Der Marlboro-Mann: Freiheit nur mit Kippe?

Das Konzept und die Idee der Werbung, in der ein oder mehrere Cowboys in der Wildnis ihre Pflicht erfüllen und nichts außer einer Zigarette mit sich führen, wurde 1954 von Leo Burnett entwickelt. Die Werbefigur sollte durch die Spots Männlichkeit, Kraft und einen unabhängigen Lebensstil vermitteln und letztendlich den Zuschauer zum Kauf von Marlboro-Zigaretten animieren. Die Marke galt vorher als eher weiblich konnotiert und wurde mit der Werbekampagne auch bei Männern populär, Frauen ließen sich aber nicht davon abschrecken.

Warum in meinem Kopf das Rauchen einer Zigarette mit Freiheit und Unabhängigkeit assoziiert wird, bleibt rätselhaft. Gleichzeitig hält ein Raucher seine Sucht für naturverbunden. Totaler Quatsch, aber im Kopf fest verankert. Das Ergebnis jahrelanger, manipulativer Werbekampagnen.

Die Vorstellung, mit einem leckeren Kaffee mit cremigen Milchschaum die aufgehende Sonne zu beobachten, sich bei jetzt schon 25°C zurückzulehnen und die Natur zu genießen, da fehlt dann wirklich nur noch eins: eine Zigarette.

Übrigens: Viele der Darsteller des Marlboro-Mann sind inzwischen an Lungenkrebs verstorben. Die Werbefilme dürfen nur noch in Kinos gezeigt werden. Zigaretten-Werbung auf Formel 1-Boliden ist Geschichte. Aber neben Ronald McDonald verkörpert der Marlboro-Mann die bekannteste Werbefigur aller Zeiten.



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