Islas Providencia und San Andres

200 m entlang der Hauptstraße kurz hinter dem Flughafen türmen sich die Überreste des verheerenden Hurrikans Iota aus dem Jahr 2020 hinter einer Wellblechwand auf. Hier liegt alles was vom Wirbelsturm damals übrig geblieben, aber nicht mehr brauchbar ist. Damals wurden 98-99% der gesamten Gebäude beschädigt oder zerstört. So etwas können wir uns gar nicht vorstellen. Die Inselbewohner leben mit dieser Angst. 


Wenn man frisch auf der Insel ankommt, dann fällt einem dieses „Mahnmal“ nicht sofort auf bzw. macht man sich nicht gleich Gedanken darüber. Der Taxifahrer erwähnt auch viel lieber die leckere Eisdiele schräg gegenüber, die auch sonst noch viel Süßes zu bieten hat. 


Providencia ist klein und smart, hat zwei wunderschöne Strände mit dem Southwest Beach und dem Playa Manzanillo (Kategorie 1A), und ist mit dem Roller schnell umfahren. Es gibt neben Minimarkets drei etwas größere Supermärkte, eine Tankstelle, und ein paar Restaurants am Strand. Eine teure, mittelmäßige Pizzeria gibt es und ansonsten ist es immer nicht sicher, ob das gegoogelte Restaurant noch existiert oder aufmacht. Wir können davon ein Lied singen. 


Auch wenn unsere Unterkunft an der Hauptstraße lag hatten wir einen sehr schönen und ruhigen Aufenthalt dort. Wir waren die meiste Zeit allein und saßen häufig auf der Terrasse. Insgesamt hat uns die Insel super gefallen und vier Nächte waren auch genau die richtige Zeit dafür. 


Die große Schwesterinsel San Andres ist wirklich ganz anders. Im Hauptort ist immer etwas los, hier gibt es große Supermärkte, reichlich Duty free-Shops, stylische Restaurants, Cafés,  Bars und hupende Mopeds. Die Hauptstraße ist bis spät abends gut befahren und laut. Viel Polizeipräsenz gibt es hier. 


Nur an der Ostseite gibt es Strände. Die Westseite ist steinig und somit ein Taucherparadies. Der vermeintlich schönste Strand Rocky Cay war leider gerade von einer Algenpest geplagt. So mussten wir auf den Stadtstrand ausweichen. Hier waren nur wenige Algen. Natürlich sind auch viel mehr Touristen, meist kolumbianische, auf der Insel. An der Promenade sind auch viele Läden, wo Du Spirituosen kaufen kannst. Wir haben hier öfter mal unser Bier oder eine Cola gekauft. 


Vom Ort San Andres starten morgens auch die Boote zu den Ausflugsinseln. Hier strömen die Touristen hin, so wie wir auch. Vorgelagert liegt Johnny Cay sowie Acuarium und ein altes Schiffswrack. 


Auf beiden Inseln hatten wir uns einen Scooter vom Vermieter gemietet (16 € / 19 €). Eine Straße führt einmal herum und ist in kürzester Zeit umfahren. Helme gibt es zum Roller nicht dazu. Bis auf die Polizei trägt auch niemand einen Helm. 


Insgesamt war es ein super schöner (Bade-) Ausflug auf die Inseln, auch wenn es kein Karibik-Traum ist. Die beiden Traumstrände auf Providencia waren echt der Hammer! Der Aufwand ist allerdings sehr hoch und natürlich mit zusätzlichen Kosten verbunden. 



Reisetagebuch Südamerika 2024








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