WANTED: Aussteiger lebenslänglich!

One-Way-Flugticket in wärmere Gefilde, aus seinen gesellschaftlichen Normen ausbrechen, auf der Suche nach noch mehr Freiheit, das nächste Abenteuer fest im Blick …

Natürlich wird man auf so einer Reise öfter mal von dem Gedanken begleitet, ob man sich ein unbeschwertes Leben hier im Paradies vorstellen kann. Hier ist es warm, du hast das Meer direkt vor der Nase, die Menschen sind entspannt, kein Alltagsstress, keine Hektik. Keine Frage, auch hier sind die Menschen fleißig, aber anders. Relaxter.

Neben Mut muss man schon selber eine große Portion Gelassenheit mitbringen, um hier mit der Mentalität klarzukommen. Uns hat das nie gestört, denn wir hatten die Zeit. Wir haben das vielmehr als Entschleunigung genossen. Aber du wirst als Ausländer immer ein Fremdkörper bleiben, auch wenn du vielleicht gute Kontakte zu Einheimischen geknüpft hast. Und du darfst niemals den Fehler machen, dich als was besseres zu fühlen. Du bist der Fremde in der Ferne.

Ich würde hier eingehen, weil mir meine Familie und Freunde fehlen. Aber stimmt das auch wirklich? Bist Du ehrlich zu dir selbst? Welche Werte lebst du denn? Du brauchst eine Aufgabe, das ist klar. Der Gedanke, hier mit wenig Geld auszukommen ist äußerst verlockend und reizvoll. Aber beschert es Dir das Glück, von dem du träumst? Oder schießt Du dich damit in eine Isolation aus Einsamkeit und Depression? Klare Sache von Typfrage. Die einen sterben als Alkoholiker auf einer einsamen Insel oder kiffen sich in der einzigen Raggae-Bar zu Tode, die anderen kehren nach Deutschland zurück und leben von der Stütze. Aber es gibt das Glück auch in der Ferne davon bin ich überzeugt. Es sieht nur anders aus als man es sich meist vorstellt.

Die Ausländer, die man hier trifft, haben sich ihre Existenz auch neu aufgebaut und hatten einige Hürden zu nehmen: Behörden, Anträge, Verträge, Korruption … mit Sachen verkaufen, Wohnung kündigen, und einfach abhauen ist es nicht getan. Das bedarf einer längeren Planung.

Und die Aussteiger, die es geschafft haben und in der Ferne glücklich sind sehen meist anders aus als man sich das vorstellt: keine langhaarigen Rastalocken, ohne Ende lebensfroh, in der einen Hand einen Joint in der Hängematte liegend. Nein, es sind Menschen wie Du und ich!



Aussteiger-Drama "Into the wild" von Sean Penn, USA 2007
Christopher McCandless ist ein 22-jähriger Student aus wohlhabender Familie aus einem reichen Vorort von Washington, D.C., der im Sommer 1990 mit seinem Nissan Sunny eine zweijährige Reise durch die USA beginnt. Er macht sich auf die Reise nach Fairbanks/Alaska, um sich den Herausforderungen eines einfachen Lebens fernab der Zivilisation zu stellen.

Im April 1992 erreicht Chris letztendlich sein Ziel und bricht, ausgestattet mit einem Kleinkalibergewehr, von Fairbanks in die Wildnis nördlich des vergletscherten Denali in den Denali-Nationalpark auf, wo er die Wintermonate in einem verlassenen alten Linienbus 142 der „Fairbanks City Transit System“ verbringt. Die einsetzende Schneeschmelze schneidet seinen Rückweg über den nahegelegenen Teklanika River ab, da dessen Wasserspiegel und Strömungsgeschwindigkeit stark angestiegen ist, so dass er ohne Kenntnis alternativer Routen zum Ausharren in seinem „Magic Bus“ gezwungen ist. Durch Nahrungsmittelknappheit und geschwächt vom Verzehr der giftigen Schoten der Hedysarum mackenzii, die er mit der essbaren „wild potato“ Hedysarum alpinum verwechselt, verliert er rapide an Körpergewicht und stirbt in dem Bus (Original-Standplatz des Busses: 63° 52′ 6,5″ N, 149° 46′ 9,7″ W).


Durch Texthinweise erfährt der Zuschauer, dass der Leichnam Christophers Ende August 1992 von Elchjägern auf ihrem Weg entlang des ehemaligen Stampede Trails gefunden wurde. Dabei wird ein Foto von ihm eingeblendet, wahrscheinlich eine Selbstaufnahme, welche man in Chris’ Kamera unentwickelt vorfand.







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