Corsica 2024: Der Südosten
11.10.2024 - Radtour nach Bonifacio
11 km zeigte uns Google Maps mit sehr starker Steigung an. Der Fahrradweg sollte neben der Hauptstraße verlaufen. Also machten wir uns mit unseren e-Bikes auf nach Bonifacio.
Unsere favorisierte Strecke war ein Reinfall. Die Straße des Sperrmülls endete für uns an einem Tümpel, in dem mindestens zwei Autos versenkt wurden. Dann kehrten wir um und fuhren die Hauptstraße. Und wir verliebten uns noch mehr in unsere Fahrräder, denn diese steilen Berge hätten wir ohne e-Hilfe nicht geschafft.
Am Fuße der Festung angekommen schlossen wir die Räder an und machten uns zu Fuß auf zur Stadtbesichtigung. Steile Treppen führten vom Hafen in die Altstadt. Immer wieder hatte man einen Blick auf die Kalkfelsen und die beeindruckende Steilküste. Die engen Gassen der Altstadt laden zum Schlendern ein. In einer winzigen Bar genossen wir einen Aperol in der Sonne. Wir waren von Bördie vorgewarnt was dieser kosten könnte. Doch wir toppten den Preis mit 13 € pro Drink noch einmal. Egal, dafür arbeiten wir schließlich auch hart.
10.10.2024 - Plage de Balistra
Die Entsorgung auf dem Stellplatz Palombaggia kostete 5 € und war eine Sickergrube ganz in der Ecke des Platzes. Nach Bonifacio waren es noch gute 30 km. Vorher war der Abzweig zum Plage de Balistra, doch leider gab es erst in Bonifacio einen Supermarkt, bei dem wir einkaufen konnten.
Der Weg zur Bucht war steinig und schwer. Den Tipp hatten wir von Bördie & Chrischi bekommen. Und es sollte sich lohnen. Das ist für mich Camping at it‘s best. Camping 1.0. Wir stehen direkt am Strand ungefähr 10 m vom Wasser entfernt. Besser geht’s nicht. Der Regen hat nachgelassen, aber es ist immer noch sehr windig. Keine Höhenbegrenzung, das ist Camping naturale, so habe ich als Kind Camping kennen gelernt.
Der stürmische Wind kam von landeinwärts. Wir parkten Karlchen so, dass wir dahinter windgeschützt sitzen konnten. Der Blick aufs Meer war der Hammer. Die Ruhe, die Sonne, die süßen herumlaufenden Hunde, das seichte Wasser, alles war perfekt bis auf den Sturm. Wir gingen sogar mal kurz ins Wasser, aber es war uns etwas zu kalt. Hier lag am Strand auch kein Müll rum, alles wirkte sehr ordentlich.
So tranken wir einen Aperol in der Sonne, lernten Bernasenne-Hündin Sira kennen und kuschelten mit ihr. Wir freuten uns einfach des Lebens, dass wir so einen schönen Platz gefunden hatten.
Camping Naturale - 10 m vom Wasser entfernt Sonnenaufgang am Plage de Balistra Glasklares Wasser am Plage de Balistra
09.10.2024 - Radtour zur nächsten Bucht
Vormittags lagen wir bei uns am Strand. Das Wetter war wieder schöner geworden - ein Mix aus Sonne und Wolken. Immer noch tobten recht hohe Wellen hier. Wir badeten trotzdem, aber so ganz war das nichts für Tanja. Deshalb fuhren wir mit den Rädern zur nächsten Bucht. Es waren nur 5 km, da ging es steil hinab. Der öffentliche Parkplatz war schon gesperrt, so dass wir durch ein Restaurant zum Strand gehen mussten. Hier war es windgeschützt und das Wasser war seicht. Das war unser Badeparadies. Am Ende stellten wir allerdings fest, dass es immer noch die Palombaggia Bucht war.
Am späten Nachmittag kochten wir uns noch ein leckeres Curry, bevor wir wieder Block Puzzle auf dem Tablet spielten, eine Art Tetris. Allerdings hat sich Tanja jetzt eine Version runtergeladen, bei der wir nicht mehr verlieren können. Hat aber zusammen echt Spaß gemacht.
08.10.2024 - Plage de Palombaggia
Heute ist mein Geburtstag. Baguette hatten wir zum Frühstück eingekauft. Nach ein paar Schauern war es gerade wieder trocken. Wir hatten beide gut geschlafen. Erstmals probierten wir den leckeren Lonzo. Nick hatte zuerst gratuliert, dann rief Matthias an.
Kurz vor Porto Vecchio stellten wir Karlchen auf einem Supermarkt-Parkplatz ab. Hier hatten schon überall die Rennställe der diesjährigen Tour de Corse Historique ihre Boxen aufgebaut. Mit unseren Fahrrädern ging es zum Hafen. Und hier war ein Zeitstopp der Rallye, deshalb kamen hier alle Autos vorbei. Sehr sehenswert. Von Porsche über Renault R5 und Simca bis hin zum Renault Alpine und Lancia Stratos war alles vertreten. Geile Karren und der Sound der 80er.
Durch Porto Vecchio schlenderten wir einmal kurz durch. Tanja kaufte sich ein Lederarmband. Die Gassen sind echt ganz süß. Auf dem Marktplatz laden nette Cafés zum Café mit Crêpes ein, aber wir konnten auf Kosten einer Pizza widerstehen. Ich hatte mir eine Reine Blanc und Tanja eine mit Burata und Pistaccio Pesto bestellt. Prädikat „extravagant“ und sehr lecker!
Wir fuhren zum bekanntesten und in der Hochsaison vollsten Strand der Insel, dem Plage de Palombaggia. Nur 200 m vom Wasser liegt der Stellplatz unter Olivenbäumen. Jeder kann stehen wie er will. Für 10 € darf man übernachten. Auch jetzt ist der Platz noch gut besucht.
Kitesurf-Wetter am Plage de Palombaggia
Es war verdammt windig. Hohe Wellen peitschten an den Strand. Kein Badewetter, aber ein schöner Strand.
07.10.2024 - Plage de Calzarellu
Wir frühstückten morgens noch mit Bördie. Chrischi ging es immer noch nicht bedeutend besser. Dann begann das Ausräumen. Ich sag nur Bördie und ihre Döschen. Naja das ein oder andere können wir ja vielleicht mal gebrauchen.
Nach der Entsorgung verabschiedeten wir uns ganz herzlich und wir fuhren weiter Richtung Süden. Unterwegs kauften wir noch Lebensmittel ein. Inzwischen ist vieles hier günstiger als in Deutschland. Wir gönnten uns sogar ein Stück Lonzo-Schinken. Das ist der einheimische Schinken hier. Und dann ging es zum Plage de Calzarellu, dessen Parkplatz in der Hochsaison durch Höhenbegrenzungen gesperrt ist. Jetzt ist alles offen.
Es war Badewetter mit 24°C. Das Wasser hatte vielleicht noch 22°C. Zweimal gingen wir baden und trockneten dann in der Sonne. Am WoMo tranken wir noch einen Aperol Spritz, bevor wir uns ein leckeres Steak Hache brateten. Gegen 18.30 Uhr wurde es dunkel. Der Regen sollte in der Nacht kommen.
Leerer Strand am Plage de Calzarellu
06.10.2024 - Camping Calamar/Prunete
Endlich konnte ich mal knapp 10 Stunden schlafen. Wir frühstückten lecker. Leider ging es Chrischi noch immer nicht besser. Es war bewölkt und wir hatten um die 20°C. Wir badeten ganz nett zu dritt. Der Wind war etwas frisch. Lange hielten wir es nicht am Strand aus. Dann gönnten wir uns einen Pastis und waren alle etwas angeschossen, bevor es mit dem Fahrrad zum Supermarkt ging. Der hatte sonntags aber nur bis 13.00 Uhr geöffnet und es war bereits 15.00 Uhr. Pech gehabt, Improvisation war angesagt.
Am Ende wurden es Spaghetti mit Calabrese und Salami/Chorizo und eingelegte Paprika. Auch wieder sehr lecker.
Unser WoMo-Lager auf dem Camping Calamar
05.10.2024 - Überfahrt nach Bastia
Es war nicht mehr so warm wie im letzten Sommer. Gegen 6.00 Uhr morgens verließen wir den Hof in Lucca. Es war noch dunkel. In knapp einer Stunde erreichten wir den Hafen von Livorno. Die Fähre sollte zwar eine Stunde Verspätung haben, trotzdem waren wir rechtzeitig dort. Am Ende hatte sie zwei Stunden Verspätung, aber egal.
Um 15.00 Uhr legten wir in Bastia an. Wir mussten im Schiffskörper drehen, um rauszufahren. Durch die Tunnel kamen wir mit dem Fahrrad hinten auf dem Träger durch. An der Hauptstraße kauften wir noch ein paar Lebensmittel in einem großen LeClerk Supermarkt ein und dann ging es zu Bördie und Chrischi. Die Ausfahrt vom Parkdeck war sehr eng. Ganz langsam versuchte ich den Bussi in der Spur zu halten. Dabei bin ich mit dem hinteren rechten Radkasten irgendwo hängen geblieben und fuhr eine Schramme in Bussi. Ich tobte und war sehr traurig. Entsprechend schlecht gelaunt kam ich am Ziel an. Ich gestand sofort mein Missgeschick.
Chrischi lag seit zwei Tagen mit Magen-Darm flach und sah auch nicht gut aus. Schnell wurde Bussi zur Krankenstation umgebaut. Mit Bördie zusammen hauten wir uns noch ein ganzes Paket Bandnudeln mit Roquefortsauce rein. Total lecker.
04.10.2024 - Lucca
Auf einem Bauernhof kamen wir unter, nachdem wir die lingurische Kurvenautobahn von Parma nach La Spezia gut gemeistert hatten. Hier konnten wir für 10 € inkl. WC und Dusche übernachten.
Blick vom Bauernhof am Rande von Lucca
Erstmals holten wir hier unsere Stühle raus und genossen die Sonne. Wir quatschten noch ein bisschen mit unseren englischen Nachbarin bis wir unseren Drink ausgetrunken hatten und duschten dann. Mit unseren e-Bikes ging es dann am Viadukt entlang nach Lucca. Leider war da irgendwann die Autobahn im Weg und wir mussten unsere Räder über eine Fußgängerbrücke tragen. Durch einen Fahrradtunnel kamen wir direkt ins Zentrum.
Radweg am Viadukt
Der erste Aperol war nicht so lecker, dafür schmeckten aber die beiden Pizzen am Piazzo. Dort erhielten wir auch die freudige Nachricht, dass die Fähren wieder fahren und der Streik in den Häfen Korsikas beendet sei. Wir waren darüber super happy! Ein leckeres Eis rundete unseren Lucca-Besuch dann ab. Auf dem Rückweg steuerten wir noch einen Superstore an. Ein irre großer Supermarkt. Auf einer anderen Route ging es dann zurück zum Bussi. Am Ende fing es sogar leicht an zu regnen. Nach dem Zähneputzen guckten wir noch Aktenzeichen XY. Dann schliefen wir schnell ein. Es war gerade mal 21.30 Uhr, doch wir mussten ja auch früh zur Fähre nach Livorno.
Spezialitätengeschäft in Lucca Der Piazzo in Lucca
03.10.2024 - Rheinfall bis Milano
Gut schlafen geht anders. Es war noch lange dunkel an diesem Morgen, denn wir starteten weit vor 5 Uhr. Die Schweizer Grenze erreichten wir so gegen 13.30 Uhr. Inzwischen war es trocken und wir machten einen Stopp am Rheinfall von Schaffhausen. Kurz vor Ablauf der Stunde Parkzeit sprintete Tini zum Kassenautomaten, um 2 CHF zu sparen. War Clemens etwa in der Nähe? Sie schaffte es rechtzeitig.
Rheinfall von Schaffhausen
Weiter ging es über Zürich durch den Gotthard-Tunnel Richtung Comer See. Immer wieder staute es sich. In vielen Tunneln gab es eine Blockabfertigung durch Ampeln geregelt. Kontrolliert wurden wir an der Grenze gar nicht. Unser Ziel an diesem Abend war es, hinter Mailand zu kommen, denn das ist immer ein Nadelöhr.
Wir fanden bei Park4Night ein ruhiges Übernachtungsplätzchen hinter einem Krankenhaus. Dort standen wir mit fünf anderen WoMos. Es regnete ziemlich doll, aber wir konnten hier ganz gut schlafen. Ein Streik auf Korsika machte uns Sorgen, denn es wurden alle Häfen der Insel bestreikt.
02.10.2024 - Auf geht’s
Feierabend, es geht los. Der VW Bus von Bördie war fertig gepackt und abfahrbereit. Gegen 16.30 Uhr sammelte ich Tanja am Berliner Tor ein. Schwups standen wir an den Elbbrücken im ersten Stau. Es sollte nicht der letzte sein. Bis kurz vor Göttingen kamen wir gut durch. Dahinter war die Autobahn schon stundenlang gesperrt und wir mussten eine Umleitung fahren. Da verfranzten wir uns allerdings und drehten eine Extrarunde. Die Nacht verbrachten wir an einem Sportplatz im hessischen Mühlbach.

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