Jahresfrust 2022

Kennt das vielleicht jeder? Das Jahr neigt sich dem Ende, Weihnachten ist mit all den Leckereien durch und Du fragst Dich, was kommt jetzt eigentlich? Schnell macht sich Frust breit, weil Du weißt, dass jetzt alles wieder von vorne beginnt. Die viele Arbeit, der Stress, das Gefangensein von der Arbeit, die Abhängigkeit davon, die Mutlosigkeit, etwas Gravierendes zu verändern und in den Sack zu hauen, die Dunkelheit und der Winter, die schlechte Stimmung im Land, die schlechte Laune Deiner Mitmenschen, die familiäre Zerstrittenheit, das Desinteresse Deiner Freunde an Deinem eigenen Leben, das egoistische Treiben unserer Gesellschaft, das fehlende Kümmern-Syndrom unter Freunden mich eingeschlossen, das überzogende Kümmern-Syndrom bei Verliebten, das Zuschütten eines Neugeborenen durch dessen Omas als Challenge.


 

Die Welt ist doch verrückt und manchmal ganz schön schlecht. Immer noch führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Menschen flüchten und werden vertrieben. Dort ist man froh, wenn man im Trockenen noch Heizung und Strom hat. Wir sitzen hier und klagen über erhöhte Energiekosten. Wir sind mitten in einer Rezession. Die Inflationsrate steigt ins Zweistellige. Die Preise für Lebensmittel steigen um über 21%. Und mein Arbeitgeber wird mir keine Gehaltserhöhung von 20% oder mehr anbieten. Trotzdem geht es uns noch richtig gut und wir können uns das alles noch leisten. 

Das Jahr 2022 war eher ein schönes Jahr. Endlich wieder einigermaßen Corona-frei. Wir haben zwei super schöne Urlaube mit Norwegen im Juni und Griechenland im September gemacht. Am 13.02.2022 hatte Tanja ihren Fuß beim Wandern gebrochen und Flunkie war geboren. Bis heute hat sie etwas davon und ich erinnere mich noch genau daran, als wir zu Ostern ein paar Tage an der dänischen Grenze in Handewitt Urlaub machten und es mit Krücken durch Sønderborg ging. Dann war da noch das Johannes Oerding-Konzert in der Lübecker Gollan-Werft, unsere Tour de Mölln, bei der wir ausnahmsweise vorzeitig abreisten, unser Holland-Trip nach Utrecht und Umgebung, unsere Firmen-Jubiläumsfeier in Leipzig, Margots Abschied in den Ruhestand, und die Weihnachtsmärkte, die wieder öffnen durften.

Und was hat mich geärgert und genervt im Jahre 2022? Die Gebührenerhöhung für den WoMo-Stellplatz in Niendorf, die Wird-sich-schon-von-alleine-regeln-Einstellung meines Vaters als Moritz noch lebte und er in Serbien war, dass ich eines Tages vorm Büro in Winterhude abgeschleppt wurde, die Panikattacke in der Nacht nach der Tour de Mölln, das Blaumachen von Freunden und Bekannten, und die abermals fehlerhafte Nebenkostenabrechnung unserer Vermieterin. Und dass Freunde nicht einmal in einer ruhigen Minute fragen können, wie es mir geht und was mich in meinem Leben so umtreibt und beschäftigt.   

Und jetzt planen wir schon wieder das nächste Jahr. Zwei Haupturlaube und ein paar Wochenenden mit Karlchen, im Winter und im Herbst ein verlängertes Wochenende. Reicht uns das wirklich oder suchen wir nach der ganz großen Freiheit?       

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