Wanderung 51: Unfall an der Trave
Alles begann ganz harmlos. Wir parkten unser Auto in Wolkenwehe bei Bad Oldesloe, um einen Rundweg an der Trave zu bewandern. Schon nach ein paar Metern riet uns ein Pärchen wieder umzudrehen, da die Wege vom Dauerregen der letzten Tage überflutet wurden. Und so konnten wir nicht den Weg "Zur grünen Brücke" ins Brenner Moor folgen, sondern mussten zwangsläufig Richtung Kloster Nütschau marschieren.
Als erstes versperrte ein umgekippter Baum den Weg, dann passierten wir die Holzbrücke. Auf den Weiden grasten hier viele schottische Hochlandrinder. Nach knapp 3 km erreichten wir das Kloster Nütschau, das nördlichste deutsche Kloster. Dahinter machten wir kurz Rast und gönnten uns einen warmen Tee mit Salami-Sticks und Kräcker. Zwei kleine Seen konnten wir danach im Wald entdecken. Der eine war der Teufelssee.
Danach bogen wir links ab und kamen wieder aus dem Wald. Der Weg wurde matschiger, rechts trennte uns ein Stromzaun von der grasbedeckten Weide. Es wurde immer rutschiger in dieser Matschrinne und auf der Hälfte ereignete sich dann der große Schock:
Tanja rutschte aus, knickte mit ihrem rechten Fuß um. Der Fuß rückte nicht mehr in die Ausgangsposition zurück und stand ab. Das hatte nichts gutes zu heißen. Unter großen Schmerzen hievten wir sie auf die Parkbank. Wir beide standen unter Schock. Ihr Fuß stand immer noch unnatürlich ab. Wir überlegten was wir jetzt machen können. Ich suchte als erstes ein Stock, an dem sie sich hätte abstützen können. Doch das alles machte keinen Sinn. Ich konnte sie auch nicht stützen und wir wußten nicht einmal wie weit es zur Straße oder zum Auto war.
Zum Glück trafen wir dann ein ortskundiges Pärchen. Nach ca. 20 Minuten riefen wir den Rettungswagen an, der gleich mein Handy ortete. Das Pärchen nahm die Sanitäter an der Straße in Empfang. Nach einer weiteren Viertelstunde trafen die beiden Sanitäter am Unfallort ein. Sie gaben Tanja ein Schmerzmittel per Infusion und versuchten dann, ihren Fuß noch einmal in die Ausgangsposition zurückzuführen. Zu viert transportierten wir Tanja dann auf einer Liege ca. 400 m über die Weide zum nächstgelegenen, befestigten Weg, wo die Transportliege des Rettungswagens auf uns wartete. Von dort wurde Tanja dann noch ca. 600 m zum Rettungswagen geschoben.
Ich ging mit dem Pärchen noch mit zum Rettungswagen. Wir hatten die ganzen Utensilien der Sanitäter in der Hand oder als Rucksack auf dem Rücken. Tanja wurde dann ins AK Bad Segeberg gefahren und ich ging mit dem Pärchen zusammen zurück zum Auto. Die beiden wohnten in Wolkenwehe und ich ließ mir noch die Handynummer von Celine geben.
Im Krankenhaus berichtete mir der diensthabende Arzt, dass das Sprunggelenk mehrfach gebrochen ist und er noch einmal versucht habe, den Fuß wieder in die Ausgangsposition zu bringen. Die Auswertung eines Röntgenbildes stand noch aus, aber wenn der Fuß noch immer nicht in der Ausgangsposition war, dann hätte man an diesem Abend noch operieren sollen, um den Fuß zu stabilisieren. Das Glück war aber endlich mal auf unserer Seite.
Und so bekam ich Tanja mit fettem Gips und Unterarmstützen wieder mit nach Hause. Bein hochlegen und kühlen war jetzt angesagt, aber eine OP war unumgänglich. Mindestens 6 Wochen wird sie jetzt ausfallen. Wandern ist ganz schön gefährlich!
Kurze Nachlese zum Fussgelenkbruch von Tanja:
Am 07.02.2023 ließ sich Tanja das Metall aus ihrem Fuss operieren. Aufgrund einer Wundheilstörung konnte sie insgesamt weitere fünf Wochen nicht arbeiten. Die Wunde wuchs einfach nicht zusammen. Knapp ein Jahr zuvor am 13.02.2022 ereignete sich der Unfall in der Nähe von Bad Oldesloe.

Diese Schrauben waren alle in Flunky
Kommentare
Kommentar veröffentlichen