Unterschiede Colombia - Peru

Résumé
 
Nach einer Woche Alltag war es rückblickend eine fantastische Reise mit unglaublich vielen, schönen Erlebnissen. Sowohl Peru als auch Kolumbien waren zwei sehr abwechslungs- und facettenreiche Länder. Das wichtigste ist, dass wir nicht überfallen wurden oder schwer erkrankt sind. Wir haben uns zu keiner Zeit unwohl in einem dieser Länder gefühlt, haben aber mehr als in Asien auf uns aufgepasst. 
 
Mit dem Essen gestaltete es sich eher schwierig. Wir waren noch etwas gebeutelt aus Peru, wo wir fast vier Wochen lang immer wieder Durchfall bekommen haben und bis heute nicht die Ursache dafür herausfinden konnten. In Kombination mit der Höhenkrankheit hat uns das zwar geschwächt, aber nicht vom Weiterreisen abgehalten. Das war der Grund, warum wir in Kolumbien dann nicht mehr so experimentierfreudig mit dem Essen waren.  
 
Ziemlich schnell ist uns aufgefallen, dass Kolumbien viel moderner ist. Dafür hat sich Peru viel mehr der Tradition bewahrt. Beide Länder haben uns ausgesprochen gut gefallen. Nach wenigen Tagen sind wir eingegrooved und konnten uns auf alles einlassen, was uns Schönes dort erwartete. 
 

 


 
Kolumbien:

Die Menschen sind sehr modisch angezogen. Der erste Eindruck, dass die Menschen hektischer und genervter sind, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Man wird nicht mehr so viel angesprochen, aber auch hier wird gebettelt. Man spürt schon sehr deutlich den Einfluss der USA. Auf den meist gut ausgebauten, mautpflichtigen Straßen sieht man eher neuere Autos wie Chevrolet Kleinwagen, viel Renault/Dacia und nicht wenig deutsche Kfz. Bei den älteren Fahrzeugen handelt es sich häufig um Renault, meist sieht man den R4. Aber es wird hier viel mehr Zweirad gefahren, meist kleinere Motorräder mit 125-250 ccm. Hier donnern auch viel mehr US-amerikanische Trucks über die Straßen. Die Tankstellen sind alle doppelt so groß wie bei uns. Texaco und Shell kennen wir, aber Terpel, Petromil oder Primax eher weniger. Eine Gallone Diesel kostet hier nur 9.700 Pesos, entspricht einem Literpreis von 0,61 €.

Ein klassisches Nationalgericht gibt es hier nicht. Häufig gibt es Hähnchenbrustfilet mit Soßen sowie Pommes und Reis. Pizza und Burger gibt es auch überall. Auch Nudeln mit verschiedenen Soßen findet man schnell, aber sie werden unterschiedlich interpretiert. Trinkgeld wird in Höhe von 10% auf alle Rechnungen aufgeschlagen. Zuletzt wurden wir zumindest gefragt, ob das für uns okay ist. Gebühren für Kartenzahlung werden hier oft in Höhe von 4-7% verlangt. Zum Frühstück gibt es häufig Arepas sowie Rührei, Früchte, Saft und Kakao (und das in einem Kaffee produzierenden Land). Coca gibt es hier nicht mehr.

Hier gibt es nur noch die Kombination Pharmacy/Drogerie. Dafür gibt es in jedem kleinen Städtchen ein Hospital. Laundry-Services sind eher selten. Hier gibt es Outlets und Boutiquen, sogar richtige Sportgeschäfte, in denen wahrscheinlich keine Fake-Produkte verkauft werden. Und es gibt hier mittelgroße bis große Supermärkte wie D1, Ara, Exito oder Olimpica, in denen man eigentlich alles bekommt. Die Metro in Medellin war hochmodern. Die bunten Häuser aus Guatapé verbreiten gute Laune und sind einfach super fotogen. Die weißen Kolonialstädte wirken sehr aufgeräumt und sauber.

Die Hostels sind zum Teil sehr stilvoll eingerichtet. Die Preise liegen nur etwas höher als in Peru (zwischen 25-35 € pro Nacht). Auch die Restaurants und Cafés sind teilweise richtig cool eingerichtet oder mit Graffitis verziert. Die Comune 13 ist das Zentrum der Graffiti-Kunst in Medellin. Hier sieht man gar keine Lamas mehr. Auf dem Land gibt es viele Rinder, Ziegen und Schafe.

Aus den Geldautomaten bekommen wir hier maximal 2.000.000 Pesos (480 €). Von der Davienda Bank werden uns dafür 3,57 € Gebühren pro Transaktion berechnet.

Die Kirche hat hier noch eine wesentlich größere Bedeutung. Die Menschen strömen in die Gottesdienste. Die Musik ist allerdings auch viel moderner und spricht viel eher jüngere Menschen an. Wir haben beobachtet, wie sich die Einheimischen - jung und alt - beim Vorbeifahren an einer Jesus-Figur kreuzigen. Die Religion spielt hier schon eine wichtige Rolle. Auch in den lokalen Bussen sieht man immer wieder Jesus-Bilder.

Auch Musik spielt im Leben der Kolumbianer eine große Rolle. Immer wieder hört man auf der Straße laute Musik, häufig traditionelle Lieder. Immer wieder entdecken wir die Quetschkommode darin. Natürlich hört man auch viele Salsa-Rhythmen und manchmal wird auch einfach mal getanzt. Auf jeden Fall wird überall lautstark mitgesungen, ob im Supermarkt, auf der Straße oder am Strand.
 
An den Wochenende haben wir häufig beobachtet, dass die Kolumbianer mit ihrer ganzen Familie unterwegs sind. Häufig führen die Einheimischen eine Flasche des Zuckerrohrschnapses Antioqueno Aguardiente mit sich, gern auch mal eine 1,5 Liter Flasche. Und dieser Schnaps wird pur getrunken. Wir haben ihn leider nicht probiert. 



Peru:

Landschaftlich vielleicht unschlagbar aufgrund der Höhenlage der Anden. Daran muss man sich aber erstmal gewöhnen. Die Menschen fanden wir sehr warmherzig und freundlich, ihre Hautfarbe ist deutlich dunkler. Als anstrengend empfanden wir, dass wir insbesondere in Cusco immer angesprochen wurden, ob wir im Restaurant essen wollen, Massage, Bilder, Schuhputzer, Stadtrundfahrt, buchen bzw. kaufen wollten. Für unsere Reiseplanung war es zumindest im Süden viel einfacher, sein nächstes Ziel zu bestimmen. Überall verteilt hast Du Inka-Ausgrabungsstätten gefunden.

Klassisches Essen sind das Lomo Saltado und die Lachsforelle Trucha, beides wird ebenfalls mit Pommes und Reis serviert. An jeder Ecke findest Du eine Polleria, wo gegrillte Hähnchen gegessen werden. Als Delikatesse wird gern mal Meerschweinchen gegessen. Bei Kartenzahlung wird häufig eine Gebühr von 5% berechnet. Zum Frühstück gibt es Brot mit Marmelade, Rührei, Früchte, Saft und Kaffee oder Tee. Coca wurde Dir in jedem Hostel empfohlen und gegen die Höhenkrankheit angeboten.

Pharmacys gibt es in jeder Straße zu Hauf. Und es gibt diese „Fachgeschäfte-Straßen“, also Straßen, da gibt es nur Optiker oder Fruchtgeschäfte oder Computerläden. Nichts anderes. Laundry-Services findest du auch an jeder Ecke. Sportgeschäfte gibt es nur in den großen Einkaufszentren. Auf der Straße werden vermutlich viele Fake-Produkte verkauft. Größere Supermärkte gibt es nur in den größeren Städten. Dafür findet man überall Minimarkets. An Straßenständen wird alles mögliche angeboten, von Früchten, Handtaschen, Selfie-Stäbe, Tee, Kuchen, Meerschweinchen, Schlangen-Medizin, T-Shirts, Souvenirs. Eine Metro gab es selbst in Lima nicht. Alle Strecken werden mit dem Bus gefahren.

Auf den peruanischen Straßen fahren mehr ältere Autos rum, meist Hyundai, Mazda, Toyota, kaum deutsche Kfz. Allerdings sieht man noch viele La Cucarachas, also den deutschen VW Käfer durch die Straßen gondeln. Tunnel gibt es hier so gut wie keine. Auch hier gibt es nur XXL-Tankstellen. Der Preis für eine Gallone (= 3,785 Liter) Diesel lag bei 15 Soles (= 3,66 €), entspricht demnach ein Literpreis von 0,97 €.

Die Unterkünfte waren immer sauber und fast alle Betten waren mit guter Matratze ausgestattet. Wir bezahlten pro Nacht zwischen 20-25 €.

Viele Straßenhunde waren total süß. Eigentlich sahen alle ganz gut genährt aus. Wir haben dort wenig aggressive Hunde erlebt. In den Bergen haben wir viele Alpakas, Guanakos und Lamas gesehen.

Baños gab es auch viele. Zum Teil hielten wir es sogar für ein Geschäftsmodell mit den Toiletten. Aus den Geldautomaten haben wir höchstens 700 Soles (180 €) bekommen. Bei der Bank Caja Arequipa kostete das Abheben keine Gebühren.

Auch für die Peruaner ist Musik ein wichtiger Ausdruck von Traditionen und Bräuchen. Die Panflöte spielt dabei eine wichtige Rolle. In Lima wurde zu Silvester auf einem Platz einfach mal Musik angemacht und getanzt - alle Generationen waren dabei. Wir mochten deren Musik gern hören. Und wir erinnern uns gern an den Pass vom Colca-Canyon mit der Musik von Queen (Bohemian Rhapsody).
 


 


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