fünf Stunden erreichten wir Siem Reap. Mit dem Tuk-Tuk ging’s zum Central Hostel. Eingecheckt, etwas gegessen, und ab ging es ins Nachtleben.
Wir staunten ganz schön bei dem, was wir da sahen. Eine Pub Street wie die Khao San Road in Bangkok gab es hier. Und drum herum Marktstände ohne Ende. Seit Vientiane waren wir nicht mehr auf einem Markt. Sogar ein Hard Rock Cafe gibt es hier. Wir waren ein wenig überfordert.
CAMBODIA
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LAOS
18 Nächte
1.654 km
1.654 km
FAZIT LAOS:
Laos ist das einzige Land in Südostasien ohne direkten Meereszugang und eines der ärmsten der Region. Lange Zeit verdienten viele Bauern ihr Geld mit dem Anbau von Opium. Laos war sogar hinter Afghanistan und Myanmar die drittgrößte opiumproduzierende Nation. Erst 1949 konnte man sich von der französischen Kolonialmacht lösen. Der französische Einfluss ist dennoch allgegenwärtig. Hier gibt es Baguettebrot und Crepes wie in keinem anderen asiatischen Land. Im Vietnamkrieg spielte Laos eine große Rolle, weil ein Großteil des Nachschubweges des Vietcong (Ho-Chin-Minh-Pfad) durch das Land führte und massiv von den US-Truppen bombardiert wurde. Bis 1975 war es eine Monarchie. Seitdem wird es mit einem Einparteiensystem sozialistisch regiert. Im Grunde ist Laos die DDR Südostasiens. Das Land hat sich seit knapp 25 Jahren dem Tourismus geöffnet. In den Städten hängt zwar neben der Landesfahne noch immer die kommunistische Flagge, aber sonst bekommt man wenig mit vom Sozialismus. Vielleicht hat dieser allerdings die zurückhaltende Mentalität der knapp 7 Mio. Einwohner geprägt. Die Menschen lächeln zwar viel, sind aber nicht so offen wie die Thais. Trotzdem wirken sie zufrieden und glücklich trotz einer gewissen Scheu auf uns.
Wie wirkt Laos auf uns ganz persönlich?
Die Natur ist bezaubernd. Grün bewachsene Hügellandschaft und Karstfelsen prägen das Landschaftsbild. Überall sieht man Reisfelder, die noch von Hand und Vieh bestellt werden. Nur wenige veraltete Maschinen werden eingesetzt. Kühe laufen auf der Straße. Hunde und Katzen streunen herum. Tee und Kaffee sowie alle Früchte dieses Planeten werden angebaut. Die Bananenbäume zieren die Berghänge. Es gibt kaum große Supermärkte, dafür aber K-, U-, und M-Mart. Und sehr moderne Tankstellen. Das Preisniveau ist etwas höher und die Menschen sprechen schlechter Englisch als in Thailand. Leider bekommt man das Müllproblem überhaupt nicht in den Griff. Überall liegt Müll am Straßenrand rum; die Straßen sind eine einzige Müllkippe. Und gleich daneben essen die Menschen in den offenen Garküchen. Das Leben findet auch hier fast ausschließlich draußen statt. An Waren mangelt es hier nicht. An den Hauptstraßen reiht sich ein Geschäft neben dem anderen. Infrastrukturell ist Laos ein Drittweltsland. Nur die Hauptrouten sind asphaltiert. Der Rest ist Schlamm- bzw. Staubpiste. Und überall findet man riesige Schlaglöcher. Das macht das Reisen innerhalb des Landes sehr zeitintensiv. Ein Zugnetz existiert nicht. Bootsfahrten auf dem Mekong werden noch angeboten, aber die meisten Verbindungen werden mit dem Bus zurück gelegt. Wir haben bisher auffällig wenig Männer und noch keine einzige Frau rauchen gesehen. Mit dem Beerlao wird ein gut schmeckendes Bier im Land gebraut. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Vom hypermodernen SUV Toyota Fortuner bis zum 40 Jahre alten Trecker sieht man hier alles auf den Straßen, aber die abertausenden Mopeds dominieren eindeutig das Straßenbild. Auffällig viel sieht man Männer, die ungezwungen hochziehen und ausrotzen. Das ist ekelig und das haben die Thais nicht gemacht. Nach einem Monat können wir berichten, dass wir kein einziges Mal in eine bedrohliche oder unangenehme oder komisch wirkende Situation gekommen sind. Mag sein, dass man uns mal übers Ohr gehauen hat, aber wir reden hier von geringen Beträgen. Die Mentalität der Menschen hat uns im Süden deutlich besser gefallen. Aber fleißig sind auch die Laoten, zwar auf ihre Art und Weise, aber damit kann man umgehen.
So. 07.01.2018
Streit mit Mrs. Tho
Langsam hörte der Regen auf. Wir frühstückten aufgrund des Stromausfalls etwas sporadisch ohne Kaffee und fragten dann Mr. Tho nach Tickets zur kambodschanischen Grenze. 8 $ pro Person war vollkommen okay, die anderen Agenturen wollten 11 $ haben. Er sollte die Rechnung für Unterkunft und Tickets schon mal fertig machen. Wir waren erstaunt als seine Summe 797.000 KIP von unserer Summe 608.000 KIP doch um 189.000 KIP (ca. 19 €). abwich. Grund dafür war scheinbar ein Missverständnis. Unsere Vermieterin versicherte uns, dass sie immer 20 $ (180.000 KIP / 18 €) angesagt habe. Wir waren beide fest der Meinung, dass wir 120.000 KIP (12 €) pro Nacht bezahlen. Eine Einigung mit ihr in der Mitte der Differenz war nicht möglich. Also Abreise. Und ich hab mich verdammt nochmal geärgert, dass sie zu keiner Einigung bereit war. Schließlich hatten wir da auch eine Menge Kohle für Frühstück und Mittagessen ausgegeben. Also packen und umziehen. Alles schlucken und hier bleiben kam für uns beide nicht in Frage. Es ging um's Prinzip. Wahrscheinlich eine typisch deutsche Eigenschaft.
Umzug zu Lutz ins Mama Leuah. Der ausgewanderte Thüringer hatte für eine Nacht noch einen Bungalow für 80.000 KIP frei. Jetzt haben wir die Atmosphäre, die wir wollten. Bungalow direkt am Mekong, kein Warmwasser, keine eigene Toilette, keine Klimaanlage, aber Atmosphäre. Und zwei Hängematten auf der Terrasse. Einfach nur herrlich. Wir kommen unserem Paradies immer näher.
Vor unseren Bungalows grasten Wasserbüffel. Und dieses Kleine ist erst heute gegen 11.00 Uhr geboren und kann noch nicht mal sicher auf seinen eigenen Beinen stehen.
Zu Fuß gingen wir noch auf die andere Seite der Brücke nach Don Khon. Es war durch das Unwetter total matschig auf den Wegen. Das ganze Wasser floss erst langsam wieder von den Feldern ab. Der Mekong war um einiges angestiegen.
Abends gingen wir natürlich noch im Mama Leuah essen. Wir mussten ein bisschen, weil wir die KIP loswerden wollen. Das nette holländische Pärchen setzte sich wieder zu uns und wir hatten einen netten Abend mit den beiden.
Neun Quadratmeter mit Moskitonetz und großem Bett erwarteten uns für die Nacht. Und ein Konzert der Kröten. Gute Nacht!
Sa. 06.01.2018
Relaxen bis zum Weltuntergang
Ich frage mich gerade, liest eigentlich jemand diese Zeilen oder ist es nur eine schöne Urlaubserinnerung für uns? Im nächsten Post werde ich mal direkt danach fragen. 8.23 Uhr. Ausgeschlafen und frisch geduscht starten wir in diesen Tag. Uns kommt es ein wenig wie im Paradies vor. Auch heute ist es bewölkt, aber wieder so lauschig warm. Geniales Klima für uns beide.
9.14 Uhr. Eine Tasse laotischen Kaffee mit Milchschaum und einen Tee trinken wir zum Frühstück. Dazu gibt es Joghurt mit frischen Früchten und Müsli und ein Omelette mit Tomaten und Zwiebeln.
9.47 Uhr. Wir bestellen noch einen Banana-Mango-Pineapple-Fruitshake. Wir beide recherchieren gerade über unsere nächsten Reiseziele in Kambodscha.
10.32 Uhr. Wir machen uns auf den Weg in den Ort Don Det Village, um nach Tickets für Siem Reap zu fragen. 230.000 KIP (ca. 28 €) pro Person sollen die Tickets kosten. Reiseführer Tini hat nur Bedenken, dass es nicht mit AVT Transfer losgeht, da diese Company die schnellste ist.
12.26 Uhr. Wir trinken das erste Beerlao auf einer Restaurant-Terrasse mit herrlichem Blick auf den Mekong.
13.17 Uhr. Wir machen ein kleines Mittagsschläfchen mit laufendem Ventilator. Ein bisschen im Schatten chillen. Müde vom Nichtstun.
15.03 Uhr. Wir haben Hunger und gehen zu Lutz ins Mama Leuah. Dort essen wir lecker Curry und fragen Lutz nach dem Transfer.
17.02 Uhr. Tini hat Hallus. Jetzt stechen sie schon die Mini-Ameisen. Sie flüchtet fluchend in unser Zimmer vor den Monster-Mücken. Von wegen es gibt hier keine Mücken.
17.43 Uhr. Die Sonne geht leider schon unter. Wieder geht ein wundervoller Tag zu Ende.
18.47 Uhr. Tanja überlegt, ob sie einen Vodka mit frisch gepresstem O-Saft bestellen soll. Martin denkt über ein gesundes Fruitshake nach.
19.53 Uhr. Hier ist überhaupt keine Party angesagt und das ist auch gut so. Die Rocker Bar hatte zu. Wir tranken noch zwei Bier in der Island Bar.
21.16 Uhr. Wir sind wieder zurück bei unserem Appartement, sitzen noch ein bisschen auf der Terrasse und werden ganz sicher nicht alt.
3.57 Uhr. Es schüttet wie aus Eimern, nein schlimmer. Wir sind beide von dem peitschenden Regen aufgewacht. Würde mich nicht wundern, wenn es in den alten Bungalows reinregnet. Wenn das Paradies zur Hölle wird …
5.12 Uhr. Es blitzt und donnert zu sintflutartigen Regenfällen. So doll hab ich es selten schiffen sehen. Nicht mal in Hamburg.
7.56 Uhr. Stromausfall. Der Regen hat immer noch nicht nachgelassen. Das Gewitter ist weitergezogen.
Fr. 05.01.2018
Radtour nach Don Khon
Mit ausgeliehenen Kinder-Fahrrädern ging es auf die Nachbarinsel Don Khon. Ziel waren die Mekongfälle, der breiteste Wasserfall der Erde. In zwei Hauptkaskaden fällt hier das Wasser auf einer Breite von über 10 km bis zu 21 Meter tief. Die Mekongfälle sind das Hindernis warum zwischen Vietnam und China auf dem Fluss keine Schifffahrt betrieben werden kann.
Wir erreichten den Park der Tad Somphamit Falls, einer der beiden Hauptkaskaden. Das ist schon beeindruckend wie hier das Wasser runter rauscht. Nicht hoch ist dieser Wasserfall, aber besonders breit soweit das Auge reicht. Überall wird mit “Danger”-Schildern gewarnt. Es waren nicht viele Menschen mit uns hier. Drei Mönche fotografierten sich gegenseitig hinter uns an den View Points. Hinter dem Restaurant ging es dann zum Beach. Hier hatte das Wasser schon an Fahrt verloren, so dass man baden konnte. Das war herrlich bei der Hitze. Trotz Bewölkung hatten wir immer noch 33°C.
Weiter ging es mit unseren Rädern zum Beach Bo Hu, von wo aus die Boote zum Delphin Watching starten. Die Irawadi-Delphine sind stark vom Aussterben bedroht. Angeblich leben nur noch eine handvoll hier im Fluss. Aber dafür war das hier ein richtig schöner Ort zum Relaxen.
Zurück über die Brücke und auf der anderen Seite der Insel Richtung Norden. Wir tranken noch ein Beerlao am Hafen und guckten uns das Treiben hier an.
Abends waren wir nur noch bei uns was essen und machten dann noch den Antrag auf Entsperrung Tanja’s Kreditkarte fertig.
Do. 04.01.2018
Frikadellen, Schnitzel und die Kröten
Um 6.45 Uhr klingelte der Wecker im Hotel FoRest in Pakse. Das Wasser ging plötzlich nicht mehr. Keine Dusche. Beim Frühstück waren sie mit dem Ansturm einer Reisegruppe überfordert. Unser Pick-Up kam schon vorgefahren. Kein Frühstück. So ging es für los Richtung 4000 Islands. Im Tourist Bus mittleren Semesters holten wir dann auch gleich unsere Chips zum Frühstück raus.
Und irgendwann wurden wir dann plötzlich im Ort Nakasong abgesetzt. Von hier aus fuhren die kleinen Boote rüber nach Don Det. Obwohl wir uns noch kurz wegen Geldabheben bei 36°C mit vollem Gepäck anzickten war da schon klar: vor uns liegt das traumhafte Naturparadies und wir werden da gleich hineingefahren. Ein Traum.
Nachdem wir uns drei Bungalows angeschaut hatten entschieden wir uns für die Luxusvariante in zweiter Reihe. Dafür aber mit Klimaanlage und Hot Shower. Eine weise Entscheidung wie sich in der ersten Nacht herausstellte.
Im Mama Leuah Guesthouse bestellte sich Tanja ein Schnitzel nach Art des Hauses mit Bratkartoffeln und Pfeffersauce, Martin orderte Frikadellen mit Pommes Frites und einer Zwiebelsauce. Lecker können wir Euch sagen! Das Restaurant platzte aus allen Nähten. Man braucht nur eine gute Idee, um erfolgreich zu sein.
Auf dem Rückweg zu unserem Bungalow blockierten zahlreiche Monster-Kröten den Weg. Riesige Viecher. Martin traute sich da kaum vorbei. Als noch zwei Hunde sehr anhänglich wurden reichte es dann auch. Auf unserer Terrasse ließen wir den Abend ausklingen.
Mi. 03.01.2018
Ban Laongam und die Drogen-Kartelle
Hühner und Wuffis verbündeten sich an diesem Morgen gegen uns im Duett. Ausgeschlafen wachten wir unter unserem Moskitonetz auf. Es war angenehm warm und ein leichter Wind wehte uns entgegen. Unsere kleine süße Hundefamilie schien noch zu pennen. Nach dem Frühstück ging’s auf eine kleine Wanderung rund um den schönen Ort, der von vielen Guesthouses und zwei Wasserfällen geprägt wird. Leider wird hier in der Tad Lo Lodge auch Elefantenreiten angeboten. An Ketten gefesselt stehen zwei Elefanten dafür bereit. Schrecklich. Die Natur rund um Ban Laongam ist wunderschön und lädt zum Wandern ein.
Gegen Mittag ging es mit dem Roller weiter. Und immer deutlicher wurde mir, dass hier Drogenkartelle am Werk sind. Alles offiziell hinter Tee- und Kaffeeplantagen versteckt, werden hier Drogen in Massen produziert und umgeschlagen. Die Bauern fahren mit ihren ärmlichen Traktoren zu den Großhändlern, wo die Ware samt Fahrzeug gewogen wird, dann werden die Säcke heimlich ausgeladen, und danach wird das Fahrzeug nochmal netto gewogen, bevor die Auszahlung erfolgt. Ich hab mir das Treiben vorbei an den schwer bewaffneten Wachen ganz genau angeschaut.
Und das erklärt auch die zum Teil großen Villen, die dann scheinbar den Drogenbossen gehören mussten. In einer verdunkelten Luxuslimousine glaubte ich sogar Pablo Escobar gesehen zu haben. Hier sprossen die Marihuana-Pflanzen plantagenweit bis zum Horizont. Das war bestimmt auch der Grund, warum hier auffällig viele Menschen rauchten. Überall war dieser süße Duft der in der Sonne getrockneten weißen Frucht zu riechen.
Auf dem Rückweg nach Pakse sahen wir noch zwei an kurzen Leinen gefangene Äffchen und fragten uns warum Menschen so sind. Dieses Fleckchen Erde hat so viel friedliche Ausstrahlung und das passte ganz und gar nicht dort hinein. Ansonsten laufen alle Nutztiere wie Kühe, Schweine, Hühner und Hunde frei herum. Kühe säugen mitten auf der Straße ihre Kälber. Hunde liegen total entspannt schlafend am Straßenrand. Eigentlich hat hier jeder ein Zuhause.
Wir hielten noch einmal an, um ein kühles Beerlao an einer Bude am Straßenrand zu trinken. Tanni bestellte das Bier mit zwei Gläsern, kam zurück und sagte ein wenig erstaunt “die beiden haben mir gerade auf die Titten gestarrt”. Das war hier bisher unüblich und deshalb so angenehm. Sollen die beiden Verkäufer doch mal was Schönes angucken.
Anscheinend sind hier einige Hilfsorganisationen schon im Einsatz, zumindest sahen wir einen Jeep der Norwegian Health Aid. In dem opiumrauchenden Dorf waren wir nicht.
Di. 02.01.2018
Staubschlacht auf dem Bolaven Plateau
Hier auf dem Bolaven Plateau wo die Amis im Vietnamkrieg ganze Dörfer wie Paksong mit ihren Bombardements dem Erdboden gleichmachten und mit dem Dioxin Agent Orange den Dschungel entlaubten führte ein Teil des Ho-Chin-Mih-Pfades durch Laos. Wir starteten unsere 2-Tages-Tour nach dem Frühstück im Hotel, wo wir unsere Backpacker-Rucksäcke zurücklassen konnten. Es ging 38 km über asphaltierte Straße, die eine reinste Baustelle war. Die Häuser am Straßenrand wirkten eher ärmlich. Hier begannen nun die ganzen Kaffeeplantagen. Endlich haben wir ganz bewusst eine Kaffeepflanze gesehen.
Der erste Wasserfall ist der mit 120 m höchste in ganz Laos: der Tad Fane. Es war sehr merkwürdig. Wir hatten beide nicht das Gefühl, dass wir bis hierher hoch gefahren sind und beim Wasserfall tat sich plötzlich ein riesiges Loch auf. Man hatte nur aus der gegenüberliegenden Seite einen Blick auf diesen Zwillingswasserfall. Schon hier lagen überall Kaffeefrüchte zum Trocknen aus.
Der zweite Wasserfall war der Tad Champee. Hier stand kein einziger Minivan auf dem Parkplatz. Zwei kleine Restaurants und eine handvoll Kaffeesäcke lagen hier rum. Steil führte ein Weg hinab zum Wasserfall. Bis auf ein Japaner war hier kein Mensch. Doch: der Safety First-Mann in seiner Hängematte, der uns zur Hilfe geeilt kam, weil Martin wieder einmal nicht problemlos auf dieses wackelige Floß hinauf kam. Aber das war schon cool, dass man sich an einem Seil auf diesem Floß ganz dicht an den Wasserfall heranziehen konnte. Oben gab es dann noch Fried Rice with Chicken, Mango-Banana-Fruitshake, und ne schmusige Miezekatze.
Dritter und letzter Wasserfall war der beeindruckendste: der Tad Yuang. Man kam oben am Wasserfall an und konnte dem herabstürzenden Wasser auf Treppen und Wegen bis unten folgen. Und hatte dann einen fantastischen Blick und natürlich ein super Panorama für Fotos.
Und so kamen wir in wirklich letzter Sekunde vor Einbruch der Dunkelheit in unserem Guesthouse Tim (der Franzose mit seinem Guesthouse Fandee war voll) an. 5 € für die Nacht war unschlagbar und es gab sogar Bier und etwas zu essen. Perfekt!
Mo. 01.01.2018 - Neujahr
UNESCO Weltkulturerbe Vat Phou
Frühstück, Roller gemietet, getankt, und ab ging es nach Champassak in südliche Richtung. Die Landstraße war in perfektem Zustand. Kein Schlagloch? Nein wirklich im super Zustand war hier die Straße. Wir sind 30 km vor traumhafter Bergkulisse gerollert. Wenig Verkehr machte das Fahren zu einem echten Genuss. Am Vat Phou angekommen zahlten wir unsere Parkgebühr für unseren Honda Click 125 cc, der wie ein Kätzchen durch die faszinierende Landschaft schnurrte. Danach wurden wir mit einem e-Bus zum Tempel gebracht. Und da stand er vor uns. Tausende Jahre alt, riesengroß, vor anmutigender Kulisse, dunkler Stein, der so unfassbar viel zu erzählen hat. Und in den Berghang hinein war eine steile Treppe, die in den Himmel zu ragen schien, gemeißelt. Hier ging es eindeutig in die Cloud. Eine architektonische Meisterleistung muss das den Überresten nach zu urteilen gewesen sein.
Ganz oben war noch eine kleine Kapelle, in der natürlich eine Buddha Statue angebetet wurde. Einen super Blick hatten wir von hier oben. An der Treppe standen einige Kinder, die Wasser verkauften. Und sie fragten uns nach Stiften. Leider hatten wir keinen Kugelschreiber dabei.
Highlight unserer Tour war aber die Moped-Fähre über den Mekong. Ein klitzekleines Bötchen brachte uns samt Roller zum anderen Ufer. Ne ganz entspannte Überfahrt. Ha ha … völlig verkrampft hielt Martin sich am Moped fest, damit diese Nussschale nicht in Seenot geriet.
So. 31.12.2017 - Silvester
Zwischenstation Pakse
Der Ort Pakse dient uns als Zwischenstation auf dem Weg zu den 4.000 Island, die von hier nur noch 150 km entfernt sind. Aber mit dem Bolaven Plateau (Hochebene) hat Pakse im Umland viel zu bieten. Wir überlegen, ob wir einen zweitägigen Loop machen wollen.
Heute ist hier Sonntag und die Stadt wirkt wie ausgestorben. Wir haben uns gefragt, ob wir wirklich unmittelbar im Zentrum wohnen. Hier wo der Xe Don im Mekong mündet. An diesem Silvester sind wir ein bisschen planlos durch die Straßen geirrt. Und es war bei 33 Grad echt heiß.
Nach einem total erholsamen Mittagsschlaf gingen wir zu Miss Noy, der empfohlenen Roller Vermietung. Der Franzose Yves lud uns gleich zum “Vorgespräch” um 18 Uhr ein. Dort erklärte er die Ziele in näherer Umgebung und die beiden möglichen Loops. Scheinbar werden hier richtig viele Roller geklaut, so dass man möglichst nur auf beaufsichtigten Parkplätzen parken sollte. Bei seiner Besprechung kamen wir uns vor wie bei einer Theoriestunde in der Fahrschule, aber er erklärte alles super auf englisch. Daumen hoch!
Beim Essen machten wir eine Lagebesprechung. Und dann wollten wir irgendwo ganz nett in einer Bar ins neue Jahr feiern. Keine Chance. Auch wenn hier einiges auf den Straßen los war schien alles privat zu sein. Ganz merkwürdig.
Also gingen wir zu unserem Hotel zurück. Plötzlich dröhnte uns laute Musik entgegen. War das etwa die mega Silvesterparty, die wir suchten? NEIN. Ein Pick Up mit mega Musikboxen blinkte und flimmerte aus allen Ritzen. So laut haben wir beide noch nie Musik aus einem Auto schallen hören. Und dieser Wagen stand bei unserem Hotel direkt um die Ecke. Ein zweiter und dritter gesellte sich noch dazu. Wir waren verwundert, dass es nicht spontan zu einer Straßenparty kam, aber das sind die Einheimischen nicht, eben zurückhaltend laotisch.
So erlebten wir also im Hotel im 4. Stock in unserer Suite den Jahreswechsel, hatten nur Coke Zero zum Anstoßen, und waren dennoch sooo glücklich. Ein Drittel unserer Reise war schon um. Wir haben uns super verstanden und super tolle Dinge erlebt. Und wir freuen uns auf jeden einzelnen Tag, den wir so wahnsinnig intensiv genießen dürfen.
Sa. 30.12.2017
Stadt der Barbiere
Zwei süße Laotinnen, drei Stühle, die sich drehen können, ein großer Spiegel, Schneidemaschine und messerscharfe Klingen liegen bereit. Wo bin ich? Mitten in einem Frisiersalon in Vientiane. Hier wimmelt es nur so von Barbieren. Die Friseurin hat mir 5 Minuten die Haare geschnitten und dann 20 Minuten meine Haare gewaschen und mir den Kopf massiert. Als neuer Mensch bin ich da raus. Einfach super genial.
Nach leckerem Essen und ein bisschen Shopping sahen wir der Sonne zu wie sie über dem Mekong unterging. Dieses mega coole Foto ist dabei entstanden.
0.35 Uhr: Tanja schläft seelenruhig neben mir. Ich kriege bei dem Schaukeln kein Auge zu. Aber die Nacht ist ja noch lang.
1.33 Uhr: der Bus rast durch die Nacht. Irgendwo da draußen liegt Pakse. Tanja hat ihre Stellung noch immer nicht verändert und schläft.
5.06 Uhr: uuups da bin ich dann doch irgendwann für ein paar Stunden weggeknackt. Auch Tanja liegt inzwischen auf dem Rücken. Noch 132 km bis zum Ziel.
6.37 Uhr: die Sonne geht gerade am Horizont auf. Unsere Rücken und Beine tun etwas weh von der Fahrt. Ansonsten ist es aber schon cool, jetzt gleich in Pakse einzulaufen.
Fr. 29.12.2017
Vietiane: Hauptstadt am Mekong
Wir hatten Minivan gebucht und bekamen VIP-Bus, wobei nur der Schriftzug wirklich VIP war. Sitze waren ausgesessen, Aschenbecher waren einfach mit einer Schraube versiegelt. Wir waren froh, dass es los ging. Rekord-Boxenstopp: ein lauter Knall ließ erahnen, dass irgendwas am Bus kaputt gegangen war. Ein Reifen war geplatzt. Ab zum Reifenhändler und Reifen getauscht. Alles war in einer Viertelstunde erledigt. Auch der geplatzte Reifen war wieder verstaut. Hut ab!
Vientiane: so hässlich wirkt die Hauptstadt des Landes gar nicht auf uns. Natürlich herrscht viel Verkehr in dieser Großstadt. Die Silvester-Feier “Countdown 2018” findet hier seit Tagen jeden Abend an der Uferpromenade des Mekong statt. Auch der Nachtmarkt davor ist riesengroß und lädt zum Bummeln ein.
Unser Lucky Guesthouse liegt super zentral und ist sauber. Das Doppelzimmer für 12 € inklusive Frühstück ist knapp 20 qm groß, hat allerdings kein Fenster nach außen, dafür aber ein Bad mit WC und Hot Shower.
Do. 28.12.2017
Über Schlammpisten zu Karstfelsen
Man kann sich das wirklich nicht vorstellen. Hier führt die Nationalstraße 13 (die Hauptverkehrsader schlechthin) direkt durch Vang Vieng. Unweit des Zentrums hört die Asphaltierung einfach mal auf. Durch den Regen haben sich große Schlammlöcher gebildet. Keiner stört sich daran. Autos und Mopeds verlangsamen und suchen sich ihren Weg durch den Schlamm. Bei uns unvorstellbar.
Nach einem leckerem Omelett/Rührei in unserem Army Barracks Guesthouse fuhren wir mit dem Roller einfach mal los. Schnell kamen wir an eine Bambusbrücke, an der das Kayaking startete. Die zweite Bambusbrücke war ohne Geländer und sah total instabil aus. Prompt weigerte sich Martin, unseren Scoopy darüber auf die andere Uferseite zu setzen. Also zurück und über das vertrauenserweckende Stahlkonstrukt von gestern. Und dann waren wir auf einmal in der Welt der Karstfelsen. Wie dahin gezaubert stehen sie einfach so da, schroff und steil emporragend, grün bewaldet und jeder in einer anderen Form, wolkenverhangen und mystisch. Das sah mittendrin schon richtig geil aus. Wir steuerten einen Aussichtspunkt an, mussten immer wieder Kühen mit ihren Mini-Kälbern auf der Schlammpiste ausweichen, wurden dann freundlich von einer älteren Dame abkassiert, und parkten unseren Roller. Wir waren die Einzigen und deshalb freute sich die ältere Dame so.
Und dann trauten wir unseren Augen nicht. Der Aussichtspunkt war auf einem der Karstfelsen. Super steil ging es hinauf und es war eher klettern als wandern. Es war für uns Flachlandtiroler richtig anstrengend. Über Felsen ging es zu steilen Treppen dem Himmel entgegen. Mit dem Bewusstsein, dass uns der Abstieg bevorstehe drehten wir nach einer Stunde wieder um. Das war wirklich ein zu anspruchsvoller Trail für uns. Hallelulja!
Danach ging es zurück zu unserem Guesthouse, wo wir den Roller problemlos zurück gaben. Nach einer Dusche ging es zum Essen nochmal in den Ortskern von Vang Vieng. Mitten durch den Ort erstreckt sich eine alte Start-/Landebahn der US-Airforce, von wo aus Einsätze im Vietnamkrieg geflogen wurden. Heute ist da Jahrmarkt.
Mi. 27.12.2017
Todespass nach Vang Vieng
186 km. 5 Stunden veranschlagte Fahrtzeit. Morgendämmerung. Erster Regen. Katastrophale Straßenverhältnisse. Schlaglöcher. Nebel. Schmale Straßen. Unbeleuchteter Gegenverkehr. Steigungen von über 10%. Serpentinen. Und ein todesmutiger Fahrer. Dabei ist die Nationalstraße 13 eine der wenigen asphaltierten Straßen des Landes und sei in gutem Zustand. So ging es für uns heute Morgen Richtung Vang Vieng. Dabei hatten wir uns schon für einen Minivan entschieden, weil so viele Unfälle mit den normalen Bussen passieren. Die Strecke hatte es wirklich in sich.
Vang Vieng: hier wurden einst die richtig wilden Partys gefeiert. Alkohol und Drogen standen ganz oben bei den Backpackern. Bekifft haben sich die Touristen auf alten Autoschläuchen (Tubing) den Fluss Nam Xong runtertreiben lassen. Aus den unzähligen Bars am Ufer dröhnte laute Musik bis die Regierung im Jahre 2012 aufgrund von Unfalltoten insgesamt 24 Bars schließen ließ und seitdem um das Image der Kleinstadt kämpft. Wir werden heute Abend herausfinden was hier noch los ist.
Wir sind schon an einigen verruchten Bars, die ganz sicher nicht nur Drinks und Musik anboten, vorbeigekommen. Viele Restaurants sind gut besucht. Das Angebot ist - ähnlich wie bei Hostels und Guesthouses - sehr groß. Auch hier sind die Chinesen in der Überzahl. Eine echte Walking Street konnten wir nicht erkennen. Vielleicht lag es am Regen.
Heute hat es hier lange geregnet. Bei unserem kurzen Streifzug durch die City haben wir nicht viel Schönes entdeckt. Spuren der Vergangenheit sind natürlich die vielen Bars. Vang Vieng wirkt etwas heruntergekommen und hatte sicherlich schon mal bessere Zeiten erlebt. Erst abends erwacht die Stadt so richtig zum Leben. Tagsüber spielt sich das meiste in der von Karstfelsen geprägten Umgebung ab. Die Bambusbrücke führt zu netten Bungalows auf der anderen Uferseite mit Namen "Otherside". Die andere Brücke für Autos ist der Hammer. Ein wirres Stahlkonstrukt, das schön mitschwinkt. Links und rechts zwei Salven aus dem Vietnamkrieg.
Morgen wollen wir uns einen Roller mieten und die Umgebung erkunden, zumindest wenn das Wetter mitspielt. Oder wir wollen Kayaking statt Tubing auf dem Nam Xong (ich wollte ja unbedingt mit ner Flasche Bier in so’m alten Autoschlauch sitzen). Der Hype ums Tubing gehört der Vergangenheit an und ist out.
Di. 26.12.2017 - 2. Weihnachtstag
Tongefäß-Manufactur Ban Chan
Mit der “Autofähre” ging es auf die andere Seite des Mekong. Zwei Autos passen auf das Boot. Vertrauenserweckend sieht es nicht gerade aus. Beim Fahrpreis von 5.000 KIP werden wir wieder misstrauisch.
Das Dorf auf der anderen Seite versank im Staub der Schotterpiste. Hier gab es keinen Asphalt mehr. Kinder winken uns zu. Einheimische auf Mopeds pesen an uns vorbei. Eine 5-köpfige französische Reisegruppe irrt vor uns durch das Dorf und sucht den Weg zum Ban Chan Village. Wir schließen uns der Gruppe an. 2,5 km geht es über Stock und Stein zum Dorf Ban Chan. Es ist bekannt für seine Tongefäß-Manufactur. Wir sehen das Feuerholz für die Brennöfen und tausende von ungebrannten Tonkrügen. Wir können zusehen wie ein Mann in Handarbeit einen Krug herstellt.
Für 15.000 KIP (ca. 1,50 €) pro Person bringt uns ein Junge mit seinem Privatboot zurück auf die andere Seite des Mekong. Am frühen Nachmittag aßen wir nochmal unser Lieblings-Curry an unserem Marktstand. Wir wollten unbedingt noch eine Massage heute Abend nehmen. Im L'hibiscus Spa bekamen wir tatsächlich noch ganz spontan einen Termin. Martin hatte Angst, dass man ihm an die Wäsche will und ihm ein Happy end-Angebot macht. Und es war so wahnsinnig wohltuend. Nein, nicht das Happy end, sondern unsere Aromatherapie Massage. Für eine Stunde Massage zahlten wir hier 11 €.
Danach liefen wir noch ein letztes Mal über den Nachtmarkt und gönnten uns eine Portion Chicken Wings mit Pommes.
Auf dem Rückweg wollte sich Martin nur kurz eine Coke Zero aus einem Mini-Supermarkt mitnehmen. Es war ein klitzekleiner Laden, der in jeder Ecke und jedem Winkel mit Ware voll gestellt war. Inmitten dieses Ladens war eine einzige Stufe und die übersah Tanja … gefühlt und ungezählt flogen mehr als tausend Kleinteile durch die Gegend. Regungslos und in Schockstarre lag sie auf ihrem Allerwertesten mitten in dem Laden. Und erst da entdeckte Martin, der sich gerade weggedreht hatte, seine Liebste zu Boden gestreckt. Von Peinlichkeit getrieben versuchten wir mit einem anderen deutschen Pärchen zusammen, alle Teile wie kleine Chips-Tüten, Kekse, Klopapier usw. schnell wieder einzuräumen. Der Schock des Ladenbesitzers schien über Minuten anzuhalten, denn er schaute sich unsere Bemühungen der Schadensbegrenzung unbeteiligt an. Danach sind wir aus dem Laden geflüchtet. Zum Glück ist Tanja bei ihrem Sturz nichts schlimmes passiert.
Mo. 25.12.2017 - 1. Weihnachtstag
Kuang Si Nationalpark
Sensationell haben wir heute gefrühstückt. In der Zürich Bread Factory gab es sogar dunkles Brot als Sandwich. Sehr lecker! Und dazu einen italienischen Kaffee. Die laotischen Straßen sind ein Desaster. Hier herrscht zwar wieder Rechtsverkehr wie bei uns, aber das Straßenbild ist durch die tausenden Mofas ein ganz anderes. Riesige Schlaglöcher warten darauf, die Mopedfahrer aus ihren Satteln zu fegen. Manchmal hört einfach der Asphalt plötzlich auf und die Straße wird zur staubigen Schotterpiste. Das picture of the day haben wir auf unserem Weg zum größten Wasserfall hier in der Gegend leider verpasst: in einem Dorf kam uns ein kleiner Junge mit drei Ratten, die er am Schwanz festhielt, entgegen. Da war sie wieder: die gemeine Bambusratte.
Der Kuang Si-Nationalpark um den Wasserfall ist zwar nicht so dschungelartig, aber dafür gibt es dort eine Auffangstation für Schwarzbären. Drei kleine Bären spielten und rauften ganz süß miteinander im Babygehege. Die Erwachsenen schliefen anfangs alle. Der Park war ziemlich gut besucht. Das meiste waren wieder Chinesen. Einige Bäume waren riesig und wahrscheinlich uralt. Der Wasserfall bot eine super schöne Kulisse für Fotos. Durch das türkise Wasser wirken einige Fotos super unnatürlich wie aus dem Centerpark Tropical Island. Aber das hier war Natur pur.
Tanja badete sogar noch in dem sehr kühlen Wasser. An bestimmten Stellen darf man das hier noch. Dann ging es zurück zu unserem Scoopy, wo die Kampfhähne immer noch auf ihren nächsten (und hoffentlich nicht letzten) Einsatz warteten. In ihren Einzelkäfigen wirkten sie majestätisch und riesengroß auf uns. Hahnenkämpfe haben hier Tradition und werden gut besucht.
Auf dem Rückweg hielten wir noch auf einem Markt der Einheimischen neben einigen großen Markthallen. Man kann sich nicht vorstellen was hier drin alles verkauft wird. Eigentlich alles. Textilien aller Art, Schuhe, Stoffe, Reis, Taschen, Süßigkeiten, Fisch - hier wird viel mehr auf Märkten gekauft als bei uns.
So. 24.12.2017 - Heiligabend
Almosengang und Bambusratte
Wir standen extra um 5.30 Uhr auf, um uns den allmorgendlichen Almosengang der Mönche anzusehen. Wir hatten uns dieses alte Ritual wesentlich mystischer vorgestellt. Inzwischen ist dieser Brauch ziemlich zur Touristen-Attraktion verkommen. Die Mönche sammeln in trommelähnlichen Gefäßen die Spenden der Gläubigen ein. Wir waren etwas enttäuscht, hielten das Beiwohnen an dieser Zeremonie am Heiligabend aber für eine ganz gute Idee.
Danach ging es zum Morgenmarkt, der um 7 Uhr öffnet und auf dem die Einheimischen aus der ganzen Region ihre Waren anbieten. Neben exotischen Gewürzen und Gemüse wird viel Fleisch und Fisch angeboten. Dieser Markt präsentierte sich vor dem Frühstück allerdings als Hardcore-Markt. Zwischen Hühnerkrähen lagen auch Fischköpfe, gegrillte Bambusratten, Schlangen, Vögel und Eichhörnchen zum Verkauf aus. Die Bambusratte ist hier eine echte Delikatesse. Gut, dass wir noch nicht gefrühstückt hatten.
Nach einem leckeren Frühstück mieteten wir uns einen Roller für 12 € am Tag. Einen nagelneuen Honda Scoopy bekamen wir. Und damit ging es zum 17 km entfernten Tad Sae Waterfall. 5.000 KIP Parkgebühr, 20.000 KIP Fähre, und dann 30.000 KIP Eintritt waren insgesamt nur 5,50 € umgerechnet. Wir wollten den großen Rundweg laufen und machten daraus eine echte Dschungel-Tour. Insgesamt schlugen wir uns drei Stunden durch den Dschungel und kamen an drei Wasserfällen vorbei. Das war eine klasse Tour.
In der Sa Sa Bar drehten wir zur Happy Hour noch Videobotschaften für unsere Liebsten. Als wir da um 20.30 Uhr raus wankten hatten wir schon leicht einen kleben. Natürlich mussten wir noch was Kleines essen, aber die Wahl war nicht gut getroffen. Zum Abschluss gab's gegenüber in einer netten Bar noch einen Baileys auf Eis. Das war also unser Heiligabend … schöne Weihnachten!
Sa. 23.12.2017
Luang Prabang: Juwel am Mekong
View Khemkhong Guesthouse: ein schwuler, englisch sprechender Franzose, Hot Shower, ein kleines gemütlich eingerichtetes Zimmer, das ist unsere Unterkunft ganz nahe der schönen Altstadt von Luang Prabang. Heute Morgen hatten wir wirklich Pech mit dem Frühstück. Erst kam der Fruitshake mit Eis, dann der Lao Coffee mit irgendetwas milchähnlichem Süßen, und dann noch der Joghurt in gefrorener Form. Teuer und schlecht war es.
Auf ging’s zur Stadtbesichtigung. Angefangen haben wir mit dem ältesten Tempel, dem Vat Xieng Thong, wo gerade eine Zeremonie der Mönche stattfand. Dann ging es weiter zur Flussmündung des Nam Khan River in den Mekong. Entlang der Uferpromenade befinden sich ganz viele Guesthouses im französischen Stil. Die Häuser wirken saniert und machen das schöne Stadtbild aus.
Wie in einem Märchenfilm ragen die Bäume verwunschen über der steilen Treppe. Am Anfang verkaufen junge Mädchen kleine lebende Vögel in Mini-Käfigen, die man oben freilassen soll. Das würde Glück bringen. Wie schrecklich. Aber der Ausblick von da oben ist schon genial.
Auf dem Nachtmarkt aßen wir das bisher leckerste Curry unserer Reise. Martin kaufte noch zwei Mitbringsel und eine Kette. Er war im Verhandlungsrausch. Ein Crepes rundete den Abend ab.
Fr. 22.12.2017
Teil 2: Von Pakbeng nach Luang Prabang
Wir fühlten uns schon ein wenig stinkig. Das war jetzt der vierte Tag ohne heiße Dusche. Dabei war unser Bungalow echt charmant, auch wenn die Kälte wieder durch jede Ritze kroch. Aber diesmal waren wir mit einer größeren Decke bewaffnet. Morgens wurden wir von dem Rüsseln zweier Elefanten auf der anderen Uferseite aus dem Bett gescheucht. Die beiden sollten wohl baden gehen, taten sich aber ein wenig schwer und quietschten da rum. Ein sehr nettes Schauspiel zum Start in den Tag.
Das Slowboat legte um 9.30 Uhr ab. Es war ein anderes Boot als gestern und die Sitzordnung geriet vollkommen durcheinander. Die Wolken hingen noch tief über dem Mekong. Wie schon in Pai klarte der Himmel nach 10 Uhr aber auf.
Der Fluss schlängelt sich traumhaft schön durch diese grüne Hügellandschaft. Immer mal wieder rast ein Speedboat mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit an uns vorbei. Meist trägt nur der Fahrer einen Helm. Wir halten mit unserem Slowboat an scheinbar vergessenen Bergdörfern, wo die Kinder ihre selbstgemachten Armbänder an die Touristen verkaufen wollen.
Gegen 17 Uhr erreichten wir Luang Prabang. Das Boot hielt etwas außerhalb der City, damit auch die Took-Took-Fahrer davon noch profitieren. Es war irgendwie ein komisches Ende dieser zweitägigen Bootsfahrt. Trotzdem würden wir diesen Trip jedem wärmstens empfehlen. Es ist wirklich beeindruckend, ganz gemächlich durch diese wunderschöne Natur zu gondeln.
Am Abend besuchten wir noch den Nightmarket wo wir lecker Buffet aßen. Zumindest ist das Gemüse, Nudeln, Reis und Kartoffeln als Buffet aufgebaut. Bei mir gab es Chicken, bei Tanja Fisch dazu. Das war wirklich köstlich. Dazu gab's ein großes Beerlao. Wir kauften noch zwei schöne T-Shirts auf dem Markt und dann ging es nach Hause, um endlich die ersehnte heiße Dusche zu nehmen. Und das war ein echter Genuss auf der Haut. Herrlich.
Do. 21.12.2017
Teil 1: Mit dem Slowboat nach Pakbeng
Der Wecker klingelte heute schon um 6.00 Uhr, weil wir vom Tuk-Tuk-Mann abgeholt und an die Grenzstation gebracht wurden. Die Ausreise aus Thailand war vollkommen easy. Für die Einreise nach Laos brauchten wir ein Visa on arrival. Nach Ausfüllen der Formulare erhielten wir gegen Zahlung von je 30 $ innerhalb weniger Minuten unser Visum und konnten damit problemlos einreisen. Plötzlich waren wir Millionäre. Wir holten für 150 € laotisches Geld und bekamen 1.500.000 KIP (1,5 Mio.) vom Geldautomaten ausgespuckt. Und da stand auch schon der erste laotische Took-Took-Fahrer (Schreibweise hier echt anders) hinter der Passkontrolle. Nicht verhandlungsbereit blieb uns nichts anderes übrig als auf seine Forderung von je 2,50 € für die Fahrt zum Slowboat Pier einzugehen.
Nach knapp 10 km erreichten wir endlich die Anlegestelle. Hier lagen bestimmt 30 dieser Slowboats und eins davon sollte uns nach Pakbeng bringen. So machten wir uns auf den Weg ins Office und wir hatten Glück, es gab noch 2 Tickets für das letzte Slowboat am heutigen Tag um 11:30 Uhr.
Nach einem leckeren Frühstück am Pier ging es fast pünktlich um 11:40 Uhr los. Mit uns waren ca. 100 Personen auf dem Boot, schätzungsweise 90 Touristen und 10 Laoten. Das Boot schlängelte sich durch die Felsbänke des Mekong. Eine traumhafte Landschaft bekamen wir zu Gesicht. Satt grüner Dschungel und im Hinterland fotogene Hügellandschaft säumten beide Ufer. Immer wieder rast mal ein Speedboat an uns vorbei. Die Landschaft war der absolute Hammer.
In Pakbeng angekommen lungerten die nervigen Vermieter schon am Hafen. Okay eher Anlegestelle als Hafen. Wir sind im Riverside in einem netten Bungalow für nur 16 € untergekommen. Angeblich mit Hot Shower.
Wir waren abends noch lecker indisch essen, trafen noch ein sehr sympathisches älteres Ehepaar, die gerade sieben Wochen in Myanmar unterwegs waren. Und dann wollten wir endlich - nachdem die letzte Dusche nur kaltes Wasser ausspuckte - heiß duschen … so eine Scheiße … auch diese Dusche war jetzt kalt. Dabei hatten wir uns das noch extra zeigen lassen.
LAOS
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THAILAND
19 Nächte
1.365 km
1.365 km
Zwei kleine Anekdoten als Nachtrag
Fuuu Schiiieee Fa und die Touri-Police
In Thailand gibt es tatsächlich extra eine Touristen-Polizei, die sich um die Sicherheit und Belange der Reisenden kümmert. Am Busbahnhof in Chiang Mai kam ein adrett gekleideter Touristen-Polizist mit uns ins Gespräch. Er erzählte stolz von seiner Tochter, die in der Schweiz lebt und zeigte uns Fotos. Am Ende wollen diese Beamten immer nur das eine: ein Foto mit Dir zusammen. Mit breitem Lächeln posiert dieser Polizist dann mit Dir auf dem Foto, was er mit seinem Handy aufnehmen läßt. Total lustig. Wir sind noch nicht ganz dahinter gekommen, warum die so heiß auf die Fotos sind, aber das nennen wir mal bürgernah. Als wir mit dem Bus von Chiang Rai in die Berge fahren wollten fragten wir am Busbahnhof nach dem Ticketschalter. Man zeigte auf einen Campingtisch vor Plattform Nr. 1, wo ein älterer Herr mit einem Notizbuch saß. Er fragte uns in gebrochenem Englisch wo wir hin wollten. Wir antworteten Phu Chi Fa. Er entgegnete ganz begeistert: “Aaah Fuuu Schiiieee Fa, Tickets tomorrow”. Eigentlich wollten wir heute Tickets kaufen, aber nun gut. Als wir am nächsten Tag zum Busterminal kamen standen wir bereits handschriftlich in dem Notizbuch des alten Herrn und bekamen problemlos unsere Tickets nach Fuuu Schiiieee Fa. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. So funktioniert das also hier. Hut ab.
Mi. 20.12.2017
Freundschaftsbrücke Chiang Khong
Die Nacht war wieder ziemlich kalt. Morgens frühstückten wir in einem Hostel an der Hauptstraße von Chiang Khong. Dann begann unsere Wanderung auf der Suche nach der Freundschaftsbrücke. Insgesamt waren wir bestimmt über drei Stunden unterwegs und von der verdammten Brücke keine Spur. In einem gottverlassenen Dorf tranken wir noch ein Bier. Und dann kam wie aus dem Nichts das Tuk Tuk und pickte uns auf.
Drei Engländer aus Newcastle machten Sightseeing per Tuk Tuk und hatten die Brücke fest im Visier. Innerhalb von wenigen Minuten waren wir am Ziel. Die Vierte Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke lag direkt vor uns. Total unspektakulär und überhaupt nicht schön, aber wir waren froh, dass wir nicht mehr laufen mussten.
Zur Belohnung gab's noch zwei Bier auf unserer Terrasse und dann ging's zum Essen in einem kleinen netten Restaurant an der Hauptstraße. Es war wieder ziemlich frisch. Unsere Klamotten lassen keine Temperaturen unter 10 Grad zu und letzte Nacht fielen die Temperaturen deutlich darunter.
Di. 19.12.2017
1.628 m: Über den Wolken
5.00 Uhr. 8 Grad. Stockfinster. Wir wurden pünktlich von einem Viehtransporter abgeholt, aber wir durften drinnen sitzen. Es ging hinauf zum Parkplatz des Phu Chi Fa-Gipfels. Dann kam unsere Taschenlampe zum Einsatz. Durch die Finsternis waren noch 1 km Strecke über Stock und Stein zu hinterlegen. Es war arschkalt und der Wind pfiff uns um die Ohren. Gegen 5.45 Uhr erreichten wir den Gipfel. Und nun begann das lange Warten auf die liebe Sonne.
Eine Stunde zitterten wir uns da oben einen ab, dann war es endlich soweit. Ein kleiner, roter Feuerball war am Horizont zu sehen. Atemberaubend waren die Wolken und Berge in diesem Licht. Das war in dieser Höhe sehr beeindruckend. Geschätzt waren 500 Menschen mit uns auf dem Gipfel - bei gefühlten 1 Grad. Fazit: es hat sich trotz der Kälte gelohnt diesem Naturspektakel zuzusehen.
Mit dem Minivan ging es zurück nach Thoeng, um von dort nach Chiang Khong zu kommen. Das ist der Grenzort am Mekong, auf dieser Seite ist Thailand, auf der anderen Laos.
Eine echt nette Holzhütte haben wir in Chiang Khong für nur 350 THB (ca. 9 €) gefunden. Im Khomsalasri Resort haben wir gerade den Bungalow Nr. 3 bezogen und sitzen jetzt bei 24 Grad auf unserer Terrasse und trinken ein kühles Chang Bier. Genau danach ist uns jetzt. Geil.
Mo. 18.12.2017
1.442 m: Phu Chi Fa
19.40 Uhr. 11 Grad. 1.442 m in den Bergen. Ein Bungalow ohne Heizung, ein Bett ohne Lattenrost. Der Song “100 Leben” von Johannes Oerding läuft im Hintergrund. Wir klappern unter der Decke unseres Mini-Bungalows. Der Wind pfeift durch die Ritzen der Wände. Mal schauen was das für eine Nacht wird. Um 5.00 Uhr werden wir abgeholt, vermutlich von so einem Viehtransporter als Taxi.
Es ging heute von Chiang Rai 110 km östlich an die laotische Grenze nach Phu Chi Fa. Hier soll es einen atemberaubenden Sonnenaufgang auf einem Felsvorsprung in 1.628 m Höhe zu erleben geben.
So. 17.12.2017
White Temple Chiang Rai
Von weitem sieht er echt kitschig und maßlos übertrieben verspielt aus. Von nahem ist es ein Kunstwerk aus Millionen von Spiegelmosaiken. Der Künstler selbst plant die Fertigstellung für das Jahr 2070. Das fanden wir schon mal ganz interessant.
Kulturschock pur: weißer Tempel, blauer Tempel und dann ins schwarze Haus, ein Museum, in dem der Künstler viel mit Knochen und Häuten von Tieren gearbeitet hat. Wir hatten von den “Wat weiß ich” erstmal genug. Trotzdem war es ein sehr interessanter Tag. Heute war es hier nicht ganz so warm, vermutlich nur so um die 25 Grad.
In der abgefahrenen Rooftop-Bar Dinner Late tranken wir zwei Chang Bier und wollten den Sonnenuntergang genießen. Von dem war aber nicht mehr viel zu sehen. Das Bier schmeckte trotzdem. Und coole Musik spielten sie dort zur Happy Hour.
Die Thais spinnen: auf dem Nachhauseweg entdeckten wir “Cat ‘n’ a Cup”, ein Katzen-Cafe, in dem Du beim Kaffeetrinken die herumlaufenden Katzen streicheln kannst. Schuhe sind bei Eintritt natürlich auszuziehen. Das geht selbst Martin als bekennenden Katzen-Fan zu weit. Verrückt, dass so ein Cafe funktioniert.
Sa. 16.12.2017
Holzklasse im Local Bus
310 km legten wir an diesem Tag zurück. Erst ging es mit dem Minivan die 762 Kurven zurück nach Chiang Mai. Und von dort ging es weiter mit dem recht einfachen Bus nach Chiang Rai im Nordosten Thailands. Gegen 16.30 Uhr erreichten wir die 70.000 Einwohner große Stadt. Wir marschierten mit unseren Rucksäcken ins Hotel Baan Siri.
Abends aßen wir noch lecker auf dem Night Bazaar von Chiang Rai. Tanja probierte mal die sogenannten Hot Pots in Thai Style aus. Das ähnelt ein wenig unserem Fondue. Man bekommt einen Tontopf mit glühenden Kohlen auf den Tisch gestellt. Dazu wird Fleisch oder Fisch und ein Korb voller Gemüse gereicht. Im Tontopf kocht langsam das Wasser mit Kräutern. Und jetzt fügt mal alle seine Sachen hinzu und läßt alles zehn Minuten köcheln. Fertig ist die leckere Suppe. Und danach fielen wir dann todmüde ins Bett.
Fr. 15.12.2017
Hot Springs am Highway 1095
Tagsüber 31 Grad, nachts nur 16 Grad. Morgens ist hier bis 10 Uhr alles total wolkenverhangen und man glaubt nicht, dass die Sonne sich noch klar durchsetzen wird. Aber genauso kommt es … 5.47 Uhr: der Muezzin ruft aus der benachbarten Moschee zum Gebet. Die hier lebenden Muslime passen irgendwie nicht in dieses Hippie Dorf, gehören aber dazu.
Tanja geht's viel besser. Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns mit dem Roller auf dem Highway 1095 auf in Richtung Norden zu den Sai Ngam Hot Springs. Diese liegen 11 km vor Pai in einem Nationalpark, der nur 20 THB pro Person und Roller Eintritt kostet und nicht ganz so eine Abzocke sein soll. Bis auf die Tatsache, dass wir direkt an den heißen Quellen nochmal 20 THB zahlen mussten stimmt das auch.
Roller abgeben, Tickets für Minivan kaufen, Bier am Pai River getrunken, Mega-Pizza in der Walking Street gegessen, ab nach Hause und unser drittes Reisevideo online stellen. Das war unser letzter Tag in Pai.
Do. 14.12.2017
In stiller Hippie-Idylle
Hier laufen schon einige schräge Vögel rum. Der Hippie von heute trägt Ökoklamotten zu seinen Nike-Turnschuhen und ist im Schnitt Mitte Zwanzig. Viel origineller sind die alten Aussteiger, die ihre Drogen- oder Alkoholsucht überstanden, ihre Knaststrafen abgesessen haben und jetzt ihre letzten Tage hier verbringen. So wie Jonny Depp, den wir hier schon öfter gesehen haben. Tanja lag am fünften Tag ihrer Durchfallerkrankung richtig flach und wollte nur noch schlafen. Also machte ich mich allein mit dem Roller auf zum Yun Lai Viewpoint. Auf dem Weg dahin kam ich an einem chinesischen Tempel und dem künstlich angelegten Erlebnisdorf vorbei. Erst danach folgte das unspektakuläre Chinese Village. Aber der Bambus, den ich am Tempel sah, brachte das picture of the day:
Die Aussicht vom Yun Lai war schon beeindruckend. Auf der einen Seite die Berge, auf der anderen das Tal um Pai herum. Und überall wieder sattes Grün und strahlend blauer Himmel. Ich wanderte noch einen kleinen Weg in den Dschungel hinein, drehte aber nach einer halben Stunde wieder um.
Es ging ihr besser. Wir konnten sogar noch eine Tour zu dem weißen Buddha (Wat Phra That Mae Yen) der über der Stadt thront, machen. Nach leckerer Stärkung mit Thai-Essen ging es zurück in unser Zimmer.
Mi. 13.12.2017
Grand Canyon, Landsplit & Co.
Was für ein geiler Tag! Zwar mussten wir noch vor dem Frühstück für Tanja in die Pharmacy, weil es immer noch nicht besser wurde, aber trotzdem mieteten wir uns einen Roller, um die Umgebung von Pai zu erkunden. 150 THB (ca. 4 €) kostete uns dieser Spaß am Tag. Unser neuer Freund kam aus dem Hause Honda und hatte 110cc.
Los ging’s bei Linksverkehr erstmal zur Tankstelle. Die Wolken vom frühen Morgen hatten sich inzwischen verzogen. Wir bogen Richtung Wasserfall in eine Nebenstraße ein. Zuerst erreichten wir hinter einem kleinen See den Landsplit. Hier klaffte die Erde 2008 und zuletzt 2011 meterweit auseinander und hinterließ tiefe Risse. Urplötzlich, einfach so, Naturgewalt.
Weiter ging es zum Pambook Wasserfall, der sich eher wie eine Höhle anmutete. Danach ging es an Reisfeldern vorbei bis die Straße irgendwann endete und wir umdrehen mussten. Hier in diesem Dorf schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Hunde schliefen friedlich auf der Straße, es gab keine Geschäfte, und es waren kaum Menschen zu sehen.
Zurück auf dem Highway 1095 fuhren wir noch zur World War II Memorial Bridge und anschließend zum Grand Canyon. Und das war dort echt der Hammer. Wir kletterten auf steilen Abhängen herum ohne Absicherungen. Das war ein riesen Naturerlebnis. Nur der Sonnenuntergang zum Abschluss enttäuschte uns ein wenig. Ansonsten war es ein perfekter Tag in der Natur. Einfach genial.
Di. 12.12.2017
Die 762 Kurven nach Pai
Tanja ging es auch an diesem Tag leider noch nicht besser. Trotzdem machten wir uns auf den Weg zum Busterminal. Leider waren die Minivans alle ausgebucht, so dass wir zwei Stunden warten mussten. 12.30 Uhr geht's erst los. Thais sind schon sehr angenehme und freundliche Menschen. Sehr offen und hilfsbereit erleben wir hier die Mentalität. Natürlich steht an fast jeder Ecke der gemeine Tuk-Tuk-Fahrer, der seine Dienste anbieten will, aber ansonsten empfinden wir die Einheimischen nicht als aufdringlich. Alles ist gut organisiert, wenn auch Pünktlichkeit tatsächlich eine deutsche Tugend zu sein scheint. Wenige Menschen rauchen hier auf der Straße. Überall sieht man auf der Straße die kahlrasierten Mönche in ihren orangenen Gewändern. Die Menschen zeigen sich oft dankbar und lächeln häufig. Und es ist ein ehrliches Lächeln.
Der Weg nach Pai war abenteuerlich. Angeblich sollen es 762 Kurven bis dahin sein - wer auch immer das gezählt haben will. Die Landschaft ist traumhaft schön. Satte grüne Berghänge zum strahlend blauen Himmel. Sehr cool. Noch hippigere Bars und Hostels. Junge Hippies aus aller Welt. Sogar eine Moschee gibt es hier. Tolle Läden laden zum Bummeln ein. Der erste Eindruck ist total klasse.
Unterkunft:
Hugga Guesthouse
Doppelzimmer mit kl. Balkon / 26 € pro Nacht
Mo. 11.12.2017
Tanja und der Flitzepubs
Da haben wir einmal ein Bad mit nach oben hin offenen Wänden und dann geht's los. Tanja hat's als erste erwischt. Magenkrämpfe, Durchfall, das typische Programm eben. Insofern waren wir heute in unseren Aktivitäten etwas eingeschränkt, aber wir haben sogar noch den Wat Chedi Luang besichtigt.
Das war unser letzter Tag in Chiang Mai, einer chilligen Stadt mit hippigen Bars und Guesthouses, einer netten Altstadt, einem super Sonntagsmarkt, attraktive Ausflugsziele in der näheren Umgebung und leckeren Garküchen am Altstadtring. Vier Tage haben wir hier entspannt und super in unserem kleinen feinen Bungalow gelebt. Morgen geht's weiter nach Pai in die Berge.
So. 10.12.2017
Den Elefanten ganz nah
Tanja ging es ein wenig besser, so dass wir überhaupt unseren Ausflug antreten konnten. Ich glaub sie war einfach schon aufgeregt, denn irgendwie schien es auch einer ihrer Träume zu sein, einem echten Dickhäuter einmal so nah zu sein. Nach thailändischem Verständnis ging es pünktlich los. Nach 90 minütiger Autofahrt im Viehtransporter durch wunderschöne Berglandschaft mit riesigen Bananenbäumen kamen wir im Elefanten-Camp an. Und da standen auch schon drei Riesen. Das Zusammenspiel von Landschaft und Tieren war schon beeindruckend. Hier war wirklich nichts mehr von Stadt zu spüren.
Als erstes sollten wir unsere Kleidung tauschen. Wir sahen jetzt aus wie spirituell überreizte, weltverbessernde Sozialpädagogen, die zum Auftakt des Seminars die falschen Drogen genommen hatten. Dabei wollten wir nur Elefanten füttern. War ich vielleicht im falschen Seminar?
Alles hatte zum Glück seine Richtigkeit. Die Kleidung hatte den Grund, dass Elefanten überaus gut riechen können. Dann wurde uns erklärt, was und wieviel ein Elefant am Tag frißt. Wir bereiteten eine Leckerei in Bananenblättern verpackt für die Elefanten vor. Und die Dickhäuter waren hungrig und rissen uns mit ihren Rüsseln die Köstlichkeiten aus der Hand. So nah waren wir noch nie einem Elefanten. Das war schon cool, auch wenn wir es immer noch für eine Touristen-Attraktion hielten.
Nach dem Essen kam es dann zum absoluten Höhepunkt. Wir durften mit den drei Elefanten baden, sie nass spritzen, und ihre dicke, borstige Haut abschrubben. Wir hatten echt Respekt vor diesen großen Tieren, die nur mal kurz austreten müssten, um Dich richtig zu verletzen. Aber alle haben diese Abkühlung im Schlammbad genossen und gingen anschließend glückseelig duschen. Wir hatten zumindest ein bisschen das Gefühl, dass es den Tieren hier gut ging, auch wenn sie nicht in Freiheit lebten.
Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch zum Mae Sa Wasserfall, wo wir wunderschöne Fotos schossen. Es war ein toller Tag in der Natur. Darüber waren wir uns beide einig.
Abends schlenderten wir noch über den Nachtmarkt der Altstadt. Die Händler boten echt schicke Dinge an. Neben Kunst wurde auch Schmuck, Handwerkliches und Mode verkauft. Der Hammer waren die 50 Plätze für Massagen aller Art, die bis auf den letzten Platz ausgebucht waren. Martin kaufte sich hier ein neues Lederarmband. Leider ging es Tanja immer schlechter, so dass wir frühzeitig den Rückweg antreten mussten. Sie hatte bis hierhin super durchgehalten.
Sa. 09.12.2017
Art in Paradise
Mit sehr leckerem Joghurt und frischen Früchten starteten wir in den Tag, um Chiang Mai zu erkunden. Zu Fuß ging es vorbei an sehr coolen Bars und hippigen Guesthouses zur ersten Wäscherei, wo wir unsere schmutzige Wäsche abgeben konnten. 110 THB (2,60 €) kosteten 2,3 kg Schmutzwäsche.
Die für Chiang Mai typischen Teakholzhäuser waren nur noch selten zu sehen. Auch die Architektur der Tempel hatte sich verändert. Hier wurde viel im birmanischen Stil gebaut. Für uns wirkt das immer kitschig chinesisch. Meist zieren große Drachen den Eingang. Viel Gold ist zu sehen. Es war sehr warm an diesem Samstag. Auf der Straße wurden wir immer mal wieder von Thais angesprochen, die wissen wollten woher wir kamen.
Auf den Tipp eines Fitnessstudio-Besitzers kamen wir direkt zu Elephant Sanctuary. Wir zahlten den gleichen Preis, aber mit einem besseren Gefühl. Morgen schon startete unsere Tour zu den Elefanten.
Und dann hatte Tanja eine super Eingebung für unser Abendprogramm. Hier war gerade in einem Kunstmuseum eine Ausstellung mit dem Titel “Art in Paradise” zu sehen. Da es hier schon gegen 18 Uhr dunkel wird hatten wir beide Lust dazu, uns die 3D-Ausstellung anzusehen. Gesagt getan. Und es hat riesigen Spaß gemacht, dort ordentlich Quatsch zu machen. Super schöne Fotos sind dabei entstanden. Es hat sich wirklich gelohnt, auch weil wir zu so später Zeit alleine im Museum waren.
Abends ging es Tanja plötzlich nicht mehr gut. Schüttelfrost hatte sie von der einen auf die andere Sekunde bekommen. Wir bestellten uns noch eine Pizza zum Mitnehmen und gingen damit zurück zu unserem Bungalow.
Fr. 08.12.2017
Ankunft in Chiang Mai
Ruhig und entspannt genossen wir an diesem Morgen unseren Joghurt mit frischen Früchten. Es war gerade mal 9.00 Uhr und erst um 11.00 Uhr sollte unser Transferservice zum Busterminal kommen. Denkste! Ein Thai machte uns deutlich, dass Abfahrt in fünf Minuten sei. Los ging’s.Bummelbus. 7 Stunden Busfahrt. Tolle Landschaft. Von sattgrünen Reisfeldern bis hin zu ersten Karstfelsen war heute alles dabei. Gegen 17.30 Uhr erreichten wir unser Jaidee Bamboo Guesthouse, was mitten in der Altstadt von Chiang Mai lag. Ein ganz schick eingerichteter Bambus-Bungalow erwartete uns. Und der süße Wächter der Anlage war ein Idefix und hieß … Bamboo.
Beim Willkommensbier spielten sie echt coole Musik im Barbereich, chillig, dancig. Ich traute meinen Ohren kaum als dann Modern Talking - You’re my Heart, you’re my soul folgte.
Es ging noch über zwei Nachtmärkte, wo wir noch Kleinigkeiten aßen und Kunsthandwerke bestaunten. Am Ende speisten wir noch an einer japanischen Streetfoodküche. Die frittierten Fische waren nicht ganz so lecker. Das Curry schmeckte dagegen köstlich.
Unterkunft:
Jaidee Bamboo Huts
Bungalow / 28,22 € pro Nacht
Do. 07.12.2017
Die alten Steine von Sukhothai Hast Du das auch gehört? Pssst, was war das denn für ein Tier? Meinst Du das ist hier drinnen? Hör mal, jetzt ist das Geräusch auf meiner Seite. Pssst sei doch kurz mal still … undefinierbare Tiergeräusche ließen die Nacht recht kurz erscheinen und das trotz Aircondition.
Nach einem ausgewogenen Frühstück mit Sandwich, Joghurt und frischen Früchten in unserem Guesthouse Happy ging es mit einem in die Jahre gekommenen Bus (geschätzte 35 Jahre alt - gibt es die Automarke Isuzu überhaupt noch?) nach Alt-Sukhothai. Der Fahrer hatte locker das Doppelte auf dem Buckel.
Raus aus dem Bus, rein in den Fahrradverleih. Für je 30 THB (0,78 €) Tagesgebühr leihten wir uns zwei Fahrräder und fuhren in den Historical Park. Und was wir dann zu Gesicht bekamen war der Hammer: der Wat Mahathat, die größte Tempelanlage war total faszinierend und beeindruckend. Höhstes Indiana Jones-Feeling kam dabei auf. Einfach großartig, diesen Ort purer Geschichte zu inhalieren und sich vorzustellen, wie es hier mal ausgesehen hat.
Mittags trafen wir noch eine Thai-Familie, die 20 Jahre in München lebte und seit drei Jahren wieder zurück in Thailand war. Hier aßen wir ganz lecker und tranken ein Chang Bier. Wir radelten noch eine ganze Zeit von Tempel zu Tempel und nahmen dann den Bus wieder zurück.
Und dann trauten wir uns an unser erstes Reisevideo ran. Leider mit Werbung im Bild, aber dafür war die App selbsterklärend. Mit Stolz präsentieren wir Euch die ersten bewegten Bilder aus Thailand:
Mi. 06.12.2017
Busfahrt nach Sukhothai
Wir bekamen morgens langsam das Zittern als unser Transferservice um 9.20 Uhr immer noch nicht da war. Doch dann kam das blaue Taxi und brachte uns schnell zum Busterminal von Mo Chit.Für 367 km brauchte der moderne Doppeldeckerbus ca. 7 Stunden. Meist war es eine Landstraße, eingebettet von Reisfeldern, auf der wir uns fortbewegten. Der Transfer zum Guesthouse klappte prima.
Ein kleiner, süßer Bungalow mit schöner Mini-Terrasse in ruhiger Lage erwartete uns. Das war total herrlich, hier ein Willkommensbier chillig zu genießen.
Abends gingen wir noch nach Neu-Sukhothai rein. Wir aßen wieder an einer offenen Garküche direkt an der Hauptstraße. Zum Glück waren auf der Speisekarte wieder Bilder vom Gericht abgedruckt, sonst hätten wir kein einziges Wort verstanden.
Sehr merkwürdig fanden wir die tausenden von Vögeln, die sich nur an einem Fleck in dieser Stadt zum Plaudern im Dunkeln getroffen hatten.
Unterkunft:
Happy Guesthouse
Bungalow / 24,67 € pro Nacht
Bangkok - ein Fazit
- Riesengroße Stadt ohne echtes Zentrum, die man nicht zu Fuß erkunden kann
- In das Metro- und BTS-System muss man sich erstmal eindenken
- Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich per Boot erreichen
- Fahrt mit dem Khlongboat war eines der Highlights
- An jeder Ecke stehen Geldautomaten von ATM
- In fast jeder Straße findet man Garküchen, die meist nur zwei oder drei Tische mit Plastikhockern stehen haben und sehr leckeres Essen anbieten
- Abgase sind ein zunehmendes Problem; viele Menschen sieht man schon mit Atemschutz
- Sehenswerte Tempel und Märkte; muss man trotz Menschenmassen mal gesehen haben
- Zusammenbrechender Verkehr: hier bekommt Rush-Hour eine ganz neue Definition
- Freundliche Menschen, die uns sehr offen begegnet sind
- Armut und Reichtum liegt an den Khlongufern nah beieinander
- Umweltschutz steckt hier noch in den Kinderschuhen, Plastiktüten bekommt man hinterhergeworfen
- Von Prostitution haben wir nichts mitbekommen; im Gegenteil: Männer und Frauen gehen gleichberechtigt miteinander um
- Ein paar komische Kombos fielen uns schon auf, aber natürlich kennen wir nicht die Geschichte, die dahinter steckt
- Es gibt kaum Fußgängerampeln; das Überqueren der Straßen ist lebensgefährlich
- Frühstück mit Brot kennt man hier nicht
Di. 05.12.2017
Ungeheuer der Khlongs Eigentlich hatten wir keinen Plan an unserem letzten Tag in Bangkok. Heute war hier Nationalfeiertag, denn der König hatte Geburtstag. Zu seinen Ehren trug man ein gelbes Kleidungsstück. Wir wollten uns mal die Zeremonien am Königspalast ansehen und stiefelten los.
Als wir uns bei 7eleven Frühstück kauften sprach uns eine ältere Dame sehr freundlich auf englisch an. Sie erzählte viel von den Feierlichkeiten und über Land und Leute. Am Ende schickte sie uns für nur 50 THB per Tuk-Tuk zu einer Reiseagentur, wo wir unser nächstes Ziel buchen konnten: Sukhothai liegt ziemlich genau auf der Hälfte nach Chiang Mai. Dort sind wir in einem Guesthouse untergebracht. Trotz unserer Skepsis freuten wir uns gerade ganz doll.
Was für ein toller Tag in Bangkok? Mit dem Boot ging es zum Königspalast. Natürlich hatten wir beide lange Hosen dabei, um den Respekt der heiligen Stätten zu wahren. Hier waren Menschen ohne Ende unterwegs - aller Nationen - aller Religionen - alle friedlich zusammen. Doch die Kasse zum Grand Palace war ganz leer. Das 12 € Ticket ist seinen Preis allemal wert. Eine beeindruckende Tempelanlage lag vor uns. Viel Gold wurde hier verarbeitet, aber auch farbige Mosaiksteine wurden verbaut. Sogar Angkor Wat in Miniaturform bekam der König einst geschenkt.
Wir waren fasziniert von dieser freien Kultur und den lebenslustigen Menschen. Immer wieder sieht man Mönche in ihren orangenen Gewändern, die aber am alltäglichen Leben teilnehmen - auch mit Smartphone.
Wat Pho - der liegende Buddha: einfach so liegt er da. Der goldene Riesenbuddha. Beeindruckend groß, in einer Tempelanlage mit unzähligen Wächtern aus Gold. Und mit einem neugierigen Eichhörnchen als Bewohner - süß.
Letztes Experiment an diesem Tag: Ganzen Fisch in Salzkruste auf dem Bangrak Bazaar essen und dazu ein Chang Bier trinken. Als Beilage bekamen wir einen kalten Limettensalat und Nudeln mit einer scharfen Soße. Köstlich hat der Fisch geschmeckt.
Die Zeit im Backpacker-Paradies scheint stehen geblieben zu sein. Total heruntergekommene Hotels und Bars prägen das Straßenbild dieses einstigen Kultortes. Nur noch wenige Hippies verirren sich hierher. Ansonsten finden sich hier ballermannwütige Jugendliche und solche, die es noch sein wollen, zusammen. Hier wurden uns gegrillte Scorpione angeboten.
Nach 10 Stunden Flug landeten wir fast planmäßig gegen 14.20 Uhr in Bangkok. Nach der Passport Control warteten schon unsere Rucksäcke auf dem Laufband. Bei TrueMove besorgten wir uns nach dem ATM Geldautomat noch eine Prepaid SIM-Karte für 15 Tage (14 € - 8 GB). Die wurde uns sogar gleich ins Handy eingesetzt.
Mit der City Line ging es Richtung Makasaan Road, wo wir in die Metro umsteigen mussten. Von dort fuhren wir bis zur Endhaltestelle Hua Lomphong. Aussteigen, Hoch zur Straße, orientieren. Oh Schreck. Es sah hier aus wie im Bürgerkriegsgebiet in Beirut. Uns gegenüber zerbombte Häuser und Artilleriestellungen. Okay Martin’s Fantasie ließ ihn kurz mal im Stich. Es war nur eine Häuserreihe, die bislang nicht zu Ende gebaut wurde. Die Verhandlungen mit dem ersten Tuk-Tuk-Fahrer scheiterten schnell. Der zweite brachte uns dann ortskundig zu unserer airbnb-Wohnung. Es wurde langsam dunkel als wir unser Ziel erreichten.
Finstere Gestalten in der Dunkelheit, Markthallen, beißender Fischgestank, Container, streunende Hunde, Ratten durchforsten den Müll: wir hatten uns verlaufen! Von unserer Unterkunft wollten wir zum Ufer des Chao Phraya River. Also schnell wieder zurück.
Entlang der Hauptstraße kamen wir immer wieder an kleineren Marktständen vorbei. Meistens boten die Händler Kulinarisches an. Unser Ziel war die BTS Skyline Station Saphan Taksin, die direkt an der Taksin Bridge und dem Pier liegt. Von hier werden wir in den nächsten Tagen unsere Trips zu den Sehenswürdigkeiten starten.
Am Ende kamen wir zum Bangrak Bazaar, wo Tanja sich noch eine Hose kaufte und wir super lecker zu Abend aßen. Knapp über 2 € kosteten unsere Mahlzeiten. Wahnsinn!
Fr. 01.12.2017 - 21.20 Uhr
Abflug Frankfurt - Bangkok:
Herzfrequenz: 140
Wohlbefinden: super aufgeregt
Fr. 01.12.2017 - 18.00 Uhr
Abflug Hamburg - Frankfurt:
Herzfrequenz: 120
Wohlbefinden: aufgeregt u. super angespannt
Do. 30.11.2017 - 22.30 Uhr
Was für ein Auftakt?
Als wir uns bei 7eleven Frühstück kauften sprach uns eine ältere Dame sehr freundlich auf englisch an. Sie erzählte viel von den Feierlichkeiten und über Land und Leute. Am Ende schickte sie uns für nur 50 THB per Tuk-Tuk zu einer Reiseagentur, wo wir unser nächstes Ziel buchen konnten: Sukhothai liegt ziemlich genau auf der Hälfte nach Chiang Mai. Dort sind wir in einem Guesthouse untergebracht. Trotz unserer Skepsis freuten wir uns gerade ganz doll.
Zu Fuß irrten wir danach navigationslos durch die moderne Innenstadt von Bangkok mit kurzem Abstecher ins MBK Shoppingcenter. Und wir waren wirklich überrascht wieviel Weihnachtliches aufgebaut war. Es fehlte nur noch ein Glühweinstand bei heutigen 29 Grad.
Mit dem Khlongboat ging es bis zur Endstation Richtung Königspalast. Wieder war es eine wilde, faszinierende Fahrt durch die engen Kanäle. Das ist echt der Hammer. Und da lagen nun die faulen Ungeheuer der Khlongs: die Warane
Nach Besichtigung des Golden Mount Tempels ging es zu Fuß nach Chinatown. Wir waren durstig und hungrig von unserem Plan mit den Zeremonien abgekommen. Unterwegs tranken wir noch ein Bier mit den ersten Chinesen. Dann ging es mitten rein. Außen Blinkiblinki, innen Garküchen und Essensstände soweit das Auge reicht. Wir fanden schnell unser Plätzchen neben zwei schwulen Franzosen. Hier wurde im wahrsten Sinne offen gekocht. Das Essen war wieder echt lecker.
Nach harten Verhandlungen ging es mit einem Tuk-Tuk für 150 THB direkt zu uns nach Hause. Wir waren vollkommen erschöpft zurück. Jetzt freuen wir uns auf Sukhothai.
Mo. 04.12.2017
Bangkok - Grand Palace und die Wats Was für ein toller Tag in Bangkok? Mit dem Boot ging es zum Königspalast. Natürlich hatten wir beide lange Hosen dabei, um den Respekt der heiligen Stätten zu wahren. Hier waren Menschen ohne Ende unterwegs - aller Nationen - aller Religionen - alle friedlich zusammen. Doch die Kasse zum Grand Palace war ganz leer. Das 12 € Ticket ist seinen Preis allemal wert. Eine beeindruckende Tempelanlage lag vor uns. Viel Gold wurde hier verarbeitet, aber auch farbige Mosaiksteine wurden verbaut. Sogar Angkor Wat in Miniaturform bekam der König einst geschenkt.
Wir waren fasziniert von dieser freien Kultur und den lebenslustigen Menschen. Immer wieder sieht man Mönche in ihren orangenen Gewändern, die aber am alltäglichen Leben teilnehmen - auch mit Smartphone.
Wat Pho - der liegende Buddha: einfach so liegt er da. Der goldene Riesenbuddha. Beeindruckend groß, in einer Tempelanlage mit unzähligen Wächtern aus Gold. Und mit einem neugierigen Eichhörnchen als Bewohner - süß.
Dritter und letzter Tempel dieses Tages war der Wat Arun auf der anderen Flussseite. Auf diesem weißen Mosaiktempel kann man sogar drauf rumklettern. Allerdings kamen wir nur zur untersten Ebene. Alles andere war gesperrt. Eine sehr fotogene Tempelanlage.
Zurück ging es mit der Orange Flag für 15 THB, auch wenn man versucht hat, Tanja reinzulegen, indem man sie auf die Blue Flag für teurere 50 THB umbuchen wollte. Aber da haben sie sich die falsche Gegenspielerin ausgesucht. Tanja hat das sofort messerscharf durchschaut und die 100 THB zurückverlangt. Wir warteten knapp 30 min. auf unsere Orange Flag. Letztes Experiment an diesem Tag: Ganzen Fisch in Salzkruste auf dem Bangrak Bazaar essen und dazu ein Chang Bier trinken. Als Beilage bekamen wir einen kalten Limettensalat und Nudeln mit einer scharfen Soße. Köstlich hat der Fisch geschmeckt.
So. 03.12.2017
Lost in Bangkok
Zweiter Tag in Bangkok: die Hitze war Schuld daran, dass wir schlecht gepennt haben. Und deshalb machten wir uns früh morgens auf zum Chatuchak Weekend Market. Vorbei am MBK Shoppingcenter brachte uns die BTS zur Station Mo Chit. Der Markt war riesig und in verschiedene Destrikte aufgeteilt. Hier gab es wirklich alles und vieles hatte unerwartet richtig Stil und war kein billiger Schrott. Von schicken Lampen bis hin zu tollen Wanduhren und Dekoartikeln. Alles war dabei. Der Chefeinkäufer von H&M Home wäre sicherlich gern dabei gewesen.
Auch kulinarisch bot der Markt Spektakuläres. Neben allen thailändischen Nationalgerichten, frischen Früchten in jeglicher Form gab es viel Kokosnuss und Eistee. Total geil fanden wir die TNT und DHL-Paketstationen auf dem Markt direkt gegenüber von einer Bar mit cooler Musik und DJ. Hier tranken wir ein teures Chang Bier - Atmosphäre hat eben seinen Preis - scheiß drauf!
Unseren Plan mit dem Khlong Boot Richtung Khao San Road zu fahren hätten wir fast nicht überlebt. Diese Boote heizen derartig lebensmüde rasant durch die engen Kanäle, dass einem Angst und Bange wird. Und man muss hier schnell sein, wenn man mit will. Hier wird nicht lange gefackelt, sondern schnell wieder abgelegt. Die Zeit im Backpacker-Paradies scheint stehen geblieben zu sein. Total heruntergekommene Hotels und Bars prägen das Straßenbild dieses einstigen Kultortes. Nur noch wenige Hippies verirren sich hierher. Ansonsten finden sich hier ballermannwütige Jugendliche und solche, die es noch sein wollen, zusammen. Hier wurden uns gegrillte Scorpione angeboten.
Es sollte eine ruhige Bootsfahrt über den Chao Phraya River werden. Es war die Hektik pur. Wildes Pfeifen, hetziges Anlegen, rasantes Ablegen. Wahrscheinlich war das auch der Grund warum wir falsch ausgestiegen waren. Wir irrten in Chinatown umher, orientierungslos und vom Navi verlassen. Es gab nur noch eine Lösung in dieser bedrohlichen Situation: den nächsten Tuk-Tuk-Fahrer anhalten und verhandeln. Nach 20 min. standen wir durchgeschüttelt vor unserer Haustür.
Nach einem kurzen Bad im Swimmingpool schliefen wir ungewollt von den Strapazen des Tages gezeichnet ein. Dass wir uns noch einmal aufraffen konnten hatten wir unserem Hunger zu verdanken. Mit dem Boot ging es zum Asiatique Nachtmarkt, dort wo das Riesenrad in der Ferne noch zu sehen war. Es war ein sehr moderner Markt, der uns nicht ganz so gut gefiel. Alles erschien ein wenig künstlich und uns fehlten die jetzt schon lieb gewonnenen, typischen Garküchen.
Sa. 02.12.2017
Bangkok - Garküchen und Tuk Tuks Nach 10 Stunden Flug landeten wir fast planmäßig gegen 14.20 Uhr in Bangkok. Nach der Passport Control warteten schon unsere Rucksäcke auf dem Laufband. Bei TrueMove besorgten wir uns nach dem ATM Geldautomat noch eine Prepaid SIM-Karte für 15 Tage (14 € - 8 GB). Die wurde uns sogar gleich ins Handy eingesetzt.
Mit der City Line ging es Richtung Makasaan Road, wo wir in die Metro umsteigen mussten. Von dort fuhren wir bis zur Endhaltestelle Hua Lomphong. Aussteigen, Hoch zur Straße, orientieren. Oh Schreck. Es sah hier aus wie im Bürgerkriegsgebiet in Beirut. Uns gegenüber zerbombte Häuser und Artilleriestellungen. Okay Martin’s Fantasie ließ ihn kurz mal im Stich. Es war nur eine Häuserreihe, die bislang nicht zu Ende gebaut wurde. Die Verhandlungen mit dem ersten Tuk-Tuk-Fahrer scheiterten schnell. Der zweite brachte uns dann ortskundig zu unserer airbnb-Wohnung. Es wurde langsam dunkel als wir unser Ziel erreichten.
Finstere Gestalten in der Dunkelheit, Markthallen, beißender Fischgestank, Container, streunende Hunde, Ratten durchforsten den Müll: wir hatten uns verlaufen! Von unserer Unterkunft wollten wir zum Ufer des Chao Phraya River. Also schnell wieder zurück.
Entlang der Hauptstraße kamen wir immer wieder an kleineren Marktständen vorbei. Meistens boten die Händler Kulinarisches an. Unser Ziel war die BTS Skyline Station Saphan Taksin, die direkt an der Taksin Bridge und dem Pier liegt. Von hier werden wir in den nächsten Tagen unsere Trips zu den Sehenswürdigkeiten starten.
Am Ende kamen wir zum Bangrak Bazaar, wo Tanja sich noch eine Hose kaufte und wir super lecker zu Abend aßen. Knapp über 2 € kosteten unsere Mahlzeiten. Wahnsinn!
Fr. 01.12.2017 - 21.20 Uhr
Abflug Frankfurt - Bangkok:
Herzfrequenz: 140
Wohlbefinden: super aufgeregt
Fr. 01.12.2017 - 18.00 Uhr
Abflug Hamburg - Frankfurt:
Herzfrequenz: 120
Wohlbefinden: aufgeregt u. super angespannt
Do. 30.11.2017 - 22.30 Uhr
Was für ein Auftakt?
Nichtsahnend wollten wir am Donnerstagabend online einchecken und siehe da es war uns nicht möglich. Da Thailand nur ein Einreisevisum von 30 Tagen vergibt und unser Rückflug erst in 90 Tagen stattfindet sollten wir der Lufthansa einen Ausreisenachweis innerhalb der ersten 30 Tage vorweisen.
Also buchten wir kurzerhand zwei Fake-Tickets für je 12 USD am 26.12.2017 mit Vietnam Airlines von Bangkok nach Hanoi. Am Check-in mussten wir diese nicht mal vorzeigen. Gültig waren diese nur 48 Stunden, danach wurden sie automatisch storniert. Täuschend echt sahen sie aber aus.
Also buchten wir kurzerhand zwei Fake-Tickets für je 12 USD am 26.12.2017 mit Vietnam Airlines von Bangkok nach Hanoi. Am Check-in mussten wir diese nicht mal vorzeigen. Gültig waren diese nur 48 Stunden, danach wurden sie automatisch storniert. Täuschend echt sahen sie aber aus.








































































































































































































































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