Wanderung 28: NSG Höltigbaum/Stellmoorer Tunneltal
REKORD - es war unser längste Wanderung ever. 18,48 km hatten wir zu Fuß zurückgelegt. Und genau so fühlten wir uns auch abends. Unsere Beine taten weh und wir kamen von der Couch gar nicht mehr hoch.
Bei eisigem Kaiserwetter um die -7°C ging es zu Fuß ins Naturschutzgebiet Höltigbaum und ins Stellmoorer Tunneltal. Schon sehr häufig waren wir hier unterwegs, aber heute entdeckten wir ganz neue Wege. Und es war mit dem Schnee wunderschön. Manchmal liegt das Gute eben ganz nah ...
Los ging es zum kleinen See am Reetwischendamm. Dieser war inzwischen zugefroren und wir gingen einfach mal darauf. Auf der anderen Seite spielten Kinder Eishockey. Die Eisschicht muss schon so dick sein, so dass kein Knirschen oder Knacken zu hören war. Danach ging es zum Parkplatz an der Hundeauslauffläche und vorbei am Haus der wilden Weiden. Wir bogen den Hauptweg nach rechts ab und zweigten dann kurz vor der nächsten Kreuzung nach links auf einen kleinen Weg, der parallel zum Hauptweg führte. Wir gingen auf pulverigen Schnee. Meist war es nicht rutschig und unsere Schuhe hatten den perfekten Grip.
Kurz vor dem Berg bogen wir nach rechts ab, überquerten den Hauptweg, und gingen auf der anderen Seite Richtung MVA Stapelfeld. Immer wieder kamen uns mal Menschen, häufig Familien mit Kindern und Schlitten, entgegen. Auf und ab ging das Gelände. Sogar ein paar Langläufer waren unterwegs. Am Ende des Weges kamen wir hinter dem abgezäunten Militärgelände raus. Über ein Feld kamen wir direkt zum Zaun dieses Geländes.
Und ich bin mir jetzt sicher, dass dort im ehemaligen Munitionslager unterirdisch Atomwaffen stationiert sind. Die Raketen waren unter grüner Abdeckfolie getarnt und die Belüftungsschächte ragten zwischen den Gebüschen hervor. Ein Arsenal unvorstellbaren Ausmaßes, das durch hohen NATO-Zaun gesichert wird. Ich hatte mich schon immer gefragt, was das für ein abgeriegeltes Gelände mitten im Naturschutzgebiet sei. Jetzt bin ich mir sicher. Von hier aus wird der Feind im Osten kontrolliert, aber ich bin ganz und gar kein Verschwörungstheoretiker.
Insgesamt 55 oberirdische Bunker sind unter Gras, Moos und Bäumen auf dem ehemaligen Munitionsdepot im Naturschutzgebiet Höltigbaum versteckt. Gebaut wurden die Lagerstätten Ende der 1930er Jahre. Aus der Luft sieht das Gebiet aus wie eine unberührte Grünfläche. Bis 1992 nutzte die Bundeswehr das Gelände als Standortübungsplatz, der überwiegend von den damals in Hamburg-Rahlstedt stationierten Einheiten der Panzergrenadierbrigade 17 genutzt wurde.
Auf der Bank direkt vor dem Zaun machten wir unsere erste Rast in der Sonne. Dann ging es weiter Richtung Ahrensburg. Am Wald entlang kamen wir irgendwann am Ahrensfelder Weg raus. Über Am Kratt gelangten wir dann ins angrenzende Ahrensburger Tunneltal. Wir schafften es nicht mehr zu den Holzstegen kehrten nach 11 km um. Wir schlugen uns durch das Wohngebiet um den Braunen Hirsch und bogen dann in eine Sackgasse mit einem Schild "kein durchgehender Weg" ein. Am Ende stand ein verschlossenes Tor, dahinter lagen schneebedeckte Felder. Wir schlugen uns durchs Gebüsch auf die Felder und kamen so wieder auf den Weg zum abgezäunten Militärgelände zurück. Nicht erwischt worden - Glück gehabt.
Dann sahen wir zuletzt noch den süßen Galloway-Rindern beim Fressen zu. Es waren sogar mind. vier Kleine dabei. Die strahlen schon eine Ruhe auf uns Menschen aus, auch wenn sie sich beim Fressen häufiger streiten und Kopf an Kopf um die Vormachtstellung kämpfen.
Die Straße zog sich dann bis zur Brücke wie Kaugummi. Die Beine waren schwer, mein rechtes Knie schmerzte. Jetzt war Durchhalten angesagt.
Beschreibung: NSG Höltigbaum/Stellmoorer Tunneltal
Entfernung: 18,48 km
Dauer: 04:18 Stunde
Energieverbrauch: 2.010 kcal
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