Mosel-Tour: Abstecher Luxemburg

07.06.2021 | Vianden, Luxemburg
Die Kleinstadt im Nordosten Luxemburgs nahe der deutschen Grenze hat uns gut gefallen. Hier wird schon französischer Charme in den Straßen und Cafés versprüht. Durch den Ort schlängelt sich der Fluss Our. Oben thront die Burg Vianden auf einem Hügel. Wir parkten das WoMo nahe des Sessellifts und spazierten los. Endlich waren hier mal Menschen im Ort zu sehen. Vieles sah sonst immer so ausgestorben aus. Es war 10.30 Uhr und so langsam öffneten auch die Straßencafés. Wir nahmen die Straße zur Burg, die recht steil durch den alten Stadtkern führte. Oben angekommen entschlossen wir uns gegen eine Besichtigung und traten den Rückweg an, nachdem wir natürlich noch ein paar schöne Fotos schossen. Uns ging es irgendwie gerade nicht so gut. Wir waren betrübt und hatten im Hinterkopf, dass nun unsere Reise schon fast wieder am Ende war. Unten im Ort kehrten wir noch in eine Creperie ein und machten eine Lagebesprechung.
 
Burg Vianden

Französischer Charme in Vianden

Café und Creperie an der Brücke

Sollten wir noch in Vianden bleiben oder noch ein paar Kilometer weiterfahren? Wir entschieden uns noch nach Bad Münstereifel zu fahren. Das waren knappe 100 km in die richtige Richtung. Dort wollten wir eigentlich den Tag gemütlich ausklingen lassen. Der Parkplatz war schon sehr unsexy und das kleine Städtchen hatten sie seit 2013 zu einem Outlet-City umfunktioniert und damit vermutlich vor dem Aussterben bewahrt. So ganz wohl fühlte ich mich hier nicht. Und Tanja ging es ähnlich. Nach 7 Monaten wartete die Arbeit wieder in Hamburg auf sie. Die Gastronomie hatte wieder geöffnet. Und so kehrten wir auch Bad Münstereifel den Rücken und fuhren weiter, um noch ein paar Kilometer zu schaffen. Am Ende übernachteten wir in Ascheberg südlich von Münster ca. 300 km vor Hamburg. Auf einem Stellplatz für 3 Wohnmobile tranken wir sogar noch einen Aperol auf dem Grünstreifen hinter Karlchen. Das war dann zumindest noch ein bisschen schöner Abschluss einer wirklich spitzenmäßigen WoMo-Tour an der Mosel und nach Luxemburg. 
 
Letzte Station: Bad Münstereifel

Aus der Altstadt ein City-Outlet gemacht

 



06.06.2021 | Mullerthal-Trail, Luxemburg
Hammer! Was für eine mega tolle Wanderung? Note 1+. Dabei haben wir nur einen Teil der Route 2 + 3 des Mullerthal-Trails kennengelernt. Los ging es mit ordentlich Proviant im Rucksack direkt bei unserem Campingplatz. Der Weg führte parallel zur Straße oberhalb dicht an den Felsen entlang. Als erstes erreichten wir eine steinerne Brücke, die zauberhaft fotogen aussah und über den Schiessentümpel, einen malerischen Wasserfall mit drei Strömen in der Schwarzen Ernz, führte.
 
Steinerne Brücke mit Schiessentümpel

Der Wegweiser durchs Mullerthal

Dann folgte eine holzverkleidete Stahltreppe, die echt cool in den Felsen eingelassen war. Mit ein bisschen klettern kamen wir bald zu der einzigen Kreuzung, die wir gestern schon mit dem WoMo überquert hatten. Der Weg führte uns weiter an spannenden Felsformationen vorbei zu einem Becken, das Quellwasser aufstaute. Darunter war die Kalktuffquelle mit glasklarem Wasser. 
 
Brücken und Holzstege führen direkt an den Felsen entlang

Kalktuffquelle

Über einen langen Holzsteg ging es weiter durch die wunderschöne Natur. Das waren schon auf den ersten Kilometern absolut sehenswerte Highlights. Weiter ging es durch einen Wald, wo wir später zu einem Teich mit ganz lauten Kröten kamen. Hier wirkten die Felsen wie die Häuser von den Tieren. Viele Bäume waren hier abgeholzt und somit die Felsvorsprünge freigelegt. Wir fragten uns, ob auch hier der Borkenkäfer den Wald zerstört.

An Feldern vorbei kamen wir zur Landstraße E29, der wir ca. 1 km folgen mussten, um dann durch den Ort Altrier zu marschieren. Schnell schoben wir unsere Illusion, dass es hier einen netten, geöffneten Biergarten gäbe, wieder zur Seite. Es gab nichts. Auf der anderen Seite des Ortes führte ein Weg wieder ins Mullerthal hinein. Hier stand am Eingang ein imposanter Baum, vermutlich eine uralte Eiche.
 
Alte Eiche: Eingang ins Mullerthal in Altrier

Es gibt zwei Wege durch's Tal. Unten der Weg für Radfahrer und Fußkranke. Oben der Mullerthal-Trail für Wanderer und Abenteurer. Natürlich entschieden wir uns für das Abenteuer.

Der Weg führte uns zum Kuelscheier, einer Gruppe von Felsspalten, die nach oben hin geschlossen und deshalb so dunkel und schmal sind, dass wir unseren Rucksack abschnallen mussten, um da durch zu passen. Wir brauchten die Taschenlampen unserer Handys, um ins Stockfinstere zu leuchten. Das war Nervenkitzel pur und ganz schön unheimlich. Den einen Felsen mussten wir noch über eine ganz steile Leiter besteigen. Aber damit nicht genug. Es ging weiter mit dem Rittergang und Déiwepëtz, ebenfalls zwei Felspassagen, durch die wir durchkletterten. Wahnsinn was hier die Natur schuf. Ein spektakuläres Highlight dieser Wandertour. Echt super cool. 
 
Erste Felsspalte geschafft: Kuelscheier

Déiwepëtz - Felsspalte zum Durchschlüpfen

Die letzten beiden Kilometer wanderten wir abseits von der Hauptstraße durch den Wald, um zu unserem Campingplatz zurück zu kommen. Nach knapp über 17 km hatten wir es geschafft. Erschöpft, aber total glücklich grillten wir noch lecker und ließen den Abend gemächlich ausklingen. Das war schon wieder ein toller Tag!



05.06.2021 | Luxemburg
Okay es fährt nicht jeder Bus direkt ins Zentrum. Tanja änderte allerdings erst ihre Meinung als wir gefühlte 10 km mit der Linie 7 in Hamm-Cents strandeten. Also wieder zurück mit der 29 und am Gare Central aussteigen. 
 
Die Altstadt von Luxemburg

 
Danach entdeckten wir Luxemburg auf unsere Art und Weise, gingen den Rundgang, der uns von der Touri-Info empfohlen wurde. Erst ging es durch die Altstadt an Palästen und altem Gemäuer vorbei zum Schokoladenhaus, wo wir vom leckeren Kuchen aufgehalten wurden. Es war zwar bewölkt, aber gerade trocken und bei 17°C war das angenehm für eine Städtetour. Dann folgte die imposante Stadtmauer mit Kasematten, dem Wahrzeichen Luxemburgs. Von hier hatten wir einen tollen Blick auf das Stadtviertel Grund unterhalb der Stadtmauer. In einem netten Bistro tranken wir noch ein Bier/Wein, bevor es dann einmal kurz per Fahrstuhl nach unten ging. Auch hier herrscht überall in geschlossen Räumen Maskenpflicht. Das gestrige Unwetter konnten wir an dem braunen, aufgewühlten Wasser der Alzette erkennen, die hier mitten durch die Stadt fließt. 
 
Die Kasematten von Luxemburg

Stadtviertel unterhalb der Kasematten: Grund


Bevor wir uns einmal kurz in die Einkaufsstraßen stürzten gingen wir noch zu einer Brücke, die man als Fußgänger ein Stockwerk tiefer als die Autos überqueren kann. Von hier hat man einen ganz schönen Blick in den Stadtpark. Dann ging es ins Getümmel, doch das war uns zuviel.

Zum Abschluss wollten wir noch eine Kleinigkeit essen. Aber die Wahl der richtigen Location fiel wieder super schwer. Am Ende landeten wir im Indies, einem Bio-Burger-Restaurant mit nettem Innenhof, wo wir auch ungetestet essen durften. Das war echt ganz lecker und kein Touri-Nepp. Zufrieden und glücklich satt ging es zurück zum WoMo. Zielstrebig steuerten wir auf den Campingplatz Cascade im Mullerthal zu, wo wir noch das Abblendlicht von Karlchen reparierten und noch einen schönen Abend verbrachten.

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