Abschied von Kambodscha

Nach 1.194 km und 20 Übernachtungen nehmen wir jetzt Abschied vom Königreich Kambodscha, einem Land mit offenen und freundlichen Menschen. Hier erlebten wir in Angkor Wat unseren kulturellen Höhepunkt. Wir sprachen mit Auswanderern, die aus Europa hierher gekommen sind, um hier zu leben. Saßen im Wohnzimmer eines Einheimischen, um dem Regen zu entfliehen. Erlebten selbstmörderische Minivan-Fahrer. Wir badeten an menschenleeren Traumstränden, wohnten in Bungalows ohne Dusche und Toilette. Wir haben auch hier wieder richtig viel erlebt und diese Erlebnisse müssen wir erstmal verarbeiten.

Wir sagen “Tschüss Kambodscha”. Es war sehr schön hier. Wir haben viel Interessantes und Spannendes erlebt, viele freundliche Menschen getroffen. Wir fühlten uns hier willkommen und wohl. Danke!


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Zurückgelegte Kilometer von Bangkok bis Koh Kong:  
1.365 km in Nord-Thailand
1.654 km in Laos
1.194 km in Kambodscha
4.213 km Gesamtstrecke

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Unser Hot Spot-Ranking (Stand: 28.01.2018)
  1. Angkor Wat Tempel
  2. 4000 Islands
  3. Umgebung Pai
  4. Insel Koh Rong u. Fishing Village
  5. Slowboat-Trip nach Luang Prabang
  6. Bolaven Plateau
  7. Insel Koh Ta Kiev inkl. Dschungel-Tour
  8. Sukhothai Tempelanlage
  9. Gipfel des Phu Chi Fa
  10. Umgebung Vang Vieng mit Karstfelsen
  11. Champassak Tempel
  12. Chiang Mai Elefantencamp
  13. Umgebung Kep mit Pfeffer Farm
  14. Umgebung Koh Kong mit Mangroven
  15. Wasserfälle Luang Prabang
  16. Sightseeing Bangkok
  17. Chiang Khong Mekong-Wanderung
  18. Sightseeing Vientiane
  19. Luang Prabang Töpferei

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Die Geschichte Kambodscha’s
Das Land hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Schon im 9. bis 12. Jhrd. n. Chr. war das Khmer Reich eines der mächtigsten. Seit 889 war Angkor Hauptstadt des Khmer Reiches. Um 1200 hatte Angkor etwa eine Million Einwohner und war damit wohl die damals größte Stadt der Welt. 1353 wurde Angkor durch das Ayutthaya-Reich der Thai erobert. Seitdem wurde die Hauptstadt nach Phnom Penh verlegt.

Um eine völlige Übernahme des Reichs durch Thailand und Vietnam zu verhindern, wandte sich Kambodscha an Frankreich. Seit 1884 war Kambodscha eine Kolonie Frankreichs. Erst am 09.11.1953 konnte das Land die Unabhängigkeit von Frankreich feiern. Danach versuchte man eine Politik der Neutralität zu führen, doch durch den Ho-Chin-Minh-Pfad wurde Kambodscha in den Vietnamkrieg verwickelt. 1970 stürzten kambodschanische Offiziere mit amerikanischer Unterstützung die Regierung Königs Sihanouk mit dem Vorwurf, nicht entschieden genug gegen die Việt cộng vorgegangen zu sein. Von Nordvietnam unterstützt, konnten die Roten Khmer 1975 schließlich Phnom Penh erobern, woraufhin sie das Demokratische Kampuchea ausriefen. Sihanouk wurde zunächst symbolisches Staatsoberhaupt, musste aber 1976 zurücktreten und stand in der Folge unter Hausarrest. Neuer Staatschef wurde Khieu Samphan, neuer Ministerpräsident Pol Pot. Das neue Regime wollte eine neue Gesellschaft nach maoistischem Muster formen und den “Steinzeitkommunismus” wieder einführen. Insgesamt forderte die Politik der Regierung Pol Pots zwischen 1,4 und 2,2 Millionen Opfer, vor allem Beamte, Intellektuelle und buddhistische Mönche und Nonnen, die in etwa 100 Vernichtungslagern gefoltert und hingerichtet wurden, weil sie Widerstand geleistet hatten.

Am 24.12.1978 begann die Offensive vietnamesischer Truppen zur Beendigung des Terror-Regimes der Roten Khmer. Kambodscha blieb zehn Jahre von Vietnam besetzt, die entmachteten Roten Khmer leisteten mit Guerillataktik Widerstand. Nach 1989 folgten unter der Mitwirkung der UN ein Friedensabkommen und der Neuaufbau staatlicher Strukturen, die 1993 mit einer neuen Verfassung und der Wiederherstellung der Monarchie endeten. Kambodscha, zu diesem Zeitpunkt nach zwei Jahrzehnten Krieg, Schreckensherrschaft und Besatzung eines der ärmsten Länder der Welt, konnte seitdem erhebliche Fortschritte im Kampf gegen Armut und Unterentwicklung erzielen und ist heute eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.

Und Kambodscha war das erste Land in Südostasien, dass ein Naturschutzgebiet 1925 um die Tempel von Angkor Wat eingeführt hat.

Bis Ende der 1990er Jahre war Koh Kong einer der unsichersten Teile des Landes. Elemente der Roten Khmer, die in den unteren Kardamomen stationiert waren, stellten immer noch eine ernsthafte Bedrohung für Einheimische und Reisende dar. Bis 1998 war das Gebiet Schauplatz von gelegentlichen Kämpfen zwischen der Regierung und den Truppen des Demokratischen Kampuchea.


Wie wirkt Kambodscha ganz persönlich auf uns?

Man spürt schon noch die Folgen der Schreckensherrschaft durch Pol Pot’s Roten Khmer. Verstümmelte Menschen, die auf der Straße betteln. Kinder, die Armbänder verkaufen oder Kinderarbeit leisten. Musizierende Männergruppen, die vor den großen Tempeln Spenden für Minenopfer sammeln. Doch das Land ist im Aufbau. Viele Menschen sind fröhlich und lachen viel. Das ist uns richtig doll aufgefallen. Und die meisten sind offen, gucken Dir in die Augen. Der französische Einfluss ist auch hier unverkennbar. Nicht nur architektonisch, sondern auch vom Essen. Rotie ist der abgewandelte Crepes zum Beispiel.

Auch wenn als größtes Umweltproblem die Abholzung der Wälder besteht, so ist Plastik auch hier ein ernstes Problem. Überall sieht man auch hier Müllberge rum liegen. Pfandsysteme oder Recycling kennen die Menschen hier nicht, auch wenn hier mancherorts schon Müll tatsächlich getrennt wird.

Arm und reich lebt hier dicht beieinander. Dort siehst Du bettelnde Kinder und Frauen oder Müllsammler, die quietschend mit ihren Karren durch die Straßen ziehen, und als nächstes fährt ein Hummer oder Audi Q7 an Dir vorbei. Noch immer gehört Kambodscha zu den ärmsten Ländern Asiens. Viele Menschen können nicht lesen und schreiben, und unterschreiben mit ihrem Fingerabdruck.

In Laos fuhren Einheimische mit Moped an die Essensstände und kauften etwas ein. Das kann man hier gar nicht beobachten.  Abgepackte Suppen oder fritiertes Hähnchen gibt's hier in Kambodscha gar nicht.

1.194 km sind wir durch das Land gereist. Vielleicht hätten wir noch einen Schwenk in die nordöstlichen Berge machen sollen oder nach Battambang oder doch an den Tonle Sap See, aber wir wollten dann auch schnell ans Meer.

Als absolutes Hotspot-Highlight hat Angkor Wat alle Erwartungen von uns erfüllt und führt unser Ranking an. Koh Rong rangiert derzeit auf Platz 4.

Die beiden Inseln waren wunderschön, wenn auch infrastrukturell nicht erschlossen. Wir haben Traumstrände gesehen und Fishing Villages besucht. Das Wetter war leider zu diesem Zeitpunkt etwas unbeständig bei ca. 30°C. Es hat viel geregnet. Meine Theorie, dass in Kambodscha die modernsten Busse aller drei Länder fahren, musste ich nach unserer letzten Tour von Sihanoukville nach Koh Kong revidieren. 

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