Wanderung 15: Eichbaumsee
An diesem verregneten letzten Mittwoch im Jahre 2020 führte es uns an den Eichbaumsee nach Allermöhe. Unsere Strecke war nicht spektakulär, aber führte uns einmal um den See und noch etwas weiter an der Dove-Elbe. Hier finden Drachenbootrennen statt und hier steht dafür sogar eine kleine Tribüne. Wir hatten das erste Mal Glühwein selber in einer Thermoskanne mitgenommen. Nachdem alle Lokalitäten während dieses Lockdowns geschlossen haben wird man einfallsreich.
Der Eichbaumsee wurde in den 1970igern Jahren als Naherholungsgebiet angelegt und hat eine tragische Geschichte zu erzählen: 2007 wurde der See, in dem sich zuvor mindestens 30.000 Badegäste pro Saison tummelten, zum ersten Mal wegen zu vieler Blaualgen gesperrt. Ein wesentlicher Faktor für das starke Algenwachstum waren die vielen Menschen, die sich in heißen Sommern im Eichbaumsee abkühlten.
Die zweite Ursache für die Probleme im See ist eine geologische Besonderheit. Auf dem Grund in rund 16 Metern Tiefe ragen Reste vor-eiszeitlicher uralter Wälder empor. In ihnen sind hohe Konzentrationen unterschiedlicher Gase und anderer Stoffe gebunden – darunter auch in großen Mengen Phosphor. Der löst sich im warmen Wasser und führt vor allem im Sommer immer wieder zu Blaualgen-Seuchen.
Der Eichbaumsee bleibe als Badegewässer gesperrt, weil er ökologisch tot sei, so umschreibt die Hamburger Umweltbehörde die aktuelle Lage des 24 Hektar großen Sees im Südosten Hamburgs. Denn er ist inzwischen in Fachkreisen bundesweit berüchtigt für seine regelmäßigen Blaualgen-Epidemien.
Die Dove-Elbe ist gerettet! Eine Bürgerinitiative hat verhindert, dass die Dove-Elbe an die Tide angeschlossen wird. Sie wird als Naherholungsgebiet und Wassersportrevier erhalten. Dafür sammelte die Bürgerinitiative insgesamt über 13.000 Unterschriften und legte diese im September 2020 dem Hamburger Senat vor.
Hier auf der großen Wiese des Eichbaumsees fand jährlich das Wutzrock-Festival statt, ein Musikfestival für die ganze Familie mit einer legendären Geschichte. Am 30. Juni 1979 feiern 2000 Menschen im Billtal-Stadion zu Bergedorf ihr erstes Wutzrock. Wenn Wutzrock ruft, helfen auch heute noch Aktivisten aus der Anfangszeit im Organisationsteam des Festivals, sie stehen an den Reglern des Mischpults oder als Bierzapfer hinterm Tresen. Obwohl das Festival seit Anfang der 90er Jahre an Größe zulegte, hat es nichts von seinem originären und alternativen Charme verloren. Dazu gehört auch, dass alle Menschen, die Wutzrock organisieren, dies völlig umsonst tun. Niemand bekommt Geld für seine Mitarbeit – es verlangt auch keiner. Auch die Künstler und Künstlerinnen treten nicht zu ihren regulären Gagen auf, sondern helfen mit, den Wutzrock-Gedanken zu unterstützen: Von den Menschen für die Menschen. Das ist Wutzrock: Solidarisch, nicht kommerziell, gegen Sexismus und antifaschistisch ... ein bisschen klingt es wie bei Suff & Suddel ...
Beschreibung: Seeumrundung Eichbaumsee
Entfernung: 4,16 km
Dauer: 00:57 Stunde
Energieverbrauch: 422 kcal

Kommentare
Kommentar veröffentlichen