Mosel-Tour: Die Untermosel

Die Untermosel zieht sich auf ca. 100 Flusskilometer von Pünderich bis zur Mündung in den Rhein nach Koblenz und wird auch als Terrassenmosel bezeichnet. In Alken starteten wir unsere WoMo-Tour und folgten dem Fluss flussaufwärts. Das Wetter war großartig und wir waren bei bester Laune als wir auf dem kostenlosen Stellplatz der Gemeinde den besten Platz ergatterten. Aber alles der Reihe nach ...   

Blick von Alken die Mosel hinunter

 

Mo. 31.05.2021 | Ediger-Eller
Was für ein grandioser Tag? Tanja's Geburtstag fing mit Geschenken an. Danach verließen wir Valwig in Richtung Süden. Ziel war die Hängeseilbrücke Geierlay, doch die war geschlossen. Echt schade, denn darauf hatten wir uns beide gefreut und das wäre etwas ganz besonderes zum Geburtstag gewesen. Also Planänderung und ab nach Beilstein, einem ganz niedlichen Örtchen, über dem die Burgruine Metternich thront. 
 
Niedliches Örtchen Beilstein

Personenfähre über die Mosel

 



Wanderung Calmont Klettersteig
Dann ging es auf einen Stellplatz in Ediger-Eller, nicht weit von der Moselschleife in Bremm entfernt. Mit dem Fahrrad ging es zum Startpunkt der Wanderung auf dem Calmont Klettersteig. Schon gleich am Anfang machte dieser Trail deutlich warum er nichts für Anfänger und Weicheier ist. Steil ging es den steilsten Weinberg Europas bergauf. Rechts ließen wir noch den Wanderbahnhof Eller liegen, der uns an Ella auf Sri Lanka erinnerte. Es dauerte noch ein wenig bis die ersten Treppen und Steigbügel zur Hilfe kamen. In 200 m Höhe spazierten wir mitten durch die Weinberge und kamen der Moselschleife immer näher. An einigen Stellen waren Drahtseile als Hilfsmittel in den Felsen eingelassen. Die brauchten wir bei den steilen Passagen auch. Bei Kaiserwetter war es trotz schweißtreibender Wanderung einfach nur herrlich hier oben. Super geile Tour, die uns einiges abverlangte und richtig Spaß machte. Sehr empfehlenswert. 
 
Moselschleife bei Bremm

Steilster Weinberg Europas

Schweißtreibendes Abenteuer: Calmonter Klettersteig

Toller Blick auf die Mosel

Der Ort Bremm war nicht gerade voll mit geöffneten Restaurants gespickt. Die einzige Lokation hatte eine Terrasse, auf der wir ein Wein/Bier tranken. Essen wollten wir hier nichts. Zu Fuß ging es dann zurück zu den Fahrrädern. Der Weg an der Hauptstraße war nicht so attraktiv, aber ohne weitere Steigung. In Ediger kehrten wir dann noch in eine sehr nette Straußwirtschaft ein. Tanja trank Wein, ich ein Weizen dazu kam ein Winzersteak und ein Flammkuchen - echt lecker. Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein Spaghetti-Eis.

Den ganzen Abend verbrachten wir vor unserem WoMo. Tanja nahm telefonische Glückwünsche entgegen, ich gratulierte Matthias zum Geburtstag. Die Dusche erfrischte uns nochmal vorm Insbettgehen.



So. 30.05.2021 | Valwig
Nach unserem Frühstücksdrink ging es mit Karlchen nach Brodenbach, wo wir links den Berg hochfahren mussten. Eine Haarnadelkurve jagte die nächste. Von oben bot sich ein toller Blick auf die Mosel. Dann führte die Straße ins Landesinnere und plötzlich standen wir vor einer 2,50 m Höhenbegrenzung. Und nun? Ganz vorsichtig versuchten wir uns darunter durch zu mogeln. Und es klappte. An der Säule konnte man die herabhängenden Bleche hoch und runterkurbeln. Alles eine Mogelpackung. 
 
 
Wanderung Ehrbachklamm
Der Wanderparkplatz war noch leer, aber es war auch erst 9.20 Uhr. Die Ehrbachklamm war von hier gut ausgeschildert. Der Rundkurs sollte ca. 8,5 km lang sein, doch der Startpunkt lag noch 3 km entfernt. An Feldern vorbei ging es hinab zur Ehrbach. Die Klamm führte immer am Bach entlang, mal über Holzbrücken, mal über Felsen mit Stahlseilen, und manchmal auch über Treppen mit Geländern. An wenigen Stellen war der Weg sehr matschig. Ein bisschen klettern mussten wir, aber insgesamt war alles gut zu schaffen, wenn auch der Anstieg sehr kräftezehrend und schweißtreibend war. Einmal hatten wir uns kurz verlaufen, aber bemerkten dies rechtzeitig und gelangten dann wieder auf den richtigen Weg. Einen herrlichen Ausblick über die hügelige Landschaft hatte man von ganz oben. Überall waren Bänke zum Verweilen aufgestellt. Eine tolle Wanderung war das. Super Tipp aus der Touri-Info in Alken. 
 
Die Ehrbachklamm

 

 


Eigentlich wollten wir in Ernst auf den Stellplatz, aber der sah so unsexy aus, dass wir dort nur entsorgten. Wir fuhren nochmal zurück nach Valwig, wo wir unterhalb der Straße für 6,50 € nächtigen konnten. Und dann ging es gleich wieder auf die Fahrräder, denn wir wollten uns noch Cochem anschauen. 
Stellplatz Valwig
 
 
Die Burg über der Stadt sieht schon cool aus. Ganz seicht wirkte der Fluss in der Abendsonne. Hier war am Sonntag eine Menge los. Schlangen bildeten sich vor den Eisdielen. Wir ließen uns erstmal wieder auf COVID-19 testen, damit wir überhaupt irgendwo einkehren durften. Die Gassen von Cochem und der Charme dieser Moselmetropole gefielen uns gut. Die Wahl unseres Restaurants war eher so mäßig. Egal, der Tag war großartig! 
 
Cochem

 




Sa. 29.05.2021 | Alken
Wir brauchten nur noch eine Stunde, um unser erstes Ziel an der Mosel zu erreichen. Wieder einmal mit dem letzten Tropfen Sprit rollten wir auf eine rettende Aral. Gegenüber liegt das süße Örtchen Alken. Hier stellt die Gemeinde gleich 4 Stellplätze an einem Weinberg zur Verfügung. Und das kostenlos. 
 
Kostenloser Stellplatz in Alken

Nach einem kühlen Bier ging es auf zu unserer Fahrradtour nach Koblenz. 25 km lag die Stadt entfernt. Erst fuhren wir an der Hauptstraße, dann wechselten wir auf den Radweg hinter den Gleisen. Plötzlich hörten wir kaum noch die Autos. Direkt an den Weinhängen ging es entlang, unter der Moselhochbrücke hindurch, bergauf bergab kamen wir nach Winningen. Hier wollten wir was Erfrischendes trinken, doch denkste ohne negativen Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden alt sein durfte, wurden wir wieder weggeschickt. Das war hier in Rheinland-Pfalz Pflicht. Nur am Kiosk ums Eck ging einiges mehr. Hier trafen sich alle Alkoholiker des Dorfes oder solche, die es noch werden wollten. Gemein, ich weiß. Wir tranken im Mief der Buttersäure unser Radler und verdufteten danach schnell wieder. Hier hatten Unbekannte Buttersäure ausgeschüttet, um scheinbar Menschenansammlungen zu verhindern. Ziemlich unerträglich stank es hier am Kiosk. 
 
Süßes Dorf Winningen

Legendär: Mosel-Kiosk

 
Weiter ging es nach Koblenz rein. Wir mussten noch einmal über eine Brücke, um auf die richtige Seite zum Deutschen Eck zu kommen. Unterwegs hielten wir noch an einem Corona-Schnelltestzentrum, damit wir wenigstens irgendwo in Ruhe ein Bier trinken konnten. Es war wirklich voller Menschen hier. Natürlich war es Wochenende, aber von Corona und Kontaktbeschränkungen war hier nichts mehr zu sehen.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist schon wirklich imposant. Das Deutsche Eck ist das Wahrzeichen der Stadt Koblenz und zieht massenweise Touristen an. Auch diesmal sind wir nicht mit der Seilbahn zur Festung gefahren, sondern haben uns lieber die Altstadt angesehen. Mit der Regionalbahn RB 81 ging es dann zurück nach Kobern-Gondolf. Von da waren es nur noch 10 km bis zum WoMo. Am Ende des Tages hatten wir 35 km in den Beinen, die meisten natürlich mit Gegenwind.

In Alken aßen wir noch etwas in einem Landgasthaus und ließen den Tag in der Sonne vor Karlchen nett und seicht ausklingen. Toller erster Urlaubstag!


Fr. 28.05.2021 | Wahner Heide/Troisdorf
Direkt nach der Arbeit ging es los. Tanja hatte alles super vorbereitet. Das WoMo war gepackt und startklar. Um 17.00 Uhr waren wir auf der Autobahn. Wir kamen gut durch und wechselten uns immer wieder ab. Gegen 22.00 Uhr bezogen wir unser Nachtquartier auf einem Wanderparkplatz, auf dem nur noch ein Ford Nugget stand. Unsere Sorge, einen Sexparkplatz ausgewählt zu haben, bestätigte sich zum Glück nicht. Trotz Naturschutzgebiet war es hier nicht besonders ruhig. Der nahe Flughafen Köln-Bonn kannte kein Nachtflugverbot und die Straße war auch gut befahren. Trotzdem konnten wir ganz gut schlafen. 
 
Wanderparkplatz bei Troisdorf

 

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