FAZIT nach 30 Tagen Peru und Bolivien
Man darf schon nicht zart besaitet oder zimperlich sein, wenn man so reist wie wir, aber genau das macht es ja gerade aus. Wir wollen das Land und die Menschen kennen lernen, auch wenn wir ihre Sprache nicht ganz verstehen. Da ist manchmal das Wasser in der Dusche nicht warm oder das eine Licht funktioniert nicht. Darüber darf man sich hier nicht aufregen.
Bisher haben wir viele nette Menschen getroffen. Ihre Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit schätzen wir sehr. Die Peruaner sind etwas offener als die Bolivianer. Das Essen ist für uns echt zum Problem geworden. Es gibt leckere einheimische Gerichte wie Lomo Saltado oder Trucha, die Lachsforelle aus dem Titicacasee. Pizza und Burger bekommst Du meist auch noch. Es wimmelt hier von Pollerias, Hähnchen-Imbissen . Einige versuchen sich an Pasta mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal wird noch Mexican Food angeboten.
Den Verkehr und die Abgase empfinden wir als sehr kritisch. In einigen Orten sind sogar Motorbikes (Tuk Tuks) verboten. Überall wird gehupt was das Zeug hält. Der Lärm ist vielerorts sehr belastend. Die Benzinpreise an den Tankstellen werden pro Gallone angegeben. Danach kostet hier ein Liter Diesel ca. 1,05 €. Viele VW Käfer sieht man hier noch auf den Straßen, ansonsten eher Toyota, Mazda & Co.
Das größte Problem ist aber der Müll. Außerhalb des historischen Zentrums siehst Du überall auf den Straßen Müll rumliegen, der von Straßenhunden dann noch verteilt wird. Gestern auf der Busfahrt hat ein Einheimischer einfach das Fenster geöffnet und seinen Müll rausgeworfen. Geht’s noch??? Den Menschen fehlt das Bewusstsein dafür wie sie ihre atemberaubende Natur schützen! Das ist sehr traurig, aber Realität. Auch für uns ist es nicht einfach, Müll zu vermeiden, aber wir sind in diesem Punkt schon etwas weiter.
Natürlich lässt sich auch die Armut nicht verleugnen. Wir wurden häufig von Frauen mit Kindern angebettelt, die uns irgendwelche Bonbons anboten und dafür Geld haben wollten. Selbst eine Schafshirtin, deren Herde ich in den Straßen von Chivay fotografierte, wollte Geld für das Foto von mir haben und verfluchte mich als ich ihr nichts gab. Auch ältere Frauen mit Tischdecken oder anderen Handwerksartikeln betteln uns an. Von Straßenkriminalität oder Prostitution haben wir zum Glück noch nichts mitbekommen.
Schlimmer als in Asien wirst du auf der Straße von Verkäufern angesprochen, ob man deine Schuhe für 1 Soles putzen darf, du eine Massage brauchst, du was essen möchtest, Stadtrundfahrt, Souvenirs kaufen möchtest. Das ist anstrengend und nervt ziemlich schnell. Zuerst sagst du freundlich „No gracias“, aber irgendwann reagierst du gar nicht mehr darauf.
Auf dem Land und in den Vorstädten werden die Häuser nicht fertig gebaut. Meist ist die Frontfassade schick gemacht worden und der Rest bleibt unbehandelt bzw. unverputzt. Vielleicht fehlt das Geld, aber ganz sicher können die Menschen damit auch leben und stören sich nicht daran. Für uns Touristen wirkt das unverständlich.
Die Natur ist echt der Hammer! Zuerst die Wüste und jetzt die Anden. Diese weiten Landschaften ohne Straßen und Häuser voller Alpaka-Herden, die hohen Berge, die im Licht der Sonne immer unterschiedlich wirken, das ist das was ich von Peru sehen wollte. Und das ist wirklich wunderschön!
Unsere bisherigen Highlights:
- Rollerfahren im Nationalpark Paracas
- Oase Huacachina
- Colca-Canyon mit Hot Springs
- Isla del Sol im Titicacasee (Bolivien)
- Städte Arequipa und Cusco
- Das heilige Tal in Pisac
- Ollantaytambo mit Pinkuylluna
Im ersten Monat sind wir insgesamt 2.228 km in Bussen, zwei Strecken davon in Nachtbussen, gereist. Die Busse sind modern und komfortabel. Und safety first. Bisher sind die Busfahrer anständig gefahren. Die Unterkünfte waren alle sauber und die Matratzen erstaunlich gut.
Vor der Höhe hatten wir großen Respekt und das zurecht. Wir beide waren etwas höhenkrank, was bei gleichzeitiger Durchfallerkrankung nicht immer leicht voneinander zu trennen ist. Auf jeden Fall bleibt Dir viel schneller der Atem weg.
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