MYTHOS: Harley Davidson

Das Branding Harley Davidson steht für grenzenlose Freiheit und Abenteuer. „Wir verkaufen einen Lebensstil – das Motorrad gibt es gratis dazu.“ so der Marketing-Chef. Individualismus wird durch die Marke angesprochen. Keine andere Marke verbindet man mit leicht bekleideten Frauen auf Zweirädern. Kein anderer Hersteller ist so nah an der Rockerszene dran.





Das Unternehmen Harley-Davidson Motor Co. wurde 1903 in Milwaukee, Wisconsin (USA) von William S. Harley und Arthur Davidson gegründet. Die Harley-Davidson Motor Company ist einer der ältesten Motorradhersteller der Welt, der bis heute Motorräder produziert.

1908 gewann Walter Davidson auf dem Modell 4 ein Verbrauchsrennen. Mit diesem Erfolg wurde auf ganzseitigen Anzeigen geworben. Daraufhin folgten erste Aufträge für die Lieferung von Motorrädern für Polizei und die Bell Telephone Company; zu dieser Zeit beschäftigte der Betrieb ganze 18 Vollzeit-Mitarbeiter.

1940 bestellte die US-Army die ersten 745 Einheiten einer Militärversion der WL, die WLA, mit überarbeiteter Vordergabel, Aluzylinderköpfe, Sturzbügel, Sattel- und Gewehrtasche. Die Leistung der 250 Kilogramm schweren Maschine betrug 23,5 PS bei 4.600 min. Von diesem Modell wurden zwischen 1940 und 1945 etwa 88.000 Exemplare hergestellt; damit ist die WLA eines der meistgebauten Modelle von Harley-Davidson.


Die neue Hängeventil-Motorenreihe wurde bis 1947 parallel zu den Seitenventilern gebaut. Dieser Motor ist auf Grund seiner charakteristischen Konturen der Kipphebellagerung am Zylinderkopf als Knucklehead („Knöchelkopf“) bekannt. Motorräder mit diesen Motoren gehören heute zu den begehrtesten Oldtimern von Harley-Davidson, für die Preise über 30.000 Euro zu erzielen sind.

Die Topper war ein Motorroller von Harley-Davidson, der von 1960 bis 1965 gebaut wurde. Um den Ende der 1950er Jahre in Mode gekommenen italienischen Vespa- und Lambretta-Rollern auf amerikanischen Straßen eine Antwort zu bieten, entschloss sich Harley-Davidson Roller zu bauen. Die Topper verwendete den liegend eingebauten luftgekühlten Motor der Hummer mit 165 cm³ Hubraum, der in zwei Leistungsvarianten (A und AU) angeboten wurde (5 und 9 PS).


Von 1973 bis 1978 entwickelte Harley-Davidson Rennmotorräder für die Motorrad-Weltmeisterschaft. Dies war durch den Kauf der italienischen Firma Aermacchi und deren Rennabteilung möglich geworden. Harley-Davidson errang 28 Grand-Prix-Siege, 24 in der Klasse bis 250 cm³ und 4 in der Klasse bis 350 cm³.



Die 1960 erworbenen italienischen Werke wurden aufgrund einer Krise 1978 an Cagiva verkauft. Dies geschah nicht zuletzt aus Gründen der Imagepflege, denn seit den 1970ern war die Chopper-Bauform eine gewinnbringende Modeerscheinung im Motorradbau. Auch wenn die japanische Konkurrenz ebenfalls Chopper in ihr Programm aufnahm, so galt Harley-Davidson als Ursprung der Chopper. Kleine Modelle mit Zweitaktmotor passten nicht ins Bild. Dass Harley-Davidson bis 1978 ebenfalls 50-cm³-Mokicks und Kleinkrafträder anbot, wird heute unter den Fans der Marke Harley-Davidson nicht gern angesprochen.



Durch den Film Easy Rider (1969) mit Peter Fonda und Dennis Hopper erlangte die Marke Kultstatus. Durch die beiden dort zu sehenden Chopper-Umbauten – der langgabeligen Captain America mit ihrer der US-amerikanischen Flagge nachempfundenen Lackierung und dem kompakteren flammenverzierten Billy Bike – entstand eine neue Motorrad-Kultur. Der Einfluss des Films auf die Motorrad-Industrie war dermaßen prägend, dass in der Folge, insbesondere durch japanische Hersteller, sowohl das Customizing aufgegriffen, als auch der Chopper als Motorradtyp produziert wurde.



Anfang 2016 waren in Deutschland 194.747 Harley-Davidson-Krafträder zugelassen, was einem Anteil von 4,6 % im Bestand aller in Deutschland zugelassenen zweirädrigen, dreirädrigen und leichten vierrädrigen Kfz entspricht. Der Harley-Käufer hat ein Durchschnittsalter von 47 Jahren.

















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