Tayrona Nationalpark

Wir waren etwas unsicher. Sollten wir den Park besuchen oder nicht? Wird uns das zu voll? Werden hier die Touri-Massen durchgeschleust? Schaffen wir die lange Wanderung an einem Tag? Oder wäre die teure Bootstour doch das richtige für uns gewesen? Wo sollten wir mit unseren Backpacks hin? … wir hatten einen Plan:

Wir buchten uns vorher in ein süßes Hostel ganz in der Nähe des Haupteingangs ein und brachten dort unsere großen Rucksäcke hin. Die verlangten insgesamt 10.000 COP (2,50 €) für die Gepäckaufbewahrung. Das war vollkommen okay.

Dann ging es zurück zum Eingang und ans Ende der Schlange. Über die schlechte Organisation trotz 10 geöffneter Kassen musste ich mich erst nach 1,5 Stunden auf den letzten Metern aufregen. Aber es bringt ja alles nichts. Zu guter letzt mussten wir auch noch den High-Season-Preis von 89.000 COP (21 €) bezahlen. Abgehakt.

Vorweg: Wir wurden nicht mit dem Heli in unser Dschungel-Camp geflogen! Warum eigentlich nicht? Mit dem Collectivo wurden wir die ersten 6 km in den Park gefahren. Dort begann der Wanderweg. Zwischendurch kamen wir immer wieder an Versorgungsstationen vorbei, die Getränke, Eis oder Backwaren verkaufen wollten. Selbst die hier noch lebenden Indios hatten einen Verkausstand. Der erste Affe wartete gleich am Anfang auf uns und wollte eigentlich Geld für das Foto von ihm. Das Wassereis auf dem Aussichtspunkt war besonders köstlich. Und so kraxelten wir über Stock und Stein, bergauf und bergab, über Holzstege durch den Dschungel. Nach zwei Stunden erreichten wir endlich unseren Campingplatz. Eine schweißtreibende Angelegenheit.

Den Nachmittag des ersten Tages verbrachten wir am Cabo San Juan, dem Strand, der auf den meisten Instagram Bildern zu sehen ist. Hier fahren auch alle Boote hin. Dort wurde uns gleich mal ein 2,50 m langer Kayman gezeigt, der im Tümpel hinter dem Strand lebt. Er zog natürlich immer wieder Touristen an und zeigte zu Fototerminen auch seine stolze Gesamtlänge. So einen Koloss hatten wir beide noch nicht in freier Natur gesehen. Im Meer war kein solches Ungeheuer zu sehen und wir konnten hier traumhaft schön baden. Mit Abfahrt der Boote leerte sich der Strand auch merklich. Eigentlich wären wir gern noch etwas länger geblieben, aber wir wollten nicht die ganze Strecke zurück zum Camping im Stockfinsteren gehen. Insgesamt über 14 km wanderten wir an diesem Tag.

Den Vormittag des zweiten Tages genossen wir am Piscina Strand. Auch hier war es ein Traum zu baden. Und es war nicht ganz so voll wie am San Juan Beach. Heute schien die Sonne, deshalb legten wir uns in den Schatten. Vorsorglich hatten wir uns noch eine teure Sonnencreme gekauft, denn unsere Reserven (1 x große und 2 x kleine Flaschen Sonnencreme) hielten nur bis zum letzten Badetag und wir wollten nicht verbrennen.

Gegen 14 Uhr hieß es dann Abschied nehmen. In der Ferne hörten wir schon das Geschrei der Brüllaffen. Es soll sich laut eines Kolumbianers um Capuccino-Affen handeln. Das muss ich später nochmal recherchieren. Und da turnten sie nun in der Baumkrone herum und begeisterten uns Touristen. Das Gebrüll war wirklich faszinierend.

Wenig später stießen wir noch auf eine zweite Affenbande, die uns verabschieden wollte. Es sollen Titi-Affen gewesen sein. Diese brüllen nicht, aber sind viel zutraulicher. Und dann sahen wir in der Ferne noch ein Wasserschwein. Es war genau so ein Tier wie wir es in Minca vor unserer Haustür gesehen hatten.

Und dann näherten wir uns langsam der Collectivo Haltestelle, von wo wir wieder zum Ausgang gefahren wurden. Es waren zwei super schöne Tage im Tayrona Nationalpark und wir haben alles richtig gemacht.

Das war ein grandioser Abschluss einer phänomenalen Reise. Ich hatte vorher leichte Sorgen, ob mit meinem Herzen und Knien alles gut läuft. Ich hatte Einschlafprobleme und konnte nicht einschätzen, wie sich das auf unsere Reise auswirken würde. Es war alles perfekt. Ich hatte keine Probleme und konnte wohlig schlafen. Auch darüber habe ich mich sehr gefreut. 
 
 








 


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