Corsica 2023 (5/5): Corte, Plage d'Bodri, Rothenburg o.d.T.

03.10.2023 - Geschafft nach 583 km
Ganz früh fuhren wir am Tag der deutschen Einheit aus Rothenburg los. Ich hatte acht Stunden geschlafen und war fit. Trotz super vieler Baustellen und zum Teil wirklich schlechten Straßen kamen wir gegen 14 Uhr zu Hause in Hamburg an. Karlchen hatte super durchgehalten. Jetzt mussten wir noch auspacken und sauber machen. Dann hatten wir es geschafft. Die Stimmung war nicht ganz so prickelnd. Nicht nur, dass wir beide morgen wieder arbeiten mussten, sondern auch der Herbst/Winter war jetzt im Anmarsch.


02.10.2023 - Zwischenstopp Rothenburg ob der Tauber
Die Nacht war relativ ruhig und die angekündigte Stadtreinigung war auch noch nicht zu sehen. Wir tankten noch kurz, Schluck Kaffee, und dann ab auf die Autobahn. Jetzt wurde es Richtung Mailand auch flacher. Trotz des vielen Verkehrs schafften wir es zügig zur Schweizer Grenze. Hier staute es sich etwas aufgrund einer Baustelle. Ansonsten wurden wir nicht kontrolliert.

Der Weg zum San Bernardino-Tunnel war schon noch ganz schön beschwerlich. Irgendwann hört die Autobahn auf und es führt eine gut ausgebaute Straße hoch hinauf zum Tunnel. Auch hinter dem Tunnel sind es ca. 40 km Landstraße bis dann endlich die Autobahn wieder anfängt. Dahinter sind es nur noch 120 km bis zur schweiz-österreichischen Grenze. Auch hier wurden wir nicht kontrolliert und konnten so ohne besondere Vorkommnisse nach Deutschland zurückkommen.

Unser Ziel an diesem Tag war Rothenburg o. d. T. nahe an der A7 gelegen. Als wir auf dem Stellplatz ankamen trauten wir unseren Augen nicht. Alles voll und sogar der PKW-Parkplatz war von Wohnmobilen überflutet. So einen starken Andrang hatten wir nicht erwartet. Doch mit viel Glück fanden wir ein Plätzchen, weil gerade ein WoMo davon fuhr.
 
Das Rathaus

Buntes Häuser-Ensemble auf dem Marktplatz

 

Die Altstadt ist wirklich super schön. Tolle Fachwerkhäuser, ein super schöner Marktplatz und unheimlich viele Gasthöfe und Cafés befinden sich hier. Sehr fotogen ist dieses kleine Städtchen. Leider steht es irgendwo im US-Reiseführer, so dass die Stadt nur so von Touris wimmelt. Viele Amis und Chinesen waren in Reisegruppen unterwegs. Das waren wir gar nicht mehr gewohnt. Wir ergatterten dann mit viel Glück noch einen Platz draußen im Restaurant Goldenes Lamm auf dem Marktplatz. Dort aßen wir lecker Schnitzel und Geschnetzeltes und waren total glücklich. Die Nacht auf dem Stellplatz war neben der Straße nicht ganz ruhig, aber vollkommen okay.


01.10.2023 - Rückreise über Vignole
Morgens packten wir unsere sieben Sachen zusammen, nachdem wir ein letztes Mal das leckere Baguette und die Croissants genossen hatten. Wir mussten an diesem Tag Abschied von Corsica nehmen und es fiel uns schwer. Nachdem alles startklar war badeten wir noch einmal wunderschön im Meer. Kaum ein Mensch war um diese Uhrzeit am Strand. Das Wasser war wellenlos seicht als wolle es uns wie ein Magnet nicht loslassen. Doch wir gaben uns unserer Vernunft hin, duschten uns noch ab, und dann ging es zur Fähre.

An der Fähre mussten wir einmal einen Beamten in unser Außenstaufach hineingucken lassen. Keine Ahnung, ob die nach illegalen Mitfahrern suchen. Pünktlich um 14.30 Uhr legten wir in Bastia ab. Ein mega schöner Urlaub lag nun hinter uns. Wieder haben wir wahnsinnig viel erlebt und gefühlt fühlt es sich schon super lange an, dass wir in Cinque Terre starteten. Trotzdem weht eine Menge Wehmut mit, wenn das Schiff den Hafen von Bastia verlässt. Puuh.

Es war scheiße voll auf der Autostrada Richtung Genova. Die Italiener drängelten was das Zeug hält und es war alles andere als entspanntes Fahren in diese Nacht hinein. Wir entschieden uns für eine andere Route, denn die Autobahn zwischen Parma und La Spezia ist eine echte Herausforderung. Also fuhren wir über Genua. Insgesamt schafften wir noch knapp 200 km an diesem Abend und übernachteten in Vignole auf dem Marktplatz. Es war 23 Uhr an diesem Sonntagabend und anders als in Deutschland findet das Leben hier in Italien immer noch draußen statt.


30.09.2023 - Wanderung nach L‘ile Rousse
Nach einem leckeren Frühstück mit Rührei machten wir uns auf zur Wanderung nach L’ile Rousse. Wir wußten ja vom gescheiterten Versuch, dass der Weg nicht direkt am Wasser entlang führt, sondern rechts von den Gleisen durch die Marchie.
 
Durch dorniges Geäst nach L'ile Rousse

 

Durch viel robusten Geäst führte der Weg am Berg herum. Kurz vor dem Ziel knickte Tanja mit ihrem linken Fuß um und hatte zunächst Schmerzen. Oh nein ich hatte mich in dem Moment gerade bei ihr aufgestützt. Zum Glück ging es dann nach einer Weile wieder besser und wir konnten die letzten Meter in die Stadt fortsetzen.

In der City war auf dem Marktplatz groß ein Jahrmarkt aufgebaut mit Karussells, Schießbuden und Losverkäufern. Zwischendrin gab es aber auch nette Stände mit regionalen Produkten. Wir liefen einmal um den Kirmes herum, um dann in die Fußgängerzone abzubiegen. Wir wollten am letzten Tag noch eine leckere Pizza essen gehen. 
 
Fußgängerzone in L'ile Rousse

 
Am Stadtstrand von L'ile Rousse


Und so suchte Tanja im Internet den Pizzaladen mit der besten Bewertung heraus. Von außen nicht ganz so ansprechend winkte uns ein Franzose herbei und erzählte uns, dass die Pizza wirklich lecker sei. Das überzeugte uns. Und wir wurden nicht enttäuscht! Pizza Reine Blanche und Parma waren köstlich.

Danach badeten wir am Stadtstrand von L‘ile Rousse ganz schön. Vor unserer Nase verkehrten die Fähren hin und her. Trotzdem war das seichte Wasser auch hier glasklar und wunderschön.

Um 16.50 Uhr nahmen wir den Zug zurück nach Bodri. 2 € kostete die Fahrt, aber es war ja auch nur eine Haltestelle. Anschließend verbrachten wir noch ein Stündchen bei uns am Strand, bevor es unter die Dusche ging. Das war ein super schöner letzter Tag auf Korsika. Ich liebe diese Insel, weil sie einfach so viel zu bieten hat: das Wasser, die Berge, das Klima, die Menschen, die Kontraste, die Strände. Und ich werde irgendwann wieder kommen!


29.09.2023 - Strandtag am Plage d‘Bodri
Gesagt, getan. Noch vor dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und zogen um. Gleiche Reihe nur ganz hinten. Hier hatten wir unsere Ruhe vor dem feurigen Don Carlos.

Wir erlebten an diesem Tag gewollt nicht viel, lagen dick eingecremt am Strand und badeten sehr viel im herrlich türkis-blauem Wasser. Mittags ging es für ein Stündchen mal aus der Sonne zum Melonenessen. Aber nachmittags waren wir wieder am Strand zurück. Viele Kinder waren an diesem Tag mit uns am Strand.

Abends kochten wir ganz lecker Spaghetti mit Roquefortsauce, nachdem wir unseren Sundowner ausgetrunken hatten. Ein toller Strandtag war das.


28.09.2023 - Corte und Plage d‘Bodri
Morgens löste uns Tanja aus, aber bekam kein Baguette. Also packten wir zusammen und fuhren nach Corte. In einer Bäckerei kaufte Tanja das leckerste Baguette des Urlaubs. Auf einem sehr neuen Parkplatz frühstückten wir, bevor es zur Stadtentdeckung ging.
 
Die Zitadelle von Corte

 

Es ging gleich steil eine unebene Treppe zur Zitadelle hoch. Von hier besuchten wir den Altstadtkern von Corte. Sehr süß ist dieser alte Kern. Am Ende belohnten wir uns mit einem Crêpes und einem Cappuccino/frischen O-Saft. Dann ging es weiter Richtung L‘ile Rousse. 
 
Die Altstadt von Corte


 

Wir wollten die letzten Tage nochmal das herrliche Wetter ausnutzen und viel am Strand verbringen. Deswegen zog es uns nochmal an den Plage d‘Bodri. Eingekauft, eingecheckt, und ab zum Beach. Nach dem Strand zogen wir mit dem WoMo nochmal um, weil der Gestank der Entsorgung einfach nicht auszuhalten war.

Wir landeten zwei Reihen höher zwischen einem bärtigen Siebzigjährigen mit hässlichem Kampfhund namens Oscar und einem Ehepaar mit einem alten Golden Retriever. Beide grüßten uns ganz nett und gaben ihre Kommentare zu Tanjas Wäscheleinen ab. Aus dem WoMo des Alten erschien noch eine etwas jüngere Frau.

Wir grillten unsere letzten Schinkenwürstchen zusammen mit Hähnchenspieße zum Abendessen. Es wurde wieder gegen 19,30 Uhr dunkel und plötzlich hörten wir immer mehr den Translator unseres älteren Nachbars. Wir waren vorher fest der Meinung, dass die Frau auch deutsch gesprochen hatte. Jetzt wurde immer mehr ins Handy zum Üübersetzen rein gesprochen. Das nervt allein schon. Was war das bloß für eine Konstellation und wo hatte der Alte seine Bekanntschaft aufgerissen? Tinda oder ein anderes Dating-Portal? Dann drehte der Alte seine Musik auf. Der Wein floss bei unseren Nachbarn und mittlerweile hatte er sich auch noch etwas über seine Badehose angezogen, was seinen dicken Bauch bedeckte.

Irgendwann gegen 23 Uhr gingen wir ins Bett. Da saßen die beiden noch draußen. Immer wieder wurde der Translator benutzt, die Musik etwas lauter gedreht, und ich konnte nicht schlafen. Die sind dann gegen 2 Uhr ins WoMo gegangen und hatten dann bestimmt noch eine Stunde wilden Sex, den ich nicht hören wollte. Erst danach konnte auch ich irgendwann einschlafen. Es war für mich klar: wir mussten nochmals umziehen!
 
Das komplette Fotoalbum findest Du hier:

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