Corsica 2023: (4/5): Spelunca-Schlucht, Calanche, Restonica-Tal
27.09.2023 - Wanderung zum Lac Melo
Extra früh fuhren wir zum Parkplatz des Lac de Melo, eine Straße, die man mit dem WoMo eigentlich nicht fahren darf aufgrund von Breitenbegrenzung auf 1,90 m. Und die Straße war richtig schmal.
| Hochalpine Wanderung mit Blick auf den Monte Cinto (2.706 m) |
Nur ein Auto kam uns entgegen, ansonsten hatten wir freie Bahn. Oben kostete der Parkplatz 6 €. Wir sollten ganz am Anfang bei den Bussis parken. Von dort waren es aber zum PKW Parkplatz bestimmt noch 2 km.
| Finde den Fehler! |
Der Wanderweg war schwierig und anstrengend. Über große Steine ging es hinauf zum See. Wir hatten uns für die Westroute entschieden und das war ein Fehler. Am Parkplatz stand ein Schild mit einer Wanderzeit von 1:00 h zum ersten der beiden Seen. Wir mühten uns jetzt schon drei Stunden ab und kein See war zu sehen. Die Passage durch die Sträucher war besonders steil und gefährlich. Sicherheit geht vor, deshalb drehten wir enttäuscht um. Trotz Stöcker konnten meine Beine nicht mehr. Und wir hatten noch den Abstieg vor uns!
| Toller Ausblick auf die schroffe Bergwelt |
Vollkommen erledigt kamen wir zurück an der Bergerie am Parkplatz an und tranken dort zwei große Panache für 8 € pro 0,5 Liter Glas. Scheiß drauf, das war es wert!
Tanja kam mir mit Karlchen entgegen, weil meine Knie rumzickten. Und dann ging es die schmale Straße zurück zum Camping. Auch hier kam uns wieder ein Auto entgegen. Die Bremsen stanken als wir angekommen waren, weil sie Schwerstarbeit geleistet hatten.
Wir meldeten uns nicht an, weil wir beide fest der Meinung waren, dass die aus der Rezeption es nicht mitkriegen würden. Wir hatten zwar ein schlechtes Gewissen, aber wir waren uns unserer Sache ziemlich sicher. Bis der Campingplatzbesitzer im Dunkeln gegen 19.30 Uhr unsere Nummer, die jeder eingecheckte Gast erhält, sehen wollte. Er wollte von uns nur einen Passport und zog dann ab. Wir sind aufgeflogen und das war uns äußerst peinlich.
26.09.2023 - Valee de Restonica
Morgens badeten wir noch wunderschön am Plage d‘Arone und fuhren dann los. Eine wirklich bezaubernde Bucht ist das hier. Tolles Panorama und landschaftlich sehr reizvoll.
Auf dem Utile Supermarkt-Parkplatz telefonierten wir mit Bördie & Chrischi. Dann ging es Richtung Ajaccio, um die rote Straße durch die Berge zu nehmen. Unser Ziel war Corte bzw. das Restonica-Tal. Eigentlich wollten wir direkt am Rande von Corte auf den Campingplatz, doch der war voll. So fuhren wir direkt ins Tal hinein. Dort fanden wir in der hintersten Ecke noch ein Plätzchen für Karlchen.
| Campingplatz Tuani im Restonica-Tal |
Zum Abendessen gab es Pizza aus dem Holzbackofen zum Mitnehmen. Die war ganz lecker, aber keine Reine Blanche. Hier war es mir zum Schlafen zu dunkel, aber mit etwas Licht klappte es ganz gut.
Es war schon ein merkwürdiges Gefühl ohne Handynetz. Man kann nichts nachgucken und ist von der Außenwelt quasi abgeschnitten. Plötzlich spielt das Handy keine Rolle mehr in seinem Leben - wie ungewohnt!
25.09.2023 - Plage d‘Arone
Es ist 4.07 Uhr und ich bin seit einer Stunde wach. Wir sind gestern kurz nach 21 Uhr ins Bett gegangen und ich hab knapp 6 Stunden geschlafen. Biorhythmus durcheinander. Ansonsten konnte ich wieder ganz normal im Karlchen schlafen und darüber bin ich sehr glücklich!
In Piana kauften wir Baguette und Croissants. Dann ging es auf die 15 km lange Straße Richtung Capo Rosso. Am Ende dieser Sackgasse liegt der wunderschöne Plage d‘Arone. Dort frühstückten wir lecker, bevor es zum Strand ging. Das Wasser war heute ruhiger und die Wellen nicht mehr so hoch. Wir badeten viel im herrlichen Wasser mit Bergpanorama. Es war leicht windig, so dass man wirklich mit der Sonne aufpassen musste, auch wenn wir uns reichlich eincremten. Das war ein super Sonn- und Badetag genau nach unserem Geschmack. Und die Gegend hier ist dann auch noch so traumhaft schön. Das war auch der Grund warum wir das WoMo nur kurz umparkten und entschieden, die Nacht hier zu bleiben.
| Traumstrand Plage d'Arone |
| Unser Übernachtungsplatz am Plage d'Arone |
Nachmittags zog es uns ein zweites Mal zum Strand. In der Abendsonne genossen wir diesen Strandtag noch einmal ausgiebig. Dann ging es zu Karlchen zurück, wo uns ein neuer Nachbar aus Lübeck begrüßte. Heute gab es Steak Hache mit Champignon-Zwiebel-Gemüse und gerösteten Kartoffeln. Danach folgte eine Außendusche.
Und dann erhielt Tanja noch die schreckliche Nachricht von Marie, dass Thorsten wieder in Lebensgefahr schwebe und auf der Intensivstation liege. Er hat jetzt eine Lungenentzündung und eine Blutvergiftung. Oh man was zieht dieser E-Bike-Sturz bloß alles nach sich? Hoffentlich wird er überhaupt nochmal wieder vollständig hergestellt werden können. Echt total heftig!
Und plötzlich plagen mich wieder Einschlafprobleme. Die ganze Woche hatte ich super einschlafen können. Vielleicht lag es an der Dunkelheit. Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen.
24.09.2023 - Gorges de Spelunca u. Calanche
Morgens schmissen wir unsere Pläne wieder um und packten unsere sieben Sachen zusammen. Wir bezahlten die 19 € Übernachtungsgebühr und entsorgten das WoMo. Dann ging es zum kleinen Carrefour nach Porto.
Der Weg nach Ota, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung in die Spelunca-Schlucht, war machbar. Im Ort wurde es zweimal verdammt eng. Am Fußballplatz konnten wir dafür aber entspannt parken. Schuhe an, Stöcker raus, und los ging es. Am Bach der Ponte Veccio ging es Richtung Evisa. Die Bergkulisse und das Panorama waren der Hammer! Die Wanderung führte in die Schlucht hinein, gesäumt von den steilen Felswänden. Das war schon mit dem blauen Himmel zusammen beeindruckend. An der Ponte Zanglia, einer zweiten Genueserbrücke, hatten wir unser Ziel erreicht. Hier machten wir eine etwas längere Pause und Tanja steckte sogar ihre Füße in das kalte, glasklare Bachwasser. Dann ging es zurück. Insgesamt waren wir drei Stunden unterwegs. Schöne, kleine Wanderung!
| Die Spelunca-Schlucht |
| Genueserbrücke Ponte Zanglia |
Wir fuhren nach Porto zurück, wollten dort am Strand noch beachen, doch zum Baden waren die Wellen zu hoch. Also sonnten wir uns nur. Gegen 16.30 Uhr verließen wir den Strand, fuhren mit den Fahrrädern auf den Campingplatz Municipal zum Duschen, um dann mit Karlchen in die Calanche zu düsen. Illegales Duschen … aufregend!
Wo war bloß die Calanche? Lange Zeit fragten wir uns das, doch dann leuchteten uns die roten Felsen in der Abendsonne an. Das sah toll aus, sehr fotogen und machte plötzlich das Gefühl von entspannter Rushhour was den Verkehr anging.
| Die Calanche |
Am Rande der Calanche fanden wir einen Übernachtungsplatz an einer kleinen Kapelle, wo schon ein Berliner WoMo stand. Wir gesellten uns dazu und verbrachten hier einen netten Abend mit Ravioli mit Erbsen, Schinken in Knoblauch-Tomatensauce. Lecker, aber um 21 Uhr gingen heute Abend bei uns schon die Lichter aus.
Das komplette Fotoalbum findest Du hier:
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