Wanderung 35: Lankower See/Ratzeburg

Grenzregion Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern, Kreis Herzogtum Lauenburg, ehemaliger Todesstreifen der innerdeutschen Grenze - das war unser Ziel für diesen Trail. Auf dem Wanderparkplatz an der B 208 hinter Ziethen parkten wir unser Auto. 

Zuerst ging es an der Landstraße Richtung Mustin. Hier sind hinter dem Autohaus noch Überreste des alten Bahnhofgebäudes, das jetzt noch bewohnt wird, zu sehen. Dahinter ging es auf einem landwirtschaftlichen Weg in die Natur. In der Ferne sahen wir große, weiße Vögel auf dem Feld. Das müssen Schwäne gewesen sein. Der Weg wurde immer matschiger und schlängelte sich zwischen Wald und Feldern entlang. Es ging hügelig auf und ab. Genau hier war die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Keine Menschenseele hatte sich hierher verloren. Scheinbar gab es nicht einmal Hundebesitzer in dieser Gegend. 


Nach ein paar Kilometern erreichten wir den Lankower See. Dieser war nur an wenigen Stellen zugänglich. Anfangs führte nur ein schmaler Trampelweg oberhalb des Ufers entlang. Am Wegesrand entdeckten wir Nagespuren an den Bäumen. Wütete hier etwa ein Biber oder war es die mühseelige Arbeit eines Spechts? Dieses Rätsel hätten wir gern gelöst. Auch Überreste von Mauern waren hier noch zu erkennen. Später erfuhren wir, dass hier das ehemalige Dorf Lankow lag, deren Bewohner ab 1952 aufgrund der Grenznähe zwangsumgesiedelt wurden. Der schmale Weg ging jetzt über in den Hauptweg. Über eine Holzbrücke kamen wir auf die westliche Seite des Sees. 



Auch große Bäume wurden gefällt und Teile des Geländes überformt, um freies Sicht- und Schussfeld an der innerdeutschen Grenze zu gewinnen. Von 1976 bis 1990 war der Lankower See von Grenzsicherungsanlagen durchzogen. Außer den Grenzsoldaten war das Sperrgebiet in der Nähe des Lankower Sees niemandem zugänglich. Stacheldraht im See, ein das Wasser über- und unterspannender Drahtverhau, Signal- und Streckmetallzäune sperrten den Zugang. Im Bereich des Todesstreifens wurde zuletzt 1995 nach verlorenen Minen gesucht.  



 

Doch der Weg führte uns nicht komplett um den See herum. Wir mussten steil bergauf den Weg nehmen, um dann oben wieder nach links abzubiegen. Auch hier waren noch deutlich die Spuren des Kolonnenweges, auf dem die Grenzsoldaten damals patroullierten, zu erkennen. Jetzt kamen wir zu einer Hauptstraße und sahen auf der anderen Seite den Mechower See. Kurze Zeit später gelangten wir in das Dorf Wietingsbek. Hier verlief damals die innerdeutsche Grenze. Auf der ostdeutschen Seite standen damals Beobachtungstürme und Zäune. Heute ist davon zum Glück nichts mehr zu erkennen. 


Über einen Hügel, auf dessen Gipfel wir noch in einer Rasthütte eine kurze Pause machten (hier rauschte uns ein kalter Wind um die Ohren), gelangten wir durch den Wald wieder zu unserem Parkplatz zurück. 

Fazit: ein geschichtsträchtiger Trail!  

 

Beschreibung: Lankower See/Ratzeburg

Entfernung: 12,80 km 

Dauer: 02:56 Stunde

Energieverbrauch: 1.466 kcal

Bewertung:  7 Pkt.

(10 Pkt. = überragende Tour | 0 Pkt. = lass es bleiben)

 

 






 

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