Neustadt/Ostsee
Am Freitag fuhren wir nach Neustadt an die Ostsee. Es herrscht ein ganz schönes Durcheinander was die Corona-Maßnahmen angeht. Im Internet lesen wir, dass Schleswig-Holstein erste Lockerungen ab Morgen beschlossen hat. Dann lesen wir woanders, dass die Lockerungen erst ab dem 17.05.2021 gelten sollen. Egal, wir brechen auf.
![]() |
| Der Hafen von Neustadt |
Erster Tipp war ein Parkplatz neben der Ancora Marina direkt an einem Windkraftrad. Wir schauten nochmal weiter und fanden den kostenlosen Stellplatz Am Binnenwasser, wo schon drei Artgenossen ihr Quartier bezogen hatten. Das war unser Nachtquartier. Nach zwei Bier/Wein bei Klüver's unter Wärmelampen hatten wir auch genug. Mit Luca-App konnte man hier in der Außengastronomie einkehren. An diesem Abend bezwang Holstein Kiel den FC St. Pauli mit 4:0 und legte damit einen Grundstein für den Aufstieg ins Fußballoberhaus.
![]() |
| Das Klüvers Brauhaus am Neustädter Hafen |
![]() |
| Echte Lebensqualität |
Am nächsten Morgen parkten wir Karlchen auf den Parkplatz am Pagodenspeicher um. Von dort ging’s zu unserer Wanderung um das Binnenwasser. Gleich am Anfang belästigten uns Schwärme von größeren Fliegen, durch die wir uns am Seeufer durchkämpfen mussten. Hier sollen sogar Seeadler auf einer Halbinsel brühten. Der Weg führte uns dann lange an der Straße entlang nach Altenkrempe, wo noch tolle, alte, reetgedeckte Häuser stehen. Hinter dem Friedhof mit Gruft kamen wir über die Gleise, an denen wir die Straße nach Links verließen. Vor uns lag eine Allee und am Ende ein Gutshof mit Herrenhaus: die Hasselburg. Hier gingen wir mittendurch und machten noch schöne Fotos. Weiter ging es an einer nicht so befahrenen Straße bis Sierhagen. Dort bogen wir wieder nach links in die Natur ab. An einem Verkausstand kauften wir noch Bärlauch-Salz. Dann kamen wir an endlosen Rapsfeldern vorbei. Toll sah das aus.
![]() |
| Gut Hasselburg |
![]() |
| Der Raps blüht |
Unter der Autobahn ging es zurück zum Binnenwasser. Auf dem Bahndamm führte parallel zu den Gleisen der Fußweg entlang. Auch hier waren zwei Kreuze direkt an den Bahngleisen aufgestellt, um an die Verstorbenen zu erinnern. Suizid? Am Ende kamen wir am Ameos Klinikum raus. Über den Bahnhof kamen wir zum Hafen und hatten dann sogar noch die Kraft, einmal durch die Neustädter Fußgängerzone hinter dem Marktplatz zu laufen. Nach über 14 km kehrten wir zufrieden zum WoMo zurück. In der Sonne genossen wir direkt am Binnenwasser ein eiskaltes Bier bzw. ein Aperol Spritz. Und dann noch eins.
Beschreibung: Neustädter Binnenwasser
Entfernung: 14,11 km
Dauer: 03:10 Stunde
Energieverbrauch: 1.552 kcal
Bewertung: 6 Pkt.
(10 Pkt. = überragende Tour | 0 Pkt. = lass es bleiben)
Nachmittags speisten wir ganz lecker im Klüver's und spazierten dann noch über die Promenade vorbei an den ganzen Yachten. Gegenüber liegt hier noch immer ein Marineschiff. Abends radelten wir noch kurz zur Ancora Marina und schauten uns die riesigen Yachten an. Hier hatten sie inzwischen auch einen Hotelklotz mit SPA-Bereich hingezimmert.
Nachts regnete es längere Zeit. Wir freuten uns ganz doll auf diesen Sonntag, denn zum ersten Mal waren Temperaturen über 20°C angesagt. Und am Samstag hatten wir noch so etwas wie 13°C. Die Kopfsteinstraße weckte mich wieder ziemlich früh. Eigentlich musste ich nicht mal mehr morgens die Heizung anmachen, doch ich tat es trotzdem. Ich kochte mir einen Kaffee und schrieb diese Zeilen für meinen Blog. Draußen ging langsam wunderschön die Sonne auf und erhitzte die Luft. Wir standen direkt am Binnenwasser mit Blick über den ganzen See.
Nachdem wir unsere Protein-Drinks verkostet hatten, ging es auf die Fahrräder Richtung Grömitz. Der Radweg bis kurz vor Pelzerhaken ist super ausgebaut und führt in zweiter Reihe - getrennt von den Fußgängern - direkt an der Ostsee entlang. Beim Ehrenfriedhof Cap Arcona mussten wir nur einmal kurz absteigen. Um die abbröckelnde Steilküste zu umfahren, bogen wir bei der Schön Klinik links ins Landesinnere ab. Dann gelangten wir nach Pelzerhaken, vorbei an dem Stellplatz und an richtig vielen Kitern und Surfern, kamen wir zurück auf den Radweg, der hier super ausgebaut war. Nächste Station war dann Rettin. Kurzer Blick auf die kleine Seebrücke und dann nahmen wir den schweißtreibenden Kampf über die Hügel nach Brodau auf. Beim Gut Brodau bogen wir nach rechts ab und fuhren auf Bliesdorf zu. Dort mussten wir die B 501 überqueren, um uns dann an den vielen monstergroßen Windkraftanlagen durch Rapsfelder nach Grömitz zu schlängeln.
![]() |
| Ehrenfriedhof Cap Arcona |
![]() |
| Gut Brodau |
In Grömitz waren die meisten Restaurants noch geschlossen. Eine komische Stimmung herrschte hier. Im Hofbräuhaus wechselten wir so häufig den Tisch bis wir in Pole Position an der Promenade saßen. Die Sonne schien uns hier mitten ins Gesicht und wir konnten Menschen beobachten. Achja und dann gab es sogar noch etwas zu essen und trinken. Das ist Lebensqualität!
Zurück fuhren wir über den Grömitzer Yachthafen, kämpften uns dort schon die “Berge” hoch, mussten dann ein kurzes Stück Landstraße fahren, um dann wieder über Bliesdorf und Brodau nach Pelzerhaken zu kommen. Diesmal fuhren wir über die Promenade und mussten dann die Räder schieben als es zur Steilküste hoch ging. Wir tranken noch einen letzten Kaffee/Kakao im Beachclub am Strandbad in Neustadt und kehrten dann ziemlich erschöpft nach über 40 km Fahrradtour zum WoMo zurück. Ein toller, sommerlicher Tag lag hinter uns, der wirklich Geschmack auf mehr Wärme machte.
![]() |
| Promenade am Pagodenspeicher |
![]() |
| Sonnenuntergang Am Binnenwasser |













Kommentare
Kommentar veröffentlichen