UK-03 | Cornwall

Schmale Straßen mit hohen Hecken verbinden die Orte im äußersten Südwesten Englands. Von unserem Basislager in Mousehole konnten wir mit dem Coaster, dem Doppeldeckerbus für 5 Pfund den ganzen Tag lang über das Land fahren, hop on, hop off. Das war eine super Möglichkeit, um hier nicht mit dem WoMo die engen Straßen festzufahren. 

Ich fand Cornwall wirklich beeindruckend schön. Natürlich hatten wir goldenes Wetter und kaum eine Wolke am Himmel. Was uns damals an der französischen Atlantikküste noch störte, war hier sensationell schön: die weiten Sandstrände bei Ebbe - phänomenal. Wenn dann das Wasser kommt, sieht alles plötzlich ganz anders aus. Bestes Beispiel ist der Strand von Sennen, an dem wir nur vorbei gefahren sind. Vormittags bei Ebbe sah der wirklich unschlagbar schön aus. Nachmittags war der Strand überhaupt nicht mehr spektakulär.

Der Hafen von Port Isaac

 

Hier findest Du alle Fotos im Überblick: 

Fotogalerie Cornwall / England 2023 

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Sa. 10.06.2023
Bramsche - unsere Rückreise
Nur wenige Kilometer von Dover übernachteten wir in Hawkinge. Mit uns stand dort ein Franzose, ein Engländer und später kam noch ein deutsches WoMo dazu. Morgens um 7 Uhr stellten wir uns den Wecker. Über Lidl fuhren wir zum Hafen von Dover. Die Zollabfertigung dauerte lange, auch wenn wir gar nicht kontrolliert wurden.

Die Fähre war wieder nicht voll. Nach zwei Stunden erreichten wir Dunkeruque. Hier war es heiß, fast 30 Grad zeigte das Thermometer an. Wir kauften noch leckeres Baguette und Kochschinken im Carrefour ein und ab ging es auf die Bahn.

Tanja übernahm das Steuer, denn die Wärme machte mir ernsthaft zu schaffen. Kurz hinter der deutschen Grenze machten wir eine längere Rast und aßen ganz lecker Schnitzel/Ofenkartoffel, nachdem wir Karlchen auftankten. Danach kamen wir noch bis kurz hinter Osnabrück nach Bransche, wo es einen kostenlosen Stellplatz inkl Entsorgung vor einem Schwimmbad gab. Es war nur viel zu warm in dieser Nacht.



Fr. 09.06.2023
Hawkinge (Parkplatz)
Gegen 8.30 Uhr wachten wir auf. Es war noch immer erstaunlich ruhig auf diesem Parkplatz. Wir frühstückten unser letztes Baguette und dann ging es ab nach Canterbury. Tanja hatte einen Park&Ride rausgesucht, der eine Entsorgung hat und von wo man direkt mit dem Bus ins Zentrum fahren kann. Alles im Ticketpreis von 4 Pfund inkludiert. Super klasse.

Canterbury hat einen Altstadtkern um die Kathedrale herum, der wirklich sehenswert ist. Der Rest ist Fußgängerzone. Hier soll eine Sequenz von Harry Potter gedreht worden sein. In einem netten Pub tranken und aßen wir zu Mittag. Dann ging es weiter nach Folkestone.
 
Die City von Canterbury

 

Hier parkten wir am Hafen. Das war eigentlich ein ganz schöner Ausblick auf die Kreidefelsen. Als wir dann aber die Tür öffneten pfiff uns der Wind nur so um die Ohren. Wir schlenderten hinauf ins Zentrum durch ein Künstlerviertel hindurch. Schöne alte Häuser säumte diese Gasse. Total ansprechend finde ich die Außenwerbung der meisten Geschäfte. Die Bookseller-Stores sind neben den Pubs am auffälligsten. Es gibt Schallplatten-Läden und Katzencafes. In verschiedenen Convenience-Stores versuchten wir noch einen UK-Aufkleber zu finden. Keine Chance.
 
Mitten in Folkestone

 

Zurück wollten wir den alten Zahnrad-Lift nehmen, doch dieser war defekt. Schade um diesen historischen Fahrstuhl. Dann kehrten wir zu Karlchen zurück und fuhren schnurstracks zu unserem Übernachtungsplatz nach Hawkinge. Hier kochten wir ganz lecker Penne Gorgonzola und begrüßten noch einen ankommenden Engländer.



Do. 08.06.2023
Wye bei Ashford (Parkplatz)
Nun hieß es Abschied nehmen von Cornwall. Wir haben mal wieder unglaublich schöne Dinge und Orte gesehen und entdeckt. Meine Schlafprobleme haben mir ein wenig den Erholungswert genommen. Ansonsten hat mir Cornwall super gut gefallen. Ich wollte immer mal in diese Gegend und jetzt hat’s geklappt.

Diese Küstenregion ist atemberaubend. Immer wieder bringt Dich die Steilküste zum Atem anhalten. Tolle Ausblicke und super süße Fischerdörfer findet man hier. Satt grün ist diese Gegend und auf jeder Steinmauer wächst diese wunderschöne lila Pflanze. 
 
Die Bucht von Tintagel

 

Wir verließen nach einem ausgiebigen Frühstück mit Baguette Tintagel in Richtung A30 nach Exeter. Und wir kamen an einem Ort vorbei, der total süß aussah und trotzdem ließen wir ihn links liegen: Bocastle. Dann ging es auf die Schnellstraße. Über Exeter erreichten wir nachmittags Salisbury, eine Kleinstadt mit riesiger Kathedrale und den berühmten Steinen in der Nähe. Hier fanden wir schnell einen citynahen Parkplatz, um die Stadt zu erkunden.

Die Kathedrale war riesig. Die 11 Pfund Eintritt sparten wir uns als Kulturbanausen mal wieder. Dann ging es Richtung Market place, wo wir noch ein Bier im Pub tranken. Kurze Lagebesprechung. Dann entschieden wir noch weiter zu fahren, um morgen noch den ganzen Tag zu haben. Tanja wechselte mich sogar ab und fuhr auf der Autobahn weiter. Jetzt machte sich mein Schlafdefizit bemerkbar.

Bis Wye bei Ashford kamen wir noch. Ungeplant stellten wir uns hier einfach auf einen öffentlichen Parkplatz zwischen die Anwohner. Wir schmierten uns noch ein Baguette und dann ging es auch schon ins Bett. Ich konnte sogar einigermaßen gut schlafen.



Mi. 07.06.2023
Tintagel (Parkplatz)
Ein paar wenige Stunden konnte ich morgens dann doch noch schlafen. Wir frühstückten noch in Ruhe und fuhren dann mit unseren Fahrrädern nach Port Isaac. Bis zum Abzweig in den Ortskern rollten wir auf unseren Rädern bergab. Dann ging es zu Fuß den Berg hinab. Und dann lag vor uns so ein süßer Ort. Ein bezauberndes kleines Fischerdorf entdeckten wir hier zwischen den Klippen. Der kleine Hafen war super fotogen. Wir schossen unsere Bilder und wollten dann noch einen Kaffee im lauschigen Café, das wir auf dem Hinweg schon entdeckt hatten. 
 
Blühende Pflanzen in Port Isaac

 

Hier probierte Tanja auch die Spezialität Cornish Cream Tea, ein Brötchen mit Cream & Marmelade, aber bitte „Jam first!“. Das war ganz lecker. Dann gingen wir zurück zu den Fahrrädern und radelten mit Absteigen über den Berg zu unserem Farm Camping.



Di. 06.06.2023
Port Isaac (Farm Camping)
In den Morgenstunden konnte ich noch ein paar Stunden schlafen. Dann ging es nach Wadebridge, um von dort den Camel Trail nach Padstow zu fahren. Der Radweg war eine ehemalige Bahntrasse und deshalb auch so gerade. Nur ca 5 Meilen waren es. In der Mitte gab es sogar noch ein Café. Der Weg führte unmittelbar am River Camel entlang. Durch die Ebbe war kaum Wasser im Fluss. Trotzdem sah die Landschaft nicht trist aus.

Mittags erreichten wir Padstow. Das Hafenbecken war geschlossen, so dass hier noch alle Boote trotz Ebbe im Wasser schwammen. Buntes Treiben herrschte hier. Auf der gegenüberliegenden Seite entdeckten wir sofort das Fotomotiv unserer ADAC Karte. Bei einem Bier/Cider im Pub beobachteten wir die Menschen. Auffällig viele Hunde führen die Briten mit sich. Und ich hätte ehrlich gesagt mehr Tattoos erwartet.
 
Padstow

 

Wir verbrachten eine Weile in diesem schönen Örtchen und schlenderten durch die Seitenstraßen. Zum Abschluss aßen wir ganz unlecker fettiges Fish & Chips bzw. einen Burger am Hafenbecken. Darüber ärgerten wir uns richtig. Danach sind wir zu unseren Fahrrädern gegangen und wieder zurück gefahren. Gefühlt hatten wir schon wieder Gegenwind und es ging ständig leicht bergauf.

Räder aufladen, Baguette bei Lidl eingekauft, so ging es auf unseren nächsten Farm Camping in der Nähe von Port Isaac.



Mo. 05.06.2023
Kurz vor Padstow (Farm Camping)
Heute stand St. Agnes auf dem Programm. Das lag ca. 40 km von Penzance entfernt und ist über die Landstraße A30 gut zu erreichen.

Der erste Parkplatz war unser. Es war nicht voll und alles war entspannt. Ganz süß war der Ort. Ein Hotel, ein Schlachter, Kirche, Geldautomat, zwei Cafés, ein Souvenirladen. Allerdings wollten wir auch die spektakuläre Küste dieses einstigen Bergbauörtchens sehen. Wir fanden den Weg zum Beach nicht und fuhren deshalb mit Karlchen runter. Es hatte sich total gelohnt. Ein wahnsinnig schöner Strand lag bei Ebbe vor uns. Anschließend tranken wir noch ein Rattler im Café, bevor es dann mit Karlchen weiter ging.
 
Pub in St. Agnes

Die wunderschöne Bucht von St. Agnes

 

Newquay mieden wir, da es uns viel zu groß und modern erschien. Auf einem Farm Camping kurz vor Padstow stellten wir uns hin. Der Platz kostete 20 Pfund ohne Strom, aber dafür mit direktem Zugang zum Strand. Die Bäuerin kassierte ziemlich früh ab. Erst danach gingen wir zum Strand. Das Wasser war gerade am Zurückgehen. Die Steilküste ist hier immer noch total sehenswert. Das Meer sieht bei dem Wetter so einladend aus ist aber mit 13 Grad echt noch frisch.



So. 04.06.2023
Mousehole - Tag 3
Sportlich begann dieser Tag ohne Schlaf. Ganz ohne Schlaf. Wir taperten wieder zum Bus Stop. Diesmal nahm uns ein unfreundlicher Busfahrer mit. Los ging es nach Penzance. Hier mussten wir umsteigen, um nach St. Michael Mount zu kommen. Es handelt sich dabei um eine Insel mit einem Castle, die man bei Ebbe zu Fuß erreichen kann. Auch das Örtchen Marizion war ganz nett. An der Hauptstraße waren neben einer Pharmazie noch ein paar kleine Geschäfte und ein Pub.
 
Insel St. Michael Mount

 
 
Wir nahmen von hier aus den nächsten Bus nach St. Ivers. Dies war ein etwas größerer Ferienort mit vielen Cafés und Restaurants. Hier schlenderten wir die ganze Promenade hinunter und bestaunten diesen unwirklichen Anblick des Hafens ohne Wasser bei Ebbe. Alle Boote lagen auf dem Trockenen. Ein bisschen Endzeitstimmung hatte das. Bis zur Hafenmauer gingen wir. Das Wasser war hier türkis-blau. Hinter uns trainierte einer Kunststücke mit seinem Fahrrad. 
 
St. Ivers bei Ebbe

 

Nach einem Päuschen vor der Cintra Seafood Bar ging es weiter durch den Ort.In den netten Gassen gab es neben vielen Bäckereien auch kleine Läden, die zum Shoppen einladen. Wir kauften uns ein frisches Brot und wurden dann von einer Möwe vollgeschissen, aber das bringt ja vermutlich Glück.

Und abends konnte ich zum Glück gleich einschlafen. Mit kleinen Unterbrechungen schlief ich fast zehn Stunden. WOW.



Sa. 03.06.2023
Mousehole - Tag 2
Oh Wow! Ich konnte 8 Stunden durchschlafen und bin darüber doll glücklich. Und viel fitter als an den Morgenden zuvor.

Heute ging es für nur 5 Pfund für eine Tageskarte mit dem Doppeldecker (Lands End Coaster) durch Cornwall: Lands End, St. Just, Porthcurno, Sennen. Hierbei lernten wir Axel und Johanna aus der Schanze kennen. Beides Künstler, er Musiker und Fotograf, sie töpfert Tonfiguren. Aber es war wirklich interessant, so dass wir die beiden nach St. Just begleiteten und mit Ihnen noch einen Kaffee/Tee tranken. 
 
Marktplatz von St. Just

 

Dann machten wir uns auf zu den Minen von Botallack, ein inzwischen denkmalgeschütztes Areal einstiger Bergbaugeschichte. Hier wurden bis 1914 Minerale wie Zinn abgebaut. Es sind meist nur Ruinen noch zu sehen. Ein Turm ist noch gut erhalten und im Wasser sind noch zwei Maschinenhäuser zu finden.
 
Die Minen von Botallack

 

Das Wetter ist nach wie vor gigantisch. Überwiegend haben wir wolkenlosen blauen Himmel. Alles bei an die 20 Grad. Und dann ging es mit dem Bus zurück und wie es so sein sollte stiegen Axel und Johanna in St. Just in denselben Bus wieder ein. Wie konnte es nur anders sein im Rosemunde Pilcher-Land?

Es ist 4.16 Uhr und ich hab immer noch nicht geschlafen. Ich hatte so gehofft, dass ich jetzt ganz normal einschlafen kann, aber denkste. Grrrrrh. Gleich wird es hell und die Nacht geht zu Ende.

5.18 Uhr: ich habe immer noch keine Sekunde geschlafen und bin vollkommen fertig. Ich weiß nicht was sich in meiner Psyche abspielt und vor allem was ich zum Einschlafen machen kann. Ich bin echt verbittert. Vielleicht beruhigt mich der Kaffee.



Fr. 02.06.2023
Mousehole (Sportplatz Camping)
Eigentlich wollten wir ein paar Tage in Penzance unser Basislager aufschlagen, um von dort mit öffentlichen Bussen die Gegend zu erkunden. Doch dieser Campingplatz am Kreisel hatte noch gar nicht auf. Kurzerhand fuhren wir weiter nach Mousehole. Dort begrüßte uns Tony gleich ganz freundlich und hieß uns willkommen! Der Platz war direkt neben einem Cricketfeld und es fühlte sich wie auf einem Handballturnier an. Die Engländer sind viel mit großen Zelten unterwegs.

Nachmittags gingen wir noch runter zum Hafen von Mousehole. Total süß und zauberhaft ist es hier. Es gibt eine sehenswerte Kirche und angeblich den ältesten Pub Englands, das Ship Inn. Hier trifft sich Jung und Alt, Kind und Kegel, Männer und Frauen mit Kindern und Hunden, wirklich alles ist dabei.

Jugendliche springen mit Neoprenanzug von den Stufen ins Hafenbecken. Bunte Fischerboote liegen vor einem tollen Häuserensemble und werden von der Abendsonne angestrahlt. Im Pub tranken wir noch einen Drink, bevor wir uns auf den erschwerlichen Rückweg bergauf machten. Tanja hätte gern noch Livemusik gehört, aber wir hatten beide Hunger und wollten noch kochen.
 
Hafen von Mousehole

 

Es gab heute Abend Nudeln mit Pesto und dem restlichen Gemüse. Die Abendsonne schien noch etwas in Karlchen rein. Wir wollten zwar nicht draußen essen, aber wir hätten noch locker draußen sitzen können.

Erstmalig hatten wir hier Wifi. 20 Pfund kostete der Campingplatz ohne Strom und hatte alles was wir brauchten.



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